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{"79968466-a94b-5053-a5e9-1155df32e285":{"name":"Waschgeschirr aus Kanne und Becken.","description":"Kanne und Becken wurden am Hofe bei Tisch zum Händewaschen gereicht. Mittelalterliche arabische Quellen beschreiben solche Geschirre. Sie wurden als Ausstattungsstücke für die Aussteuer von Töchtern von Amiren, Wesiren, hohen Adeligen, Beamten und Kaufleuten benutzt. Das Berliner Geschirr wurde, nach ikonographischen Motiven des Dekors zu urteilen, für einen Juristen hergestellt. Die Inschriften enthalten Segenswünsche allgemeiner Art (Wohlergehen, Reichtum, Gesundheit, Wissen und Milde) für den unbekannten Besitzer. Die ursprüngliche Pracht ist durch den hervorragenden Erhaltungszustand gut erkennbar. Die Kanne ist durch ihre Form mit Klappdeckel und gerader Ausgußtülle plastisch modelliert. Bauch, Schulter und Hals zieren drei Friese mit figürlichen Motiven in unterschiedlichen großen Medaillons. Die Medaillons sind mit Thron- und Reiterdarstellungen sowie mit Planetenbildern gefüllt. Der Halsansatz zeigt elf Bogenfelder mit stehenden Figuren, in der Art christlicher Darstellungen. In einem Tierfries am Schulterrand findet eine Jagd auf ein Einhorn statt. Zusätzlich sind arabische Inschriften in Friesen oder über die Kanne verteilt, die Wünsche enthalten. Im Boden des Beckens sind die sechs Planetenbilder rund um die Sonne gestellt und in einem zweiten Fries erscheinen die Bilder des Tierkreises (Zodiacus) in Verbindung mit bestimmten Planeten. Das Becken zeigt ähnlich wie bei der Kanne in sechs großen Medaillons auf der Außenseite den Fürsten flankiert von zwei Leibwächtern, Jagdszenen und Feiernde, die auf ein Bankett hinweisen. Sie werden durch eine Inschrift verbunden, die Wünsche um Macht und Sieg, um Wissen und Milde, wie sie Allah eigen sind, nennen. Die Komplexität des Entwurfs und die höchste Qualität in der Ausführung weisen auf den hohen Status des Auftraggebers hin. Sowohl Kanne und Becken sind namentlich signiert und bezeugen so auch den hohen Stellenwert des Künstlers.","short_description":"Dieses äußerst fein gearbeitete Set aus Schüssel und Krug bezeugt die Kunstfertigkeit der metallverarbeitenden Handwerker aus Mosul um 1270 AD. Auf dem von einem hochrangigen Auftraggeber georderten Set sind Planeten und Szenen des höfischen Lebens abgebildet. Es wurde vermutlich verwendet, um sich zu besonderen Anlässen die Hände zu waschen.","holder":"Museum für Islamische Kunst","dates":"2. Hälfte 8./ 3. Viertel 13. Jh.","location":"Berlin","dimensions":"Kanne: Höhe 37 cm Durchmesser 20,6 cm; Becken: Höhe 17 cm Durchmesser 43 cm.","method_for_datation":"Der Künstler, der die Kanne und das Becken signiert hat, lebte um die Mitte des 7. Jh. H./ 13. Jh. n.Chr.","method_for_provenance":"Der Künstler, der die Kanne und das Becken signiert hat, trägt in seinem Namen den Herkunfts- oder Wohnstättennamen al-Mausili, „der aus Mosul“. Damit wird seine Herkunft oder auch seine Tätigkeit an dem Wohnstättenort, hier „aus Mosul“ ausgedrückt. Die Signatur und das Motiv der Figur mit Mondsichel vor dem Körper weisen mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine Entstehung in Mosul hin.","provenance":"Mosul, Nord-Irak.","obtention":"Um 1938 im Kunsthandel.","bibliography":"Kat. Museum für Islamische Kunst. Mainz, 2001, 72/73. \n \nBaer, E. Ayyubid Metalwork with Christian Images, Leiden, 1989, 15-7, Pl. 50-1. \n \nHagedorn, A. Die Blacas-Kanne. Zu Ikonographie und Bedeutung islamischer Metallarbeiten des Vorderen Orients im 13. und 14. Jahrhundert, Münster, 1992, Nr. 28. \n \nKühnel, E., \"Zwei Mosulbronzen und ihr Meister\", in: Jahrbuch der Preußischen Kunstsammlungen 60, 1939, 1-20. \n \nRice, D. S. “Inlaid Brasses of the Workshop of Ahmad Al-Dhaki al-Mawsili,” Ars Orientalis 2, 1957, 225-53.","dynasty":"Postzengidisch","author":"Annette Hagedorn","keywords":["
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Die Medaillons sind mit Thron- und Reiterdarstellungen sowie mit Planetenbildern gefüllt. Der Halsansatz zeigt elf Bogenfelder mit stehenden Figuren, in der Art christlicher Darstellungen. In einem Tierfries am Schulterrand findet eine Jagd auf ein Einhorn statt. Zusätzlich sind arabische Inschriften in Friesen oder über die Kanne verteilt, die Wünsche enthalten. Im Boden des Beckens sind die sechs Planetenbilder rund um die Sonne gestellt und in einem zweiten Fries erscheinen die Bilder des Tierkreises (Zodiacus) in Verbindung mit bestimmten Planeten. Das Becken zeigt ähnlich wie bei der Kanne in sechs großen Medaillons auf der Außenseite den Fürsten flankiert von zwei Leibwächtern, Jagdszenen und Feiernde, die auf ein Bankett hinweisen. Sie werden durch eine Inschrift verbunden, die Wünsche um Macht und Sieg, um Wissen und Milde, wie sie Allah eigen sind, nennen. 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Die Flaschen dienten vor allem als Behältnis für Wasser.","type":"Gefäß","holder":"Kunsthistorisches Museum","dates":"s.d.","location":"Wien","dimensions":"Höhe: 32cm","method_for_datation":"Vergleich mit anderen Objekten","method_for_provenance":"Ilg/Boeheim, 1883, Inventarium über Möbel und Kleinkunstgegenstände im Schlosse zu Ambras, S. 5","provenance":"Türkei?","obtention":"Sammlungsbestand Schloss Ambras, belegt 1882","bibliography":"Scheicher, Elisabeth u.a, *Kunsthistorisches Museum Sammlungen Schloss Ambras. Die Kunstkammer*, Innsbruck: Kunsthistorisches Museum, 1977.","dynasty":"Osmanen","author":"Veronika Sandbichler, Thomas Kuster","keywords":["Gefäß; Feldflasche; Leder; Osmanisches Reich"],"materials":["Leder"]},"cf314a7e-b71e-5876-a94f-3e498400a91f":{"name":"Persische Feldflasche","short_description":"Diese aufwendig gestaltete Feldflasche entstand im späten 16. Jahrhundert in Persien. Der hölzerne Kern des Gefäßes ist mit einem Leinen- und Kreidegrund überzogen, der vergoldet und bemalt ist: Liebespaare und Musikanten sind in einem blühenden Garten zu sehen.","type":"Trinkflasche","holder":"Kunsthistorisches Museum","dates":"10. H. / 16. Jahrhundert","location":"Wien","dimensions":"Höhe: 25.5cm, Breite: 23.5 cm, Tiefe: 12cm; Durchmesser Hals: 2.3cm","method_for_datation":"Inventare der Sammlung Schloss Ambras","method_for_provenance":"Inventare der Sammlung Schloss Ambras","provenance":"Iran?","obtention":"Sammlung Schloss Ambras, Erwerb 1869","bibliography":"Gamber, Ortwin und Beaufort-Spontin, Christian, *Katalog der Leibrüstkammer II. Teil. Der Zeitraum von 1530-1560*, Busto Arsizio: Bramante, 1990. \nThomas, Bruno, \"Aus der Waffensammlung in der Neuen Burg zu Wien: Orientalische Kostbarkeiten\", *Bustan*, 4 : 5 (1963/64).","dynasty":"Safaviden","author":"Matthias Pfaffenbichler, Tobias Roeder","keywords":["Feldflasche; Persia"],"materials":["Leder mit Kreidegrund und Blattvergoldung, Malerei, Holz gefaßt wie Leder. Tragschnur: Seide und Silberfaden"]},"fa6093d9-67a1-536f-b0bb-38a5d07cb915":{"name":"Brunnen-Löwe.","description":"Daß die fatimidische Kunst vielfältig war, zeigt eine Skulptur wie diese Hohlfigur eines stehenden Löwens mit erhobenem, henkelförmig geführtem Schweif mit Quaste. Sein Maul hat der Löwe geöffnet, es nahm ehemals ein Zuflußrohr auf. Der Löwe ist in sehr abstrakten Formen modelliert. So hat er flache Pranken, linear gezeichnete Rippen und der Ohrenansatz ist genau so wie Augenwülste in schlichten Linien angegeben. Die Oberfläche des Körpers ist auf dem Rücken des Tieres, im Brustbereich und an den Schenkeln mit Spiraldekor geschmückt, das den stilisierten Gesamteindruck der Figur unterstreicht. Gut zu sehen ist die auf beiden Seiten des Halses eingravierte Inschrift, die eventuell erst aus dem 13. Jahrhundert stammt. Hier wird ein bi-rasem al-amir Shams ad-Din wali Misr genannt, der wohl Gouverneur von „misr“ (Unterägypten und Kairo) war. Interessant ist die vollplastische Figur eines Lebewesens, die nicht dem islamischen Dogma zu entsprechen scheint. Da aber das Bilderverbot nicht immer auf den höfischen Bereich ausgeweitet wurde und die schiitischen Fatimiden ohnehin eine liberale Haltung einnahmen, bilden Skulpturen in Ägypten ein Teil der Hofkunst. Im Museum für Islamische Kunst in Kairo hat sich ein sitzende Löwenfigur erhalten. Der Berliner Löwe kann Teil eines mehrfigurigen Brunnenensembles gewesen sein. Er entsprach so dem am besten bekannten größeren Löwenbrunnen der Alhambra in Granada in Spanien. Der Löwe kann aber wegen seiner geringen Größe auch Teil einer größeren Konstruktion mit vielen Plastiken gewesen sein, wie sie auch in irakischen Handschriften seit dem 13. Jahrhunderts abgebildet wurden. Bronzen wie dieser Löwe waren im gesamten Mittelmeergebiet, besonders auch in Spanien verbreitet. Ein aus Spanien stammender Löwe befindet sich im Louvre in Paris. Man kann annehmen, dass die meisten die Zeiten nicht überstanden, sondern eingeschmolzen wurden.","short_description":"Dieser kleine Löwe mit dem offenen Maul und aufgerichtetem Schwanz wurde zur fatimidischen Zeit in Ägypten als Wasserspucker verwendet. Er ist aus Bronze gegossen und mit spiralförmigen Linien auf dem Rücken und an den Beinen versehen. Brunnen mit Tierfiguren waren am Mittelmeer weit verbreitet.","holder":"Museum für Islamische Kunst","dates":"5 - 6. H. / 11. – 12. Jh.","location":"Berlin","dimensions":"Höhe 11, 5 cm Länge 14, 5 cm.","method_for_datation":"Eine genaue Datierung ist wegen fehlender Parallelen sehr schwierig. Daher kann nur eine allgemeine Datierung in die fatimidische Periode vorgeschlagen werden.","method_for_provenance":"Stilistische Vergleiche zu geschliffenen Gläsern aus den Ausgrabungen in Fustat/Alt-Kairo und die besondere Glasfarbe erlauben es, eine Herkunft in Ägypten als wahrscheinlich anzusehen. Erst neuere Forschungen oder Neufunde können weitere Hinweise bringen.","provenance":"Ägypten.","obtention":"Kunsthandel 1911.","bibliography":"Ettinghausen, R und Grabar, O. The Art and Architecture of Islam 650-1250, Harmondsworth, 1987, 197-200. \n \nEnderlein, V. Islamische Kunst, Dresden, 1990, 121-4. \n \nKat. Museum für Islamische Kunst, Berlin 1979, Nr. 313. \n \nKat. Museum für Islamische Kunst, Stuttgart/Zürich, 1980, 52-3 Nr. 20. \n \nWard, R. Islamic Metalwork, London, 1993, 60-9.","dynasty":"Fatimiden","author":"Annette Hagedorn","keywords":["Bronzeguß; Fatimiden"],"materials":["Bronzeguß, Hohlfigur, graviert."]}}
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