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{"ba6e5443-d6c5-5620-916d-366e3adb48bc":{"title":"Al-Raqqa: Die Hauptstadt des Kalifen Harun al-Raschid in Syrien","description":"Nach Harun al-Raschids Tod im Jahr 809 wurde die Residenz wieder nach Bagdad verlegt. Aber die Stadt al-Raqqa war weiterhin bedeutend durch ihre strategische Position an der Grenze zum Byzantinischen Reich. Sie wurde zur Residenz des Gouverneurs der Region al-Dschazira (Zweistromland) zwischen Euphrat und Tigris im Nordosten Syriens und im Nordwesten Iraks. In dieser Zeit erlebte al-Raqqa eine Periode der Restauration und Erweiterung. Architektonisch stand dieses Vorhaben unter dem Einfluss der Baukunst und Dekoration aus Samarra. Auch al-Raqqas eigene Glas- und Keramikindustrien florierten in dieser Zeit. In stilistischer Hinsicht folgten sie der Keramik, die zu dieser Zeit in Damaskus und in verschiedenen anderen irakischen Städten entstand.","quote":"„Auch al-Raqqas eigene Glas- und Keramikindustrien florierten in dieser Zeit.“"},"b3513528-5861-5dfd-a473-0f15c92c8f94":{"title":"Geometrischer Dekor in der Keramik","description":"Geometrische Keramikmotive gingen oft auf die Vereinfachung floraler naturalistischer Motive zurück, die mit der Zeit immer stärker schematisiert und geometrisch stilisiert wurden. Dieser Abstraktionsprozess ist gut an Tellern und Schalen mit geometrisch-floralem Radialdekor zu erkennen: Die Formen vereinfachten sich von ursprünglich naturalistischen Motiven wie einer Rosette mit runden Blüten zu schlichten radialen Linien, die dreieckige Felder bilden.","quote":"„Naturalistische Motive wurden bis zur völligen Vereinfachung reduziert.“"},"c5fe097b-ce23-566c-9ba9-78fa3ca5eb00":{"title":"Syrien","description":"Die wohlhabenden Familien von Damaskus ließen sich von der Pracht der osmanischen Hauptstadt Istanbul inspirieren, die ihrerseits von Europa inspiriert war und renovierten ihre Häuser nach osmanischem Vorbild. So reflektieren die stark vergoldeten Innenräume und Spiegel von *Beit Nizam* die Vorliebe für den europäischen Barock, während die großen Wandgemälde von *Beit Baroudi* die internationalen Stadtansichten von Mekka und Medina, Istanbul am Bosporus, die Pariser *Place de la Concorde* und die Seitenkanäle von Venedig zeigen. Auf den Gemälden sind Dampfschiffe und Lokomotiven zu sehen, die mit den Worten \"Sham Sheriff\" - \"Ehrenwertes Syrien\" auf die Endstation des Zuges hinweisen. Der Begriff \"Ehrenwertes Syrien\" leitet sich von der Rolle der Stadt als Versammlungsort für Pilger ab und steht symbolisch für die geglückte Verbindung zwischen Osten und Westen, im Zeichen von Integration und Bewahrung des kulturellen Erbes.","quote":"“Die wohlhabenden Familien von Damaskus ließen sich von der Pracht der osmanischen Hauptstadt Istanbul inspirieren, die ihrerseits von Europa inspiriert war und renovierten ihre Häuser nach osmanischem Vorbild.”"},"804d4535-4e46-51c6-8a4c-6dcc2261f2d1":{"title":"Wasser im Alltag"},"ed71c8d2-a286-5d34-ad28-4352240ff03d":{"title":"Mudéjargewerbe","description":"Die Zimmerleute und Schreiner der Mudéjaren übernahmen sämtliche Holzarbeiten, von den Dächern bis hin zum Mobiliar. Diese Meister des Schreinerhandwerks hinterließen uns einige der vollkommensten Werke der spanischen Kunst: Holzdecken und Türen, die aus winkelgenauen Brettern zugeschnitten waren und ein wunderschönes Schnitzwerk besaßen. Stets war die Geometrie der Ausgangspunkt aller Holzkonstruktion und -dekoration. Die Virtuosität der Schreiner manifestierte sich in dem perfekten Zusammenspiel von Dekoration und Struktur.","quote":"„Die Virtuosität der Schreiner manifestierte sich in dem perfekten Zusammenspiel von Dekoration und Struktur.“"},"96e50aab-a868-5824-b376-8cdd7e37d384":{"title":"Figurative Kunst","description":"„Menschliche Figuren, Säugetiere und Vögel finden sich in der islamischen Kunst und Architektur von frühester Zeit an kontinuierlich in allen Medien, Zeiten und Regionen.“","extra":{"credits":"Curators & authors \nManal BASYOUNI, Aqaba \nGhazi BISHEH Amman \nJens KRÖGER, Berlin \nAida NAGHAWI DODO, Amman \nMohammad NAJJAR, Amman \nSamarah WOROUD, Irbid \n \nCoordination \nGhada AL-YOUSEF, Amman \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Menschliche Figuren, Säugetiere und Vögel finden sich in der islamischen Kunst und Architektur von frühester Zeit an kontinuierlich in allen Medien, Zeiten und Regionen. Obwohl die figürliche Darstellung in der Kunst der Muslime nie vorherrschend war, gab es sie anders als in der Spätantike in vielen verschiedenen Formen (als Malerei, Relief und Skulptur) und Materialien (Stein, Mosaik, Stuck, Elfenbein, Glas, Keramik, Metall, Holz, Textilien, Leder und Papier). \nDie figurative islamische Kunst behandelte ein breites Spektrum von Themen und Sujets: von der Religion (etwa die *Isra* genannte, mystische Reise des Propheten von Mekka nach Jerusalem oder die *Miradsch,* seine Himmelfahrt) bis zu weltlichen, höfischen Szenen des Musizierens, der festlichen Bankette und der Jagd. Im Gegensatz zum Christentum enthält sich der Islam im Zusammenhang der religiösen Praxis jeder figurativen Verbildlichung. Darüber hinaus scheint es, als habe die islamische Kunst und Kultur die Verwendung figurativer Bildsymbole als Ausdrucksmittel auf ein Minimum reduziert. Entgegen einer weit verbreiteten Überzeugung gründet dies aber nicht auf einem entsprechenden Verbot im Koran. Darstellungen von Menschen und Tieren waren und sind nur in religiösen Gebäuden wie Moscheen verboten. \nIn ihrer Entstehungsphase verband die figurative islamische Kunst verschiedenste Einflüsse und Prototypen aus der griechischen Klassik und der Spätantike, aus Byzanz und der Kunst der Sassaniden. Später wurden noch andere Traditionen aus Mittelasien, Indien, China und Europa integriert. Das Ergebnis war eine reichhaltige Synthese, die trotz der vielen disparaten Vorläufer einen unverwechselbar islamischen Charakter entwickelte.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/figural/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/20/portal_image/1.jpg","display_order":12}}},"a63d73d1-ce20-5a6f-9699-40bef46f5a8e":{"title":"Der Schmuck: Reichtum, Prestige und Schutz","description":"Während des gesamten Lebens einer Frau waren Schmuckstücke gegenwärtig. Als Mädchen trug sie Amulette zum Schutz vor dem bösen Blick. Zu ihrer Verlobung erhielt sie von ihren Eltern neben der Aussteuer den Familienschmuck, der Bräutigam schenkte ihr Schmuck und Zierrat. Derart ausgestattet nahm sie am Hochzeitstag den Ehrenplatz ein. \nDie vom Bräutigam geschenkten sowie später erworbenen Schmuckstücke gehörten zum unveräußerlichen Eigentum der Frau.","quote":"Unveräußerliches Eigentum der Frau"},"566203f6-e2ac-5a67-8b5e-89d63a01d16e":{"title":"Musliminnen als Stifterinnen und Wohltäterinnen","description":"Einflussreiche Musliminnen betätigten sich karitativ und engagierten sich für gute Zwecke. Da das islamische Recht eindeutig den Anspruch der Frau auf ein eigenes Einkommen und Erbe festlegt, gab es nicht wenige Frauen, die über umfangreiche Ressourcen verfügten. Diese Frauen übernahmen eine wichtige Rolle in der islamischen Gesellschaft, weil sie die gegenseitige Unterstützung und Solidarität über Klassengrenzen hinweg propagierten. Viele ließen Moscheen oder andere öffentliche Gebäude für die Nachwelt errichten. Im 9. Jahrhundert erbauten etwa die marokkanischen Fihri-Schwestern sowohl die Qarawiyyin-Moschee als auch die Andalusische Moschee in Fes. In der Türkei veranlasste Nilüfer Hatun, die Mutter von Murad I., 1388 den Bau einer Moschee in İznik. 1871 ließ die Mutter von *Sultan* Abdülaziz den Pertevniyal-Komplex mit einem Schrein, einem Brunnen, einer Schule und einer Bibliothek in Istanbul erbauen.","quote":"„Einflussreiche Musliminnen betätigten sich karitativ und engagierten sich für gute Zwecke.“"},"7f42af49-7560-50da-88eb-23e32df201f3":{"title":"Das Streben nach Baraka: Pilgerfahrten nach Jerusalem und Palästina","description":"Obwohl das Hauptaugenmerk der islamischen Pilgerfahrt auf den Heiligen Städten Mekka und Medina in Saudi-Arabien liegt, waren und sind auch Palästina und vor allem Jerusalem wichtige Ziele muslimischer Pilger. Jerusalem (al-Quds) gilt den Muslimen sogar als drittheiligste Stadt der Welt. Allah segnete die Stadt im Koran und machte sie zur ersten *Qibla* des Islam. Jerusalem – und nicht Mekka – diente in der Frühzeit des Islam als spiritueller und geografischer Mittelpunkt der muslimischen Gebete.","quote":"„Palästina und vor allem Jerusalem waren von jeher wichtige Ziele für muslimische Pilger.“"},"fad5c96e-5e8e-5b67-81cc-5c34e034bb09":{"title":"Musliminnen im Berufsleben, im Kunsthandwerk und in der darstellenden Kunst","description":"Muslimische Frauen waren auch im praktisch orientierten Kunsthandwerk tätig – vor allem in der Herstellung von Töpferware für den täglichen Gebrauch. Ein Keramikteller aus mamlukischer Zeit trägt an der Unterseite die Inschrift „Amal Khadidscha“ (Hergestellt von Khadidscha). Die Teppichweberei war ebenfalls traditionell ein von Frauen ausgeübtes Handwerk, wobei die Fachkenntnisse über Generationen von Müttern an Töchter weitergegeben wurden. Schließlich spielte auch die Stickerei eine wichtige Rolle im Leben muslimischer Frauen. Im Kreis der Familie brachten sie viele Stunden mit der Verschönerung häuslicher und nicht zuletzt auch verkäuflicher Textilien zu.","quote":"„Musliminnen waren im Kunsthandwerk, beispielsweise in der Töpferei oder der Teppichweberei tätig.“"},"c8537387-383b-5275-8627-e7e6711be5ec":{"title":"Saladin im Heiligen Land","description":"Unter Saladins Einfluss blühte das Stiftungswesen im Bereich der Baudenkmäler und Kunstgegenstände auf. Der Herrscher selbst förderte zahlreiche Bauprojekte, darunter auch Renovierungen wichtiger religiöser Stätten wie der *Aqsa*\\-Moschee und des Felsendoms in Jerusalem oder der Ibrahimi-Moschee in Hebron.","quote":"„Unter Saladins Einfluss blühte das Stiftungswesen im Bereich der Baudenkmäler und Kunstgegenstände auf.“"},"57abcad0-a4a6-59e5-ab3f-6bbbc8cfa027":{"title":"Die Moschee – ein Ort des Gebets","description":"Die Moschee war das wichtigste religiöse Gebäude. Von quadratischem oder rechteckigem Grundriss, bestand sie im Wesentlichen aus drei Teilen: Betsaal, Hof und Minarett. \nDer Betsaal ist in Schiffe gegliedert, die parallel oder – wie es häufiger vorkommt – senkrecht zur *Qibla* angeordnet sind. Die *Qibla* ist die nach Mekka orientierte Wand mit einer Gebetsnische *(Mihrab),* die von einem Hufeisenbogen gerahmt wird, der sehr reich dekoriert sein kann. \nDieser Bautyp ist bereits sehr früh in der Moschee von Córdoba zu bewundern und wird richtungsweisend für almohadische Moscheen.","quote":"Die Hauptmoschee und die Moscheen einzelner Stadtviertel"},"5fece024-c74e-561d-b95d-491951907de9":{"title":"Kairo, Damaskus und Jerusalem: die geistigen Zentren des Mamlukenreiches"},"e2009245-e11e-522b-9c3a-48771cd25259":{"title":"Pilgerfahrten ins Heilige Land","description":"Das Heilige Land war ein Pilgerziel für Muslime und Christen. Muslime legten hier auf ihrer Reise nach Mekka *(Haddsch)* eine Pause ein, um den Felsendom und die *Aqsa*\\-Moschee zu besuchen. Für Christen war das Heilige Land das eigentliche Ziel, mit Jerusalem, Bethlehem und Hebron als wichtigsten Pilgerstätten.","quote":"„Das Heilige Land war ein Pilgerziel für Muslime und Christen.“"},"a04edab2-8889-509d-8f02-71d9be653c47":{"title":"Königinnen und Prinzessinnen: Die Nachfahren von Fatima al-Zahra","description":"Zahlreiche fatimidische Prinzessinnen betätigten sich im gesamten *Kalifat* als Stifterinnen für Palastbauten und religiöse Einrichtungen. Wir wissen, dass ein Saal im Westpalast von Kairo für Sitt al-Mulk, die Schwester des *Kalifen* al-Hakim bestimmt war und dass er mit geschnitzten Holzpaneelen verkleidet war, die Jagdszenen und Darstellungen des höfischen Lebens zeigten. Ebenfalls in Kairo stiftete Sayyida Ulam al-Ameriyya, die Frau des *Kalifen* al-Amir bi Ahkam Allah (Regierungszeit 1101-30) einen reich verzierten Schrein zu Ehren von Sayyida Ruqayya, der Tochter von Iman Ali ibn Abi Talib, dem vierten „rechtgeleiteten“ *Kalifen*. Der Schrein erinnert mit Kalligrafien im *Kufi*\\-Duktus an die Stifterin. Seine wunderbare Gebetsnische (*Mihrab*) war aus indischem Teakholz geschnitzt.","quote":"„Fatimidische Prinzessinnen betätigten sich im gesamten *Kalifat* als Stifterinnen von Palastbauten und religiösen Institutionen.“"},"b6146a5e-8a97-5fec-bf52-891c57ea0891":{"title":"Kalligrafische Schulen","description":"Zu Beginn des islamischen Zeitalters und in den folgenden Jahrhunderten bildete sich eine Reihe von unterschiedlichen Schulen der arabischen Kalligrafie heraus. Zu den wichtigsten Schrifttypen gehörten der *Kufi*\\-*,* der *Naskhi*\\- und der Thuluth-Duktus. Die *kufische* Schrift eignete sich als die älteste für kalligrafische Arbeiten, aber nicht unbedingt für praktische Schreibzwecke. Dieser Mangel führte zur Entwicklung der *Naskhi*\\-Schrift, die sich in allen praktischen Belangen des täglichen Lebens weithin durchsetzte.","quote":"„Zu den wichtigsten Schrifttypen gehörten der *Kufi*\\-, der *Naskhi*\\- und der Thuluth-Duktus.“"},"1621eaac-22de-5ea2-a831-558356a3e6df":{"title":"Die Bedeutung einzelner Pflanzen und Blumen"},"40ddc7cc-dac9-5a21-9c8d-53bd6111238c":{"title":"Leben am Hof","description":"Viele der Einrichtungsgegenstände des Palastes waren Gaben anderer Herrscher und Edelleute. Der Austausch von Geschenken festigte die Beziehungen zwischen benachbarten Territorien und rivalisierenden Fürsten. Den Artuqiden – Turkmenen aus Kleinasien – gelang es, im späten 11. Jahrhundert Diyarbakır in der nördlichen Dschazira unter ihre Kontrolle zu bringen. Im Verlauf des 12. Jahrhunderts wurden sie zunehmend unabhängiger, prägten ihre eigenen Münzen und sandten Geschenke an die Herrscher der Umgebung, um gegenseitige Bindungen zu etablieren.","quote":"„Der Austausch von Geschenken festigte die Beziehungen zwischen benachbarten Territorien und rivalisierenden Fürsten.“"},"aa7dbfdb-56bd-59fa-98ce-c5b08de806c5":{"title":"Der Kufi-Duktus"},"2fa2a75e-bc46-5e82-b436-df6b6e337b65":{"title":"Die Keramik der Abbasiden","description":"Erst unter der Abbasidendynastie entstand ein Typ der Keramik, den man eindeutig als „islamisch” identifizieren kann. Im 9. Jahrhundert veränderten sich Gestaltung und Muster deutlich gegenüber dem vorislamischen Erbe. Grund war der Versuch, das chinesische Porzellan nachzuahmen. Neue Herstellungsverfahren und Techniken der Dekoration und Glasur verbanden sich mit Formen und Motiven, die bis dahin auf dem Markt unbekannt waren. Eine ganze Bandbreite keramischer Produkte bediente die unterschiedlichen Vorlieben der Regionen und das allgemein große Interesse am chinesischen Stil. Zu den häufigen Motiven aus dieser Zeit gehören Palmblätter und andere stilisierte Blattmotive, außerdem kalligrafische Schriftzüge.","quote":"„Eine ganze Bandbreite keramischer Produkte bediente die unterschiedlichen Vorlieben der Regionen und das allgemein große Interesse am chinesischen Stil.“"},"b4082e27-2852-5968-8ae5-6d5eb32f370a":{"title":"Die Verwaltung des Wohlstands"},"43615e87-18d1-5224-8dc6-625f716cafe7":{"title":"Der Kufi-Duktus","description":"Der *Kufi-*Duktus ist der am weitesten verbreitete kalligrafische Stil der islamischen Welt. Er war von Spanien bis Usbekistan in Gebrauch und gilt als älteste Schrift des Arabischen. Sie beherrschte in den ersten beiden Jahrhunderten des Islam die Kalligrafie und wurde erst dann allmählich durch andere Stile wie *Naskhi* und Maghrebi ersetzt, obwohl sich keiner dieser neueren Schrifttypen mit der einstigen Bedeutung des *Kufi* messen konnte.","quote":"„Der *Kufi*\\-Duktus gilt als der am weitesten verbreitete kalligrafische Stil der islamischen Welt.“"},"a54056db-53e8-5044-b4c1-ab40a258ab5b":{"title":"Kunst in Gebetsräumen","description":"Während durch das Buntglas mit Blumenmotiven Licht in das Innere der Moschee drang, trugen hängende Öllampen aus Glas mit den Symbolen des *Sultanats* und Versen des Koran zur sakralen Atmosphäre bei. Die Gebetsteppiche wurden in den Palastwerkstätten entworfen und ähnelten in der Musterung frappant den Fliesendekorationen an den Wänden. Koranständer und -schränke, sowie *Minbare* waren weitere Gegenstände, in denen der Glaube am Ort des Gebets zu künstlerischem Ausdruck fand.","quote":"„Koranständer und -schränke, sowie *Minbare* waren weitere Gegenstände, in denen der Glaube am Ort des Gebets zu künstlerischem Ausdruck fand.“"},"bc3059aa-db7e-5ab4-ae05-77999d031552":{"title":"Zeremoniell und Zeitvertreib am Hof","description":"Nachdem die umayyadischen *Kalifen* mehrmals an der Eroberung Konstantinopels gescheitert waren, richteten sie vom 8. Jahrhundert an ihre Aufmerksamkeit zunehmend Richtung Osten. Das führte zu einer engeren Bindung an Iran, die sich in Kunst und Architektur, vor allem aber im höfischen Zeremoniell niederschlug. \nDie umayyadischen Herrscher entwickelten ein ausgefeiltes Zeremoniell von Empfängen und Audienzen, um sich von ihren Untertanen abzuheben. Die erhaltenen Paläste der Umayyaden mit ihrer reichen Dekoration in verschiedenen Materialien und Techniken entwerfen in Verbindung mit zeitgenössischen literarischen Quellen ein Bild vom höfischen Zeremoniell und vom Zeitvertreib der herrschenden Eliten.","quote":"„Die Umayyaden entwickelten ein ausgefeiltes Zeremoniell von Empfängen und Audienzen.“"},"ca4e1fb9-a323-523f-bcbb-6c6de8cefb05":{"title":"Der Palast und die Künste","description":"Viele der Künstler in den Palastwerkstätten nannten sich *Nakkaş* (Gestalter). Ihre Entwürfe wurden in verschiedenen Techniken und Materialien umgesetzt – von Büchern über Kalligrafien, Teppiche, Fliesen, Keramik und Holzschnitzereien bis hin zu Steinmetzarbeiten. Als Folge blieb die Einheitlichkeit der Muster und Motive in all diesen künstlerischen Medien gewahrt. \nDie Entwürfe wurden nicht nur im Palast, sondern auch in den Keramikwerkstätten in İznik und den Teppichwebereien von Uşak umgesetzt. Die fertigen Produkte wurden im Osmanischen Reich und auch im Ausland verkauft.","quote":"„Die Entwürfe wurden in verschiedenen Techniken und Materialien – von Büchern bis hin zu Steinmetzarbeiten – einheitlich umgesetzt.“"},"c2dbf4ef-9ab1-5dca-9ef4-37ca6225e91e":{"title":"Kunstförderung durch die Machthaber","description":"Umayyadenpaläste wie der von Minya sind auch als „Wüstenburgen“ bekannt. Sie stoßen in der Forschung auf breites Interesse. Die Anlage mancher dieser Bauten inmitten von ausgedehntem, gut bewässertem Ackerland lässt vermuten, dass sie Zentren landwirtschaftlicher Produktion waren. Einige Historiker vermuten, dass die Paläste der Umayyaden außerdem dazu dienten, den Kontakt zwischen den Herrschern und den arabischen Stämmen zu intensivieren, denn diese gehörten zu den engsten Verbündeten der Dynastie.","quote":"„Umayyadenpaläste sind auch‚ 'Wüstenburgen' bekannt und stoßen in der Forschung auf breites Interesse.“"},"1aa59d36-2ef4-55a4-9987-3abbfd0f309c":{"title":"Syrien"},"7fc6e76a-c529-5929-9940-9de5218a34cb":{"title":"Tierdarstellungen","description":"Im religiösen Zusammenhang wurde das Verbot von menschlichen und tierischen Darstellungen fast lückenlos und systematisch durchgesetzt. In allen anderen Bereichen der islamischen Kunst hatten reale und mythische Tiere dagegen große Bedeutung. Vögel und Hörner tragende Tiere, Drachen und Greife waren am häufigsten, Lasttiere und Nutztiere dagegen eher selten und im Zusammenhang mit einer lokalen, volkstümlichen Welt anzutreffen.","quote":"„Reale und mythische Tiere hatten große Bedeutung in der islamischen Kunst.“"},"afba56c6-390e-5231-9951-6321bf20581e":{"title":"Kalligrafische Schulen"},"0be5386c-7187-5f14-a5c9-e9d7972aaa20":{"title":"Die Kultur im Kreuzfahrer-Königreich Jerusalem","description":"Muslimische Handwerker vor Ort profitierten enorm von den Werkstätten, die die Kreuzfahrer für ihre Renovierungen und Restaurierungen gründeten – ebenso wie von den Erzeugnissen, die aus Europa in die Levante kamen. 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Das Salihiyya-Viertel in Damaskus war eine Hochburg der Propaganda gegen die Kreuzritter und Wohnsitz der *Banu* Qudama, religiöser Gelehrter palästinensischer Herkunft, die bei Saladins Sieg über die Kreuzritter in der entscheidenden Schlacht von Hittin (1187) eine zentrale Rolle spielten.","quote":"„Das Salihiyya-Viertel in Damaskus war eine Hochburg der Propaganda gegen die Kreuzritter.“"},"0d96fdda-709f-55ff-974d-36ce25e67b8e":{"title":"Alltag im Sultanat der Mamluken"},"093d3b04-a322-5303-baa3-da0aa80dad8f":{"title":"Istanbul, die Hauptstadt der Osmanen"},"da493358-92ba-5a20-8866-fa30fb03bfb2":{"title":"Die Abbasiden","description":"„Islamische Kunst und Architektur erfuhren durch die große Vielfalt regionaler Kulturen, Ethnien und gesellschaftlicher Gruppen im Abbasidenreich eine große Bereicherung.”","extra":{"credits":"Curators & authors \nMohammad ABBAS, Cairo \nNoorah AL-GAILANI, Glasgow \nDina BAKKOUR, Damascus \nJamila BINOUS, Tunis \nAicha BENABET, Tunis \nElsayed HAMAD, Cairo \nTaha KHECHINE, Kairouan \nMourad RAMMAH, Kairouan \nSalah SAYAOUR, Cairo \nTarek TORKY, Cairo \n \nCoordination \nSaloua ZANGAR, Tunis \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Die Dynastie der Abbasiden kam im Jahr 750 an die Macht und machte das neu gegründete Bagdad zur Hauptstadt des *Kalifats*. Ihr Herrschaftsgebiet erstreckte sich von Mittelasien bis Tunesien. In den 508 Jahren ihrer Regierung kam es zu einer Gleichstellung der verschiedensten ethnischen und sozialen Gruppen innerhalb der islamischen Gesellschaft. Wegen der Größe des Reiches setzten die Abbasiden regionale Statthalter ein, die in ihren Provinzen für Stabilität sorgen sollten. Im Mittelmeerraum regierten etwa die Aghlabiden in Tunesien und die Tuluniden in Ägypten. \nIm neunten und zehnten Jahrhundert war die Dynastie der Abbasiden auf ihrem Höhepunkt angelangt. In dieser Zeit erlebten der Nahe Osten und Nordafrika den entscheidenden Übergang von einer überwiegend ländlichen zu einer wesentlich vom Handel getragenen Wirtschaft. Der daraus hervorgehende Wohlstand verminderte die soziale Spaltung zwischen arabischen und nichtarabischen Bevölkerungsgruppen. Er förderte auch die Weiterentwicklung des Kunsthandwerks, vor allem der Glasverarbeitung, der Töpferei und der Textilherstellung. Deren Erzeugnisse wurden bis nach China und ins südliche Afrika exportiert. \nDer muslimische Staat förderte die Bildung und die Wissenschaften. In Bagdad und in den Provinzen wurden viele Schulen gegründet. Die Kunst der Übersetzung erlebte eine Blüte, und viele wichtige griechische, persische und indische Werke wurden ins Arabische übertragen. Entscheidende Weiterentwicklung gab es in den Bereichen Wissenschaft, Mathematik, Medizin und Philosophie. \nDer Niedergang der Abbasiden begann im 11. Jahrhundert, als Teile des Reichs wegbrachen oder zu autonomen Regionen wurden. Die Fatimiden (909-1171) gründeten eine rivalisierende Dynastie in Ägypten. Tuğrul Beg, ein türkischer Offizier der Abbasiden, brachte 1055 die Hauptstadt Bagdad unter seine Kontrolle. Die Abbasiden scheiterten mehrfach bei dem Versuch, ihre Autorität wieder herzustellen. Ihr Ende kam, als die Mongolen auf ihren Eroberungszügen durch den Nahen Osten 1258 Bagdad einnahmen.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/the_abbasids/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/13/portal_image/1.jpg","display_order":2}}},"5462090c-84a2-599b-95ad-c52278086f8c":{"title":"Das Privatleben muslimischer Frauen","description":"Ab und zu verbrachte man einen ganzen Tag im *Hamam* und genoss die Wohltaten einer Massage oder eines heißen Dampfbades. Hier tauschten Frauen ihr Wissen über Kosmetik und Hautpflege, über das Auftragen der Schminke und die Herstellung von Feuchtigkeit spendenden Cremes mit gemahlenen Mineralsalzen oder Alaun aus. Sie teilten Rezepte oder Lieferantenadressen für aromatische Essenzen und Düfte aus tierischen Substanzen wie Ambra oder aus Blumen und Pflanzen. Der persische Reisende Nasir-i Khusrau bemerkte unterwegs in Ägypten, dass Händler Veilchen, Narzissen, Lilien und Schwertlilien an Parfumfabriken verkauften. Große Sorgfalt wurde auf das Kämmen der Haare verwandt. Kostbare Kämme sind erhalten, von denen viele mit witzigen Sprüchen verziert sind: „Ich kämme nur das Haar einer Schönheit.“","quote":"„Ab und zu verbrachte man einen ganzen Tag im *Hamam* und genoss die Wohltaten einer Massage oder eines heißen Dampfbades.“"},"51fbd90e-6be2-5b7d-985d-95a359d424a3":{"title":"Zwei mamlukische Sultane gegen die „Franken“","description":"Die erfolgreichsten Mamluken*\\-Sultane* im Kampf gegen die Kreuzfahrerstaaten waren al-Zahir Baybars (1260-77) und al-Mansur Sayf al-Din Qalawun (1279-90). Nach deren Siegesserie vollendete der Mamluken*\\-Sultan* al-Aschraf Khalil (1290-93) in Akko den Erfolg der Kampagne. Die Ära der Kreuzzüge war damit zu Ende.","quote":"„Al-Aschraf Khalil vollendete die siegreiche Kampagne der Mamluken in Akko. Die Ära der Kreuzzüge war damit zu Ende.“"},"017e4b3b-5dc4-5b40-a034-7dbccb14bb54":{"title":"Türkisch-islamische Kunst in Anatolien vor den Osmanen","description":"Nach der Schlacht von Manzikert im Jahr 1071 kam es in Anatolien zum Erstarken einer neuen politischen, religiösen und gesellschaftlichen Kraft unmittelbar neben dem Jahrhunderte alten Byzantinischen Reich. Diese neue Kraft waren die Türken. Sie kamen ursprünglich aus den Steppen Asiens, hatten das Große Seldschukenreich in Iran gegründet und sich dann in Anatolien niedergelassen.","quote":"„Nach der Schlacht von Manzikert im Jahr 1071 kam es in Anatolien zum Erstarken einer neuen politischen, religiösen und gesellschaftlichen Kraft.“"},"37af7457-871b-5f72-898f-77f35e43c973":{"title":"Religiöses Leben","description":"Unter den *Atabegen* und Ayyubiden setzte in den Städten Syriens, Palästinas und Ägyptens eine Renaissance des *sunnitischen* Islam ein. Beide Dynastien ließen die Große Umayyaden-Moschee nach zwei katastrophalen Feuersbrünsten restaurieren und unterstützten den Bau von hunderten anderer religiöser Bauten wie Moscheen, Betstätten, *Medresen, Kanqahs* und Schreinen. Zeitgenössische Chronisten bezifferten die Zahl der Moscheen, über die allein Damaskus verfügte, auf 242.","quote":"„Zeitgenössische Chronisten bezifferten die Zahl der Moscheen, über die allein Damaskus verfügte, auf 242.”"},"faf029c1-2130-55ac-8ebd-77f3acfeea29":{"title":"Pilgerrouten und heilige Stätten auf dem Weg nach Mekka","description":"In der Spätzeit der Ayyubiden (Mitte des 13. Jahrhunderts) begannen die Pilger aus Ägypten und Nordafrika den Landweg nach Mekka zu nehmen. Von *Sultana* Schadschar al-Durr, der Witwe des letzten ayyubidischen Herrschers in Ägypten, wurde berichtet, dass sie sich zur Erfüllung ihrer religiösen Pilgerpflicht entschlossen habe, auf dem Landweg nach Mekka zu reisen. Schadschar al-Durr wird die Einführung dieser Reiseroute zugeschrieben. Sie wurde unter dem späteren Mamluken*\\-Sultan* al-Zahir Baybars zur offiziellen Pilgerstraße. *Sultan* Baybars sandte auf diesem Weg auch eine offizielle Karawane mit einer eigens in Auftrag gegebenen *Kiswa* (Verhüllung) und dem symbolischen Schlüssel für die *Kaaba* nach Mekka. Diese Karawane reiste von Suez nach Aqaba, wo sie mit den aus *Bilad al-Scham* (Syrien) kommenden Pilgerkarawanen zusammentraf.","quote":"„In der Spätzeit der Ayyubiden (Mitte des 13. Jahrhunderts) begannen die Pilger aus Ägypten und Nordafrika auf dem Landweg nach Mekka zu reisen.“"},"75d461b2-226f-594c-ab20-e9b5b2e58ad5":{"title":"Türkisch-islamische Kunst in Anatolien vor den Osmanen","description":"Die Herrschaft der anatolischen Seldschuken brach unter dem Ansturm der Mongolen zusammen. Doch die anatolischen *Emirate* konnten sich festigen und setzten die künstlerischen Traditionen der Seldschuken fort. Eines dieser *Emirate* – das osmanische – entwickelte einen neuen Kunststil auf der Grundlage der seldschukischen Kultur.","quote":"„Das osmanische *Emirat* entwickelte einen neuen Stil auf der Grundlage der seldschukischen Kultur.“"},"227f3bb2-60fb-58e2-b42c-bcec823faca6":{"title":"Prunkvolle Schneiderkunst: Tiraz und zeitgenössische Kostüme","description":"Zu bestimmten Anlässen belohnten die fatimidischen *Kalifen* ihre Höflinge und Würdenträger mit den prächtigsten *Tiraz*\\-Stoffen oder Ehrengewändern. So erhielt ein Ministerpräsident 30 komplette Garnituren, die er nach Belieben unter seinen Angestellten verteilen durfte. Auch hochrangigen Gästen des Hofes wurden solche Kleidungsstücke überreicht. Anlässlich von Feierlichkeiten oder Jubiläen waren manchmal sogar gewöhnliche Bürger unter den Beschenkten. Die *Tiraz*\\-Kostüme richteten sich in der Gestaltung nach dem Rang der Person, die sie erhielt. Vergoldete Seide war fürstlichen Würdenträgern vorbehalten, und für Regierungsbeamte stand eine ganze Bandbreite anderer Seidenstoffe zur Verfügung.","quote":"„Die fatimidischen *Kalifen* belohnten ihre Höflinge und Würdenträger mit den prächtigsten *Tiraz*\\-Stoffen.“"},"119e81e9-24c1-5c11-8732-14582e47e370":{"title":"Königinnen und Prinzessinnen: Die Nachfahren von Fatima al-Zahra","description":"In Nordafrika eiferten die kultivierten und hoch gebildeten Frauen der Ziriden-(Sanhadscha-Berber-)Dynastie ihren königlichen Vorbildern in Ägypten nach. Während des 11. Jahrhunderts erbaute eine ziridische Prinzessin eine Moschee im *Ribat* (Festungsbezirk) von Monastir. Sie wurde später in Anerkennung der Stifterin als al-Sayyida-Moschee bekannt. In der Bibliothek von Kairouan gibt es eine Reihe von Koranmanuskripten, die von ziridischen Prinzessinnen in Auftrag gegeben wurden und für den Gebrauch in der Großen Moschee gedacht waren. Darunter sind die Korane von Umm Milal und Umm al-Ilu, der Schwester des ziridischen Prinzen al-Muizz. Ein drittes Manuskript stammt von Fatima, der Erzieherin des Prinzen Badis ibn al-Mansur.","quote":"„Die kultivierten und hoch gebildeten Frauen der Ziridendynastie eiferten ihren königlichen Vorbildern in Ägypten nach.“"},"8328accb-dce9-5333-9598-eb8502278b59":{"title":"Die Kunst außerhalb Istanbuls","description":"Die Politik der gesellschaftlichen Integration nomadischer Turkvölker in den neu eroberten Gebieten wurde in überwiegend von Arabern besiedelten Gegenden nicht angewandt. Doch wo immer sich eine herrschende Klasse aus Türken etablierte, entwickelte sich mit der Zeit eine breitere gesellschaftliche und politische Elite. Beamte und Soldaten wurden in das Leben der Provinzen integriert. Manche heirateten einheimische Frauen und hatten Kinder, die vor allem im Maghreb zur Entstehung einer neuen, *Kuloğlu* genannten Klasse beitrugen. Im Maghreb war auf Grund der Entfernung vom Zentrum des Reichs auch der kulturelle Einfluss Spaniens erheblich.","quote":"„Im Maghreb war auf Grund der Entfernung vom Zentrum des Reichs auch der kulturelle Einfluss Spaniens erheblich.“"},"f70d4425-5bc1-5d34-bbc8-8c1e22ee9757":{"title":"Königliche Kunst und Architektur","description":"Der *Tiraz* am königlichen Palast, eine königliche Manufaktur, die wertvolle künstlerische Gegenstände und Stoffe herstellte. Mit seiner Errichtung wurde ein wichtiges Mittel zur Verbreitung von Bildender Kunst und Handwerk des Islam geschaffen.","quote":"„Mit der Errichtung des *Tiraz* wurde ein wichtiges Instrument zur Verbreitung von Werken der Bildenden Kunst geschaffen.“"},"7458975b-fc3b-5c26-8fde-fb0c9b93214e":{"title":"Türkisch-islamische Kunst in Anatolien vor den Osmanen"},"c667dbde-a90a-50a0-a246-daedc5e094da":{"title":"Pilgerfahrten ins Heilige Land","description":"Ibn Dschubayr (1145-1217), ein Pilger aus Valencia im muslimischen Spanien, berichtete über seine Reisen in den Nahen Osten. Er beschrieb sehr detailliert die Große Moschee in Damaskus und die anderen Heiligtümer in der Stadt und ihrer Umgebung. Unterwegs mit einer Handelskarawane von Damaskus nach Akko (Palästina) im September 1184 notierte er: „Zu den merkwürdigsten Dingen auf der Welt gehört, dass hier die muslimischen Karawanen unbehelligt durch Frankenland ziehen und sich gleichzeitig fränkische Gefangene auf muslimischem Land befinden.“","quote":"„Muslimische Karawanen ziehen unbehelligt durch Frankenland, und gleichzeitig befinden sich fränkische Gefangene auf muslimischem Land.“"},"ca354990-79c2-5bab-83fc-460c8bcc911e":{"title":"Moschee und Palast","description":"Nachdem General Dschauhar 969 im Auftrag des *Kalifen* al-Muizz Ägypten erobert hatte, wurde auch hier eine neue Hauptstadt gebaut: Al-Qahira („die Siegreiche“), das spätere Kairo, war von einer Stadtmauer mit acht Toren umgeben. Wie schon in al-Mahdiyya, so befand sich auch hier der imposante Palastkomplex al-Scharqi oder „Ostpalast“ im Zentrum der Stadt. Er nahm etwa sieben Hektar ein, damals ein Fünftel des gesamten Areals. Später entstand gegenüber dem Ostpalast noch ein Westpalast, zwischen den Komplexen wurde ein öffentlicher Platz angelegt. Von beiden Palästen ist kaum etwas erhalten geblieben und auch wenig Näheres bekannt. Aus den Quellen weiß man immerhin, dass es eigene Grabstätten für die Mitglieder der Dynastie gab, was auf deren Versuch hindeutet, sich mit einer Aura der Heiligkeit zu umgeben. Als sich der Herrschaftsbereich der Fatimiden ausdehnte, fanden die Prinzipien ihrer herrschaftlichen Architektur den Weg bis nach Sizilien. Sie dienten dort noch einige Zeit nach der normannischen Eroberung als Vorbild für verschiedene königliche Bauprojekte.","quote":"„Die neue Hauptstadt al-Qahira war von einer Stadtmauer mit acht Toren umgeben.“"},"1a1a6170-d33d-5774-bbd8-19cce2b88392":{"title":"Die Reise einer islamischen Kanzel","description":"Mit der Überführung des *Minbar* nach Hebron erlangte die Stadt eine besondere religiöse Bedeutung für Muslime, Christen und Juden. Die Besucher betätigten sich großzügig als Gönner, Stifter und Spender. Die Wohltätigkeit war dabei nicht auf die Moschee und die anderen Heiligtümer beschränkt, sondern umfasste die gesamte Stadt. Die gläserne Moscheelampe, die Kerzenhalter aus Messing und die Blätter mit Koranabschriften auf diesen Seiten geben einen Eindruck von der Spendentätigkeit.","quote":"„Die Besucher betätigten sich großzügig als Gönner, Stifter und Spender.“"},"dfe11212-0dd1-5b88-8c67-bc7d735d4c2c":{"title":"Geometrischer Dekor in der Keramik","description":"Ein bedeutender Teil der islamischen Keramik wurde mit einfachen geometrischen Mustern verziert oder mit stilisierten Pflanzenmotiven geschmückt, die den Eindruck rein geometrischer Figuren vermittelten. Motivwahl und Anordnung richteten sich nach der jeweiligen Keramikform und betonten die einzelnen Bereiche der Gefäße. Für offene Gefäße bevorzugte man radiale Muster, für geschlossene Behältnisse vor allem horizontale Bänder.","quote":"„Motivwahl und Anordnung richteten sich nach der jeweiligen Keramikform.“"},"134ba250-63fa-595c-a880-46d56bae5a59":{"title":"Die Reise einer islamischen Kanzel"},"9d1ba52c-7e9b-5e9d-9ef2-729fa7e30e96":{"title":"Die Aghlabiden – ein Schutzschild der Abbasidendynastie","description":"Die Aghlabiden errichteten mehrere große Bauwerke in Kairouan, Monastir, Sousse und Tunis. *Ifriqiya* wurde zur wichtigsten Handelsverbindung zwischen Ost und West, ebenso wie zwischen *al-Andalus* (Spanien) und Sudan. Die Landwirtschaft florierte in der Provinz ebenso wie die Weberei, die Keramikherstellung und andere Industrien. Der Niedergang der Aghlabiden hatte vor allem mit der Verschwendungssucht und Frivolität zu tun, die unter Ziyadat Allah III. (903-909) herrschten. Die allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerung führte dazu, dass *Ifriqiya* ohne Widerstand in die Hände der Fatimiden fiel.","quote":"*„*Ifriqiya *wurde zur wichtigsten Handelsverbindung zwischen Ost und West, ebenso wie zwischen* al-Andalus *und Sudan.“*"},"c891e7d0-4fed-5c58-96cf-57ac94c648f4":{"title":"Reisen und Handel","description":"Muslimische Händler reisten häufig in denselben Karawanen wie die Pilger und übernachteten in *Karawansereien* oder *Khanen,* die an den Handelsrouten und in den großen Städten errichtet wurden. Beide Übernachtungsmöglichkeiten boten Unterkunft, Essen und Wasser für die Reisenden und ihre Tiere. In den Städten fanden die Reisenden auch Märkte *(Suq)* mit einem beeindruckenden Warenangebot: Seide, Parfüm, Schmuck, Gold, Gewürze, Glas- und Metallarbeiten sowie Keramik. Der Markt in Aleppo verfügte beispielsweise über ein *Khan,* ein *Hamam* und eine Moschee, um alle Bedürfnisse der Reisenden zu erfüllen.","quote":"„Die Reisenden fanden Märkte mit einem beeindruckenden Warenangebot: Seide, Parfüm, Schmuck, Gold und vieles mehr.“"},"ecc4b251-5132-548b-b9cd-828061e0469f":{"title":"Alltag im Sultanat der Mamluken","description":"Zwar war der Islam die vorherrschende Religion im Reich der Mamluken, aber es gab in Ägypten auch große katholische, orthodoxe und *koptische* Minderheiten, ebenso wie verschiedene jüdische Gruppierungen. Sie alle trugen zum spirituellen und kulturellen Leben des Landes bei. Juden und Christen standen unter dem besonderen Schutz des Korans und konnten mehr oder weniger in Frieden neben ihren muslimischen Mitbürgern leben. Die *Kopten* hatten einen entscheidenden Anteil an der wirtschaftlichen, kulturellen und künstlerischen Vitalität des Mamlukenreichs. Sie waren traditionell auf Architektur und Textilien, Töpferei und Holzverarbeitung spezialisiert.","quote":"„Die religiösen Minderheiten standen unter dem besonderen Schutz des Korans.“"},"8ba9ac70-d9d1-566c-a0f5-e8b951a601fd":{"title":"Moschee und Palast","description":"Im Inneren waren die Moscheen der Fatimiden reich ausgestattet, mit eleganten religiösen Inschriften und komplizierten *Arabesken* geschmückt. Als Bauherren sorgten die *Kalifen* für höchste handwerkliche Standards, denn es ging darum, die religiösen und ideologischen Anschauungen der Dynastie mit künstlerischen Mitteln zum Ausdruck zu bringen.","quote":"„Als Bauherren sorgten die *Kalifen* dafür, dass die ideologischen Anschauungen der Dynastie mit künstlerischen Mitteln zum Ausdruck kamen.“"},"f4035718-d69a-5c0e-b8cf-7d6e57c6114f":{"title":"Das christliche Sizilien und die islamische Bildende Kunst: Vorbedingungen und Kontinuität","description":"Die Beiträge der islamischen Kultur zur normannischen Kunst Siziliens setzten sich im 13. Jahrhundert fort und fanden ihren Ausdruck in einer Reihe von raffinierten Objekten, darunter den berühmten Elfenbeinkästchen mit eingelegten und aufgemalten Dekors.","quote":"„Die Beiträge der islamischen Kultur zur normannischen Kunst Siziliens setzten sich im 13. Jahrhundert fort.“"},"9925ba99-2ee6-5c86-a78c-af21daac6624":{"title":"Türkei"},"8c63340a-4f5b-5eea-b058-3a168de8b461":{"title":"Die volkstümliche und religiöse Mudéjarkunst","description":"Parallel zum feudalen und bürgerlichen Mudéjar gab es einen volkstümlichen und religiösen Mudéjarstil, den man in den Pfarrkirchen der Bevölkerung und ebenso in den Stiften und Klöstern vorfand. In der religiösen Mudéjarkunst vermischten sich muslimische Konstruktionsverfahren und Dekormotive mit romanischen und gotischen Stilen. So wurde beispielsweise der Ziegel dem Stein und die Holzdecke der gewölbten Decke vorgezogen. Trotz vieler Gemeinsamkeiten weist der Mudéjarstil regionale Unterschiede auf. Dies hängt vor allem mit der langen und in Etappen vollzogenen Eroberung der einzelnen Gebiete durch christliche Herrscher zusammen.","quote":"„Die Mudéjarkunst in Kastilien und León – ‚Backsteinromanik'“"},"8fc8d244-2d43-5bf9-99f7-fd9e84dcf3eb":{"title":"Jordanien","description":"Die Geschichte Jordaniens unter osmanischer Herrschaft konzentriert sich auf drei Hauptpole: die Verwaltung, die Burgen und Zitadellen, die als Zwischenstationen während des *Hadsch* dienten sowie die *Hejaz* Eisenbahn. \nDas Verwaltungssystem Jordaniens bestand vor allem in der zweiten Hälfte der osmanischen Herrschaft (1864-1918) hauptsächlich aus zwei geografischen Regionen: Ajloun und Irbid im Norden und Al Salt, Kerak, Ma'an und At-Tafilah im Süden. \nBeide Regionen waren der Gerichtsbarkeit des Gouverneurs von Syrien, der höchsten Verwaltungsbehörden in Bilad al-Sham unterstellt. Im Jahr 1878 förderten die Osmanen die Integration tscherkessischer Migranten in den arabischen Gebieten; diese errichteten neue Dörfer und Städte, unter dem Einfluss der verschiedenen Kulturen, die sich in Jordanien niedergelassen hatten.","quote":"Die Geschichte Jordaniens unter osmanischer Herrschaft konzentriert sich auf drei Hauptpole: die Verwaltung, die Burgen und Hadsch-Zwischenstationen, sowie die *Hejaz* Eisenbahn."},"fc6af4b9-28ef-546f-9551-69c5530a82db":{"title":"Vergnügungen und Festlichkeiten am Hof","description":"Schach war ein beliebtes Spiel, obwohl es al-Hakim bi Amr Allah (Regierungszeit 996-1021) im Jahr 1012 verbot. Auch Astronomie und Astrologie gehörten zu den weit verbreiteten Zeitvertreiben, und die *Kalifen* al-Muizz li-Din Allah und al-Hakim bi Amr Allah betätigten sich selbst als Astrologen. \nNeben diesen verschiedenen Vergnügungen war dem Hof kein Aufwand zu groß, wenn es um die Veranstaltung von religiösen und weltlichen Feierlichkeiten ging. Ausgefallene und sorgfältig inszenierte Prozessionen dienten der Veranschaulichung fatimidischer Macht und ismaelischer Theologie. Mit Spannung erwartet wurden außerdem alljährliche, üppige Bankette und Geschenkzeremonien für Beamte, Generäle, Richter und religiöse Würdenträger.","quote":"„Der Hof betrieb großen Aufwand bei der Veranstaltung von religiösen und weltlichen Feierlichkeiten.“"},"710d70c6-b797-5eef-a871-46a1465067fa":{"title":"Das Herrschaftssystem der Mamluken","description":"Unter dem Ayyubiden-*Sultan* Nadschm al-Din (Regierungszeit 1240-49) wurden Mamluken auf der Nilinsel Roda vor Kairo ausgebildet und stationiert. Im Arabischen heißt ein großer Fluss *al-Bahr*. Folglich nannte sich das Elitekorps auf der Insel al-Bahriyya. Nach dem Tod des *Sultans* nutzte Baybars al-Bunduqari (Regierungszeit 1260-77), einer seiner obersten Offiziere, das entstandene Machtvakuum zum Vorteil der Bahri-Mamluken und ergriff die Macht. Nachdem es ihm gelungen war, im Jahr 1260 die Mongolen zu schlagen, stieg er zum ersten großen Mamluken-*Sultan* eines expandierenden Reichs auf. Die Bahri-Mamluken regierten bis 1382 und verloren dann die Macht an eine andere Gruppierung der Mamluken: die nach dem Turm *(al-Burdsch)* in der Zitadelle von Kairo, in dem sie untergebracht waren, benannten al-Burdschiyya-Mamluken.","quote":"„Baybars war ein hoher Offizier der Mamluken und später der erste große mamlukische *Sultan.“*"},"a4a1d940-8c79-56af-9276-3b8d7e1c6911":{"title":"Die Kunst außerhalb Istanbuls","description":"Die Kunst außerhalb der Hauptstadt lässt sich nach Regionen einteilen. Während in Anatolien mehr ursprünglich türkische Elemente dominierten, bildeten sich weiter im Süden diverse Synthesen aus der reichen Tradition vor Ort und dem Stil der Osmanen heraus. Die nicht muslimischen Minderheiten leisteten ebenfalls entscheidende Beiträge. Unter dem Einfluss des architektonischen und künstlerischen Kanons, der im osmanischen Palast gepflegt wurde, mischte sich das Kulturerbe des Nahen Ostens – die Kunst der Umayyaden, Abbasiden, Ayyubiden, Fatimiden und Mamluken – mit osmanischen Elementen.","quote":"„Das Kulturerbe des Nahen Ostens – die Kunst der Umayyaden, Abbasiden, Ayyubiden, Fatimiden und Mamluken – mischte sich mit osmanischen Stilelementen.“"},"df28fd23-6a70-55b8-9302-7d8b3b1968ac":{"title":"Die Tafelkultur","description":"Karitative Einrichtungen *(Imaret)* wurden oft von reichen Privatleuten gestiftet. Sie verteilten Essen an die Armen. Das Essen wurde in großen Kesseln gekocht und in Schüsseln *(Imaret)* ausgegeben. Nahrung wurde auch in Brotbüchsen und ähnlichen Behältnissen transportiert. \nIm Allgemeinen aß die Bevölkerung flaches Brot, das auf konvexen Platten über einem offenen Feuer oder in Tandoor-Öfen gebacken wurde. Man aß mit der rechten Hand, rief dabei den Namen Gottes und schloss das Mahl mit einem Dankgebet ab. Ein Tuch wurde auf dem Boden ausgebreitet. Darauf stellte man ein Tablett auf Holzbeinen mit Speisen. Die Familie saß rund um das Tablett und aß mit hölzernen Löffeln.","quote":"„Karitative Einrichtungen *(Imaret)* wurden von reichen Privatleuten gestiftet. Sie verteilten Essen an die Armen.“"},"ee5d09b5-f282-551a-ad6c-510a7a1d4b9d":{"title":"Kunst in Gebetsräumen"},"80b0b3fa-f2d0-572d-870a-09008ef28789":{"title":"Verwaltungsreformen","description":"Unter dem *Kalifen* Abd al-Malik ibn Marwan (Regierungszeit 685-705) begann eine politische und administrative Zentralisierung. Ein einheitliches arabisches Münzsystem wurde entwickelt, um die arabisch-sassanidischen und arabisch-byzantinischen Währungen zu ersetzen, die bis dahin im Umlauf waren.","quote":"„Ein einheitliches arabisches Münzystem wurde entwickelt, um die arabisch-sassanidischen und arabisch-byzantinischen Währungen zu ersetzen.“"},"23c5c103-e3d9-5951-b584-74137065c95f":{"title":"Kunst in Gebetsräumen","description":"Als Heiligtümer des Islam behielten die Moscheen in ihrer Architektur, in der Gestaltung der Innenräume und in der Dekoration ihre wesentlichen Charakteristiken über die Jahrhunderte bei. \nDer Gott des Islam hat keine konkrete Form, und nach der Tradition ist die Darstellung lebender Wesen in einer Moschee nicht angemessen. Die Praxis des Gebets und der aus den Worten und Lehren Gottes bestehende Koran inspirierten die Künstler bei der Dekoration und Innenausstattung der heiligen Stätten.","quote":"„Nach der Tradition ist die Darstellung lebender Wesen in einer Moschee nicht angemessen.“"},"955c7ce6-0ff9-5519-9478-5130c4e3d1c8":{"title":"Wasser zum Trinken und Wasser zum Waschen","description":"Waschen und Trinken sind unerlässlich für die meisten Lebewesen. Bei Muslimen erfordert der Glaube rituelle Waschungen vor dem Gebet. Daher gibt es in Moscheen Wasserbecken, die manchmal mit Pflanzenmustern und Inschriften dekoriert sind. Damit Pilger auf ihren langen Reisen genug zu trinken hatten, trugen fast alle eine eigene Wasserflasche aus Ton mit sich.","quote":"„Fast alle Pilger trugen eine Wasserflasche aus Ton mit sich.“"},"252b7a7e-7c1d-559c-8738-0be280a6547c":{"title":"Tierdarstellungen","description":"Tierdarstellungen waren in der Kunst und Architektur der Umayyadenzeit häufiger als später – vor allem in Mosaiken und Freskenmalereien und nicht nur in königlichen Palästen, sondern auch in den Kirchen der ansässigen Christen. In späterer Zeit entstanden in Spanien Schmuckschatullen aus Elfenbein in verschiedenen Formen und Größen, deren Oberflächen mit geschnitzten Genreszenen des höfischen Alltags und Zeitvertreibs dekoriert waren. Auch Jagdszenen waren beliebt. Im Ägypten der Fatimiden wurden holzgeschnitzte Paneele mit einer Reihe von Tiermotiven versehen. Die Fassaden einiger Gebäude in Anatolien und viele ägyptische Türme aus ayyubidischer und mamlukischer Zeit waren ebenfalls mit naturnahen oder wappenartigen Tiermotiven geschmückt.","quote":"„Schmuckschatullen aus Elfenbein waren mit geschnitzten Genreszenen des Vergnügens und des höfischen Lebens dekoriert.“"},"5c573dd8-51de-5a6c-9717-09f9aa851b0e":{"title":"Wasser im Alltag","description":"*Sabile* wurden oft angrenzend an Moscheen gebaut und durch einen *Waqf,* d. h. eine karitative Stiftung, finanziert. In Kairo brachte man einmal im Jahr während der Nilflut Wasser in Tierhäuten auf dem Rücken von Kamelen oder Maultieren zum *Sabil*. Das Wasser wurde in einer steinernen Zisterne im Erdgeschoss aufbewahrt. Von dort verteilte es ein Diener in Bechern an Durstige. In manchen *Sabilen* speiste das Wasser in der Zisterne einen Springbrunnen, der ein Becken füllte.","quote":"„In Kairo wurde einmal im Jahr während der Nilflut Wasser in Tierhäuten auf dem Rücken von Kamelen oder Maultieren zum *Sabil* gebracht.“"},"e402578d-fdef-5abf-8357-26ca4fc3ddd5":{"title":"Kalligrafie an Gebäuden","description":"Stein, Gips, Holz, Keramikfliesen und andere Oberflächen wurden kalligrafisch bearbeitet. Auf Mauerwerk waren Kalligrafien besonders in der Türkei, in Syrien, Ägypten und in Tunesien beliebt. Herausragende Beispiele kalligrafischer Inschriften auf Holz kann man in der Großen Moschee von Kairouan und im Felsendom in Jerusalem sehen.","quote":"„Stein, Gips, Holz, Keramikfliesen und andere Oberflächen wurden kalligrafisch bearbeitet.“"},"a919029f-a759-5c31-89dc-8db0585bcd4c":{"title":"Menschendarstellungen","description":"In späteren Zeiten waren Menschendarstellungen zwar noch üblich, aber nicht mehr so häufig wie in der Kunst der Umayyaden. Unter den Abbasiden (923-1517), Fatimiden und anderen Dynastien beschränkte sich die figurative Kunst hauptsächlich auf die Illustration von Manuskripten und Keramiken. In diesen Bildern wurde eine große Bandbreite von religiösen und weltlichen Themen behandelt. Zu den religiösen Inhalten gehörten die mystische Reise des Propheten oder seine Himmelfahrt. Unter den weltlichen Sujets waren Alltagsszenen und Darstellungen der Herrscherpracht.","quote":"„In späteren Zeiten beschränkte sich die figurative Kunst hauptsächlich auf die Illustration von Manuskripten und Keramiken.“"},"028edd35-2131-5178-a3ea-7b1699bc9592":{"title":"Das Grabmal – Erinnerung aus Stein","description":"Die Gründung eines neuen Friedhofs, der im Allgemeinen vom Herrscher oder seinen Angehörigen angelegt wurde, galt als fromme, gottgefällige Tat. Auch wenn der Friedhof gelegentlich von einer kleinen Einfriedung umschlossen wurde, gab es für gewöhnlich keinerlei Begrenzungen. Die Gräber verteilten sich frei über das Gelände. Nicht alle hatten einen namentlich beschrifteten Grabstein, da die Kennzeichnung der Gräber vom sozialen Rang und dem Wohlstand des Verstorbenen abhing.","quote":"Der Grabstein – ein Statussymbol"},"198c176f-a670-5331-b416-a7ecc59e7ceb":{"title":"Das Kunsthandwerk"},"6cd83239-a26e-5c98-bcfb-6a0737411c89":{"title":"Der Export von Luxusgütern","description":"Textilien waren ein wesentlicher Teil der Wirtschaft im Osmanischen Reich – vor allem, seit die alte Seidenstraße in Teilen über osmanisches Gebiet verlief. Der Handel wurde umso wichtiger, je mehr die osmanischen Waren in Europa und anderswo gefragt waren. Zu den wichtigsten Webwaren, die das Osmanische Reich exportierte, gehörten die Teppiche. Ihrer herrlichen Muster und ihrer hohen Qualität wegen stießen sie bei reichen Europäern auf großes Interesse. Das lässt sich an der europäischen Malerei zur Zeit der klassischen Periode des Osmanischen Reichs gut nachvollziehen. Maler wie Hans Holbein d. J. und Lorenzo Lotto stellten reiche oder adelige Personen (darunter König Heinrich VIII. von England) inmitten von Symbolen des Reichtums und Luxus dar – und dazu gehörten Teppiche mit eindeutig osmanischen Mustern. Teppiche dieses Typs werden mittlerweile mit den Zusätzen „Holbein-“ oder „Lotto-“ benannt.","quote":"„Zu den wichtigsten Webwaren, die das Osmanische Reich exportierte, gehörten die Teppiche.“"},"ab8c2fe1-9836-5c36-9b9a-179e2f8b07fb":{"title":"Geometrischer Dekor in der Architektur","description":"Die in der Architektur vorherrschenden Dekorformen sind geometrische Motive. Ihnen wurden alle anderen Motive untergeordnet. Die linearen und sich wiederholenden Formen erlaubten es den Künstlern, auch komplizierte Kompositionen exakt nachzubilden, und führten zu einer räumlichen wie historischen Kontinuität. Die Vielfältigkeit der geometrischen Motive und ihre Anpassungsfähigkeit an so unterschiedliche Materialien wie Keramik, Stuck, Ziegel und Holz ermöglichten außerdem ihre Anwendung in allen Gebäudebereichen: Fußböden, Sockel, Wände, Gesimse und Decken.","quote":"„Die sich wiederholenden Formen erlaubten es den Künstlern, komplizierte Kompositionen exakt nachzubilden.“"},"79a58714-659c-5509-a4f9-b9359b2829ae":{"title":"Geometrischer Dekor in der Architektur"},"e3075285-c16a-5607-8854-92c2e7fc9d89":{"title":"Das abbasidische Ägypten","description":"Im Jahr 868 wurde Ahmad ibn Tulun (Regierungszeit 848-84), ein 33-jähriger türkischer Offizier der Abbasidenarmee im irakischen Samarra, mit einer 100.000 Mann starken Armee als stellvertretender Gouverneur nach Ägypten entsandt. Ägypten litt unter politischen und wirtschaftlichen Problemen. Sie waren die Folge politischer Unruhen, die wiederum eine Reaktion auf die ständige Abschöpfung von Ägyptens Reichtum seit dem Tod von Harun al-Raschid im Jahr 809 waren. Es gelang Ibn Tulun, die Region zu stabilisieren und den Geldfluss nach Bagdad wieder herzustellen. Nachdem er 870 zum Gouverneur von Ägypten ernannt worden war, begann Ibn Tulun jedoch seinerseits, Steuern zurückzuhalten und sie in landwirtschaftliche Reformen und in das Handwerk zu investieren. Er ließ den Nilometer renovieren und erbaute nach dem Vorbild von Samarra den Bezirk al-Qatai für seine Armee und seinen Beamtenstab. Er errichtete auch eine nach ihm benannte Moschee im Zentrum der Stadt.","quote":"„Ibn Tulun begann, Steuern zurückzuhalten und sie in landwirtschaftliche Reformen und in das Handwerk zu investieren.“"},"8fb7d82f-7aa1-51a8-a1b6-61a100dee9f6":{"title":"Die Bildsprache der Macht"},"9faade38-b220-5c24-8c3c-705dc77ce345":{"title":"Kleidung und Schmuck der Musliminnen","description":"Kleidungsstücke wurden oft mit Haken und Schnallen geschlossen. Reiche Frauen konnten sich Stücke aus Gold und Silber leisten, die zugleich funktional und dekorativ waren. \nJuwelen waren weithin in Gebrauch, um die Wirkung der Kleidung zu erhöhen. Frauen aus allen Schichten der Gesellschaft zeigten bei öffentlichen Anlässen stolz ihr Geschmeide. Die Juwelen sollten zugleich schmücken und den erreichten Wohlstand zur Schau stellen. Schmuck wurde aber auch als Wertanlage gesammelt und in Notzeiten zu Geld gemacht. Manchmal bezog die Schmuckgestaltung Koranverse, Gebete oder Glück bringende Talismane mit ein, um den „bösen Blick“ abzuwehren.","quote":"„Juwelen waren weithin in Gebrauch, um die Wirkung der Kleidung zu erhöhen.“"},"7e1dd92e-fca9-5d89-aaaf-7b9903fb14af":{"title":"Alltag im Sultanat der Mamluken","description":"In der gesellschaftlichen Hierarchie bildeten die Mamluken eine vom Rest der Stadt- und Landbevölkerung weitgehend abgetrennte Elite. Die Bevölkerung war in ethnischer, religiöser und auch sprachlicher Hinsicht erstaunlich heterogen. Die Mamluken selbst waren zumeist türkischen oder kaukasischen Ursprungs. In ihrem Reich lebten darüber hinaus große Gruppen von einheimischen Ägyptern, Arabern, Armeniern, Syrern und Griechen. Leider ist nur wenig über die einfachen Leute im Mamlukenreich bekannt, weil sich die damaligen Historiker hauptsächlich für die Großtaten der *Sultane* und der Eliten interessierten.","quote":"„Die Gesellschaft im Mamlukenreich war in ethnischer, religiöser und auch sprachlicher Hinsicht erstaunlich heterogen.“"},"28ed3f37-70c7-5e87-9d40-6eef902eb3ee":{"title":"Pilgerrouten und heilige Stätten auf dem Weg nach Mekka"},"0e91bb3e-a45f-5595-9dcf-c2ad2c8547a9":{"title":"Wasser im Alltag","description":"Aus der Verpflichtung, die Stadtbevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen, entstand ein eigener Bautypus: der öffentliche Brunnen, genannt *Sabil*. Vor allem unter den Mamluken (1250-1517) wurden in Kairo und Jerusalem viele derartige Gebäude errichtet. Ein *Sabil* besteht aus einer unterirdischen Zisterne und einer darüber errichteten Kammer mit vergitterten Fenstern. Darin stand ein Diener und reichte durch das Fenster Schalen mit Wasser an durstige Passanten. Der *Sabil* al-Kuttab war ähnlich gebaut, verfügte aber über eine Loggia im oberen Stock, in der eine Grundschule (*al-Kuttab*) untergebracht war.","quote":"„Ein Diener reichte durch ein vergittertes Fenster Schalen mit Wasser an Passanten.“"},"0d399303-e091-5249-87cf-68e9ac89a080":{"title":"Königliche Kunst und Architektur","description":"Nach 1130 förderte Roger II. eine höfische Kunst, in der islamische und byzantinische Komponenten an normannisch-romanische Elemente anknüpften, die sich bereits mit der lokalen künstlerisch-architektonischen Kultur verbunden hatten. Dies geschah auch dank der erfolgreichen Feldzüge Rogers II. gegen die Küstengebiete Nordafrikas und der balkanisch-byzantinischen Halbinsel, denen eine Zwangsansiedlung von Handwerkern folgte. So entstand eine genuine Kunst und Architektur, die den von der Krone geförderten weltlichen wie religiösen Werken einen deutlichen Wiedererkennungswert verlieh.","quote":"„Roger II. förderte eine höfische Kunst, die die romanischen und normannischen Elemente um islamische und byzantinische bereicherte.“"},"60261853-a266-5a82-958e-d10b6269bdca":{"title":"Besiedlung und Alltagskultur","description":"Die Stadtwohnungen entsprachen eher dem muslimischen Sinn für Privatsphäre als die Landhäuser. Ihr Bau war nach innen an einem Hof orientiert, der als Raum für familiäre Zusammenkünfte und zur Erholung diente. Der Innenhof hatte ein Wasserbecken, einen Brunnen oder eine Zisterne und einen umlaufenden Säulengang. Daran gliederten sich die Wohnräume mit ihren Schlafzimmern, der Küche und den Latrinen, die gelegentlich über eine Abortgrube verfügten, häufiger aber mit Abwasserkanälen bis zu den Abortgruben in den Straßen ausgestattet waren.","quote":"Das Stadthaus – Privatsphäre"},"4c42f69a-1a67-5fc7-9eb0-b5ed2c633802":{"title":"Visionen des Himmlischen Gartens und des Lebensbaums"},"66042ec5-c370-5352-acd8-d82b98d67a73":{"title":"Das höfische Leben","description":"Im *Enderun* gibt es kleinere Gebäude und Uferpaläste. Am Eingang befindet sich der Arz Odası (Audienzsaal). Hier empfingen die *Sultane* Botschafter, *Wesire* und andere hochrangige Beamte. \nDer Harem war ein geheimer und privater Teil des Palastes. Hier hatten außer der Familie des *Sultans* selbst nur Bedienstete Zutritt. Der Harem unterstand der Aufsicht der Valide *Sultan* (*Sultan*\\-Mutter). Sie wohnte hier mit den Kindern, Favoritinnen und Konkubinen des *Sultans*. Sie alle lebten in großem Luxus, durften aber ohne besondere Erlaubnis weder neben dem *Sultan* sitzen noch den Palast verlassen.","quote":"„Der Harem war ein geheimer und privater Teil des Palastes. Hier hatten außer der *Sultans-*Familie selbst nur Bedienstete Zutritt.“"},"4d695d55-b515-5453-b09f-f1d34f603388":{"title":"Die Aghlabiden – ein Schutzschild der Abbasidendynastie"},"09bdd05c-c517-5715-b216-1c3b6562ce92":{"title":"Visionen des Himmlischen Gartens und des Lebensbaums","description":"Wortgetreue visuelle Umsetzungen der paradiesischen Gärten finden sich eher selten. Eines der wenigen Beispiele ist ein erstaunlicher Zyklus von Mosaiken, die rund um den Innenhof der 715 fertiggestellten Umayyaden-Moschee in Damaskus angeordnet sind. Sie zeigen idealtypische Landschaften mit einem mäandernden Fluss und einer Reihe von Palästen und komplexen Bauten. Dass dieser Bilderzyklus tatsächlich auf den Beschreibungen im Koran beruht, bestätigt die Aussage eines beteiligten Kunsthandwerkers: „In den Mosaiken stellten wir dar, was wir im Koran an Beschreibungen von Bäumen und Palästen des Paradieses vorfanden. Wenn ein Arbeiter einen Baum besonders schön ausführte, bekam er von *Kalif* Umar 30 Dirham Belohnung.“","quote":"„Wir stellten dar, was wir im Koran an Beschreibungen von Bäumen und Palästen des Paradieses vorfanden.“"},"6cde84c3-7f28-5ff8-88ec-3cf31d5516fb":{"title":"Das Streben nach Baraka: Pilgerfahrten nach Jerusalem und Palästina","description":"Die meisten Heiligtümer der Muslime befinden sich in Palästina. Viele davon werden mit Propheten und Persönlichkeiten in Verbindung gebracht, die nicht nur Muslimen heilig sind, sondern auch Juden und Christen. Das gilt vor allem für die Moschee al*\\-Haram* al-Ibrahimi („Heiligtum Abrahams“), denn Abraham war angeblich der Patriarch der Propheten und der erste Muslim. Aber es betrifft auch Orte, die im Zusammenhang mit Jesus Christus stehen, denn auch dieser gilt in der islamischen Tradition als ein wichtiger und ehrwürdiger Prophet.","quote":"„Die meisten Heiligtümer der Muslime befinden sich in Palästina.”"},"1968b4ad-376a-5733-96cc-b0a0f079ea39":{"title":"Das Heilige Land der drei Religionen","description":"Palästina und vor allem Jerusalem sind seit Jahrtausenden Ziel religiöser Pilgerfahrten. Für Juden ist Jerusalem die Stadt Gottes und der heilige Ort seines Tempels. Alle jüdischen Gebete richten sich nach Jerusalem, und die Stadt bildet bis heute das Zentrum des religiösen, spirituellen und geistigen Lebens der Juden. Christen wurden mindestens seit dem vierten Jahrhundert von den Kirchenvätern angehalten, nach Jerusalem und ins Heilige Land zu pilgern und dort die mit dem Leben von Jesus Christus verbundenen Stätten zu besuchen. Nach der christlichen Überlieferung lebte Jesus in Jerusalem. Er predigte dort und heilte die Kranken. Hier nahm er am letzten Abendmahl teil, wurde verhaftet, verurteilt und gekreuzigt. Bis heute weist die Grabeskirche in Jerusalem den Ort aus, an dem Jesus angeblich beerdigt wurde und von dem aus seine Himmelfahrt begann.","quote":"„Palästina und vor allem Jerusalem sind seit Jahrtausenden Ziel religiöser Pilgerfahrten.“"},"52ba552e-fa0a-5682-9bec-459980b75df8":{"title":"Pilgerrouten und heilige Stätten auf dem Weg nach Mekka","description":"Im Koran heißt es: „Und verkündige den Menschen die Pilgerfahrt. Lass sie zu dir kommen zu Fuß und auf allen schlanken Kamelen, ankommend aus allen tiefen Talwegen.“ (22:27) Jedes Jahr versammeln sich in Mekka muslimische Pilger aus allen Teilen der islamischen Welt. Der Unterhalt der Pilgerrouten und Raststationen, Wasserspeicher und Wachtürme war einst Aufgabe der Statthalter oder Herrscher in der jeweiligen Region.","quote":"„Jedes Jahr versammeln sich in Mekka muslimische Pilger aus allen Teilen der islamischen Welt.“"},"d691a9e4-feba-58bc-947e-a2528e1d9adb":{"title":"Christen unter umayyadischer Herrschaft","description":"Als Folge der veränderten gesellschaftlichen und religiösen Situation kam es auch bei den Gebräuchen der Christen zu Veränderungen. Es war bekannt, dass der Islam im religiösen Zusammenhang jede bildliche Darstellung ablehnte. Unter diesen Umständen zerstörten die Christen selbst menschliche und tierische Gestalten in ihren Kirchen und ersetzten sie durch ein Kreuz oder ein anderes geometrisches oder florales Motiv. In manchen Fällen wurden Bilder zerteilt und abstrakt zusammengesetzt. Die Zerstörung der Bodenmosaike geschah mit großer Vorsicht, und Kirchen waren danach weiterhin in Gebrauch. Das deutet darauf hin, dass der Ikonoklasmus von der Kirche selbst oder zumindest unter ihrer unmittelbaren Aufsicht durchgeführt wurde.","quote":"„Es war bekannt, dass der Islam im religiösen Zusammenhang jede bildliche Darstellung ablehnte.“"},"d4324e40-dd9c-55ae-bca3-245862dcd559":{"title":"Königinnen und Prinzessinnen: Die Nachfahren von Fatima al-Zahra"},"a83b5614-7afc-5fae-8115-5fbbcede5144":{"title":"Die Verwaltung des Wohlstands","description":"Der abbasidische *Kalif* al-Mutawakkil (Regierungszeit 847 bis 861) befahl den Bau einer anderen genialen Anlage am Nil: des Nilometers. Mit dessen Hilfe ließ sich das Ausmaß der alljährlichen Überflutung messen. Auf der Grundlage dieser Messungen berechneten die Behörden den voraussichtlichen Ernteertrag und die Steuern, die die Bauern zahlen mussten. Der Nilometer half außerdem der Bevölkerung, sich auf den Nahrungsmangel in Trockenzeiten rechtzeitig einzustellen. Das trug wesentlich zur Gesundheit und zum Wohlstand der Ägypter bei.","quote":"„Der Nilometer half außerdem der Bevölkerung, sich auf den Nahrungsmangel in Trockenzeiten rechtzeitig einzustellen.“"},"2402e680-efca-5518-8365-20a53e16a37c":{"title":"Die Verwaltung des Wohlstands","description":"Die Gesundheit und der Wohlstand einer Gesellschaft hängen wesentlich vom sorgfältigen Umgang mit Ressourcen wie Nahrung und Wasser und von einer effizienten Regierung ab. Die Abbasiden führten zahlreiche technische Neuerungen ein, um die Landwirtschaft und die Nutzung der Wasserreserven effizienter zu gestalten. Fortschritte in der Medizin sorgten für eine bessere gesundheitliche Verfassung der Bevölkerung. Zum Beispiel entstanden 862 bei Kairouan unter den Aghlabiden eine Reihe von Wasserspeichern, die hauptsächlich das Niederschlagswasser der umliegenden Täler aufnahmen. Das Geniale an diesen Bauwerken war, dass sie das Wasser nicht nur sammelten, sondern auch reinigten und speicherten. Es stand den Bewohnern der Stadt, den Hirten der Umgebung und den vorbei ziehenden Karawanen unentgeltlich zur Verfügung.","quote":"„In Kairouan bauten die Aghlabiden Wasserspeicher, die das Regenwasser aus den umliegenden Tälern aufnahmen.“"},"11f82e3d-c59a-5f69-a3bc-b5b190e3aaa1":{"title":"Der Hof","description":"In Konkurrenz zur Pracht und Eleganz der Höfe des Ostens besetzten die Monarchen des muslimischen Westens ihren eigenen Hofstaat mit hochrangigen Persönlichkeiten, denen sie großes Vertrauen schenkten. Die Höflinge nahmen am Hofzeremoniell der Herrscher teil, das ihrer Erhabenheit und Souveränität Ausdruck verleihen sollte und dem Wunsch entsprach, das Volk zu beeindrucken. \nDie engsten Vertrauten begleiteten den Herrscher bei seinen öffentlichen Auftritten, nahmen mit ihm an offiziellen Empfängen und Banketten teil und unterstützten ihn bei der Amtsführung. Sie begleiteten ihn als Gefolge auf all seinen Wegen und trugen so zur Bewunderung seiner Auftritte bei.","quote":"Das Militärgefolge"},"b2dfb887-c592-5972-be84-da52442aac78":{"title":"Die Reise einer islamischen Kanzel","description":"Die Geschichte eines islamischen *Minbar* und seiner Rettung vor den Kreuzfahrern: Der *Minbar* wurde ursprünglich für den *Maqam* (Schrein) des großen muslimischen Märtyrers al-Husayn, eines Enkels des Propheten Muhammad, in Aschkelon gebaut. Wie der *Mihrab* ist auch der *Minbar* ein wichtiges Heiligtum der Moschee, aber – abgesehen von den Abschriften des Koran – das einzige bewegliche Objekt in einer Moschee, das tiefe spirituelle Bedeutung hat.","quote":"„Die Geschichte eines islamischen *Minbar* und seiner Rettung vor den Kreuzfahrern.“"},"c120081f-2000-5d9f-bbc8-dc8089955a17":{"title":"Medresen und Erziehung"},"6a3348dc-029d-59c2-af77-31ec3a3dfe2f":{"title":"Leben am Hof"},"a787ec88-bc49-5171-bf60-265ba0253dd4":{"title":"Kalligrafie an Gebäuden"},"7b2c2d23-dc2f-50d9-92cf-f23ca9c8f4ce":{"title":"Diplomatischer Austausch und Handelskontakte mit der Welt","description":"Glaswaren entwickelten sich zu einer berühmten Spezialität der mamlukischen Kunst. Ein erheblicher Teil dieser Produktion waren die Moscheelampen. Das mamlukische Ägypten war auch für seine Textilien berühmt – vor allem für gewebte Seide und bedruckte Baumwolle. Töpferwerkstätten erzeugten eine große Bandbreite polychromer, attraktiver und hochwertiger Ware. Manche Stücke imitierten in der Gestaltung die Seladon-Keramik oder die blau-weißen Muster aus China. Holzschnitzer dekorierten Bauteile, Möbel und selbst Kenotaphe mit filigranen Schnitzereien und mit intarsierten, sternförmig geometrischen Mustern.","quote":"„Das mamlukische Ägypten war auch für seine Textilien berühmt – vor allem für gewebte Seide und bedruckte Baumwolle.“"},"343a2d67-cc5d-51cf-b046-7beee7e64193":{"title":"Der heilige Koran","description":"Koranabschriften wurden in verschiedenen Formaten und für verschiedene Zwecke hergestellt. Einige waren für den Gebrauch in Moscheen oder *Medresen* bestimmt, andere für Einzelpersonen, die sie mit sich trugen, weil sie sich dadurch gesegnet und beschützt fühlten. Abschriften und Dekorationen von Koranmanuskripten in Auftrag zu geben, galt als ehrenvolle religiöse Wohltat für diejenigen, die es sich leisten konnten. Das Stiftungswesen war in der gesamten islamischen Welt verbreitet, und Moscheen, heilige Stätten oder Schulen erhielten derartige Bücher zu besonderen Anlässen als Geschenke. Damit diese Institutionen ihre Aufgabe der religiösen Unterweisung besser erfüllten, waren ihre Gebäude oft mit Koranzitaten auf Mauerwerk, Kacheln, Textilien oder auf Einrichtungsgegenständen beschriftet.","quote":"„Moscheen, heilige Stätten oder Schulen erhielten wertvolle Korane zu besonderen Anlässen als Geschenke.“"},"7dc9303d-b5b2-5fef-b408-8178d88f89d2":{"title":"Besiedlung und Alltagskultur","description":"Im muslimischen Haushalt waren die Frauen für die Hausarbeiten und die Kinderbetreuung zuständig. Sie füllten das Wasser in große Krüge. In diesen Behältnissen wurden auch Öl und Getreide gelagert, in kleineren Krügen wurden Obst, Fleisch und Fisch konserviert. Die Frauen verarbeiteten die Milch zu Milchprodukten, bereiteten die Speisen nach traditionellen Rezepten und kochten auf dem Kohlebecken, das mit Holzkohle befeuert wurde. Zum Servieren und Essen der Mahlzeiten benutzten sie Tischgeschirr, und besonders zu Familienfesten zeigten sie die ganze Palette ihrer Kochkunst.","quote":"Der häusliche Alltag – weibliche Arbeiten zum Wohle der Familie"},"217482b1-7626-531f-8ca9-51c2f680fe3d":{"title":"Die Mamluken","description":"„Die Mamluken begannen als Militärsklaven der muslimischen Herrscher. Sie schufen ein Reich, das 300 Jahre währte und zu den größten Mächten des Islam gehörte.“","extra":{"credits":"Curators & authors \nMohammad ABBAS, Cairo \nUlrike AL-KHAMIS, Edinburgh \nElsayed HAMAD, Cairo \nYousef NATSHEH, Jerusalem \nSalah SAYAOUR, Cairo \nTarek TORKY, Cairo \n \nCoordination \nEnaam Selim, Cairo \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Fast 300 Jahre lang war das *Sultanat* der Mamluken eine Großmacht in der islamischen Welt. Das arabische Wort *mamluk* bedeutet ursprünglich „jemandes Eigentum“. Im Kontext der arabischen Geschichte bezeichnete es einen ausländischen Militärsklaven, der als Elitesoldat direkt dem *Sultan* unterstand. Die meisten Mamluken waren Türken oder Tscherkessen aus dem Kaukasus, die zum Islam bekehrt und zu Kriegern ausgebildet wurden. Im Jahr 1250 nutzten die Mamluken ein Machtvakuum, um die Herrschaft an sich zu reißen. Sie schufen ein Reich, das Ägypten, Palästina, Syrien und den Hedschas umfasste. Bis 1517 übten die Mamluken die Oberherrschaft über die Heiligen Städte Mekka und Medina aus. \nAnfangs waren die Mamluken ständig von äußeren Feinden bedroht. Doch es gelang ihnen, 1260 die Mongolen bei Ayn Dschalut in Palästina und 1291 auch die Kreuzfahrer entscheidend zu schlagen. \nDie Mamluken verstanden sich als Streitmacht für den Islam. Nachdem der erste *Kalifats*\\-Sitz in Bagdad 1258 an die Mongolen gefallen war, riefen sie 1261 in Kairo ein neues *Kalifat* ins Leben. Sie initiierten ein bis dahin einzigartiges Bauprogramm, bei dem überall im Reich glanzvolle Moscheen und religiöse Stiftungen *(Waqf)* entstanden. Diese Institutionen zogen in der Folge zahlreiche Intellektuelle, Wissenschaftler und Religionsgelehrte an. \nAußenpolitisch knüpften die Mamluken-*Sultane* starke Bande mit anderen muslimischen Mächten weiter im Osten, ebenso wie mit Byzanz, Frankreich, Kastilien, Sizilien, Genua und Venedig. Kairo entwickelte sich zu einem Zentrum des Welthandels. Exotische Waren und Kunstgegenstände aus Ost und West wechselten auf den spezialisierten Märkten *(Suq)* dieser Stadt ihre Besitzer. Der rege Handel förderte wiederum das lokale Handwerk. \nDer Niedergang der mamlukischen Vorherrschaft begann mit der Entdeckung neuer Handelswege rund um das Kap der Guten Hoffnung durch die Europäer und mit der Ausdehnung des Osmanischen Reichs. Die Osmanen beendeten im frühen 16. Jahrhundert schließlich die Mamlukenherrschaft.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/the_mamluks/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/17/portal_image/1.jpg","display_order":5}}},"00c4ec24-eae3-5f50-b012-fca1d0fc4b8b":{"title":"Prunkvolle Schneiderkunst: Tiraz und zeitgenössische Kostüme"},"0227731c-df1e-5f3e-8a97-45ca3e10bf2a":{"title":"Discover Islamic Art"},"a1627728-24d7-5242-9f95-1b065c869096":{"title":"Vergnügungen und Festlichkeiten am Hof","description":"Die Fatimiden widmeten sich verschiedenen Aktivitäten im Freien und pflanzten aufwändige Blumen- und Obstgärten. Besucher wurden eingeladen, im Palastbezirk spazieren zu gehen und die Zierbrunnen und Klänge der Wasserspiele zu genießen. Einige *Kalifen* hatten Zoos mit exotischen Tieren aller Art. Außerhalb des Palastes vergnügten sich die höfische Gesellschaft und die ägyptische Oberschicht mit Sportarten wie Reiten und Jagen. Vögel, Hasen und Gazellen wurden dabei mit Hilfe von Raubvögeln, Hunden und Pferden erlegt. Polo, Gefechte mit Streitkolben und Speerwurf waren ebenfalls beliebte Sportarten.","quote":"„Die Fatimiden widmeten sich verschiedenen Aktivitäten im Freien und pflanzten aufwändige Blumen- und Obstgärten.“"},"a52fece5-e533-5203-bd90-001ae174dfca":{"title":"Königliche Kunst und Architektur"},"746b43e3-b5fd-5bfd-8ecf-f3e9560860b0":{"title":"Räume der Macht – die Palastbauten","description":"Im Inneren der Palastanlagen waren private und öffentliche Räume hierarchisch streng voneinander getrennt. Die königliche Residenz zählte zu den Privatgemächern. Sie befand sich im innersten und unzugänglichsten Bereich. Dort lebten die zahlreichen Familienangehörigen des Herrschers. Die Wohnräume gruppierten sich um Innenhöfe mit Arkaden, die zu den Privaträumen führten. Unter ihnen stach stets ein Hauptgemach mit seitlichen Zimmern heraus. Alle waren reich dekoriert und möbliert, um höchste Würdenträger und Gäste zu empfangen oder private Feste zu feiern.","quote":"Die Privaträume des Palastes"},"e6ad56f0-f7ef-58c5-8cd7-b611edb41a00":{"title":"Leben am Hof","description":"Nach der Eroberung von Damaskus im Jahre 1154 vereinigte Nur al-Din Mahmud ibn Zangi Syrien. Viele seiner Städte wurden zu politischen, ökonomischen und kulturellen Zentren, in denen das Leben bei Hof einen enormen Aufschwung feierte. Die *Atabege* und Ayyubiden waren engagierte Förderer der Architektur, ließen Stadtmauern und Zitadellen restaurieren, gaben neue *Medresen, Bimaristane, Hamams, Suqs* (Märkte) und Moscheen in Auftrag. Die Paläste wurden mit edlen Teppichen, feinen Metallarbeiten und kunstvoll gestalteten Glasgefäßen bestückt.","quote":"„Die Paläste wurden mit edlen Teppichen, feinen Metallarbeiten und kunstvoll gestalteten Glasgefäßen bestückt.“"},"7f51c07a-1225-5789-b81c-1f76126498a2":{"title":"Räume der Macht – die Palastbauten","description":"Innerhalb eines Ensembles bildete der Palast den repräsentativen Bereich. Er war Schauplatz der Machtausübung, wenn der Herrscher in öffentlicher Audienz Recht sprach oder nach einem strengen Hofprotokoll Angehörige seiner Verwaltung oder auch Gesandte empfing. Zum Palast gehörten monumentale und prächtige Räume, große und reich dekorierte Salons, die sich um begrünte Innenhöfe mit genau bestimmter Funktion gruppierten. In diesen Bereich gelangte man nur durch lange und komplizierte Wege. Sie wurden nicht nur als Sicherheitsmaßnahme so angelegt, sondern sollten auch die Unzugänglichkeit der Macht symbolisieren.","quote":"Der Palast – Schauplatz der königlichen Macht"},"e227dc1b-85f9-5719-a57f-69b159c22d02":{"title":"Leben am Hof","description":"Vom 10. bis zum 12. Jahrhundert gab es kein zentrales Herrscherhaus in Syrien und in Nordirak, sondern eine Fülle kleinerer Fürstenhöfe mit komplexen politischen Allianzen. Die Herrscher dieser Höfe begannen oft als von den iranischen Seldschuken (Regierungszeit 1038 – 1194) ernannte *Atabege*, errichteten aber schnell ihren eigenen Hof. Sie bauten ihre Paläste in Zitadellen, um sie vor der ständigen Gefahr durch die Kreuzfahrer zu schützen. Das eindrücklichste Beispiel ist der Palast in der Zitadelle von Aleppo.","quote":"„Es gab eine Fülle kleinerer Fürstenhöfe mit komplexen politischen Allianzen.“"},"18c44ba9-f8fa-5fdd-99a2-a8b6f034044a":{"title":"Visionen des Himmlischen Gartens und des Lebensbaums","description":"Bäume mit süß duftenden Blüten und reifen Früchten im Übermaß spielen in literarischen Beschreibungen des islamischen Paradieses eine große Rolle. Die Palme hat darin eine besondere Bedeutung. Nach einer Überlieferung ist sie die Tante des Menschen und wurde aus dem Lehm geschaffen, der nach der göttlichen Schöpfung Adams übrig geblieben war. Nach anderen Berichten verband der Prophet Muhammad die Palme mit dem Paradies. Es gibt auch zahlreiche Verweise auf den Granatapfelbaum und auf den mythischen Baum Tuba, einen zypressenartigen Lebensbaum, der in der Mitte des Paradieses wurzeln soll.","quote":"„Bäume mit süß duftenden Blüten und reifen Früchten im Übermaß spielen in literarischen Beschreibungen des islamischen Paradieses eine große Rolle.“"},"5143a580-5e9d-5338-aa83-89eaf0f30e05":{"title":"Die adlige und bürgerliche Mudéjarkunst","description":"Dort wo keine muslimischen Paläste standen, die man besetzen konnte, glichen die christlichen Könige und Adlige ihre neuen Palastbauten dem muslimischen Stil an. König Peter I. von Kastilien ist das beste Beispiel für die Vorliebe des christlichen Adels, eine islamisierende Lebensart zu führen. Die Arbeiten an den Palästen von Tordesillas und Astudillo entsprachen dem Wunsch des Königs, sich den aktuellen Nasridenbauten anzupassen. Es ist anzunehmen, dass er dafür Handwerker aus Granada kommen ließ, die ihm sein Freund, König Muhammad V. von Granada, vermittelte.","quote":"„Mudéjarpaläste mit einem neuen Grundriss“"},"664da959-c73e-5c6a-8641-060470f0010e":{"title":"Die Mudéjarkunst","description":"Die Mudéjarkunst ist das Ergebnis besonderer historischer Umstände, die einzig auf der Iberischen Halbinsel während des Mittelalters in Erscheinung traten.","extra":{"credits":"Curators & authors \nCarmen ALONSO-RODRIGUEZ, Madrid \nMaria da Conceição AMARAL, Silves \nGaspar ARANDA, Madrid \nÁngela FRANCO, Madrid \nÁngela GARCIA-BLANCO, Madrid \nSusana GOMEZ, Mertola \nSantiago MACIAS, Mertola \nMargarita SANCHEZ-LLORENTE, Madrid \nClaudio TORRES, Mertola \n \nCoordination \nMiguel GARCIA, Madrid \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Die Mudéjarkunst kann mit keiner anderen Kunst – sei es nun die islamische oder die christliche – verglichen werden. Sie ist das Resultat historischer Umstände, die einzig auf der Iberischen Halbinsel während des Mittelalters in Erscheinung traten. \nAls die christlichen Könige das andalusische Gebiet zurückeroberten, war es ihnen nicht möglich, das Land umgehend wiederzubesiedeln. Daher erlaubten sie der muslimischen Bevölkerung, in den eroberten Gebieten zu bleiben und ihre Religion, ihre Sprache und ihr Rechtswesen weiter auszuüben. Die *Mudéjares* – Muslime auf christlichem Gebiet – integrierten sich in die neue Gesellschaft und waren für die Oberschicht tätig. Sie vermittelten muslimische Kunst und Gebräuche, deren Farbenpracht, Exotik, Luxus und Raffinesse eine große Faszination auf christliche Könige und Adlige ausübte. \nMudéjarwerke sind leicht an dem perfekten Zusammenspiel der verwendeten Materialien – Ziegelstein, Stuck, Holz und Keramik – sowie den spezifischen Herstellungstechniken und den Dekormotiven, die der islamischen Ästhetik entsprachen, zu erkennen. Manche deklarieren die Mudéjarkunst als ein Überbleibsel der islamischen Kunst in der christlichen Gesellschaft. Diese Einschätzung trifft allerdings nur auf die formalen Gesichtspunkte zu, da islamische Bautypologie und Dekormotive in der Mudéjarkunst die Denkweise und die Werte der christlichen und nicht die der muslimischen Kultur verkörpern. \nAndererseits vermischten sich Elemente der islamischen Kunst meisterhaft mit denen der westlichen Tradition und schufen eine neue Kunstrichtung, die sich je nach Zusammenstellung von der Kunst der Romanik, Gotik oder Renaissance unterscheidet. Streng genommen gehört die Mudéjarkunst daher weder zur muslimischen noch zur christlich-westlichen Kunst. Sie war ein Bindeglied zwischen zwei Kulturen und entwickelte sich zum künstlerischen Spiegelbild einer komplexen Gesellschaft, in der Christen, Juden und Muslime zusammenlebten. \nDer Untergang der Mudéjarkunst setzte im Verlauf des 16. Jahrhunderts und wurde mit der Vertreibung der Mauren im Jahr 1609 besiegelt. Nichtsdestotrotz bediente der Mudéjarstil bis zum Aufkommen des Barocks eine Art „barocken“ Geschmack.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/mudejar_art/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/26/portal_image/1.jpg","display_order":17}}},"120cbd81-d9a2-540e-a178-dc11c283fc2d":{"title":"Das Privatleben muslimischer Frauen"},"4a1c6f21-6004-562f-a51b-159ea077a327":{"title":"Das Grabmal – Erinnerung aus Stein","description":"Einfachheit und Bescheidenheit gehörten zu den Bestattungsregeln der westlichen Muslime, wenn sie ihre Toten zu Grabe trugen. Die muslimischen Friedhöfe lagen außerhalb der Stadt, aber nah genug, um den Besuch der Grabstätten zu erleichtern. Meist besuchten die Familien sie vor dem Freitagsgebet und ließen dort Koranverse verlesen. Die einzige Ausnahme bildeten die Herrscherhäuser, die ihre Mitglieder im Inneren der Palastresidenz beisetzten. Immer jedoch wurden die Toten in einem ausgehobenen Grab in Rückenlage mit dem Gesicht nach rechts Richtung Mekka bestattet.","quote":"Grabstätten – die Nekropolen"},"646ebdd8-a486-5d6b-8cd6-0d16de835996":{"title":"Die Kultur im Kreuzfahrer-Königreich Jerusalem","description":"Ein anderer zeitgenössischer Historiker und Reisender war al-Harawi (gest. 1215). Er erinnerte sich an das eiserne Gitter der Kreuzfahrer rund um den Felsen. „Ich sah den Felsen zu der Zeit, als die Franken ihn hielten. Er lag nördlich der *Aqsa*\\-Moschee und war wie ein Haus von einem Eisenzaun umgeben. Die Höhe des Zaunes, der den Felsen umschloss, betrug zwei Klafter.“","quote":"„Die Höhe des Zaunes, der den Felsen umschloss, betrug zwei Klafter.“"},"282bf248-cb40-5b24-9d50-166d75b8a10e":{"title":"Diplomatischer Austausch und Handelskontakte mit der Welt"},"f9582527-5e66-53ac-b264-520c2d4cf28b":{"title":"Die Keramik der Abbasiden"},"7bb30298-992c-56ba-a331-b96f90384fbb":{"title":"Das christliche Sizilien und die islamische Bildende Kunst: Vorbedingungen und Kontinuität","description":"Paradoxerweise ist es ausgerechnet das christliche Reich der Normannen, dem wir in Sizilien einige der wertvollsten Zeugnisse islamischer Kunst zu verdanken haben – wenn auch versetzt mit klassischen, byzantinischen und iranischen Elementen. Statt mit ihren Vorgängern zu brechen, passte sich die neue Dynastie deren Kultur und Gewohnheiten an. Sie richtete ihren Blick dabei nicht in die Vergangenheit, sondern ließ sich mit dem konfrontieren, was die zeitgenössische islamische Welt zu bieten hatte. Der Dialog beschränkte sich auch nicht auf Sizilien, sondern äußerte sich vor allem in den Beziehungen zwischen dem normannischen Hof und dem fatimidischen *Kalifat* von Kairo. Dies bezeugen diplomatische und kommerzielle Beziehungen sowie der Austausch von Geschenken, etwa zwischen dem *Kalifen* al-Hafiz und Roger II. Es ist sehr wahrscheinlich, dass einige der in den königlich-normannischen Werkstätten angestellten Handwerker direkt aus Ägypten kamen.","quote":"„Paradoxerweise ist es das christliche Reich der Normannen, dem wir in Sizilien einige der wertvollsten Zeugnisse islamischer Kunst im Mittelmeerraum zu verdanken haben.“"},"5ff53527-c223-5816-b616-a7a036304f06":{"title":"Kalligrafie an Gebäuden","description":"Die minimalistische und kantige *Kufi-*Schrift war der erste Stil der arabischen Kalligrafie, in dem Bauwerke dekoriert wurden. Im 11. Jahrhundert entwickelte er sich weiter zu einem blumig verzierten Schrifttyp mit floralen Motiven am oberen Rand der Schriftzeichen. Ein Beispiel dafür ist die *Maqsura* (ein abgeschirmter Raum, der dem *Kalifen* oder *Imam* vorbehalten ist) in der Großen Moschee von Kairouan. Obwohl die *Kufi-*Schrift wegen ihrer dominierenden horizontalen und vertikalen Linien mit architektonischen Elementen wie Säulen oder Stützen besonders harmonierte, begann man ab dem 12. Jahrhundert, Bauwerke in anderen kalligrafischen Stilen zu dekorieren. Ein Beispiel dafür ist die biegsamere *Naskhi-*Inschrift auf der *Khanqah* von *Sultan* Baybars in Ägypten.","quote":"„Die minimalistische und kantige *Kufi-*Schrift war der erste Stil der arabischen Kalligrafie, in dem Bauwerke dekoriert wurden.“"},"67d05c74-9479-5504-9b95-28708620c776":{"title":"Kairo, Damaskus und Jerusalem: die geistigen Zentren des Mamlukenreiches","description":"Die syrische Hauptstadt Damaskus glänzte als zweitwichtigstes politisches, künstlerisches und geistiges Zentrum des Mamluken-*Sultanats*. Sie war ein bedeutendes Forum der theologischen Auseinandersetzung und des wissenschaftlichen Fortschritts. Viele Grundlagenwerke der Medizin, der Geografie und anderer Naturwissenschaften wurden hier in den bedeutenden *Medresen* und Bildungsinstitutionen kopiert.","quote":"„Die syrische Hauptstadt Damaskus glänzte als zweitwichtigstes politisches, künstlerisches und geistiges Zentrum des Mamluken-*Sultanats.“*"},"57d4f9c5-7846-5502-a124-d07a4d4ecfee":{"title":"Reisen und Handel","description":"Reisen war im Mittelalter gefährlich, und die meisten Handels- und Pilgerrouten zwischen Mittelmeer, Zentralasien und Arabien waren höchst unsicher. Noch schlimmer wurde es, als die Angriffe der fränkischen Kreuzritter begannen. Burgen und Zitadellen wurden an strategischen Orten erbaut, wie diejenigen bei Karak und Schaubak in Jordanien. Trotz ihrer politischen Feindschaft pflegten Muslime und Franken Handelsbeziehungen, überschritten die Grenzen ihrer Hoheitsgebiete und erlegten einander Steuern auf.","quote":"„Trotz ihrer politischen Feindschaft pflegten Muslime und Franken Handelsbeziehungen, überschritten die Grenzen ihrer Hoheitsgebiete und erlegten einander Steuern auf.“"},"24dccfe7-0ad7-552e-aa3d-ebae78f613d0":{"title":"Das höfische Leben","description":"Der Topkapı-Palast war Verwaltungszentrum und Residenz der Herrscherfamilie in einem. Er entstand auf einer Halbinsel in Istanbul, von der aus man das Goldene Horn auf der einen Seite sowie den Bosporus und das Marmarameer auf der anderen Seite im Blick hat. Der Palast ist ein aus drei Teilen bestehender Gebäudekomplex (*Birun, Enderun* und Harem), der innerhalb weitläufiger Gärten angelegt wurde. \nDer *Birun* befindet sich zwischen dem *Bab-ı Hümayun* (Tor des *Sultanats)* und dem *Babı-s-Saade* (Tor der Glückseligkeit). Rund um den ersten Hof waren die Dienstgebäude, die Münze des *Sultanats,* Militärkasernen, Ministerien und andere Ämter angeordnet. Der zweite Hof hieß *Alay Meydanı*. Hier befanden sich der *Divan-ı Hümayun* (Unter der Kuppel), d. h. die Schatzkammer, sowie Küchen, Ställe und der Eingang zum Harem. \nÖffentliche Zeremonien – etwa die Thronbesteigung eines *Sultans,* die öffentliche Anhörung in Notfällen durch den *Sultan* und diverse Feierlichkeiten (*Alay Divanı*) – fanden vor dem Tor der Glückseligkeit statt. Der Thron des *Sultans* befand sich in der Nähe des Tors, und hier wurde auch die Heilige Fahne (*Sancak-ı Şerif)* gehisst, wenn man sie zu seltenen Gelegenheiten aus dem Pavillon des Heiligen Mantels holte.","quote":"„Der Topkapı-Palast war Verwaltungszentrum und Residenz der Herrscherfamilie in einem.“"},"fb7529af-c345-5f7f-84b9-097ce4ffba20":{"title":"Geometrischer Dekor in der Textilkunst"},"e0fad146-3560-5ca0-86d7-06707053fbef":{"title":"Die Pilgerfahrt","description":"„Die Pilgerfahrt ist von allen religiösen Bräuchen der Juden, Christen und Muslime vielleicht derjenige mit der tiefsten emotionalen Bedeutung. Bei ihren Heiligtümern finden die Gläubigen spirituelle Erfüllung.“","extra":{"credits":"Curators & authors \nMohammad ABBAS, Cairo \nUlrike AL-KHAMIS, Edinburgh \nElsayed HAMAD, Cairo \nYousef NATSHEH, Jerusalem \nSalah SAYAOUR, Cairo \nTarek TORKY, Cairo \n \nCoordination \nEnaam Selim, Cairo \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Die Pilgerfahrt ist ein grundlegendes Element des Brauchtums in den drei monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam. \nIm Islam ist die Pilgerfahrt *(al-Haddsch)* die fünfte und letzte der Pflichten oder „Säulen“ des Glaubens. Die anderen sind das Glaubensbekenntnis *Schahada* („Es gibt keinen Gott außer Allah, und Muhammad ist der Gesandte Allahs.“), die fünf täglichen Gebete, das Spenden von Almosen *(Zakat)* und das Fasten im islamischen Monat Ramadan. In seiner Beschreibung des *Haddsch* lehrt der Koran: „Und der Menschen Pflicht gegen Allah ist die Pilgerfahrt zum Hause, wer da den Weg zu ihm machen kann.“ (3:97) Weitere Einzelheiten finden sich in den Überlieferungen des Propheten *(Sunna).* Als Folge muss jeder Muslim, der gesund genug ist und über die nötigen Mittel verfügt, wenigstens einmal im Leben den *Haddsch* antreten. Nach muslimischem Glauben wurde der *Haram* oder Heilige Bezirk in Mekka ursprünglich von Abraham und seinem Sohn Ismail erbaut. Beide wurden vor der Ankunft des Islam ebenso verehrt wie danach. \nMit der Ausbreitung des islamischen Glaubens orientierte sich auch die Pilgerreise mehr und mehr an den Regeln des Korans und der *Sunna*. Die Pilgerfahrt der Muslime mit ihren komplizierten Ritualen findet im Islamischen Monat Dhu l-Hiddscha statt. Sie beginnt damit, dass die Gläubigen einen Zustand der Reinheit annehmen, indem sie ihre Alltagskleidung ablegen und den *Ihram* anziehen – eine Pilgerkutte aus unvernähtem weißem Stoff, den reiche wie arme Männer gleichermaßen tragen (die Kleider der Frauen sind genäht). Während der Pilgersaison muss sich der Gläubige körperlich und seelisch rein halten. Im *Haram* in Mekka umrunden die Pilger sieben Mal *(al-Tawwaf)* die heilige *Kaaba,* bevor sie mit dem *al-Say,* einem rituellen Gang zwischen den beiden Hügeln al-Safaa und al-Marwah innerhalb des Moscheenbezirks, beginnen. Am neunten Tag des Monats Dhu l-Hiddscha versammeln sich die Pilger auf dem Berg Arafat, um zu beten und Allah um Vergebung zu bitten. Höhepunkt des Haddsch ist das Id al-Adha (Opferfest) am zehnten Tag des Dhu l-Hiddscha. Es ist das wichtigste religiöse Fest der Muslime. Der *Haddsch* ist die bedeutendste spirituelle Erfahrung im Leben der Muslime. Er gibt den Gläubigen die Möglichkeit, um Vergebung für ihre Sünden zu bitten und danach gereinigt und wie erneuert in ihr Alltagsleben zurückzukehren.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/pilgrimage/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/29/portal_image/1.jpg","display_order":8}}},"1abd2666-7a05-5c9a-8f4d-991a0fac4643":{"title":"Die Kultur im Kreuzfahrer-Königreich Jerusalem","description":"Die Reiseberichte des Ibn Dschubayr und die Erinnerungen von Usama ibn Munqidh geben einen Einblick in das Leben der Muslime zu dieser Zeit. Der Autor, Diplomat und Politiker Usama (1095-1188), der in der Burg Schaysar lebte, kannte Nur al-Din und Saladin und ihre europäischen Kontrahenten persönlich. In seinen Schriften erwähnt er einen Besuch in Jerusalem: „Wenn ich in die *Aqsa*\\-Moschee ging, die von den mit mir befreundeten Tempelrittern besetzt war, räumten diese eine kleine angrenzende Moschee, damit ich dort beten konnte.“ Eines Tages kam ein „Franke“, störte Usama beim Beten und nötigte ihn, in Richtung Osten zu beten. Die mit Usama befreundeten Tempelritter wiesen den Mann in die Schranken und entschuldigten sich für dessen Verhalten: „Dieser Mann ist erst vor kurzem aus dem Land der Franken angekommen. Er hat noch nie jemand anders als in Richtung Osten beten gesehen.“","quote":"„Die Tempelritter räumten eine kleine angrenzende Moschee, damit ich dort beten konnte.“"},"fc7c939a-850e-5462-8ba3-c2aa03ed101f":{"title":"Die Moschee – ein Ort des Gebets"},"d0f2de47-bb3f-5401-adda-d70b0bdc2f1c":{"title":"Tierdarstellungen"},"c1e27de3-f47f-5dbf-a939-9b3c100f2f30":{"title":"Kunstförderung durch die Machthaber","description":"Die Umayyaden nutzten ihre umfangreiche Bautätigkeit, um die Macht des neuen Glaubens im Allgemeinen und die ihrer eigenen Dynastie im Besonderen herauszustellen. Auf diese Weise entstanden große Sakralarchitekturen wie der Felsendom und die *Aqsa*\\-Moschee in Jerusalem, sowie die Große Moschee in Damaskus. \nDie Moschee als originär islamische Bauform entstand schon vor der Zeit der Umayyaden, ausgehend vom Haus des Propheten in Medina. Doch die Umayyaden ergänzten das Grundschema um einige Elemente, die später zu charakteristischen Merkmalen jeder Moschee wurden: etwa das Minarett, das die Präsenz des Islam symbolisierte und von dem aus zum Gebet gerufen wurde, die Gebetsnische *(Mihrab)* als Symbol der Anwesenheit des Propheten und die *Maqsura,* ein separater Raum in der Moschee, der sich neben dem *Mihrab* befindet und dem *Imam* oder *Kalifen* vorbehalten ist.","quote":"„Die Architektur war ein Mittel, die Macht des neuen Glaubens zu demonstrieren.“"},"7ca8b514-16be-5930-b8ed-1c96b7324e76":{"title":"Musliminnen als Stifterinnen und Wohltäterinnen","description":"Muslimische Frauen sorgten als Stifterinnen für eine hochwertige Innenausstattung religiöser Gebäude. Sie spendeten auch elegante Korane und andere Moscheeeinrichtungen von bester Qualität. Zu den schönsten Objekten gehört diese komplexe, intarsierte Gebetsnische aus Teakholz für das Heiligtum der Sayyida Ruqayya. Gestiftet wurde sie von der Gattin des fatimidischen *Kalifen* al-Amir bi-Ahkam Allah im Jahr 1133. Es sind eine Reihe von Koranmanuskripten erhalten, die von ziridischen Prinzessinnen zum Gebrauch in der Großen Moschee von Kairouan in Auftrag gegeben wurden – darunter jenes von Umm Milal und Umm al-Ilu, der Schwester des ziridischen Prinzen Badis ibn al-Mansur.","quote":"„Muslimische Frauen sorgten als Stifterinnen für die hochwertige Innenausstattung religiöser Gebäude.“"},"2fd1d033-a4f2-567f-b9d5-a05f8479663e":{"title":"Der heilige Koran"},"f049cf8d-e79d-5896-ac15-489e32164b03":{"title":"Die volkstümliche und religiöse Mudéjarkunst","description":"Die Mudéjarkunst in der Stadt Toledo wurde bei den Blendarkaden aus Ziegeln von der kastilischen Mudéjarkunst beeinflusst; auch in Extremadura wurde die Mudéjarkunst von der almohadischen Kunst und der europäischen Gotik mitbestimmt. Zu den Besonderheiten zählen Mauern mit Stein- und Ziegelschichten, Fassaden mit Kreuzbogenfriesen, Öffnungen mit rechteckig umrahmten Hufeisenbögen *(Alfiz)* und Glockentürme aus Ziegelsteinen auf einem Mauerwerksockel, die neben dem Kirchengebäude stehen, als wären sie Minarette.","quote":"„Mudéjarkunst in Toledo – Schlankheit der Backsteingotik“"},"42f06353-5ef7-51e7-934c-e5dc0f69f7b4":{"title":"Istanbul, die Hauptstadt der Osmanen","description":"Die Stadt Byzanz wurde vom römischen Kaiser Konstantin zur Hauptstadt des Byzantinischen Reichs gemacht. Konstantinopel lag nicht nur strategisch günstig, sondern hatte auch faszinierende Bauwerke wie die Hagia Sophia zu bieten, die das Interesse der ganzen Welt weckten. Es widerstand mehreren Belagerungen der muslimischen Araber, erlitt jedoch schwere Verwüstungen im Kampf gegen das Vierte Kreuzfahrerheer. Nach Jahrhunderten des Widerstands wurde die Stadt schließlich 1453 von *Sultan* Mehmed II. eingenommen. Als die Osmanen 1517 die Mamluken endgültig besiegten und den *Kalifen-*Titel annahmen, wurde ihre Hauptstadt zum Zentrum der islamischen Welt. Sie war unter den Namen Kustantiniyye, Asitane, Der Saadet und Istanbul bekannt. Istanbul blieb Hauptstadt des Osmanischen Reichs bis 1922. 400 Jahre lang fügte jeder neue *Sultan* Baudenkmäler hinzu und modernisierte die Infrastruktur.","quote":"„400 Jahre lang fügte jeder neue *Sultan* Baudenkmäler hinzu und modernisierte die Infrastruktur.“"},"1b29b6a7-7dc6-567b-aaf0-cbfc9c64fc07":{"title":"Saladin im Heiligen Land","description":"Saladin konnte seinen Einfluss noch zu Lebzeiten Nur al-Dins beim Kampf um Ägypten geltend machen. Nach Nur al-Dins Tod im Jahr 1174 brauchte er zehn Jahre, um sich gegen muslimische Widersacher durchzusetzen und seine Streitkräfte zu konsolidieren. Nachdem er Ägypten und Syrien unter seiner Herrschaft vereint hatte, widmete er sich der Vertreibung der „Franken“ aus der Levante. Bei der Schlacht von Hittin 1187 gelang ihm ein erster, wichtiger Sieg. Danach konnte er mit seiner Armee nach Jerusalem vorrücken, das er noch im selben Jahr eroberte.","quote":"„Nachdem Saladin Ägypten und Syrien unter seiner Herrschaft vereint hatte, widmete er sich der Vertreibung der ‚Franken'.“"},"fde9c1e2-a19a-570e-98f7-a4cd5e14c12e":{"title":"Zeremoniell und Zeitvertreib am Hof","description":"Die literarischen Quellen berichten von zwei verschiedenen Arten von Audienzen: den öffentlichen *(Madschlis al-Amm)* und den privaten *(Khass).* Letztere waren den engsten Mitarbeitern und Beratern der *Kalifen* vorbehalten. Während der Audienz saßen der *Kalif* oder sein Vertreter auf einem erhöhten Thron *(Sarir),* während es für die Besucher eine nach der gesellschaftlichen Rangordnung abgestufte Sitzordnung gab. In manchen Gebäuden, darunter Qusayr Amra, Khirbet al-Mafdschar in der Nähe von Jericho und *Qasr* al-Hayr al-Gharbi existieren ausführliche bildliche Darstellungen von Musikern, Tänzerinnen und Frauen, die bei Festen Geschenke überreichten. Dieser Zeitvertreib wurde zu einem festen Bestandteil des Lebens am Hof der Umayyaden.","quote":"*„Während der Audienz saßen der *Kalif* oder sein Vertreter auf einem erhöhten Thron.“*"},"6e7d4f2d-b957-51ff-b7ba-274922d1bffb":{"title":"Die Mudéjarkeramik","description":"Zu den schönsten Gruppen der Mudéjarkeramik gehören Teller und Schalen, deren Oberfläche ganz mit geometrischen und epigrafischen Motiven verziert wurde. Borten und Dreiecke wiederholen sich in mehreren Reihen und vermitteln den Eindruck von Dynamik. Die kompositorische Neuerung entspringt der westlichen Vorstellung von einer Einheit des Ganzen. Der Dekor ordnet sich um einen in der Mitte deutlich gewölbten Tellerboden. Diese Teller mit Reliefrändern und -borten wurden in Formen hergestellt und waren eher Zier- als Gebrauchsgegenstände.","quote":"„Diese Teller mit Reliefrändern und -borten waren Ziergegenstände.“"},"17b8ce1b-11e8-500c-ba13-dd3af722e3b4":{"title":"Der Sultan und sein Hof","description":"Der *Sultan* der Mamluken war zugleich oberster Befehlshaber seiner Armeen und ein wichtiger Faktor in den internationalen Beziehungen. Seine Autorität und sein Ruhm wurden in ausgeklügelten Zeremonien, in der prunkvollen Ausgestaltung des Hofes und in elitären Zeitvertreiben wie der Falken- oder Treibjagd zum Ausdruck gebracht.","quote":"„Die Autorität des *Sultans* wurde in Zeremonien und in der prunkvollen Ausgestaltung des Hofes zum Ausdruck gebracht.“"},"527ffe44-a653-52d5-b537-96b6f979648a":{"title":"Syrien","description":"Im 19. Jahrhundert sah sich das Osmanische Reich mit einem immer mächtigeren, wohlhabenderen und industrialisierten Europa konfrontiert. Die traditionellen Koranschulen und Moscheen wurden als Bildungseinrichtungen für eine moderne Gesellschaft als nicht mehr angemessen angesehen. \nDie *Madrasa Jaqmaqiyya* beispielsweise wird in eine neuartige öffentliche Vorbereitungsschule namens *Maktab Rushdiyya* umgewandelt. Hier wurden osmanische und europäische Geschichte, literarisches und formelles Schreiben sowie eine Reihe von Sprachen wie Französisch, Osmanisch und Persisch unterrichtet, nicht aber Arabisch und arabische Geschichte. \nMit Beginn des 20. Jahrhunderts begannen diese Reformen bei christlichen Minderheiten und muslimische Mehrheiten nicht-türkischer Herkunft auf Ablehnung zu stoßen; sie wollten ihre eigene Identität und Meinungsfreiheit anstelle von Einheit und Unterordnung. Das *Mektebu Anbar* in Damaskus wurde zu einem neuen Bildungszentrum und zu einem Brennpunkt des arabischen politischen Aufbruchs.","quote":"„Im 19. Jahrhundert sah sich das Osmanische Reich mit einem immer mächtigeren, wohlhabenderen und industrialisierten Europa konfrontiert.”"},"071e3e6e-8e36-5c3c-8643-17ee9ac60138":{"title":"Der Palast und die Künste","description":"Das Osmanische Reich war ein zentralistischer Staat. Es wurde von Beamten verwaltet, die eigens für diesen Zweck am Hof ausgebildet wurden. Dieses System beeinflusste auch die Kunst der Osmanen, indem es zur Entwicklung eines einheitlichen Dekorstils im gesamten Reich beitrug. Die Architekten und Handwerker, die den Topkapı-Palast bauten und in Istanbul oder anderswo im Reich arbeiteten, unterstanden der Kontrolle des obersten Hofarchitekten im *Sultanat*. \nDie Kunstwerkstätten der *Sultane* wurden zuerst in Edirne gegründet und nach der Eroberung Konstantinopels im Topkapı-Palast angesiedelt. Die straffe Organisation des Kunsthandwerks begann aber schon im frühen 15. Jahrhundert. Gelegentlich arbeiteten Handwerker aus Zünften in Istanbul oder aus anderen Teilen des Reiches auf spezielle Einladung in einer bestimmten Palastwerkstatt.","quote":"„Die zentralisierte Regierung sorgte dafür, dass sich im gesamten Osmanischen Reich ein einheitlicher Dekorstil entwickelte.“"},"0e4ca3d5-ad07-5906-884a-7b4b89c83f5c":{"title":"Ägypten"},"982c8126-411c-56dc-8e82-defe108e4e2e":{"title":"Der Export von Luxusgütern","description":"Die Schönheit und Kunstfertigkeit der islamischen Kunst wurde im Westen über Jahrhunderte hoch geschätzt. Im Mittelalter galten Textilien und kunsthandwerkliche Erzeugnisse aus dem Nahen Osten als begehrte Vervollständigung eines Kirchenschatzes. Mit dem Aufstieg des Osmanischen Reichs und der Entwicklung der Weltwirtschaft wuchs überall die Nachfrage nach Erzeugnissen seiner Handwerksproduktion. Ein großer Teil der heute noch erhaltenen osmanischen Kunst wurde deshalb ursprünglich für den Export produziert. Das Bild des Osmanischen Reichs als eines Landes voller Überfluss und Reichtum festigte sich hauptsächlich durch solche Kunstwerke, die über ein Netz von Basaren und Warenlagern vertrieben wurden.","quote":"„Erzeugnisse der osmanischen Handwerksproduktion waren weltweit gefragt.“"},"8d1948a8-5d3f-58f4-be9a-e443a4b2078b":{"title":"Wissenschaft und Lehre","description":"Muslimische Lehre und Forschung erreichten auf dem Gebiet der Wissenschaft den weltweit höchsten Entwicklungsstand. Nach der Eroberung des byzantinischen und des sassanidischen Reichs erlaubte der Zugang zu den vorhandenen Bibliotheken den Muslimen, das gesamte in den dortigen Büchern versammelte Wissen der klassischen und östlichen Antike zu übersetzen und kennen zu lernen. Darauf basierend machten sie große Fortschritte in der Entwicklung aller Wissenschaften und – nicht zu vergessen – in ihren Religionsstudien, die das Fundament der wissenschaftlichen Erkenntnisse bildeten.","quote":"Die *Medrese* – Zentrum der Hochschulbildung"},"19908cb0-74da-580e-b6b3-2b320477903e":{"title":"Die Aghlabiden – ein Schutzschild der Abbasidendynastie","description":"Das riesige Abbasidenreich war von mehreren konkurrierenden islamischen Mächten bedroht. Im Jahr 800 übergaben daher die Abbasiden Nordafrika an die Aghlabiden mit dem Auftrag, die Umayyaden in *al-Andalus* und die Idrisiden in Marokko zu bekämpfen. Ibrahim ibn al-Aghlab erhielt vom abbasidischen *Kalifen* Harun al-Raschid (Regierungszeit 786-809) die Provinz *Ifriqiya* als erbliches Fürstentum. Die Aghlabiden waren von 800 bis 909 Vasallen der Abbasiden in *Ifriqiya*. Sie bauten mehrere Städte neu auf und errichteten entlang der Küste militärische Befestigungsanlagen, um die Flotten des Byzantinischen Reiches abzuwehren, das einige Jahrhunderte zuvor Sizilien erobert hatte. Die Aghlabiden ordneten auch das zivile Leben neu und bauten das Verkehrsnetz zwischen Nordafrika und dem Nahen Osten aus.","quote":"*„Ibrahim ibn al-Aghlab erhielt vom abbasidischen* Kalifen *Harun al-Raschid die Provinz* Ifriqiya *als erbliches Fürstentum.“*"},"c6bda72b-5fc2-5242-a86c-73e57fb7f25b":{"title":"Die Aghlabiden – ein Schutzschild der Abbasidendynastie","description":"Außer über Zentralnordafrika herrschten die Aghlabiden auch über Malta, Sizilien und das südliche Italien. Sie verstanden sich selbst als weitgehend autonome Vasallen der Abbasiden und unterhielten enge Beziehungen zur abbasidischen Hauptstadt Bagdad. Wissenschaftlicher Austausch und Handelsverkehr waren rege. Eine der vielen Karawanen brachte auch die *Lüster-*Keramik nach Kairouan, mit der die Gebetsnische *(Mihrab)* der dortigen Großen Moschee ausgestaltet wurde. In Anerkennung der Loyalität der Aghlabiden gab der abbasidische *Kalif* al-Mustain (Regierungszeit 862-66) den Bau der Kuppel über der Gebetsnische in der Großen Moschee von Zitouna in Auftrag.","quote":"*„Die Aghlabiden orientierten sich in allem, was sie taten, eng am Vorbild der abbasidischen* Kalifen*.“*"},"01b9c0b5-6a02-5be0-aa1a-2dead40ce2ff":{"title":"Die Bedeutung einzelner Pflanzen und Blumen","description":"Neben der Tulpe war auch die Nelke ein poetisches Mittel zur Symbolisierung von göttlicher Schönheit und spiritueller Kontemplation. Man findet sie häufig in der islamischen und besonders in der osmanischen Kunst. Doch nicht alle Blumen und Pflanzen entstammten dem kulturellen Kontext der islamischen Welt. Das Bild des schwer mit Trauben beladenen Weinstocks ist als Symbol der Fruchtbarkeit und des ewigen Lebens ein Relikt aus hellenistischer Zeit. Der Lotos, ein asiatisches Symbol der spirituellen Reinheit, wurde von den Mongolen im 13. Jahrhundert im islamischen Kulturraum eingeführt.","quote":"„Nicht alle Blumen und Pflanzen entstammten dem kulturellen Kontext der islamischen Welt.“"},"fc555000-73aa-597e-83a9-aecade079247":{"title":"Die Verteidigung","description":"Die Festungsanlagen im muslimischen Westen hatten einen doppelten Zweck. Sie dienten der Verteidigung der Grenzen und Sicherung der Regierung in den eroberten Gebieten, die kontinuierlich durch innere Auseinandersetzungen bedroht war. Zunächst waren die Verteidigungsanlagen weit verstreut und dienten zur Unterwerfung der aufständischen Bevölkerung. Später entwickelte sich ein komplexes Verteidigungssystem, das sich unter almohadischer Herrschaft im gesamten Westen ausbreitete. Die Angriffsstrategien wurden um Katapulte, Sturmböcke und Angriffstürme ergänzt.","quote":"Die Entwicklung eines Verteidigungssystems"},"91a64bcb-07fa-5fe8-a772-1643e67fe98b":{"title":"Wasser zum Trinken und Wasser zum Waschen","description":"Da Wasser in Wüstenregionen Mangelware und daher sehr wertvoll ist, sind auch Trink- und Waschgefäße oft aufwändig verziert. In reichen Häusern – etwa im Haus des mamlukischen Statthalters von Qus in Oberägypten – gossen die Diener vor dem Essen Wasser aus Metallkrügen in spezielle Schalen, damit sich die Gäste vor und nach dem Essen die Hände waschen konnten. Unter den Mamluken wurden metallene, mit Einlegearbeiten versehene Wasserschalen nicht selten an der Innenseite mit einem Fischschwarm dekoriert. Sobald man das Gefäß mit Wasser füllte, schienen die Fische zu leben. Fische sind auch ein häufiges Motiv in der grün glasierten Töpferei der Mamluken, die chinesische Seladon-Keramik imitierte.","quote":"„In Wüstenregionen ist Wasser selten und daher sehr wertvoll.“"},"196db830-546b-584c-a36c-48974bbb7a0a":{"title":"Der Sultan und sein Hof","description":"Nachdem das *Kalifat* in Kairo neu gegründet worden war, suchten muslimische Herrscher von überall im islamischen Kulturkreis hier die Legitimation ihrer Herrschaft. Im ganzen Reich trieben energische Mamluken-*Sultane* wie Baybars I., Qalawun, Nasr al-Din Muhammad ibn Qalawun, Hasan und Qaytbay den Bau prunkvoller Moscheen und anderer religiöser Einrichtungen voran. Sie ließen prächtige Koranmanuskripte und Einrichtungen für Moscheen anfertigen.","quote":"„Die Mamluken-*Sultane* sorgten für den Bau prunkvoller Moscheen und anderer religiöser Institutionen.“"},"89e7d33e-fcb7-5aa7-9d7f-b32dc0373d7c":{"title":"Das Zusammenleben der drei Kulturen","description":"In manchen Fällen wegen des historischen Wertes, in anderen wegen der Wiederverwendungsmöglichkeit oder einfach wegen des Materialwertes blieben Kultobjekte einer Religion in Einrichtungen einer anderen Religion erhalten. Dieser Umstand erlaubt es uns, das Kulturerbe und die verschiedenen Kulturen in der Geschichte des muslimischen Westens besser kennen zu lernen.","quote":"Die religiösen Institutionen als Bewahrer des Kulturerbes"},"6a1bdb93-67a9-5fa8-b419-7479fb504783":{"title":"Der Kufi-Duktus","description":"In der Frühzeit des Islam war die *kufische* Schrift der wichtigste kalligrafische Stil bei Koranabschriften. Sie wurde auch auf Münzen geprägt und kam bei architektonischen Inschriften zur Anwendung. Der *kufische* Schreibstil ging durch mehrere Phasen der Entwicklung. Auf die flachen und strengen Formen der Anfangszeit – aus denen die Muhaqqaq-Schrift hervorging – folgte eine Phase der biegsameren Linien, die später in den Schrifttypen Thuluth, Maghrebi und Riqaa mündete. Mit der Zeit wurden die verschiedenen Arten der *kufischen* Schrift so weit standardisiert, dass es so gut wie unmöglich ist, eine Kalligrafie allein nach dem Augenschein einer bestimmten Region zuzuordnen.","quote":"„In der Frühzeit des Islam war die *Kufi-*Schrift der wichtigste kalligrafische Stil bei Koranabschriften.“"},"9829971b-8342-5ad0-adce-e00bc28b63c2":{"title":"Die Bedeutung einzelner Pflanzen und Blumen","description":"Die muslimische Kultur entwickelte schon früh eine tiefe Zuneigung zu Pflanzen und Blumen. Gärten wurden sorgsam gepflegt. Bestimmte Pflanzen kultivierte man nicht nur wegen ihrer Schönheit oder Heilwirkung, sondern auch wegen ihrer religiösen oder poetischen Symbolkraft. Als Wunder der Natur waren die Pflanzen zugleich ein weiterer Beweis für die schöpferische und lebensspendende Macht Allahs. Ihr jährliches Blühen und Vergehen nahm man zum Anlass für die Betrachtung der Sterblichkeit des Menschen und der vom Islam verheißenen Auferstehung aller wahren Gläubigen zu einem ewigem Leben im Paradies.","quote":"„Bestimmte Pflanzen wurden wegen ihrer religiösen oder poetischen Symbolkraft ausgewählt.“"},"c847fdb4-fe99-5430-96ad-f2a1a1bedc31":{"title":"Das Grabmal – Erinnerung aus Stein","description":"Während der Almoravidenzeit wurde zuerst in *al-Andalus* und dann im Maghreb ein neuer Stelentyp eingeführt. In diesen wurde ein dekorativer Hufeisenbogen eingearbeitet, der auf Säulen stand und symbolisch den *Mihrab* darstellte. Im Inneren des Bogens befindet sich die Grabinschrift, die – in diesem wie in anderen Fällen – auf den Namen, die Herkunft, den Titel des Beigesetzten und sein Todesdatum beschränkt war und Glaubensbekenntnis, Koranverse und religiöse Anrufungen anführte.","quote":"Dekorierte Steine"},"22ad153f-423c-5508-a362-937e5100efd8":{"title":"Krieg und Reitkunst","description":"Der Erfolg der Kavallerie ergab sich aus intensiver Übung und hochwertiger Ausrüstung. Die Soldaten trainierten in einem Hippodrom *(Maydan),* wo sie sich einem erbarmungslosen Drill unterzogen und Sportwettkämpfe ausfochten, u. a. Polo, Speer- und Keulenwurf. Im Gefecht wandten die Türken eine Vielzahl von Taktiken an: Pfeile aus der Entfernung, Lanze oder Schwert aus der Nähe. Araber wie Türken waren Meister im Umgang mit der Lanze, konnten selbst in voller Geschwindigkeit den Gegner aus nächster Nähe treffen. Schwerter waren hoch geschätzte Waffen, die häufig über ihren Ursprungsort und die Geschmeidigkeit bzw. Härte des Metalls identifiziert wurden. Die Schilde der muslimischen Soldaten waren üblicherweise rund, beim byzantinischen und fränkischen Heer waren eher rautenförmige Schilde beliebt.","quote":"„Schwerter wurden häufig über ihren Ursprungsort sowie Geschmeidigkeit und Härte des Metalls identifiziert.“"},"5374f1d7-28b8-5e64-8bb8-d12ba84fb6a1":{"title":"Der Schmuck: Reichtum, Prestige und Schutz"},"ca03bc94-3139-59a8-a6bb-af5e1368a210":{"title":"Geometrischer Dekor in der Buchkunst","description":"Wegen des göttlichen Charakters des Korans legten die Buchmaler großen Wert auf die sorgfältige Dekoration der ersten *(Fatiha)* und letzten *(Khatima)* Seite, die sie häufig ganzseitig illuminierten. Eine Kartusche markierte den Anfang einer Sure. Einzelne Seiten erhielten außerdem eine mehr oder weniger ausgearbeitete Rahmung aus geometrischen Mustern. In der Schlussformel der Schriften (Kolophon) waren normalerweise Datum und Ort der Herstellung und manchmal auch der Empfänger des Buches verzeichnet.","quote":"„Die Künstler legten großen Wert auf die sorgfältige Gestaltung der ersten *(Fatiha)* und letzten *(Khatima)* Seite des Korans.“"},"2c60ed37-eb2d-5736-98a0-24252466e0a4":{"title":"Westliche Einflüsse im Osmanischen Reich","description":"Ab dem 19. Jahrhundert begann das Osmanische Reich im Zuge der Modernisierung ein zentralisiertes Regierungssystem einzuführen.","extra":{"credits":"Western Influence in Ottoman Lands \n \nCurators & authors \nMohamed ABBAS, Cairo \nInci KUYULU ERSOY, Izmir \nAida NAGHAWI DODO, Amman \nZena TAKIEDDINE, Damascus \nSaloua ZANGAR, Tunis \n \nCoordination \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nFor Arabic, English, French and Turkish: \nPlease refer to [General Credits](https://islamicart.museumwnf.org/mwnf_credit.php) \nGerman: Merve Tolaman (translation); Eva Schubert (editor) \nItalian: Lavinia Amenduni \nPortuguese: Geisa Cristina Santos Carneiro Williams (translation); Cristina Correia (editor) \nSpanish: Arantza Morales \nSwedish: Lisa Lindström","intro_text":"Das Osmanische Reich umfasste nicht nur das Gebiet, das wir heute als die Republik Türkei kennen, sondern auch ein geographisch weit ausgedehnteres Areal, das von Völkern verschiedener ethnischer Herkunft bewohnt war, die in einer Vielfalt von Sprachen kommunizierten und sich oft auch in ihrer Religion unterschieden. Innerhalb dieser Vielfalt war es unvermeidlich, dass westliche Einflüsse im 18. und 19. Jahrhundert zu unterschiedlichen Zeiten und auf verschiedene Art und Weise in Erscheinung traten. Diese Zeit ist uns heute als die Periode der Verwestlichung des Osmanischen Reiches bekannt. \nBis zum 19. Jahrhundert bestand das Reich aus Provinzen, die von *Beglerbegs* und *Sanjaqs* regiert wurden, welche wiederrum unter der Herrschaft der von den Sultanen ernannten *Sanjaqbegs* standen. \nInnerhalb dieses Systems betätigten sich lokale Gemeinschaften, religiöse Gruppen und *Waqfs* als Vermittler von Geschäften des Reiches. Daraus ergab sich eine Symbiose des osmanischen Geschmacks mit lokalen Merkmalen und dies sowohl in der Kunst, wie auch in der Architektur. Ab dem 19. Jahrhundert begann das Osmanische Reich im Zuge der Modernisierung ein zentralisiertes Regierungssystem einzuführen. In diesem neuen zentralisierten System gingen eine strengere Kontrolle der Provinzen Hand in Hand mit der Errichtung von öffentlichen Bauten und Regierungseinrichtungen, deren Bauherr das Reich selbst war. \nWährend somit erste Beispiele eindeutig westlich geprägter Architektur in Istanbul und Anatolien bereits im 18. Jahrhundert anzufinden sind, waren diese Einflüsse ab dem 19. Jahrhundert auch in anderen Regionen zu erkennen. Ein weiterer wichtiger Faktor westlichen Einflusses, der bedeutende Veränderungen im Reich zur Folge hatte, war die Entwicklung direkter Beziehungen zwischen den großen Städten des Osmanischen Reiches und Europa. \nWährend der Periode des Kavalalı Mehmed Ali Pascha, der als osmanischer Gouverneur eine Zeit lang einen autonomen Staat in Ägypten errichtete, wurden enge politische und wirtschaftliche Beziehung zu Europa aufgebaut. In Istanbul sind die Auswirkungen dieser Beziehungen besonders gut erkennbar, dank der sich dort während der Sommermonate aufhaltenden ägyptischen Elite. \nObwohl der westliche Teil Nordafrikas mit den drei Provinzen Trablusgarb (das heutige Libyen), Tunesien und Algerien formell unter der Regierung von Gouverneuren stand, die von Istanbul ernannt wurden, waren die sogenannten *Deys* die eigentlichen Machthaber. Diese lokalen Herrscher waren in Europa durch direkte Kontakte bekannt. \nDer Wandel im Verwaltungs- und Gesellschaftssystem der Region trug wesentlich dazu bei, die Verbreitung der westlichen Kultur im Osmanischen Reich zu etablieren und zu beschleunigen.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/western_influence/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/42/portal_image/1.jpg","display_order":18}}},"55b7928a-e3bd-5865-b4c6-975a8167121f":{"title":"Visionen des Himmlischen Gartens und des Lebensbaums","description":"Oft bezieht sich die islamische Kunst auf den paradiesischen Lebensbaum, ohne allerdings eine bestimmte Baumart darzustellen. Allerdings zeigen auch die stilisierten Darstellungen immer einen üppigen Wuchs Schatten spendender, blattreicher und fruchtbarer Äste. Manchmal ist das Bild des Baumes durch das einer kostbaren Vase mit einem bunten, extravaganten Blumenstrauß ersetzt. Dieses Motiv geht auf die hellenistische Quelle des Lebens zurück. Es erinnert an die aufwändigen Blumenpräsentationen in den Arkaden islamischer Gartenpavillons und an die Blumenwunder in den paradiesischen Gärten.","quote":"„Darstellungen des paradiesischen Lebensbaums zeigen einen üppigen Wuchs Schatten spendender, blattreicher und fruchtbarer Äste.“"},"6780505e-c91f-5e51-8a78-74d186fc4a0b":{"title":"Islamische Gemeinden vor und nach der normannischen Eroberung","description":"Die Einführung von Bewässerungs- und Bebauungstechniken auf der Basis antiker Kenntnisse in weniger fruchtbaren Gegenden und die Errungenschaften hydraulischer Ingenieurskunst insbesondere aus Iran (etwa das großartige Netz der *Qanat)* sind herausragende Beispiele für den Aufschwung, den das Land in islamischer Zeit nahm.","quote":"„Bewässerungs- und Bebauungstechniken gehören zu den Paradebeispielen der Landschaftsgestaltung.“"},"be3643d7-c50e-574a-9d16-2e5d7e04d722":{"title":"Geometrischer Dekor in der Buchkunst","description":"Die religiösen Schriften der Muslime verboten jede Art der figürlichen Darstellung. Dies führte dazu, dass die Buchkunst sich auf abstrakte Motive, insbesondere auf geometrische Illuminationen, beschränkte. Für spezialisierte Berufe wie Buchbinder, Kalligraf oder Buchmaler war die Gestaltung von Büchern eine interessante Herausforderung. Die von ihnen entwickelten Dekorformen beeinflussten auch andere Künste, beispielsweise die Textilmanufaktur, die Schmiedekunst, die Kunsttischlerei. Selbst in der Architektur, etwa bei Inschriften an Gebäuden, zeigte sich die Wirkung dieser Errungenschaften. \nDie Koranhandschriften hatten gewöhnlich ein rechteckiges Hochformat. Es wurden aber auch Querformate und quadratische Exemplare angefertigt.","quote":"„Die Dekoration des Korans war für Buchbinder, Kalligrafen und Buchmaler eine reizvolle Aufgabe.“"},"8c88e6e2-52cb-52db-ae22-4a2afe00294d":{"title":"Geometrischer Dekor in der Textilkunst","description":"Schrift wurde als schmückendes Motiv auch im Textildekor eingesetzt. Die kufische Schrift eignete sich durch ihren geometrischen Duktus, ihre steile und eckige Kalligrafie besonders gut. In der Regel diente sie als Besatz von Stoffbändern, konnte aber auch verschiedenen geometrischen Mustern angepasst werden oder im Inneren ihrer Buchstaben mit geometrischen Mustern verziert werden. Die Beschriftungen von Textilien verweisen auf die Herkunft der Stücke, geben Lobreden auf Allah und die Herrscher wieder oder enthalten Koransuren und Gedichte.","quote":"„In der Regel wurden Stoffbänder mit Schrift besetzt.“"},"da37f448-7c1f-5fc6-ac49-a3a689b3f87a":{"title":"Zeremoniell und Zeitvertreib am Hof","description":"Nach Meinung eines Forschers ging es in den wiederkehrenden Motiven der Tänzerinnen, der Jagd und des Musizierens nicht nur um die Darstellung eines ausschweifenden Lebens, sondern um die Zurschaustellung königlicher Vergnügungen und Formen des Zeitvertreibs. Diese spielten sich am so genannten *Madschlis al-Lahu* statt – einem Ort, der zeremoniellen Vergnügungen vorbehalten war. Das Leben des Fürsten fand symbolische Darstellung durch seine Beteiligung an der Jagd, an Banketten und an Vergnügungen wie Tanz und Gesang. All dies war auch am Hof der Sassaniden üblich. Es diente dazu, den Fürsten zu verherrlichen und seine Erhabenheit zu unterstreichen.","quote":"„Das Leben des Fürsten fand symbolische Darstellung durch seine Beteiligung an der Jagd, an Banketten und an Vergnügungen.“"},"39c2b16b-ece0-532b-b8a3-a71ce6678645":{"title":"Die Beschützer der Heiligen Stätten","description":"Die Stiftungstätigkeit der *Sultane* an den Heiligen Stätten, darunter auch in Jerusalem, gestaltete sich in Form von Renovierungen, Unterhalt, Restaurierungen und Spenden. Da in Arabien Entscheidungen hinsichtlich der Heiligen Stätten aber Sache örtlicher Herrscher waren, übernahm ein Spender mit seiner Freigiebigkeit auch ein Stück weit die Autorität. Das Engagement der Osmanen für die Heiligen Stätten brachte also nicht zuletzt einen Herrschaftsanspruch zum Ausdruck.","quote":"„Das Engagement der Osmanen für die Heiligen Stätten brachte nicht zuletzt einen Herrschaftsanspruch zum Ausdruck.“"},"01a3e026-0ee5-5a3c-ada4-056b1dbede4c":{"title":"Die adlige und bürgerliche Mudéjarkunst","description":"Die Vorliebe für den in muslimischen Palästen vorherrschenden Komfort und Luxus breitete sich auf die gesamte Oberschicht aus. Man ließ sich von der muslimischen Architektur dazu inspirieren, die eigenen Residenzen nach dem neuesten Zeitgeschmack zu bauen und einzurichten. So stattete man die Wände mit hohen, gefliesten Sockelzonen aus und zog zahlreiche Holzdecken ein. Die Stuckarbeiten dekorierte man mit geometrischen, pflanzlichen und epigrafischen Motiven aus der muslimischen Tradition und versah sie mit Familienwappen und Schriftbändern in gotischen Lettern. Die Beliebtheit dieses Stils übertrug sich auf weitere Bereiche der zivilen Architektur wie zum Beispiel Universitäten.","quote":"„Muslimische Zivilgebäude“"},"6df85d25-d81f-566f-8e8a-02540066a550":{"title":"Türkei","description":"Der durch die Verwestlichung ausgelöste Veränderungsprozess wurde von der Persönlichkeit der Sultane dieser Zeit geprägt und kann als Phänomen betrachtet werden, in dem sich die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe und Denkweisen der Sultane widerspiegeln. Als Folge dieser Entwicklungen wurde 1839 das Tanzimat Firman (Tanzimat-Dekret) verkündet, das die Prinzipien und die Verwaltungsorganisation des Westens anerkennt und diese in das osmanische System übernimmt.","quote":"„Durch das im Jahr 1839 verkündete Tanzimat-Dekret wurden die Prinzipien und die Verwaltungsorganisation des Westens anerkannt und in das osmanische System übernommen.“"},"72236f27-2ff3-5d56-a623-02606a2fa355":{"title":"Pflanzen und Arabesken: Visionen der Ewigkeit und göttlichen Einheit"},"ef4d7209-5b0a-59f3-aef9-3982ae097af6":{"title":"Die Kunst außerhalb Istanbuls"},"8d71ce09-ebae-530f-ab2a-0c71746f1822":{"title":"Islamische Gemeinden vor und nach der normannischen Eroberung"},"aaf61a39-17ed-561e-8fc6-7e7f983d5ddd":{"title":"Ägypten","description":"Der wirtschaftliche, politische und kulturelle Verfall, der sich in dieser Zeit in den osmanischen Gebieten vollzog, könnte die Tendenz zur Verwestlichung ausgelöst haben, der der Wunsch nach Reformen zugrunde lag. Sichtbare Merkmale war der in allen Bereichen der Kunst präsente europäische Einfluss sowie die Anpassung spezifischer Elemente und Merkmale der islamischen Kunst. Die westlichen Einflüsse in den Gebäuden und Palästen strahlten Pracht und Opulenz aus, die von den osmanischen Sultanen und Königen besonders geschätzt wurden, weswegen sich dieser westliche Stil gegenüber islamischen Elementen wie *Muqarnas* oder geometrischen, pflanzlichen und epigraphischen Motiven durchsetzte.","quote":"“Die westlichen Einflüsse in den Gebäuden und Palästen strahlten Pracht und Opulenz aus, die von den osmanischen Sultanen und Königen besonders geschätzt wurde […]”"},"6f47a9bf-47af-5ba5-80f4-3405332e6bed":{"title":"Der Sultan und sein Hof","description":"An der Spitze der Mamluken stand ein – nun ebenfalls mamlukischer – *Sultan*, dessen Fähigkeiten ihn unter seinesgleichen zum Anführer gemacht hatten. Jeder *Sultan* hatte kraft seines Amtes und unabhängig von seinen persönlichen Ambitionen, Tätigkeiten oder Interessen eine Reihe von Pflichten zu erfüllen. Dazu gehörte vor allem anderen die Verteidigung und Verbreitung des orthodoxen *(sunnitischen)* Islam, der Schutz der Heiligen Städte und der anderen Heiligtümer in seinem Reich, sowie die Sicherung des islamischen *Kalifats,* das die Mamluken nach dem Fall Bagdads an die Mongolen 1261 in Kairo wiederbelebt hatten.","quote":"„Der *Sultan* der Mamluken war oberster Verteidiger des Glaubens, General, Staatsmann und Förderer der Künste in einem.“"},"a558466d-1411-5f51-bb99-70959fe5d70a":{"title":"Geometrischer Dekor in der Textilkunst","description":"Der Textil-, Gewebe- und Teppichdekor wurde von geometrischen Formen beherrscht, meist schlichte, zickzackförmige Streifen oder Linien, die kastenförmige Muster bildeten. Bereits sehr früh traten aber auch figurative Darstellungen auf, beispielsweise Wappentiere. Obwohl sie schematisch und unmodelliert dargestellt wurden, kann man die ursprünglichen Vorbilder erkennen. In der Farbgestaltung überwogen die Grundfarben Blau, Gelb und Rot und ihre jeweiligen Schattierungen. Für schimmernde Glanzeffekte wurden zudem Gold- und Silberfäden eingewebt. \nDie größte Innovation innerhalb des Teppichdekors war eine so umfassende Stilisierung, dass figürliche Darstellungen nahezu unkenntlich wurden. Häufig wurden die Teppichfelder in polygonale Medaillons unterteilt.","quote":"„Figurative Darstellungen wie beispielsweise Wappentiere traten als Gestaltungselemente auf.“"},"cd32f260-a216-5142-ba1e-9c46b541a116":{"title":"Moschee und Palast","description":"Nachdem die Fatimiden in *Ifriqiya* an die Macht gelangt waren, gründete der *Kalif* al-Mahdi 914 die Hauptstadt al-Mahdiyya. Der neuartige Grundriss der Anlage stellte das *schiitische* *Kalifat* gemäß der fatimidischen Weltsicht ins Zentrum. Dieses Muster prägte in der Folge alle Städtegründungen der Fatimiden: Nicht mehr die Moschee bildete das Zentrum des städtischen Lebens, sondern der prunkvoll dekorierte, mehrstöckige Palast des *Kalifen*, der sich als politisches Oberhaupt und geistlicher Führer der Dynastie zugleich verstand. Der Kalif verstand sich als Mittelpunkt der Stadt. Von seinem Palast in der *Kasbah* hatte er die Hauptmoschee nahe der Stadtmauer direkt im Blick.","quote":"„Die Fatimiden entwickelten ein Muster für ihre Stadtneugründungen, das das *schiitische* *Kalifat* ins Zentrum des Geschehens rückte.“"},"cca743b1-59ef-5ca4-9e68-aacc9793e3f9":{"title":"Die Entstehung der islamischen Kunst","description":"In der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts erbauten die Umayyaden über die gesamte syrische Steppe verteilt ihre prunkvollen und üppig dekorierten Paläste. Es sind vor allem diese isoliert stehenden Gebäude und nicht so sehr die Stadtpaläste, die uns Einblick in die Anfänge der islamischen Kunst gewähren.","quote":"„Prunkvolle Paläste mit farbigen Mosaiken, Freskomalereien, gemeißeltem Stuck und Marmorglanz.“"},"8b555882-9559-52d8-ae93-cfbbd27f9bfe":{"title":"Vergnügungen und Festlichkeiten am Hof"},"74c72f22-8df4-5152-a841-ae72115354c3":{"title":"Ägypten","description":"Das Interesse der Osmanen an europäischer Kunst, insbesondere an Barock und Rokoko, begann im 17. Jahrhundert. Die osmanischen Sultane waren bestrebt, europäische Elemente in verschiedenen Bereichen der Kunst einzuführen, wie z. B. in der Angewandten Kunst und in der Kleinkunst oder auch in der Architektur, insbesondere bei Moscheen und Palästen. Die Präsenz eindeutig westlicher Stilelemente nahm sowohl in Ägypten wie auch in anderen Regionen des Osmanische Reiches im 18. und 19. Jahrhundert merklich zu, da die Osmanen vermehrt europäische Architekten, Baumeister und Dekorateure beauftragten, deren Arbeiten stark vom Prunk des Barock und Rokoko geprägt waren. Dieser zeichnete sich überwiegend durch spiralförmige und geschwungene Linien anstelle gerader Kanten und rechter Winkel aus. In einigen Moscheen, Palästen und *Sabils* (Brunnen) wurden die islamischen *Muqarnas* durch vorspringende Gesimse aus Akanthusblättern ersetzt. Die künstlerischen Normen des Barock und Rokoko fassten in Ägypten – damals eine der Provinzen des Osmanischen Reiches – schnell Fuß. Die französische Expedition nach Ägypten in den Jahren 1798-1801 trug weiter zur Verbreitung westlicher Einflüsse bei, die in der Hauptstadt Kairo am deutlichsten erkennbar sind.","quote":"\"Die künstlerischen Normen des Barock und Rokoko fassten in Ägypten – damals eine der Provinzen des Osmanischen Reiches – schnell Fuß.\""},"27a7074c-9378-500f-b1ed-4b1612e2a219":{"title":"Die Bedeutung einzelner Pflanzen und Blumen","description":"Einige Blumen waren besonders beliebt und wurden in den bildenden Künsten der muslimischen Welt immer wieder dargestellt. Zu den größten Favoriten zählte die Rose. Nach der volkstümlichen islamischen Überlieferung entstand die Rose aus einem Schweißtropfen, den der Prophet Muhammad auf seiner wunderbaren nächtlichen Reise ins Paradies verlor. Die Rose symbolisiert außerdem die Einheit Gottes, und ihre Blütenblätter sind ein Bild für die muslimische *Umma* oder Gemeinschaft. Andere sehen in der Rose ein Symbol des Propheten, der in den Herzen aller Gläubigen wohnt. Ihre Dornen stehen für die Schwierigkeiten, die Muslimen auf der Suche nach Gott widerfahren. Ihr Duft soll jenen der Rosengärten im Paradies vorwegnehmen.","quote":"„Einige Blumen waren besonders beliebt. Zu den größten Favoriten zählte die Rose.“"},"5ae1c986-c80f-5678-ba60-13ff1b19d638":{"title":"Das Streben nach Baraka: Pilgerfahrten nach Jerusalem und Palästina","description":"Als Folge der Vorliebe des Propheten für Jerusalem wurde es unter pilgernden Muslimen zur Tradition, diese Stadt nach dem jährlichen *Haddsch* zu besuchen und dort weiteren Segen *(Baraka)* zu empfangen. Sein besonderer Status sorgte dafür, dass sich Jerusalem über Jahrhunderte der Aufmerksamkeit vieler muslimischer Wohltäter erfreuen konnte. *Kalifen, Sultane* und *Emire* trugen das Ihre zum Wohlergehen der Stadt bei. In der Hoffnung auf Vergebung und Belohnung im nächsten Leben gründeten sie viele karitative Stiftungen.","quote":"„Jerusalem erfreute sich über Jahrhunderte der Aufmerksamkeit vieler muslimischer Wohltäter.“"},"7d659fcb-96c1-59dd-8424-245eaf39b9cd":{"title":"Die andalusisch-maghrebinische Kunst","description":"Die Durchsetzung der auf religiöser Strenge basierenden Kunstströmung verlief in zwei Etappen. Nachdem sie aus dem Maghreb kommend in *al-Andalus* Eingang gefunden hatte, wurde das Kunstschaffen auf beiden Seiten der Straße von Gibraltar einheitlich. Zu Beginn schmucklos, wurde die Kunst durch den Einfluss der früheren andalusischen Kunst deutlich verfeinert.","quote":"Almoraviden und Almohaden – eine maghrebinisch-andalusische Kunst"},"84a22b47-284c-5dd3-8bd8-63874c62d17e":{"title":"Der Hof","description":"Charakteristisch für den Hof war neben der Zurschaustellung von Reichtum auch eine elegante und protokollarisch perfekte Lebensführung. Es war üblich, mit hohen Gästen oder Gesandten und Würdenträgern aus dem Ausland prunkvolle Geschenke auszutauschen. Diese Präsente verkörperten die herrschaftliche Macht. Die Widmungen und die höfische Ikonografie ihres Dekors weisen einige als ausgezeichnetes Propagandainstrument aus. \nDie große Nachfrage nach Luxusgütern durch den Hof brachte königliche Werkstätten hervor. In den Städten wurden Manufakturen gegründet, die Handel trieben und den Hof belieferten.","quote":"Elfenbeinkästen – ein Geschenk von außerordentlichem Wert"},"7fdb8cb0-22ea-566f-a81b-259013b7d4a3":{"title":"Besiedlung und Alltagskultur"},"0b479143-91f2-528d-88e6-5a5d5ad84169":{"title":"Prunkvolle Schneiderkunst: Tiraz und zeitgenössische Kostüme","description":"Im Kairoer Palast wurde die private Garderobe des *Kalifen* mit seinen *Tiraz*\\-Gewändern von weiblichen Angestellten betreut. Aus einem nahe gelegenen Garten stammten die Blumen für die Parfümierung der Gewänder. Eine zweite Palastgarderobe war für den allgemeinen Gebrauch des Hofes bestimmt. Vollständig erhaltene fatimidische *Tiraz*\\-Ensembles gibt es kaum, doch die Fragmente lassen vermuten, dass viele aus Leinen oder Seide in den verschiedensten Farben hergestellt und mit Seide bestickt waren. Weitere Hinweise auf das Aussehen der Kleidung und der damaligen Mode finden sich auf fatimidischen Holz- und Elfenbeinschnitzereien sowie auf Keramiken. Sie zeigen Männer und Frauen beim Essen, Jagen oder Musizieren in Gewändern, zu denen Turbane, Halstücher und Tuniken mit Gürteln gehörten. Viele davon waren mit *Tiraz*\\-Schleifen verziert.","quote":"„Vollständig erhaltene, fatimidische *Tiraz*\\-Ensembles gibt es kaum, aber die Fragmente lassen auf großen Farbreichtum schließen.“"},"3dacef6f-9661-56d6-bef1-ed4eac1076a0":{"title":"Der Umgang mit dem Wasser","description":"Kenntnisse der Bewässerungstechniken erlaubten es den arabischen Herrschern, ihren Einflussbereich bis zur Mittelmeerküste auszudehnen. Der Unterhalt von Zisternen in den *Karawansereien* war für Reisende, Kaufleute und Pilger lebensnotwendig. In der Wüste grub man Kanäle, um das Land zu bewässern. Entlang der Flüsse entstanden mechanische Bewässerungsanlagen. Mit Hilfe von Tiefbrunnen wurde das Wasser fernab der Flüsse genutzt."},"500b667f-8d91-5d1a-9be3-3d41d2538920":{"title":"Die Kultur des Wortes","description":"Da die islamische Kultur von jeher besondere Hochachtung vor dem gesprochenen und geschriebenen Wort hatte, verwenden arabisch- und nicht arabischsprachige muslimische Gesellschaften gleichermaßen große Sorgfalt auf das Schreiben und Vorlesen. Entsprechend angesehen ist unter Muslimen die Kalligrafie. Das hat dazu geführt, dass diese Kunst in den verschiedensten Techniken für religiöse und weltliche Zwecke gleichermaßen ausgeübt wurde. Kalligrafien finden sich auf Gebäuden, Büchern, Münzen und Metallwaren, auf offiziellen Dokumenten und *Tiraz*\\-Stoffen, auf Keramik, Holz, Elfenbein, Stein, Glas und fast allen anderen denkbaren Trägermaterialien.","quote":"„Kalligrafien finden sich auf fast allen denkbaren Trägermaterialien.“"},"647c6643-4c92-5053-a855-7bc6c0f2444a":{"title":"Arabische Kalligrafie","description":"„Gott sagte zum Propheten: ,Lies, denn dein Herr ist allgütig. / Der mit dem Schreibrohr lehrt, / lehrt den Menschen, was er nicht wusste.'“(Koran, 96: 3-5)","extra":{"credits":"Curators & authors \nMohammad ABBAS, Cairo \nNoorah AL-GAILANI, Glasgow \nDina BAKKOUR, Damascus \nJamila BINOUS, Tunis \nAicha BENABET, Tunis \nElsayed HAMAD, Cairo \nTaha KHECHINE, Kairouan \nMourad RAMMAH, Kairouan \nSalah SAYAOUR, Cairo \nTarek TORKY, Cairo \n \nCoordination \nSaloua ZANGAR, Tunis \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Ebenso wie das gesprochene und geschriebene Wort den Kern der islamischen Kultur bildet, steht die arabische Kalligrafie im Zentrum der islamischen Kunst. Der Islam begann mit der göttlichen Offenbarung von Gottes Worten an den Propheten Muhammad (ca. 570-632). Daraus entstand der Koran, das heilige Buch des Islam. Von Beginn an ermutigten der Prophet und seine Nachfolger die Gemeinschaft der Muslime, Lesen und Schreiben zu lernen. Umar ibn al-Khattab – der zweite *Kalif* nach dem Tod des Propheten – soll gesagt haben: „Die beste Schrift ist die deutlichste, und die deutlichste Schrift ist die beste.“ Und der vierte *Kalif,* *Imam* Ali, wird mit den Worten zitiert: „Eine gute Schreibweise macht die Wahrheit deutlicher.“ Dieses Augenmerk auf die Vervollkommnung des Schreibens ermutigte in der Folge zu Höchstleistungen auf dem Gebiet der Kalligrafie. \nNach dem Tod des Propheten Muhammad begannen die ersten *Kalifen* mit der Sammlung und Zusammenstellung aller Offenbarungen des Koran zu einem einzigen, endgültigen Buch. Schreiber wurden angestellt, um es zu vervielfältigen. Als sich der islamische Staat über die Grenzen Arabiens ausdehnte, wurde es besonders wichtig, die Regionen mit korrekten und autorisierten Abschriften des Koran zu versorgen. Diese Arbeit erforderte vor allen Dingen Genauigkeit, aber auch auf die Qualität und Langlebigkeit der hergestellten Bücher wurde große Sorgfalt verwandt. Über die gesamte islamische Welt verteilt entstand – besonders nach der Einführung der Papierherstellung im Nahen Osten – eine Handschriftenproduktion. \nAuch die Arabisierung von Politik und Verwaltung im expandierenden islamischen Reich unter dem umayyadischen *Kalifen* Abd al-Malik ibn Marwan (Regierungszeit 685-707) war maßgeblich für die Entwicklung der arabischen Kalligrafie. Außerhalb der arabischsprachigen Welt begannen mehrere Regionen und Völker, das arabische Alphabet zum Schreiben ihrer eigenen Sprachen zu benutzen. Persisch, Türkisch und später auch Urdu passten die arabischen kalligrafischen Schreibstile an ihre Erfordernisse und ästhetischen Vorlieben an.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/arabic_calligraphy/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/19/portal_image/1.jpg","display_order":11}}},"94a60eaa-c709-51fa-b5cd-f7f16a0f40a8":{"title":"Tunesien"},"4bc22fb3-22f6-5931-bd3d-965aeb5ee21f":{"title":"Das abbasidische Ägypten","description":"Als die Abbasiden mit Aufständen im südlichen Irak und weiter im Osten des Reiches zu kämpfen hatten, überließen sie Ägypten zunehmend sich selbst. Ibn Tulun gewann dadurch an Autonomie. Er ließ seine eigenen Münzen prägen und brachte Syrien und Palästina unter seine Kontrolle. Als die Abbasiden ihn zu disziplinieren versuchten, verbot er das Freitagsgebet für den *Kalifen* und ließ dessen Namen von den *Tiraz*\\-Stoffen entfernen. Diese Zeit der Unabhängigkeit und regionalen Vorherrschaft brachte Ägypten Stabilität und Wohlstand. Viele Dichter, Wissenschaftler und Kunsthandwerker zog es nach Fustat. Nach Ibn Tuluns Tod im Jahr 884 führten sein Sohn, zwei Enkel und ein Bruder die Herrschaft der Tuluniden weiter, bevor die Abbasiden 905 Ägypten wieder unter ihre Kontrolle bringen konnten.","quote":"„Diese Zeit der Unabhängigkeit und regionalen Vorherrschaft brachte Ägypten Stabilität und Wohlstand.“"},"e5a16576-99a6-59e3-b60e-463525d95dd9":{"title":"Das Streben nach Baraka: Pilgerfahrten nach Jerusalem und Palästina"},"4a887d81-bba5-56d2-aa88-42a28d04c83a":{"title":"Kalligrafische Schulen","description":"Arabische Kalligrafien wurden auf den unterschiedlichsten Materialien geschrieben, darunter Pergament und Papier. Kalligrafen bereiteten die Zutaten ihrer Tinte eigenhändig vor und schnitten ihre Federn selbst. Inschriften verfasste man aus den verschiedensten Anlässen. Obwohl die Kalligrafie ein Beruf war, praktizierten auch Amateure aus allen Schichten der Gesellschaft das Schreiben als Kunst. In islamischen Gesellschaften wurden die kalligrafischen Arbeiten berühmter Meister hoch geehrt und als Kulturschätze gesammelt.","quote":"„Kalligrafen bereiteten die Zutaten ihrer Tinte eigenhändig vor und schnitten ihre Federn selbst.“"},"47d7f8f6-10ef-57a4-b7b8-cfe315a78fb3":{"title":"Saladin im Heiligen Land","description":"Der westliche Teil der Levante spielte eine große Rolle in der Ära der Kreuzzüge. Diese Gegend war mit Burgen übersät. Die Festungen wechselten zwischen Kreuzfahrern und Muslimen häufig den Besitz. Nach dem Sieg in der Schlacht von Hittin übernahm die Armee Saladins einige europäische Burgen, darunter auch Karak und Schaubak. Saladins Erben, die Ayyubiden, bauten diese Burgen ebenso aus wie später die Mamluken im 13. und 14. Jahrhundert. Europäische und muslimische Baumeister hinterließen an den Festungen ihre Spuren, und es ist heute schwierig festzustellen, wer welche Teile der Anlagen gebaut hat. Klar ist, dass die Europäer neue Militärtechnologien in die Levante brachten und ihrerseits die Techniken islamischer Baumeister übernahmen.","quote":"„Die Burgen wechselten zwischen Kreuzfahrern und Muslimen häufig den Besitz.“"},"f8ba8b16-3482-51fa-a0f4-ba6003540b9d":{"title":"Räume der Macht – die Palastbauten","description":"Nach der Unabhängigkeit vom *Kalifat* des Ostens konzentrierte sich die politische und religiöse Macht auf neue Herrscher, die ihre östlichen Rivalen mit dem Bau von luxuriösen Palastbauten übertreffen wollten. Fast alle Herrscher nutzten den Machtzuwachs, um Residenzen und Machtzentren für sich selbst oder ihre Statthalter zu erbauen. \nGewöhnlich lagen die Palastanlagen vor der Stadt und waren prächtig ummauerte „Palaststädte“. Waren sie in der Stadt selbst angesiedelt, so wurden sie am höchsten Punkt des Ortes erbaut und mit einer Mauer umgeben. Diese „Palastfestungen“ dienten zur Herrschaft über die Stadtbevölkerung und zur Verteidigung der herrschenden Machthaber.","quote":"Die Palastanlage – ein ummauerter Bereich"},"3ef8c668-699a-5cd8-80dc-b34b51eb0c56":{"title":"Al-Raqqa: Die Hauptstadt des Kalifen Harun al-Raschid in Syrien","description":"Die Zwillingsstädte al-Raqqa und al-Rafiqa liegen an den Ufern des Euphrat. An strategisch wichtiger Stelle besetzten sie die Handels-, Post- und Pilgerrouten zwischen den östlichen und westlichen Teilen des Abbasidenreichs. Obwohl al-Raqqa schon in prähistorischer Zeit entstand, erlangte es seine Bedeutung erst unter den Abbasiden. Der *Kalif* Abu Dschafar al-Mansur (Regierungszeit 754-75) verliebte sich auf der Durchreise in den Ort und schätzte sein angenehmes Klima. Er entschied, neben der Altstadt eine befestigte Palaststadt zu errichten, die er al-Rafiqa nannte. Von diesem Zeitpunkt an war al-Rafiqa (al-Raqqa) die Sommerresidenz der abbasidischen *Kalifen* in Bagdad. Es diente auch als Zufluchtstätte in Zeiten politischer Unruhe.","quote":"*„Al-Rafiqa wurde zur Sommerresidenz der abbasidischen* Kalifen *in Bagdad.“*"},"d3c09fd8-614a-5317-a73b-07bb96f5d57c":{"title":"Saladin im Heiligen Land"},"38f5d49f-e4cd-5dbc-9056-b930d8d46019":{"title":"Die Reise einer islamischen Kanzel","description":"Der *Minbar* gelangte so an seine ruhmreiche neue Heimstatt in der Ibrahimi-Moschee von Hebron. Hier ruhten bereits mehrere biblische Propheten, darunter Abraham, Isaak und Jakob. Wegen ihrer Verbindung mit dem Propheten Abraham ist diese Moschee auch Muslimen besonders heilig, denn nach dem islamischen Glauben ist Abraham der Vater aller Propheten, und Muhammad wurde ermutigt, seinem Beispiel zu folgen.","quote":"„Der *Minbar* gelangte in seine ruhmreiche neue Heimstatt in der Ibrahimi-Moschee von Hebron.“"},"5d8d84b8-9df4-5581-af50-feecdace83f5":{"title":"Islamische Gemeinden vor und nach der normannischen Eroberung","description":"Die arabische Zeit Siziliens ist insgesamt länger anzusetzen, wenn man berücksichtigt, dass Lebensweisen, Wohnkultur und sozialer Umgang aufrechterhalten wurden und an vielen Orten weiterhin Gepflogenheiten und Rituale aus der islamischen Periode herrschten. Vor allem in kleineren Städten gab es Gebäude, die – auch wenn sie auf den ersten Blick als Abwandlung heimischer Bauweisen erscheinen – Ähnlichkeiten zu maghrebinischen Städten aufweisen und damit den Beitrag deutlich machen, den die islamische Präsenz auf der Insel leistete.","quote":"„Die arabische Zeit Siziliens ist wesentlich länger anzusetzen, wenn man in Betracht zieht, wie lange sich Gewohnheiten und weitere Nutzung von islamischen Orten in der normannischen Periode hielten.“"},"9da4357e-97c6-5bd4-aadd-f2077c7eccf0":{"title":"Reisen und Handel","description":"Unter der Regentschaft der *Atabege* und Ayyubiden entwickelten sich die Städte Syriens und Dschaziras zu wichtigen politischen, ökonomischen und kulturellen Zentren. Die Region zog Soldaten, Gelehrte, Händler und Handwerker an, entwickelte sich zu einer kulturellen Drehscheibe, einer multiethnischen und multilingualen Gesellschaft aus Arabern, Persern, Türken und Kurden.","quote":"„Die Region zog Soldaten, Gelehrte, Händler und Handwerker an.“"},"343819d8-e720-529d-a3f2-a9d6277501c0":{"title":"Tierdarstellungen","description":"Tierdarstellungen entstanden in verschiedenen Techniken: Mosaik, Malerei und Skulptur, außerdem als Dekorationen auf Gebäuden. Obwohl Tiermotive in zahlreichen Materialien ausgeführt wurden, gab es sie am häufigsten in Stein, Ton, Metall, Holz und Elfenbein. Haustiere und Wildtiere wie Stiere, Pferde, Kamele, Gazellen, Onager, Hirsche, Tauben, Adler, Störche, Schlangen, Kaninchen, Affen, Katzen und Löwen gehörten zum Repertoire. Mythische Tiere wie Harpyien, Einhörner, geflügelte Pferde und Greife wurden aus der griechisch-römischen Tradition übernommen.","quote":"„Mythische Tiere wie Harpyien, Einhörner, geflügelte Pferde und Greife wurden aus der griechisch-römischen Tradition übernommen.“"},"dfd16be7-b25b-5454-8dba-80cf0cda47b8":{"title":"Der Umgang mit dem Wasser","description":"Bei der Trockenheit der Region war es entscheidend, Mittel und Wege zur Erfassung und Kanalisation natürlicher Quellen zu finden und das Regenwasser für spätere Nutzung zu speichern. Das galt in besonderem Maße entlang der Pilgerrouten, in den *Khanen,* *Karawansereien* und *Wikalas*. Diese Unterkünfte mit Wasser zu versorgen und für die Sicherheit der Karawanenrouten zu den heiligen Stätten zu sorgen, war Aufgabe der Statthalter.","quote":"„Es war entscheidend, Mittel und Wege zur Erfassung und Kanalisation natürlicher Quellen zu finden und das Regenwasser für spätere Nutzung zu speichern.“"},"94130d65-0910-5b0b-a913-78dfa23191b4":{"title":"Das Heilige Land der drei Religionen"},"61bd4ed5-85c4-5ab9-88e8-0e600ef3d9cd":{"title":"Mudéjargewerbe","description":"Die in die christliche Gesellschaft eingegliederten Mudéjaren brachten dort ihre technischen Kenntnisse ein. Ihr Können entsprang dem Wissen aus der Antike und wurde kontinuierlich weitergegeben. Die von den Mudéjaren ausgeübten Gewerbe spielten eine wichtige Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung der neuen Königreiche auf der Halbinsel. Auch in den Gewerbe- und Zunftordnungen dieser Epoche war ihr Einfluss deutlich spürbar. Das Baugewerbe, insbesondere das Maurer- und Stuckateurhandwerk, nahm dabei eine herausragende Stellung ein. Ersteres hatte die Aufgabe, das Fundament und den Rohbau zu erstellen, letzteres war für die Verkleidung und Ausschmückung der Wände zuständig. Als besonders geschickt galten auch die Schreiner, die Metall-Handwerker, die Töpfer und Weber.","quote":"„Die Kunsthandwerker der Mudéjaren wurden wegen ihres herausragenden Könnens in vielen Gewerbebereichen sehr geschätzt.“"},"79e2b8e9-7cfa-5332-82b0-542b14234df5":{"title":"Zeremoniell und Zeitvertreib am Hof"},"eddac8a0-9c6b-5866-bceb-4f157fa5a04a":{"title":"Krieg und Reitkunst"},"81a769fe-d87f-5009-a3e9-568e47eae420":{"title":"Moschee und Palast"},"e26df9ee-c3ec-50ad-8f99-5e7f98714dba":{"title":"Istanbul, die Hauptstadt der Osmanen","description":"*Sultan* Mehmed II., der mit seiner Eroberung Konstantinopels den Namen „Fatih“ (Eroberer) erwarb, beeinflusste maßgeblich die Entwicklung der Stadt. Er begann mit Wiederaufbauarbeiten, sorgte für Bevölkerungswachstum und förderte den Handel. Der Topkapı-Palast, die Basare und Wasserstraßen entstanden auf seine Anweisung und wurden von nachfolgenden *Sultanen* weiter ausgebaut. Die Osmanen krönten die „Stadt der Sieben Hügel“ mit Gebäudekomplexen und schmückten die Straßen mit Springbrunnen. Viele neue kommerzielle, zivile und militärische Bauten entstanden, um den Bedürfnissen einer wachsenden städtischen Gesellschaft zu entsprechen.","quote":"„Die Osmanen krönten die „Stadt der Sieben Hügel“ mit Gebäudekomplexen und schmückten die Straßen mit Springbrunnen.“"},"3a33eeec-8d4a-5425-b4d3-875f171e5011":{"title":"Wasser zum Trinken und Wasser zum Waschen","description":"Gekocht wurde Wasser für die Zubereitung von Speisen und für andere Zwecke in großen dreibeinigen Kesseln oder kleineren Töpfen mit Metallfüßen. Wenn eine Suppe oder ein Eintopf in einem Kessel zubereitet worden waren, füllte man sie zum Auftragen und Essen in Schüsseln aus Metall oder glasierter Keramik. Trinkwasser nahm man aus gläsernen Kelchen mit gravierter, gegossener, emaillierter oder vergoldeter Dekoration zu sich. Unglasierte irdene Krüge mit durchbrochenen Filtern im Hals wurden verwendet, um das Wasser sauber und kühl zu halten. Der poröse Ton filterte das Wasser und kühlte es, indem er den Luftaustausch ermöglichte.","quote":"„Unglasierte irdene Krüge mit durchbrochenen Filtern im Hals wurden verwendet, um das Wasser sauber und kühl zu halten.“"},"25920ee3-8f72-5764-8504-8c11dfeff2db":{"title":"Der heilige Koran","description":"Der Aufbau des Koran folgt einem festgelegten Schema. Name und Anzahl der Verse sind im Titel des jeweiligen Kapitels angeführt. In aufwändiger gestalteten Versionen sind diese Erläuterungen oft reich verziert, in einfacheren und preiswerteren dagegen schlicht gehalten. Mit Blattvergoldung und anderen Pigmenten wurde bei der Dekoration der Titelseiten, Kapitelüberschriften und Verszählungen nicht gespart. Koran-Manuskripte wurden in der *Kufi-,* *Naskhi-,* Thuluth- und anderen arabischen Schriften kopiert. Mehrbändige Ausgaben bestanden aus zwei, vier oder auch dreißig Bänden, wobei die Aufteilung der Bände ebenfalls einem bestimmten Schema folgt. Die mehrbändigen Ausgaben sind oft aufwändig gebunden und in herrlichen Kassetten oder Schränken verwahrt. Besondere Bücherständer wurden hergestellt, damit man leichter aus dem Koran vorlesen oder das Buch aufgeschlagen vor sich hinstellen konnte.","quote":"„Mehrbändige Ausgaben bestanden aus zwei, vier oder auch dreißig Bänden. Die Aufteilung der Bände folgte einem bestimmten Schema.“"},"bc7fb8be-cdce-5445-b548-ff8fbfd12324":{"title":"Wissenschaft und Lehre","description":"Im muslimischen Westen wurden die Erforschung und das Wissen der theoretischen und angewandten Wissenschaften intensiv gefördert. Bei letzteren treten in der Zeit des *Kalifats* von Córdoba die Medizin, die Chirurgie, die Arzneikunde und die Tierheilkunde mit so herausragenden Persönlichkeiten wie Abu al-Qasim al-Zahrawi (Abulcasis) oder Ibn al-Baitar hervor. Beide waren Autoren umfangreicher Enzyklopädien.","quote":"Angewandte Wissenschaft"},"aa67e1af-35cc-5e7a-99e2-d1870c0b4ca7":{"title":"Zwei mamlukische Sultane gegen die ‚Franken’","description":"Obwohl die Ayyubidendynastie (1169-1260) große Erfolge gegen die Kreuzfahrer verzeichnen konnte, gelang es ihr nicht, diese vollständig aus der Levante zu vertreiben. Nach weiteren 50 Jahren des Kampfes verjagten schließlich die ägyptischen Mamluken die „Franken“ aus dem Heiligen Land und den Küstengebieten Syriens.","quote":"„Schließlich verjagten die ägyptischen Mamluken die „Franken“ aus dem Heiligen Land und den Küstengebieten Syriens.“"},"b1e5cc51-1bae-53e9-9ca7-b41d062600ac":{"title":"Türkisch-islamische Kunst in Anatolien vor den Osmanen","description":"Die Architekturdekoration der Seldschuken bestand hauptsächlich aus Keramikfliesen, Stein, Holz und Gips. Auf Grund des islamischen Einflusses kamen florale und geometrische Motive und Inschriften bei der Dekoration religiöser Gebäude bevorzugt zum Einsatz. Aber auch die figurative Kunst wurde ausführlich gepflegt, besonders in den Palästen. Eine ganz eigene Welt der menschlichen, tierischen und mystisch-talismanischen Kreaturen entstand, die sich genauer Beobachtung und lebhafter Vorstellungskraft verdankte. Diese Figuren sind einer von vielen Beweisen dafür, dass im Islam die figürliche Darstellung nicht unterdrückt wurde.","quote":"„Eine eigene Welt der menschlichen, tierischen und mystisch-talismanischen Geschöpfe entstand, die sich genauer Beobachtung und lebhafter Vorstellungskraft verdankte.“"},"906067fa-11f7-54b0-a094-74a0bbde97ff":{"title":"Kairo, Damaskus und Jerusalem: die geistigen Zentren des Mamlukenreiches","description":"Als Sitz des *Kalifats* war Kairo zugleich Zentrum der religiösen Unterweisung und der Forschung. Seine religiösen Einrichtungen – vor allem die Azhar-Universität und der *Sultan*\\-Hasan-Komplex – erhielten großzügige Spenden und Stiftungen *(Waqf*) von *Sultanen,* hohen Offizieren und Beamten zur Förderung der *sunnitischen* Theologie und der wissenschaftlichen, vor allem medizinischen, Forschung. Das Vorzeigekrankenhaus *(Bimaristan)* von *Sultan* Qalawun wurde 1284 in Kairo gebaut. Hier unterrichtete man medizinische Fachgebiete von der Chirurgie bis zur Augenheilkunde. Es gab 100 Betten, eine umfassende Bibliothek und eine Apotheke.","quote":"„Im *Bimaristan* von *Sultan* Qalawun unterrichtete man medizinische Fachgebiete von der Chirurgie bis zur Augenheilkunde.“"},"ecdac084-8c2d-5ed0-b7b0-f96e5e40a7a1":{"title":"Räume der Macht – die Palastbauten","description":"In den höfischen und städtischen Münzstätten, die über das Prägerecht verfügten, wurden Münzen hergestellt. Sie erlaubten dem Herrscher die Kontrolle über die nötigen Geldmengen für die regelmäßige Besoldung des Heeres und der Beamten und garantierten eine reibungslose Amtsführung. \nDie Münze war eines der deutlichsten Symbole herrschaftlicher Macht, zumal die Qualität und Reinheit des Edelmetalls ein Zeichen für die wirtschaftliche und politische Kraft des Herrschers darstellte.","quote":"Die Münzstätte – wirtschaftliche Kontrolle und Herrschaftssymbol"},"ab61d1b6-fc37-59e8-a3b2-262f917d2f6e":{"title":"Das Zusammenleben der drei Kulturen","description":"Von Tunesien bis zur portugiesischen Algarve gibt es genügend Belege für die Existenz von Christen auf muslimischem Gebiet. Bedingt durch das Geschäftsleben war das Zusammenleben in den Städten enger als auf dem Land. In manchen Fällen verfügten die christlichen Gemeinschaften über eine gewisse Macht und ausreichende Wirtschaftskraft, um sich aufwändig gearbeitete Kunstwerke zu leisten. \nDie jüdischen Gemeinschaften, die bereits in vorislamischer Zeit im später muslimischen Westen angesiedelt waren, lebten unter den verschiedenen Dynastien in eigenen Vierteln mit den Muslimen zusammen. Sie übten administrative und kunsthandwerkliche Tätigkeiten aus und nahmen am sozialen wie wirtschaftlichen Leben teil.","quote":"Christen und Juden in muslimischen Gebieten"},"502462bc-e227-5ed9-b9ed-e3c4625d085e":{"title":"Das Kunsthandwerk","description":"Zur Zeit der Fatimiden erreichte das Kunsthandwerk hinsichtlich Qualität und Quantität ein bis dahin unbekanntes Niveau. Hoch qualifizierte Handwerker erzeugten die kompliziertesten Artefakte aus den verschiedensten Materialien. Sie waren eingestellt auf die Anforderungen einer höfischen wie auch städtischen Kundschaft. \nDie wertvollsten Objekte waren dem Hof der Fatimiden vorbehalten. Prinzen und Höflinge wetteiferten um den Besitz von Gefäßen aus teurem, importiertem Bergkristall. Auch Glas fand weite Verbreitung, und die Förderung durch die Fatimiden ermöglichte es der Glasindustrie in Fustat, beim Blasen, Formen, Schneiden und Prägen die höchsten technischen Standards zu setzen.","quote":"„Zur Zeit der Fatimiden erreichte das Kunsthandwerk qualitativ und quantitativ ein bis dahin unbekanntes Niveau.“"},"7200b864-706c-5b6f-b1a4-7bcfad4e72c5":{"title":"Kalligrafie an Gebäuden","description":"Kalligrafische Inschriften auf Bauten hatten zwei wesentliche Funktionen: In einem religiösen Kontext behaupteten sie die Geltung des Islam; im Bereich der Politik halfen sie beim Aufbau eines Staates im Geist des neuen religiösen Denkens. Ab dem 9. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch, Gebäude mit Inschriften zu versehen, in der gesamten islamischen Welt. Inschriften verdeutlichten den Zweck eines Gebäudes. Auf Moscheen und anderen religiösen Einrichtungen waren Verse aus dem Koran, Gebete, Danksagungen an Stifter und Lobpreisungen Gottes ebenso zu lesen wie die Daten der Bauarbeiten. Sie richteten sich an die Nachwelt und enthielten unter Umständen eine politische oder religiöse Botschaft. Aus Inschriften auf weltlichen Bauten erfuhr man oft das Baujahr und Einzelheiten über den Architekten und die beteiligten Handwerker. Immer wieder ging es auch darum, einem *Kalifen,* Herrscher oder reichen Gönner Ehrerbietung zu bezeugen und sich so dessen Macht und Wohlwollen zu sichern. Einige kalligrafische Stile wurden ausschließlich unter ästhetischen Gesichtspunkten entwickelt – eine Besonderheit der arabischen Kalligrafie. Meist ging es aber bei Inschriften neben der Schönheit auch um die gute Lesbarkeit.","quote":"„Etliche kalligrafische Stile wurden ausschließlich unter ästhetischen Gesichtspunkten entwickelt.“"},"00a9f1ac-ad56-56fb-b46c-95f05a196c8c":{"title":"Die volkstümliche und religiöse Mudéjarkunst"},"8b2c362e-437e-54a1-8dd6-250b89aa0eb5":{"title":"Explore Islamic Art Collections"},"e89dae11-6238-53a2-838c-8433b2388478":{"title":"Die Mudéjarkeramik"},"f78b948c-3d4a-57bd-8aa5-5da02d955c9a":{"title":"Das Kunsthandwerk","description":"Die Schnitzereien der Fatimiden aus einheimischen und importierten Hölzern zeichneten sich durch komplizierte Hochrelief-Techniken aus. Oft sind die lebhaften figurativen Szenen in verschiedenen Hölzern ausgeführt. Täfelungen wurden manchmal auch bemalt, lackiert und mit Brandschutzmitteln behandelt. Gelegentlich waren Holztore mit verzierten Kupferblechen überzogen. Elfenbein und andere Knochen wurden ebenso geschnitzt und als Intarsien in andere Materialien eingearbeitet. \nDer Reichtum der Fatimidendynastie zeigte sich nicht zuletzt in ihren Münzen. Fatimidische goldene Dinare, silberne Dirhame und kupferne Fils wurden weithin gehandelt. Spezielle Glasgewichte mit den entsprechenden, eingeprägten Maßen und dem Namen des Herrschers erlaubten eine genaue Gewichtsbestimmung des Münzgeldes.","quote":"„Der Reichtum der Fatimidendynastie zeigte sich nicht zuletzt in ihren Münzen.“"},"07659934-a88a-585a-8ef8-22be0a77afbe":{"title":"Syrien","description":"Der westliche Einfluss zeigte sich auch im Erscheinungsbild der Stadt. In muslimischen Städten waren private und öffentliche Räume schon immer getrennt. Der private Raum diente als Wohnbereich, der öffentliche Raum – der *suq* bzw. die Moschee – war für die Arbeit bestimmt. Nun aber hatten Residenzen größere Fenster, sogar an den Außenwänden, und manchmal sogar Terrassen, wie zum Beispiel *Mashfat al-Gureba*. \nEin gutes Beispiel für die Verwendung öffentlicher Plätze, um Symbole der Staatsmacht zur Schau zu stellen, wie dies in Europa erfolgte, ist der *Marce*\\-Platz, der sich außerhalb der alten Stadtmauern von Damaskus befindet und zum modernen Stadtzentrum wurde, gekennzeichnet durch eine große Säule in der Mitte. Der *Hejaz* Bahnhof ist heute eines der schönsten Gebäude in Damaskus. Finanziert wurde er von einem wohlhabenden Damaszener, entworfen von einem spanischen Architekten, der die andalusische Kunst schätzte und von ihr inspiriert war. Vermutlich wurde das Eisenbahnsystem von deutschen Arbeitern erbaut, die die Eisenbahnindustrie als Teil ihres politischen Bündnisses mit den Osmanen mitbrachten.","quote":"“Der westliche Einfluss zeigte sich auch im Erscheinungsbild der Stadt.”"},"1ec4779d-2e05-51bf-b099-64943deec02c":{"title":"Der Kufi-Duktus","description":"Einige Kalligrafen begannen, *kufische* Schriftzeichen mit Ornamenten zu schmücken. Im Lauf der Zeit entstand ein großes Repertoire an Dekormotiven, und die Verzierungen wurden immer ausgeklügelter. Im 10. Jahrhundert wuchsen aus den *kufischen* Zeichen verschiedentlich Stängel und Blätter. Die Schriften gerieten zu einem komplizierten Geflecht stilisierter Vegetation, die man als Blattwerk*\\-Kufi* bezeichnet.","quote":"„Im 10. Jahrhundert wuchsen aus den *kufischen* Schriftzeichen verschiedentlich Stängel und Blätter. Die Schriften gerieten zu einem komplizierten Geflecht stilisierter Vegetation.“"},"ce66627b-ff4a-54f2-8878-1023a2f1743f":{"title":"Die Entstehung der islamischen Kunst","description":"Was die Frühphase der islamischen Kunst betrifft, kann man von einer voll entwickelten, eigenständigen Kultur noch nicht sprechen. Es handelte sich eher um ein Nebeneinander und eine innovative Verbindung verschiedener dekorativer Stile, Motive und künstlerischer Traditionen. Aus dieser Verbindung gingen später die erstaunlichen und einzigartigen Leistungen der islamischen Kunst hervor. Die eklektische Kunst der Frühzeit unterscheidet sich von der Kunst späterer Jahrhunderte wesentlich darin, dass ihr die später so charakteristisch islamische Vorliebe für abstrakte, unendliche Muster noch fehlte. Die frühe islamische Kunst kann man als eine Weiterentwicklung der spätantiken Kunst aus dem 4. bis 6. Jahrhundert betrachten.","quote":"„Ein Nebeneinander und eine Verbindung von dekorativen Stilen unterschiedlicher künstlerischer Traditionen.“"},"32488c74-a58c-5fa9-b361-a3daf955e17a":{"title":"Die Entstehung der islamischen Kunst","description":"Die erstaunlich raschen arabisch-muslimischen Eroberungen beseitigten die politischen Hindernisse zwischen Iran und Mesopotamien einerseits und dem Mittelmeerraum andererseits. Das ermöglichte es, den Reichtum zweier verschiedener Kulturen miteinander zu verbinden. Die Umayyaden wählten als Sitz ihrer Dynastie Syrien. Da diese Provinz in den vorangegangenen 1000 Jahren vollständig hellenisiert worden war, geriet ihre Kunst unter den Einfluss der klassischen Antike, oder genauer: einer Antike, die durch orientalische Einflüsse aus den Provinzen bereits überformt worden war.","quote":"„Mit den Eroberungen wurde es möglich, den Reichtum zweier verschiedener Kulturen miteinander zu verbinden.“"},"b47b44b8-f4c5-57ff-b813-46c5b0f3fb22":{"title":"Die Moschee – ein Ort des Gebets","description":"Der Hof vor dem Betsaal ist ein offener, von der Straße aus zugänglicher Raum mit Säulen. In ihm bereitet sich der Gläubige auf das Gebet vor. Mit rituellen Waschungen reinigt er den Körper, so wie später durch Gebete seine Seele gereinigt wird. Wie der Betsaal ist auch der Hof ein Versammlungsort der Gemeinschaft.","quote":"Der Hof"},"607ac3c1-0180-5845-a8cc-ed6170965418":{"title":"Reisen und Handel","description":"Kaufleute und Reisende zeichneten verantwortlich für die Verbreitung künstlerischer Ideen wie auch für den Vertrieb von Waren. Sie ebneten den Weg für die Weitergabe von Design und Technik – Keramik, Metallarbeiten, Glas, Textilien – von einem urbanen Zentrum zum nächsten. Die *Lüster-*Technik wurde im Syrien des 12. Jahrhunderts eingeführt, wahrscheinlich von Töpfern, die aus dem Ägypten der Fatimiden emigriert waren. Ursprünglich war diese Technik im 9. Jahrhundert in Irak entstanden. Auf ähnliche Weise brachten persische Kunsthandwerker aus Khurasan auf der Flucht vor den Mongolen-Invasionen des 13. Jahrhunderts ihre Erfahrung in Einlege-Metallarbeiten mit nach Mosul in Nordirak. Die Handelswege erleichterten auch die Übermittlung chinesischer Motive, Techniken und Stile.","quote":"„Kaufleute und Reisende transportierten nicht nur Waren, sondern auch künstlerische Ideen.“"},"ca0dc59b-60b3-560e-8e70-93208a08246a":{"title":"Der Schmuck: Reichtum, Prestige und Schutz","description":"Im islamischen Westen des Mittelalters war es Brauch, dass der Bräutigam der Braut ein Brautgeschenk überreichte: Schmuck, Kleidung und Kosmetika für die mehrtägigen Hochzeitsfeierlichkeiten. Auch der Brautvater lieh der Braut Schmuck, damit sie in der Öffentlichkeit einen guten Eindruck machte. Nach der Hochzeit erhielt er diesen Schmuck zurück. \nDie Hochzeit begann mit dem Besuch der weiblichen Familienangehörigen bei der Braut. Die eigens für diese Zusammenkunft frisierte und eingekleidete Braut trug so viel Schmuck, wie es die wirtschaftliche Lage des Bräutigams und seiner Familie erlaubte. Statuengleich, nahezu unbeweglich, empfing sie die Glückwünsche auf einem Ehrenplatz.","quote":"Hochzeitsgeschenk"},"aaa18cdd-a5f0-52cf-9e64-9676401e300e":{"title":"Medresen und Erziehung","description":"Hospitäler (*Bimaristan*) waren wichtige Zentren der wissenschaftlichen Lehre. Ibn Dschubayr, ein Reisender aus al-Andalus, zeigte sich vom neu gebauten Nur-al-Din-*Bimaristan* hoch beeindruckt. Es diente, wie er feststellte, sowohl als Krankenhaus wie auch als medizinische Schule mit umfassender Bibliothek. Ibn Dschubayr beschreibt auch eine „tickende Wasseruhr“, die er in der Umayyaden-Moschee sah. Abu al-Fadl Muhammad ibn Abd al-Karim al-Harithi, bekannt als al-Muhandis oder „der Geometer“, arbeitete als Arzt im Hospital und war gleichzeitig ein hoch talentierter Universalgelehrter. Er entwarf die geometrischen Holzschnitzereien am Tor des *Bimaristans* und reparierte die mechanische Uhr an der Umayyaden-Moschee.","quote":"„Das Nur-al-Din-Bimaristan diente sowohl als Krankenhaus wie auch als medizinische Schule mit umfassender Bibliothek.“"},"75215c23-1bf5-590c-8e80-8ff32da4e273":{"title":"Krieg und Reitkunst","description":"Pferde waren in dieser Zeit auf Reisen ebenso unentbehrlich wie auf dem Schlachtfeld. Die meisten der wertvollen Militärpferde kamen aus Zentralasien. Sie gehörten türkischen Kriegern, deren Reitkünste für den Sieg der Armeen von Nur al-Din und Saladin von entscheidender Bedeutung waren. Eine berüchtigte Taktik der Türken bestand darin, auf den Feind zuzupreschen, im letzten Moment umzudrehen und im Wenden ihren Bogen abzuschießen. In Kombination mit ihrer Schnelligkeit und Beweglichkeit verschaffte ihnen diese Taktik während der Kreuzzüge einen enormen Vorteil gegenüber den Franken.","quote":"„Die meisten der wertvollen Militärpferde kamen aus Zentralasien und waren von türkischen Kriegern mitgebracht worden.“"},"d0420e12-6207-5772-b8f0-9c22f7f604c4":{"title":"Diplomatischer Austausch und Handelskontakte mit der Welt","description":"Die Kunsthandwerker bedienten sich zur Inspiration bei den vielen verfügbaren Vorbildern aus Ost und West. Besonders bemerkenswert war die Weiterentwicklung bei der Herstellung der Korane. Aus der Zusammenarbeit von Kalligrafen, Illustratoren und Buchbindern gingen außergewöhnlich prachtvolle Manuskripte hervor, die sich der religiösen Ambitionen des Mamluken-*Sultanats* würdig erwiesen. Spektakuläre und filigrane Einlegearbeiten entstanden für den heimischen und internationalen Markt. Einige Gegenstände wurden auch direkt von ausländischen Kunden bestellt.","quote":"„Kunsthandwerker bedienten sich zur Inspiration bei den vielen verfügbaren Beispielen und Vorbildern aus Ost und West.“"},"1935df49-d16b-562f-8737-07f9354ede4c":{"title":"Der Palast und die Künste"},"9bff6ece-d3d2-5f2a-b7cc-fb1f33c3e113":{"title":"Kunstförderung durch die Machthaber"},"968db63b-b20a-5f2d-94c5-02edf7fd6fea":{"title":"Die Tafelkultur"},"5739384e-e163-5d92-a390-a28d4233a917":{"title":"Der Haram in Mekka und die Kaaba","description":"Die *Kaaba* markiert die *Qibla* (Gebetsrichtung) des Islam. Sie steht auch im Mittelpunkt des *Haddsch,* und jeder Besucher des heiligen Bezirks *(Haram)* in Mekka muss die *Kaaba* als Teil der vorgeschriebenen Pilgerrituale siebenmal umrunden. Die *Kaaba* hat in der islamischen Tradition viele verschiedene Bezeichnungen, darunter: al-Masdschid *al-Haram* („die Heilige Moschee“ nach der Moschee im *Kaaba*\\-Bezirk) und al-Bayt al-Atiq (das Uralte Haus). Die *Kaaba* ist ein Bau mit annähernd quadratischem Grundriss: 9,29 Meter an der Nordseite, 12,15 Meter an der Westseite, 10,25 Meter an der Südseite und 11,88 Meter an der Ostseite. Sie ist 15 Meter hoch und hat nur einen Eingang in der Ostfassade, der sich etwa zwei Meter über dem Boden befindet.","quote":"*„Die* Kaaba *markiert die* Qibla *(Gebetsrichtung) des Islam.“*"},"12656ec4-68b3-5425-9a1d-71e4735a5c19":{"title":"Geometrischer Dekor in der Architektur","description":"Decken wurden ebenfalls mit farbig gefassten und vergoldeten geometrischen Motiven dekoriert. Die verzierten Deckenkonstruktionen interpretierte man als Abbild des Himmelszeltes. So beispielsweise die *Muqarnas*\\-Kuppeln, von deren Mittelstern aus das Bandwerk raumfüllend über die Kuppelfläche verteilt wurde.","quote":"„Decken wurden als Abbild des Himmelszeltes interpretiert.“"},"12faaae8-0400-53bd-ba84-f5e66e0027ef":{"title":"Spiegelungen des Paradieses: Gärten und Blumen in der islamischen Kunst","description":"„In der islamischen Kultur waren Gärten und Vegetation immer von großer Bedeutung. Beide versinnbildlichen die Schönheit der göttlichen Schöpfung und das islamische Paradies *al-Dschanna*.“","extra":{"credits":"Curators & authors \nSule AKSOY, Istanbul \nSevinç GÖK, Izmir \nAlev ÖZAY, Istanbul \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \nSevgi KUTLUAY, Istanbul \nInci KUYULU ERSOY, Izmir \nSeracettin SAHIN, Istanbul \nCihat SOYHAN, Istanbul \nGönül TEKELI, Istanbul \nInci TURKOGLU, Istanbul \nFriederike VOIGT, Stockholm/Berlin \nBarry WOOD, London \n \nCoordination \nInci KUYULU ERSOY, Izmir \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"In der gesamten Geistesgeschichte der islamischen Kultur waren der Garten und die in ihm befindliche Vegetation von besonderer Bedeutung. Zum Teil hat das sicher mit den trockenen Landschaften zu tun, in denen die meisten Muslime leben. Umgeben von lebensfeindlichen Wüsten und unter dem Einfluss des heißen Klimas waren sie schon immer empfänglich für die wohltuende Wirkung von strömenden Gewässern, grünen Oasen und buntem Pflanzenwuchs inmitten künstlich angelegter Gärten mit präzise berechneter Wasserversorgung. Die Lustgärten der Herrscher und der reichen Eliten waren ein begehrter Luxus. Doch sie waren auch von spiritueller Bedeutung, denn sie veranschaulichten in ihrer Anlage die üppige und erfrischende Vegetation des islamischen Paradieses *al-Dschanna*. Im Koran und in der islamischen Literatur ist das Paradies vielfach ausführlich mit allen seinen Blumen, Pflanzen und Bäumen beschrieben. \nBei einer so gründlichen Beschäftigung mit paradiesischen Visionen kann es nicht überraschen, dass auch der Garten mit seiner üppigen Vegetation ein immer wiederkehrendes Thema in der Kultur und in den Künsten der Muslime ist. Von Spanien bis Indien ließen muslimische Herrscher und Eliten im Inneren der Palastkomplexe aufwändige Gärten anlegen, die einen festen Platz im höfischen Zeremoniell hatten. Auch die Benutzung und Namensgebung dieser königlichen Gärten folgte nicht selten den Beschreibungen des Paradieses und seiner Symbolik im Koran. In Architektur und Kunst gibt es ebenfalls viele Bezugnahmen auf die wundersame Pflanzenwelt des Paradieses. Moscheen, *Medresen* und königliche Mausoleen wurden regelmäßig inmitten von Gärten angelegt, die auf das Paradies anspielten. Die Bepflanzung war durch künstlerische Darstellungen kostbarer Blumengärten überhöht. Im Kunsthandwerk finden sich sowohl Gartendarstellungen, als auch einzelne Pflanzen und Blumen als Motive. Blumen hatten jeweils eigene religiöse oder poetische Bedeutungen, die über ihre Schönheit oder ihren praktischen Nutzen hinausgingen. Wo Blumen nicht in naturalistischer Form dargestellt waren, regten filigrane *Arabesken* aus symmetrischen Mustern wellenartig rankender Stängel, Spaltblätter oder Palmetten zum Nachdenken über die kosmische Schöpfung und die göttliche Einheit an, die aller Vielfalt in der materiellen Welt zu Grunde liegt.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/floral/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/28/portal_image/1.jpg","display_order":13}}},"0be6d6e8-2fed-5e4f-b410-0a54ef0ed999":{"title":"Medresen und Erziehung","description":"Neben den religiösen und sprachlichen Fächern wurden auch die Naturwissenschaften gelehrt, und die komplexen dekorativen Metallarbeiten an wissenschaftlichen Instrumenten verweisen auf den Fortschritt der wissenschaftlichen Disziplinen. Sternhöhenmesser, die so genannten Astrolabien, und Himmelsgloben waren unumgänglich, um die Konstellationen der Sterne exakt bestimmen zu können. Die Geomantie arbeitete mit speziell entworfenen Instrumenten, um die Zukunft vorherzusagen. Der herausragende Maschinenbau-Ingenieur Abu al-Izz Ismail al-Dschazari erhielt 1206 vom Artuqiden-Hof in Diyarbakır ein Stipendium, um ein illustriertes Buch über Wasser- und Maschinenbau zu schreiben.","quote":"„Dekorative Metallarbeiten an wissenschaftlichen Instrumenten bezeugen den Fortschritt der wissenschaftlichen Disziplinen.“"},"68eb0582-4a1d-5233-92af-cfac47f86d57":{"title":"Das Grabmal – Erinnerung aus Stein"},"cc1b1d0f-11e9-5198-addd-247752f7c5b8":{"title":"Kunst in Gebetsräumen","description":"Osmanische Moscheen wurden im Allgemeinen von den Hofarchitekten entworfen. Sie folgten einem Konzept des Gebetshauses als homogenem Raum, in dem alle Gläubigen gleich sind. Entsprechend zeichneten sich die osmanischen Moscheen durch zwei Besonderheiten aus: durch den großen Gebetsraum unter einer frei schwebenden Kuppel, die das ewige Universum symbolisiert, und den *Mihrab* (Gebetsnische) als symbolische Präsenz des Propheten und des *Imams*. Um dieses Konzept in einer islamischen Ästhetik zu verdeutlichen, wurden Koranverse innen an die Kuppel und den zylinderförmigen Unterbau *(Tambour)* geschrieben. Auch der *Mihrab* wurde reich verziert. Die Wände wurden mit Kacheln verkleidet oder mit geometrischen Mustern bemalt, die Gottes Ewigkeit und Unendlichkeit symbolisierten – oder auch mit Blumenmustern als abstrakten Darstellungen der Gärten im Paradies.","quote":"„Die Kuppel symbolisiert das ewige Universum und der *Mihrab* die Anwesenheit des Propheten als Vorbeters.“"},"4525acaf-2e58-57ae-aa47-33e20171397d":{"title":"Wasser zum Trinken und Wasser zum Waschen"},"ea3faf2c-86c3-553a-b331-7ddd3ee15aec":{"title":"Besiedlung und Alltagskultur","description":"Dörfer und Städte strukturierten die Besiedlung im muslimischen Westen. Beide Siedlungsformen sind durch eine kluge Auswahl von Baumaterialien und geschickte Bautechniken sehr anpassungsfähig an das trockene und heiße Klima. \nDie Stadt zeichnete sich durch eine komplexe Infrastruktur aus; sie bestand aus: \na) einer Stadtmitte um die Hauptmoschee mit der Festung oder Residenz des Herrschers, dem Basar oder dem Markt entlang der Hauptstraße und in den angrenzenden Gassen, dem öffentlichen Bad, Gasthäusern und Manufakturen, \nb) den Wohnvierteln innerhalb der Mauern, \nc) den Vororten und Vierteln außerhalb der Stadtmauer, wo Landwirtschafts- und Viehmärkte stattfanden und auch Kunsthandwerk betrieben wurde.","quote":"Die muslimische Stadt – ein Gassenlabyrinth"},"bedfc26e-1599-5d90-867d-794002406ce7":{"title":"Al-Raqqa: Die Hauptstadt des Kalifen Harun al-Raschid in Syrien"},"b1f3d679-a18b-5258-af5f-524e8530cb84":{"title":"Der Sultan und sein Hof"},"a0cc97a9-d2a3-5089-88c2-b997f283e950":{"title":"Die Tafelkultur","description":"Die Tafelkultur war im Palast der Osmanen von besonderer Bedeutung. Für fast jedes Gericht gab es einen eigenen Küchenchef – einen für Suppen *(Çorbacıbaşı),* einen für Halva *(Helvacıbaşı)* usw. Vor Banketten und Abendessen im Monat Ramadan wurde der Boden mit Stoffen ausgekleidet, auf denen man Kissen verteilte. Inmitten der Kissen wurde ein kupfernes, silbernes oder aus anderem, vergoldeten Metall bestehendes Tablett mit Löffeln aus Muscheln, Korallen, Elfenbein oder Knochen platziert. Die Speisen wurden nach einer alten Tradition in festgelegter Reihenfolge aufgetragen. Das erste Gericht bestand aus einer Suppe, die in einzelnen Portionen verteilt wurde. Dann folgte eine Hauptspeise aus Rind-, Lamm- oder Hühnerfleisch in riesigen, *Kuşhane* genannten Metalltöpfen mit Deckeln zum Warmhalten. Zu diesem Hauptgericht gab es Getränke. Abschließend wurden Süßigkeiten wie Zerde, Baklava und Halva serviert.","quote":"„Für fast jedes Gericht gab es einen eigenen Küchenchef – einen für Suppen, einen für Halva usw.“"},"fa309a83-49c5-5883-9ee9-a69be57780e6":{"title":"Das Zusammenleben der drei Kulturen","description":"Die Ausdehnung des Islam im westlichen Mittelmeerraum bedeutete nicht die Bildung einer einheitlichen Religionsgemeinschaft oder die Vertreibung der ansässigen Bevölkerungsgruppen. Durch Abgabeleistungen konnte die Bevölkerung weiterhin die Ausübung ihres christlichen oder jüdischen Glaubens gewährleisten. \nDas Geschäftsleben, insbesondere der Handel, sowie der kulturelle Austausch begünstigten die Annäherung unter Individuen und Gemeinschaften. \nSo lebten in den Städten und Dörfern des muslimischen Westens die Gemeinschaften der drei Buchreligionen in einem ständigen Prozess gegenseitiger materieller wie intellektueller Bereicherung zusammen.","quote":"Die drei Religionen"},"9d1c91d5-e536-5351-9c97-8a1d1755f2dd":{"title":"Kalligrafische Schulen","description":"Kalligrafen wurden von anerkannten Meistern ihres Fachs an Akademien ausgebildet. Viele erhielten eine Anstellung am Hof oder in der staatlichen Verwaltung. Einige Beamte, etwa der abbasidische *Wesir* Ibn Muqla, wurden berühmte Kalligrafen. Ibn Muqla verfasste ein Handbuch über die Grundlagen der perfekten Schrift, das für viele Generationen nachfolgender Kalligrafen zu einem Standardwerk wurde.","quote":"„Einige Beamte, etwa der abbasidische *Wesir* Ibn Muqla, wurden berühmte Kalligrafen.“"},"754c7cda-4d25-5730-9b40-d05583d87eb1":{"title":"Wissenschaft und Lehre","description":"Die Ausbildung begann mit dem Erlernen von Lesen und Schreiben, der Rezitation des Koran und dem Studium der Hadithe, der Worte des Propheten. Da Bücher knapp waren, fand die Vermittlung des Wissens durch das gesprochene Wort und Auswendiglernen statt. Die Schreibfähigkeit galt daher als die wichtigste und wertvollste Kunst, denn sie erlaubte es, das Wissen und die Religion an zukünftige Generationen weiterzugeben.","quote":"Die religiösen Studien – die Kopisten des Koran"},"4ac9ddb5-21d0-552f-aabe-4b88c6672977":{"title":"Die Verteidigung"},"83fcd46d-b7fd-5e22-8abd-08f76c9613a8":{"title":"Wasser im Alltag","description":"Ab dem 12. Jahrhundert wurde die Stadt Fes in Marokko aus öffentlichen Springbrunnen mit Wasser versorgt. Die Form dieser Brunnen blieb über Jahrhunderte gleich: Sie waren als Nischen in Hausmauern gebaut, von einem durchbrochenen Bogen geschützt und mit glasierten Kacheln *(Zellidsch)* ausgekleidet. Das Wasser lief aus einem Spund in ein Becken.","quote":"„Die Stadt Fes in Marokko wurde aus öffentlichen Springbrunnen *(Sikaya)* mit Wasser versorgt.“"},"39f632d5-77b2-5774-9593-b679b7db8455":{"title":"Der Export von Luxusgütern","description":"Neben den Textilien war auch die osmanische Keramik auf den Exportmärkten besonders gefragt. Der Aufstieg der Keramikherstellung in İznik war nicht nur für die Kunstgeschichte der Türkei von zentraler Bedeutung, sondern hatte auch maßgeblichen Einfluss auf Europa. Keramik aus İznik war in Europa so begehrt, dass einmal ein *Sultan* in einem wütenden Edikt über die Töpfer von İznik herzog, weil diese nur noch für ausländische Kunden und nicht mehr für den Herrscherpalast produzierten.","quote":"„Neben den Textilien war auch die osmanische Keramik im Ausland besonders gefragt.“"},"9f0c366a-10e7-53d5-91e8-2d8a35ffc22a":{"title":"Geometrischer Dekor","description":"Muslimische Künstler haben den geometrischen Dekor nicht erfunden, sondern auf der Grundlage der römischen, byzantinischen, persischen und berberischen Kunst weiterentwickelt und perfektioniert.","extra":{"credits":"Curators & authors \nCarmen ALONSO-RODRIGUEZ, Madrid \nMaria da Conceição AMARAL, Silves \nGaspar ARANDA, Madrid \nHouria CHERID, Algiers \nLakhdar DRIAS, Argel \nNaima ELKHATIB-BOUJIBAR, Casablanca \nÁngela FRANCO, Madrid \nÁngela GARCIA-BLANCO, Madrid \nSusana GOMEZ, Mertola \nKamal LAKHDAR, Rabat \nSantiago MACIAS, Mertola \nMohamed MEZZINE, Fez \nMargarita SANCHEZ-LLORENTE, Madrid \nClaudio TORRES, Mertola \n \nCoordination \nMiguel GARCIA, Madrid \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Die Dekormotive sind in der muslimischen Kunst vorherrschend geometrisch bestimmt. Derartige Motive tauchen in der Architektur wie auch im Kunstgewerbe (Keramik, Textilien, Buchmalerei) auf. Unabhängig von Material, Format und Herstellungstechnik sind sie sehr einheitlich gestaltet. \nMuslimische Künstler haben den geometrischen Dekor nicht erfunden, sondern auf der Grundlage der römischen, byzantinischen, persischen und berberischen Kunst weiterentwickelt und perfektioniert. \nDie Virtuosität der Muslime auf diesem Gebiet gründet unter anderem auf dem im Islam weit verbreiteten Interesse an Mathematik, beispielsweise an den Lehren des Pythagoras. \nBesonders auffällig ist dies bei den geometrischen Schleifen, die von der vorislamischen Ornamentik übernommen wurden. Diese wurden bis hin zu komplexen Mustern von ineinander verschlungenen Bändern *(Lacerías)* verfeinert. Ausgehend von der Kreisform entwickelte sich mit verschiedenen Werkstoffen und Maßstäben eine außergewöhnliche Bandbreite geometrischer Figuren: Quadrate, Rauten, Sechsecke, Achtecke sowie sechs-, acht-, zehn-, zwölf- oder mehrzackige Sterne. Bei der Musterbildung folgte man den Prinzipien der symmetrischen Wiederholung, der Vervielfältigung oder der Teilung. \nDie reiche Polychromie und das raffinierte Changieren der Farbnuancen betonen die Dekormuster und täuschen mehrere Bildebenen vor. Bei der Gestaltung von prachtvollen Dekorationen mit perspektivischen Effekten wurden Motive wie das Rautennetz *(Sebka)* wiederholt, kontrastreiche Texturen geschaffen oder die weit verbreiteten *Muqarnas*\\-Formen verwendet. \nGeometrische Motive, wie manche Abstraktionen naturalistischer Motive, können entsprechend der Funktion der Kunstobjekte und Gebäude einen eigenen Symbolgehalt haben.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/geometric/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/21/portal_image/1.jpg","display_order":14}}},"362960e9-cc01-5941-9e3e-f9dfc311b3b5":{"title":"Die Verteidigung","description":"Die Mauer war ein Schutzwall, der nur bei Sturmangriffen und durch Unterhöhlung der Fundamente einzunehmen war. Die soliden Mauern verfügten über kleine Scharten zur Verteidigung mit Handwaffen. Später wurden sie für Kanonengeschütze erweitert. Hohe Türme flankierten die Mauern, um Angriffe abzuwehren. Eine Reihe weiterer Vorkehrungen erschwerten den Angriff: frei stehende Türme vor der Mauer, die über eine Verbindungswand zugänglich waren, ein zweiter Mauerring von geringerer Höhe und Breite, der Burggraben zwischen den Mauern sowie das von Türmen geschützte Portal, das seit dem 11. Jahrhundert einen im rechten Winkel abgeknickten Eingangsbereich hatte. Es war somit nur schwer zugänglich.","quote":"Die Mauer, eine in sich geschlossene Verteidigungsanlage"},"3b822b91-75f5-5142-bd3c-29b08ccd26ec":{"title":"Die Bildsprache der Macht","description":"Die Macht des *Sultans* und des lokalen Herrschers wurde oft sehr direkt und unmissverständlich zur Schau getragen. Die Architektur leistete dabei besonders gute Dienste: Ein prunkvoller Bau, der die Nachbarschaft oder besser noch die gesamte Stadtsilhouette überragte, war an sich schon eine überzeugende visuelle Machtbehauptung. Im kleineren Maßstab konnte die Macht eines Herrschers auch ausdrücklich und in schriftlicher Form zur Sprache gebracht werden – etwa durch Integration seines Namens oder Titels in die Dekoration eines Gebäudes oder Manuskripts. Das Monogramm des *Sultans* *(Tuğra)* ist das vielleicht eindringlichste Beispiel dieser Machtdemonstration durch die Schrift.","quote":"„Die Macht des *Sultans* wurde oft sehr direkt und unmissverständlich zur Schau getragen.“"},"6f2f66f9-0684-5348-a89e-04c0ea5914a2":{"title":"Die Bildsprache der Macht","description":"Die Bildsprache der Macht musste nicht unbedingt explizit sein, sondern konnte auch in genial subtiler Weise Macht spürbar machen. Eine ausgeklügelte und fein gearbeitete Dekoration in der Architektur konnte etwa den Betrachter mit einer derartigen Vielfalt kostbarer Ornamente umgeben, dass sich die Macht des Stifters oder Bauherrn in dem ästhetisch aufgeladenen Ambiente gleichsam abbildete. Eine solche Dekoration musste nicht unbedingt ein großes Gebäude zieren; sie konnte selbst einem Zelt imperialen Prunk verleihen. Spektakuläre Leistungen des Kunsthandwerks waren Teil dieser Bildsprache. Wenn der *Sultan* oder seine Beamten wertvolle Kleidung mit fein gearbeiteten Ornamenten trugen – ob tatsächliche Statussymbole wie Reiherbüsche oder einfach nur funktionale Dinge wie Gürtelschnallen – so behaupteten das kostbare Material und die kunstfertige Gestaltung implizit die Macht des Trägers.","quote":"„Eine solche Dekoration musste nicht unbedingt ein großes Gebäude zieren; sie konnte selbst einem Zelt imperialen Prunk verleihen.“"},"27407462-38d1-5483-a239-bfa506cb4830":{"title":"Die Verwaltung des Wohlstands","description":"Die Abbasiden förderten die Ärzte, was zu großen Fortschritten in der Medizin führte. Zahlreiche Bücher zu den verschiedensten Themen wurden geschrieben oder übersetzt. Wissenschaftliche Experimente wurden durchgeführt und dokumentiert. Eine Reihe medizinischer Instrumente entstand zur Anwendung neuer Behandlungsmethoden.","quote":"„Die Abbasiden förderten die Ärzte.“"},"74e405d2-4d5c-563a-85b7-bcbf5812982e":{"title":"Die Keramik der Abbasiden","description":"Als sich das Abbasidenreich bis nach Afghanistan und Algerien ausdehnte, gerieten regionale Keramikindustrien unter den Einfluss von Techniken, Mustern und Motiven aus anderen Teilen des Reichs. Das trug zur Vielfalt der verfügbaren Stile und Dekorationen bei. Während die luxuriöse Keramik im Osten des Reichs sich in üppigem, ein- oder mehrfarbigem dekorativem Überfluss erging, war die Keramik Nordafrikas und besonders *Ifriqiya*s nüchterner gehalten. Außer der *Lüster*\\-Keramik waren ein- oder mehrfarbige, glasierte Reliefarbeiten und glasierte Keramik mit Inschriften weit verbreitet. Gebrauchsgegenstände waren im Allgemeinen eher unglasiert und schlicht dekoriert. Doch auch sie trugen die eindeutigen islamischen Stilmerkmale.","quote":"„Regionale Keramikindustrien gerieten unter den Einfluss von Techniken, Mustern und Motiven aus anderen Teilen des Reichs.“"},"1dabd926-5ac6-53c1-b262-d5570beba088":{"title":"Geometrischer Dekor in der Architektur","description":"In der gesamten muslimischen Welt wurden die Portale von bedeutenden Gebäuden mit *Muqarnas*\\-Formen oder geometrischen Steinreliefs bedeckt. Sämtliche Freiflächen versuchte man mit Dekorelementen auszufüllen *(Horror Vacui)*. \nSeit den Almohaden wurden im Maghreb und in *al-Andalus* die Minarett-Fassaden zunächst mit Fächerbögen dekoriert. Diese konnten nebeneinander gesetzt werden oder miteinander verbunden sein. In kleinformatiger Ausführung ergab sich durch Wiederholung und Überkreuzen des Bogenmotivs eine ornamentale Rhombenfläche. Diese als *Sebka* bekannte Ornamentfläche ähnelt der Lochstickerei.","quote":"„Man versuchte, sämtliche Freiflächen mit Dekorelementen auszufüllen *(Horror Vacui)*.“"},"4abfb8e7-e61b-559d-9eb7-684a9ac667bc":{"title":"Das höfische Leben","description":"Um die Mitte des 19. Jahrhunderts verlegten die osmanischen *Sultane* unter dem zunehmenden Einfluss der westlichen Kultur ihre Residenz zunächst in den Dolmabahçe-Palast und dann in den Yıldız-Palast. Den Sommer verbrachten sie im Beylerbeyi-Palast. Alle drei Paläste wurden entlang des Bosporus im westlichen Stil erbaut. Sie waren zugleich Herrscherresidenzen und Orte für offizielle Zeremonien und Empfänge.","quote":"„Die Bosporus-Paläste dienten als neue Herrscherresidenzen.“"},"b57ef26f-345f-5d0d-8e89-3f02ef5a1f29":{"title":"Jordanien","description":"Die westliche Kunst der osmanischen Periode in Jordanien zeichnet sich insbesondere durch Naturszenen aus, die als künstlerische Ausdrucksform den Osmanen bis dahin unbekannt waren. Diese Szenen wurden von europäischen Künstlern gemalt, die neue künstlerische Elemente mitbrachten und diese mit viel Feingefühl in die von ihnen in Jordanien geschaffenen Kunstwerke integrierten und auch signierten. In dieser Zeit wurden westliche Münzen mit Darstellungen von Personen häufiger verwendet als osmanische Münzen. Die Menschen bevorzugten westliche Kunstwerke, vor allem Münzen, die sie als Schmuck verwendeten, wie zum Beispiel für Halsketten, Kinnketten und Schleier. Außerdem schmückten sie ihre Häuser sowie religiöse und weltliche Bauten mit von westlichen Künstlern angefertigten Fresken. Einige dieser Gebäude wurden später in Museen umgewandelt, viele Kirchen sind nach wie vor in Betrieb sowie etliche Häuser weiterhin von privaten Besitzern bewohnt werden, die für ihre Erhaltung und Renovierung Sorge tragen. \n \nSelbst nach dem Zusammenbruch des osmanischen Reiches schätzte die jordanische Bevölkerung sowohl westliche als auch osmanische Münzen. Halsketten und Armbänder mit Münzen von König Georg V. und Sultan Mehmed Reşad V. wurden weiterhin von Frauen getragen, die diese als Mitgift geschenkt bekommen hatten. Heute wird dieses Kulturerbe in Volkskundemuseen aufbewahrt und einige Objekte befinden sich nach wie vor im Besitz der Nachkommen dieser Familien.","quote":"Die westliche Kunst der osmanischen Periode in Jordanien zeichnet sich insbesondere durch Naturszenen aus, die als künstlerische Ausdrucksform den Osmanen bis dahin unbekannt waren.”"},"a09c8ed7-01f3-5c9b-bd21-96a1d81c4678":{"title":"Frauen","description":"„Der Islam gesteht den Frauen eine vollwertige Rolle in der Gesellschaft zu. Musliminnen haben in den Gesellschaften, in denen sie lebten, immer einen aktiven Beitrag geleistet – sei es im privaten Bereich, im Beruf, als Stifterinnen und Wohltäterinnen oder in den Künsten.“","extra":{"credits":"Curators & authors \nMohammad ABBAS, Cairo \nNoorah AL-GAILANI, Glasgow \nUlrike AL-KHAMIS, Edinburgh \nJamila BINOUS, Tunis \nAicha BENABET, Tunis \nHouria CHERID, Algiers \nElsayed HAMAD, Cairo \nMourad RAMMAH, Kairouan \nSalah SAYAOUR, Cairo \nTarek TORKY, Cairo \n \nCoordination \nEnaam Selim, Cairo \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Der Islam gesteht den Frauen eine vollwertige Rolle in der Gesellschaft zu. Ihre Rechte und Pflichten und ihr Status werden im Koran beschrieben und sind in der Scharia, der islamischen Gesetzgebung, geregelt. Doch der Islam war als Glaubenssystem nie so homogen, dass er in der gesamten muslimischen Welt und ihren verschiedenen Kulturen auf einheitliche Art und Weise verstanden worden wäre. Jede Gesellschaft interpretierte den Islam auf der Grundlage ihres lokalen kulturellen Erbes. Es gibt daher auch kein einheitliches Rollenmodell der Frau in der islamischen Gesellschaft. Die muslimischen Frauen mussten sich mit einem regional unterschiedlich ausgeprägten, zum Teil vorislamischen patriarchalischen Kulturerbe auseinander setzen. Neben ihren umfangreichen Aufgaben im Leben bedeutete das ein kontinuierliches Ringen um ein besseres Leben und eine gerechte soziale Ordnung. \nIm Laufe der Jahrhunderte lebten viele muslimische Frauen, die zu Vorbildern für andere wurden. Das gilt vor allem für Sayyida Khadidscha bint Khuwaylid al-Asadi, die erste Frau des Propheten Muhammad. Sie war eine unabhängige und mächtige Geschäftsfrau, und sie unterstützte den Propheten entscheidend bei seiner Mission. Einige andere berühmte Frauen waren: die Mystikerin und Schriftstellerin Sayyida al-Manubiyya im mittelalterlichen Tunesien, die bedeutende Richterin Maryam bint Abd al-Rahman im Palästina des 14. Jahrhunderts, die einen eigenen Kommentar der *Hadithe* („Sprüche des Propheten“) verfasste, oder auch Huda Scharawi, eine Vorkämpferin für Frauenrechte in arabischen und muslimischen Gesellschaften im 19. Jahrhundert. \nHistoriker berichteten zumeist von den öffentlichen Leistungen der Frauen aus den oberen Schichten und von ihren Beziehungen zu den jeweiligen Herrschern. Erhaltene Gebäude und luxuriöse Kunstgegenstände sind Zeugen ihres Einflusses und ihrer Stiftungstätigkeiten. Da sich die Geschichtsschreibung andererseits lange Zeit nur für die Eliten interessierte und auch von der kunsthandwerklichen Produktion insgesamt nur sehr wenig erhalten ist, wissen wir kaum etwas über das Leben der Musliminnen aus einfachen Verhältnissen. Einige Einblicke lassen sich gewinnen, indem man Handwerke wie die Weberei, Stickerei und Töpferei untersucht, in denen Frauen arbeiteten. Auch Dokumente von Ämtern und Gerichten, die mit Eheschließungen, Scheidungen oder dem Erbrecht von Frauen zu tun haben, sind manchmal aufschlussreich.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/women/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/23/portal_image/1.jpg","display_order":9}}},"adc7d88a-073e-571d-ad07-7d7f35682e7e":{"title":"Reisen und Handel"},"5f7953a9-49d7-5d9f-be1c-93cbec183abd":{"title":"Die andalusisch-maghrebinische Kunst","description":"Einige dekorative Motive kommen in der Kunst der Hammadiden und der zeitgleichen Kunst der andalusischen *Taifa*s vor, auch wenn die technische Ausführung unterschiedlich ist. Zusammen mit dem andalusischen Einfluss belegt das frühe Auftreten von orientalischen Motiven die vermittelnde Rolle des Maghreb.","quote":"Ziriden und Hammadiden – Brücke zwischen Orient und Okzident"},"feb15667-99f8-5b55-8c0b-bcda36247b11":{"title":"Religiöses Leben","description":"Parallel zur dynamischen Entwicklung islamischer Institutionen erlebten christliche Kirchen und Klöster eine eigene Renaissance. Neue Wandmalerei-Zyklen wurden in Auftrag gegeben, wie sie in Syrien seit den Fresken der Umayyadenzeit nicht mehr zu sehen gewesen waren. Dayr Mar Yakub (Kloster des Hl. Jakob) und Dayr Musa al-Habaschi (Kloster des Hl. Moses des Äthiopiers) zeugen bis heute von der christlichen Kunst des Mittelalters und von syrischem Klosterleben.","quote":"„Christliche Kirchen und Klöster erlebten eine eigene Renaissance.“"},"1dc8b986-92dc-5a75-b544-000419ab6111":{"title":"Das Grabmal – Erinnerung aus Stein","description":"In verschiedenen Epochen bildete sich eine große Vielfalt von Grabstelen heraus, die regionale Unterschiede widerspiegelten: die Rundstele, die im 9. Jahrhundert zunächst in der Region *Ifriqiya* (Tunesien) auftauchte, auch wenn sie ebenfalls in der andalusischen Region von Toledo entdeckt wurde, die seit Almoravidenzeit auf andalusischen und maghrebinischen Friedhöfen vorkommende so genannte *Maqabriyya,* die Scheibenstele, die seit dem 14. Jahrhundert in Keramikzentren wie Málaga, Granada und Murcia häufig zu finden war.","quote":"Grabplatten – regionale und soziale Unterschiede"},"9246e5d1-d625-54a9-a9cb-348e8099b248":{"title":"Geometrischer Dekor in der Keramik","description":"Manchmal wurden geometrische Kompositionen mit pflanzlichen Motiven kombiniert. Obwohl diese der Gesamtkomposition untergeordnet waren, dienten sie zur Bereicherung des geometrischen Dekors. Sie betonten bestimmte Orientierungspunkte in der Zeichnung oder füllten den Hintergrund und die Freiflächen im geometrischen Muster aus.","quote":"„Pflanzenmotive bereicherten die geometrischen Dekorationen.“"},"0aeb920c-d823-5de4-81b9-061257cef978":{"title":"Zwei mamlukische Sultane gegen die „Franken“","description":"Von den beiden hier beschriebenen Mamluken*\\-Sultanen* war Qalawun wahrscheinlich der eifrigere Förderer architektonischer Vorhaben. Der von ihm erbaute Gebäudekomplex in Kairo begründete eine neue Phase in der Architektur der Mamluken. Er umfasste eine *Medrese*, ein Mausoleum *(Kubba)* und ein Krankenhaus *(Bimaristan)*. Das Krankenhaus wurde errichtet, nachdem Qalawun im Nur al-Din-Krankenhaus in Damaskus behandelt worden war. Er war von der dort erhaltenen Behandlung so beeindruckt, dass er schwor, im Falle seiner Gesundung und Thronbesteigung eine ähnliche Einrichtung in Kairo zu schaffen. Bald nach Antritt seiner Herrschaft im Jahr 1283 brachte er das Projekt ins Rollen. Das *Bimaristan* war für die damalige Zeit ungewöhnlich, weil es muslimischen Männern und Frauen aus allen Schichten der Gesellschaft offen stand.","quote":"„Qalawun war wahrscheinlich der eifrigere Förderer architektonischer Vorhaben.“"},"01b4539f-223c-58e3-970b-86b098e2e493":{"title":"Die Bildsprache der Macht","description":"Seit Menschen Macht ausüben, suchen sie nach Wegen, diese Macht den eigenen Untergebenen und Fremden zu demonstrieren. Kunst und Architektur haben bei der Schaffung einer Bildsprache für die Demonstration von Macht eine große Rolle gespielt. Im Lauf der Jahrhunderte hat diese Bildsprache viele verschiedene Formen angenommen: manche sehr direkt und unmissverständlich, andere eher subtil und indirekt. Die Kunst und Architektur der Osmanen umfasst eine aufschlussreiche Bandbreite an Möglichkeiten, die Macht des *Sultans* und des osmanischen Staates visuell geltend zu machen.","quote":"„Seit Menschen Macht ausüben, suchen sie nach Wegen, diese Macht zu demonstrieren.“"},"b82e552a-e3da-5171-bbda-751d4602d53f":{"title":"Zwei mamlukische Sultane gegen die „Franken“","description":"Die *Sultane* Baybars und Qalawun förderten mit Begeisterung das luxuriöse Kunsthandwerk und die Architektur – nicht nur in ihrer Hauptstadt Kairo, sondern auch in Syrien und im Heiligen Land. Baybars ließ Festungen in Palästina und Syrien restaurieren. Doch er interessierte sich nicht nur für militärische Architektur, sondern erbaute auch eine große Gemeindemoschee in Kairo. Sie ist die älteste erhaltene mamlukische Moschee in der Stadt. Baybars starb 1277 in der Zitadelle von Damaskus und wurde in einem Mausoleum *(Kubba)* im Norden der umayyadischen Moschee beigesetzt. Die *Kubba* ist Teil der Zahiriyya-*Medrese*, die schon zuvor Baybars gewidmet worden war.","quote":"„Die *Sultane* Baybars und Qalawun förderten mit Begeisterung das luxuriöse Kunsthandwerk und die Architektur.“"},"6428106b-9d8e-590a-bc5c-8be1ac54d645":{"title":"Das Privatleben muslimischer Frauen","description":"Wichtig beim Schminken der Augen war Kajal. Es wurde aus einer Reihe von Materialien hergestellt, darunter Weihrauchasche, Mandelschalen und Färberdisteln. Dem Kajal wurde medizinische Wirkung zugeschrieben. Es galt außerdem als machtvoller Schutz gegen den „bösen Blick“. Es wurde in kleinen dekorativen Fläschchen aufbewahrt und mit einem Stift aufgetragen.","quote":"„Kajal wurde aus einer Reihe von Materialien hergestellt, darunter Weihrauchasche, Mandelschalen und Färberdisteln.“"},"95694260-7655-5184-a4d8-7c24d7fd8562":{"title":"Verwaltungsreformen","description":"In den ersten 70 Jahren ihrer Herrschaft verzichteten die Muslime darauf, eine neue arabischsprachige Verwaltung ihrer Gebiete einzuführen. Jede Provinz behielt die Traditionen vorangegangener Herrscher bei. In Syrien wurde bei den Steuerbehörden griechisch gesprochen, und die Verwaltung lag nach wie vor in den Händen christlicher Syrer. Allerdings führten die Araber ein System der Umverteilung ein, bei dem jeder volljährige Bürger der neuen muslimischen Staaten Anspruch auf regelmäßige Zuwendungen hatte. Dieses System finanzierte sich aus Steuern, die bei der Lokalbevölkerung erhoben wurden. Die wichtigsten dieser Abgaben waren eine einheitliche, in Naturalien oder Geld zu entrichtende Grundsteuer namens *Kharadsch* und eine einkommensabhängige Kopfsteuer, die *Dschizya,* die jeder volljährige Nichtmuslim zu bezahlen hatte. Priester, Mönche und Behinderte waren von dieser Abgabe befreit.","quote":"„Jede Provinz behielt die Traditionen vorangegangener Herrscher bei.“"},"66a1b849-44f7-56db-b90b-8414c7492a80":{"title":"Zwei mamlukische Sultane gegen die „Franken“"},"390eb15a-b775-5e38-b060-b98bf5313187":{"title":"Die volkstümliche und religiöse Mudéjarkunst","description":"Die religiöse Mudéjarkunst in Aragón zeichnete sich durch den prachtvollen Außendekor an Gebäuden und Türmen aus: vielfältige geometrische Kombinationen mit sichtbaren Ziegelsteinen (Kreuzbogenfriese mit zahlreichen Bogenvariationen, Rautenfriese und diagonale bzw. fischgrätenartige Mauerverbände) sowie die Verkleidung mit farbigen Wandfliesen. Die Holzdecken gaben den Innenräumen mehr Weite und machten sie atmosphärisch gemütlicher. Unter ihnen ist besonders der enorme Kehlbalkendachstuhl der Kathedrale von Teruel zu erwähnen.","quote":"„Mudéjarkunst in Aragón – prachtvoller Dekor“"},"e69dcd7a-5d1d-5edb-ae45-6bb6e2a8c847":{"title":"Das Herrschaftssystem der Mamluken"},"0c57154a-3d32-5f59-919a-c9bcab6d8ac5":{"title":"Jordanien","description":"Die Osmanen änderten die traditionelle Hadsch-Route (Darb al-Hadsch al-Shami), die den Bergen östlich des Wadi Araba folgte und als Weg des Herrschers bekannt war, in eine neue Route durch die Wüste Darb al-Bint, nachdem sich die Tochter des Yavuz Sultan Selim über Banditen auf dieser Route beschwert hatte. Um die Sicherheit der Pilger zu gewährleisten und sie mit Wasser, Lebensmitteln und Waren zu versorgen, wurden entlang der neuen Straße zahlreiche Festungen und Unterkünfte errichtet. \nDie *Hejaz* Eisenbahn, die im Jahre 1908 unter Sultan Abdul Hamid II. fertiggestellt wurde, ist eine der größten Errungenschaften der osmanischen Zeit. Der Hauptzweck für den Bau der *Hejaz* Eisenbahn war der Pilger-Transport von Damaskus über Jordanien nach Medina in Saudi-Arabien. Obwohl die Eisenbahn während des Ersten Weltkrieges stark beschädigt wurde, sind immer noch Teilstrecken in Betrieb, z. B. zwischen Damaskus und Amman und zwischen Amman und Qatrane.","quote":"“Die *Hejaz* Eisenbahn, die im Jahre 1908 unter Sultan Abdul Hamid II. fertiggestellt wurde, ist eine der größten Errungenschaften der osmanischen Zeit.”"},"dc1ba8a3-fd25-52de-bd11-66f5e8ee0fdc":{"title":"Musliminnen im Berufsleben, im Kunsthandwerk und in der darstellenden Kunst"},"30f650c4-28b8-51fa-9fb7-44613c3096bf":{"title":"Wasser zum Trinken und Wasser zum Waschen","description":"Da der Koran besonderen Wert auf Körperhygiene legt, spielen die *Hamams* (öffentlichen Bäder) im gesellschaftlichen und religiösen Leben der Muslime seit langem eine große Rolle. Die Einrichtung selbst lässt sich zwar auf die Römer und die Badekultur der Spätantike zurückführen, doch seit der Zeit der Umayyaden lag unter den Muslimen der Schwerpunkt zunehmend auf den Dampfräumen, nicht mehr so sehr auf dem *frigidarium,* das die Römer bevorzugten. Im *Hamam* gibt es gewöhnlich ungeheizte Umkleideräume, einen Warmluftraum und einen Dampfraum.","quote":"„Der *Hamam* spielt eine entscheidende Rolle im gesellschaftlichen und religiösen Leben der Muslime.”"},"a68e0dec-446e-5c8a-bf2e-1f05f0f0e7fb":{"title":"Die andalusisch-maghrebinische Kunst","description":"Die islamische Kunst zeigt eine deutliche Vorliebe für den Dekor von Innenräumen und Türen. Die andalusisch-maghrebinische Kunst setzt darüber hinaus systematisch dekorative Bögen und Kapitelle ein. \nObwohl der Hufeisenbogen äußerst charakteristisch ist, entwerfen die Künstler neue Bogentypen oder kombinieren sie auf vielfältige Weise. Dasselbe lässt sich für die Kapitelle feststellen: Die Variation der Proportionen und die Verfeinerung der römisch-byzantinischen Pflanzenmotive bildeten einen eigenständigen Kapitellstil. \nAusgangspunkt dieser Architektur ist die Moschee von Córdoba.","quote":"Von der Kunst der *Emirate* zur Kunst der *Taifas –* Entstehung und barocke Fülle"},"f79e2e2d-2bd9-536c-96fc-75712b9b3f2b":{"title":"Die Verteidigung","description":"Burgen und Festungen *(Ribat),* die im Inneren einen Wehrturm mit soliden Mauern hatten, ermöglichten die Verteidigung des Territoriums. Sie lagen an strategisch wichtigen Orten und erlaubten die ständige Überwachung der Umgebung. Sie dienten sowohl zur Unterbringung der Truppen, die für die Kontrolle und Sicherung der Grenzen, Wege, Täler, Häfen oder Bergpässe zuständig waren, als auch zum Schutz der Bevölkerung bei drohender Gefahr.","quote":"Burgen – Verteidigung des Gebietes"},"87981465-ac17-588c-98d9-d4f2d4298bdc":{"title":"Die Normannen in Sizilien","description":"Die Normannen übernahmen in Sizilien von den Arabern eine Zivilisation, die mit dem griechischen, lateinischen und byzantinischen Kulturerbe verschmolz und die ersten Keime der italienischen Renaissance hervorbrachte.","extra":{"credits":"Curators & authors \nRita BERNINI, Rome \nPier Paolo RACIOPPI, Rome \nEttore SESSA, Palermo \nPaola TORRE, Rome \n \nCoordination \nIrene SALERNO, Rome \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Sizilien war ab 827 von den Armeen des *Emirs* von Kairouan besetzt und blieb bis 1061 eines der Gebiete des *Dar al-Islam* (Haus des Islam). Gleichzeitig hielten sich im östlichen Teil der Insel, der fest in der griechisch-byzantinischen Kultur verankert war, bis 965 Horte des Widerstands. \nZuwanderer aus dem Maghreb, der Iberischen Halbinsel, aus Ägypten und dem Nahen Osten: Obwohl die Zahl der Einwanderer begrenzt war, breitete sich die islamische Lebensweise rasch aus. In den zwei arabisch geprägten Jahrhunderten verbürgte das Gesetz des Koran die Ausübung des christlichen Glaubens, auch wenn es gelegentlich zu Fällen von Diskriminierung kam. \nIm Jahr 1061 brachen die Normannen von ihren Stützpunkten auf und landeten im südlichen Italien auf der Insel Sizilien. An ihrer Spitze stand das Geschlecht der Hauteville. 1094 errichtete Roger I. die Grafschaft von Sizilien. Sein Sohn und Erbe Roger II. gründete 1130 das Reich Sizilien. Dessen Nachfolger Wilhelm I. und Wilhelm II. sahen sich mit den Muslimen, Byzanz und dem Heiligen Römischen Reich konfrontiert. Dennoch führten sie Rogers Politik fort, bis sie von der schwedischen Herrschaft im Jahr 1194 verdrängt wurden. \nUnter arabischer Herrschaft lebten christliche und muslimische Gemeinschaften in friedlicher Koexistenz und sicherten den gesellschaftlichen Traditionen aus der islamischen Zeit den Fortbestand. Dies zeigte sich unter anderem darin, dass die neuen christlichen Herrscher Orte nutzten und Häuser bezogen, die nach Vorstellungen der früheren Herrscher konzipiert worden waren. \nFormen kultureller Kontinuität wurden verstärkt durch die politischen Beziehungen der Normannen zur zeitgenössischen islamischen Welt. \nEin deutlicher Beweis für den Fortbestand dieser Beziehungen nach der Errichtung des sizilianischen Königtums war der vom normannischen Herrschaftsgeschlecht bekundete Wille, Kunst und Kultur Siziliens zu erneuern und dabei weitgehend auf Vorbilder aus der Zeit der islamischen Herrschaft zurückzugreifen: Die vorhandenen, bescheidenen künstlerischen und architektonischen Formen wurden behutsam um Elemente siculo-arabischer und byzantinischer Herkunft bereichert. \nDas Resultat dieser Vorgehensweise war ein aktiver Synkretismus, der die siculo-normannische Schaffensperiode als eine der originellsten unter den künstlerischen Kulturen des Mittelmeerraums und des mittelalterlichen Europas erscheinen lässt.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/siculo_norman/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/25/portal_image/1.jpg","display_order":16}}},"e8deea6c-fc86-5de4-91d5-28b3549d5260":{"title":"Musliminnen im Berufsleben, im Kunsthandwerk und in der darstellenden Kunst","description":"Im Laufe der Jahrhunderte gab es immer wieder Musliminnen, die in der Öffentlichkeit standen und in angesehenen Berufen tätig waren. Ein Beispiel ist Zayn al-Khuzan, die Leiterin der fatimidischen *Kalifen*\\-Garderobe mit ihren 30 Mitarbeiterinnen. Einige Frauen wurden Schriftstellerinnen oder Dichterinnen, Ärztinnen und sogar Scharia-kundige Richterinnen, die religiöse Doktrinen lehrten und kommentierten. Mehrere Frauen erlangten als Kalligrafinnen Berühmtheit – darunter Hafsa, die Frau des Propheten Muhammad und Tochter des *Kalifen* Umar ibn al-Khattab. Fatima al-Bagdadiyya entwickelte einen kalligrafischen Stil von solcher Meisterschaft, dass sie sogar mit Ibn Hilal, einem der berühmtesten Kalligrafen überhaupt, verglichen wurde. Auch die erste Frau des Propheten, Sayyida al-Khadidscha, war Kalligrafin. Einige ihrer Arbeiten sind bis heute erhalten und belegen ihr großes Können.","quote":"„Einige Frauen wurden Schriftstellerinnen oder Dichterinnen, Ärztinnen und sogar Scharia-kundige Richterinnen.“"},"cb0785ef-fb33-5e76-b51b-81652da4bdfc":{"title":"Saladin im Heiligen Land","description":"Mit der Eroberung Jerusalems durch den größten aller muslimischen Helden, Salah al-Din al-Ayyubi bzw. Saladin (1137-1193), wendete sich das Blatt im Kampfgeschehen zwischen den Arabern und den bis dahin siegreichen Kreuzfahrern. Saladins Herrschaft gilt als eine der glücklichsten Perioden in der Geschichte der Araber. Das *Kalifat* der Abbasiden erlebte dank seiner ayyubidischen Gouverneure eine letzte Renaissance.","quote":"„Saladins Herrschaft gilt als eine der glücklichsten Perioden in der arabischen Geschichte.“"},"46837ac7-e216-535c-9487-5198e7fe98f9":{"title":"Syrien","description":"Die alljährliche Wallfahrtszeremonie des *Hadsch* erforderte eine akribische Vorbereitung auf die lange und gefährliche Reise der Pilgerkarawanen auf dem Rücken von Kamelen durch die Wüste. \nDie Eskortierung dieser Karawanen aus Damaskus war somit eine willkommene Gelegenheit, Sicherheit zu garantieren und gute Regierungsführung öffentlich unter Beweis zu stellen. Mahmal al-Hajj führte die Prozession an und trug das Emblem des osmanischen Kalifen, in dem ein westliches Ornamentmuster zu erkennen ist, das sich sanft in das lokale Ornamentrepertoire einfügt. \nZu Beginn des 20. Jahrhunderts waren solche kulturellen und künstlerischen Innovationen allgegenwärtig. Vergoldete und emaillierte Koranmanuskripte zeigen neue Schattierungs- und Farbstile. Doch ungeachtet der politischen und künstlerischen Veränderungen ist die Identität von Damaskus als heilige Stadt immer dominant geblieben.","quote":"„Doch ungeachtet der politischen und künstlerischen Veränderungen ist die Identität von Damaskus als heilige Stadt immer dominant geblieben.”"},"4bed6c71-af16-5a48-8fbf-46d35ab606ed":{"title":"Der heilige Koran","description":"Die Bedeutung, die dem richtigen Lesen und dem verbalen Vortrag des Koran zugemessen wurde, führte zur Entstehung von Kommentaren mit Erklärungen bestimmter Verse und Richtlinien für den korrekten Vortrag. Diese Anmerkungen wurden entweder an den Rand der Seite geschrieben oder am Ende des Buches angehängt. Außerdem gab es Zitatensammlungen aus dem Koran, die mit ausgewählten Gebeten und „Sprüchen des Propheten“ aus den *Hadithen* als Bücher oder Hefte veröffentlicht wurden. Sie dienten als Anleitung zum Bittgebet. Verse, die sich auf die Propheten des Alten Testaments bezogen, erschienen in reich verzierten und illustrierten Geschichtensammlungen, die den einzelnen Propheten namentlich gewidmet waren.","quote":"„Verse, die sich auf die Propheten des Alten Testaments bezogen, erschienen in Geschichtensammlungen, die den einzelnen Propheten namentlich gewidmet waren.“"},"ceab8d7c-6e1d-5d61-81c7-078ad66f0bd3":{"title":"Leben am Hof","description":"Ein anderes Beispiel für die Verwendung von Luxusgütern zur Verbesserung diplomatischer Beziehungen lässt sich am Hof von Badr al-Din Lulu beobachten, einem Armenier, der zum Islam übergetreten war. Er war ursprünglich *Wesir* der Zangiden, später dann selbstständiger Herrscher über Mosul in Nordirak (1218–59). Badr al-Din Lulu zeigte großes Interesse an metallenen Einlegearbeiten, wie sich an der Vielzahl von erhaltenen Messinggefäßen belegen lässt, die mit Gold und Silber eingelegt sind und seinen Namen tragen. Diese wertvollen Gefäße dienten vermutlich als Ersatz für Gold. Die Tatsache, dass Lulu seinen Namen eingravieren ließ, verweist auf ihre Funktion als Geschenke, die Botschafter mit sich führten.","quote":"*„*Badr al-Din Lulu zeigte großes Interesse an metallenen Einlegearbeiten.“"},"6f026780-ce1b-55d2-b48b-2d177c9ca628":{"title":"Kalligrafie an Gebäuden","description":"Von frühester Zeit an wurden in der islamischen Welt auch die verschiedensten religiösen, militärischen, zivilen und privaten Gebäude mit kalligrafischen Inschriften versehen. Die arabische Kalligrafie war sogar ein Hauptcharakteristikum der damaligen islamischen Architektur. Zu den ältesten erhaltenen Bauten, die dieses Stilelement aufweisen, gehört der aus dem siebten Jahrhundert stammende Felsendom in Jerusalem.","quote":"„Die arabische Kalligrafie war ein Hauptcharakteristikum der damaligen islamischen Architektur.“"},"007e0513-1d25-5486-a970-7a75408f9d61":{"title":"Die Mudéjarkeramik","description":"Wappen, die zunächst nicht nur dem Adel vorbehalten waren, aber schließlich mit dessen Heraldik verknüpft wurden, erreichten im 15. und 16. Jahrhundert ihren höchsten Entwicklungsstand und ihre größte Beliebtheit. Sie waren weit verbreitet und wurden auf den unterschiedlichsten Gegenständen angebracht, insbesondere bei Auftragsarbeiten. Zusammen mit der Heraldik taucht die mit christlich-religiösen Inschriften beschriftete Fläche in der Mudéjarkeramik auf.","quote":"„Die Mudéjartöpfer mussten sich dem Geschmack ihrer neuen Klientel anpassen und ihr Formenrepertoire erweitern.“"},"7b8e8ebb-749c-5252-9649-7f18a8830f7b":{"title":"Die Mudéjarkeramik","description":"Die frühe Mudéjarkeramik ist eine unmittelbare Nachahmung der Nasridenkeramik. Imitiert wurden Herstellungstechnik (*Lüster*\\-Keramik mit Kobaltblau), Dekor (Palmen, Blattwerk, Palmetten, Knospen) und Form. Daher fällt es bei einigen Stücken schwer, ihre Herkunft zu bestimmen. Allerdings waren nasridische Werke größtenteils luxuriöse und exklusive Einzelstücke, wohingegen die der Mudéjaren eine breitere Käuferschicht bedienten. Später passten sich die Mudéjaren dem Geschmack ihrer neuen Klientel an und erneuerten ihr Repertoire um Formen der Gotik, der Renaissance und um Motive der christlichen Ikonografie.","quote":"„Imitiert wurden Herstellungstechnik, Dekor und Form der nasridischen Stücke.“"},"073b795d-65c6-5d5e-9265-134b960cca53":{"title":"Der Hof","description":"Unter dem Einfluss Bagdads verfeinerten sich die Tischsitten und das Zeremoniell der Mahlzeiten. Die Mahlzeiten wurden auf vielen Tellern serviert und nach einem strengen Protokoll dargereicht. Das Menü wurde um neue und abwechslungsreiche Rezepte bereichert, die zu wahren Gaumenfreuden führten und durch den Zusatz von Aromen auch den Geruchssinn anregten. Zum Nachtisch wurde mit musikalischen Aufführungen auch etwas für das Gehör geboten. Tanzdarbietungen eröffneten die Möglichkeit, die Tänzer vor der reich verzierten höfischen Kulisse zu bewundern.","quote":"Das Zeremoniell der Mahlzeiten"},"06c733a5-e1b4-5be1-ae58-c5968680a73a":{"title":"Al-Raqqa: Die Hauptstadt des Kalifen Harun al-Raschid in Syrien","description":"Der *Kalif* Harun al-Raschid, ein Enkel von al-Mansur, verlegte von 796 bis 809 wegen politischer Unruhen in Bagdad und im Süden Iraks seine Residenz nach al-Raqqa. Er ließ die Befestigungsanlagen ausbauen und schuf eine völlig neue Palastvorstadt im Norden al-Raqqas. In diesen Palästen waren sein eigener Haushalt und einige hohe Beamte untergebracht. Die Verbindung zwischen Bagdad und den östlichen Landesteilen wurde mit Hilfe eines ausgefeilten Postsystems aufrechterhalten. Harun al-Raschids Söhne, die späteren *Kalifen,* verbrachten einen großen Teil ihrer Jugend in al-Raqqa.","quote":"„In diesen Palästen waren al-Raschids eigener Haushalt und einige hohe Beamte untergebracht.“"},"e1608033-ab95-5c07-ac56-54849a33a39b":{"title":"Das Heilige Land der drei Religionen","description":"Im 7. Jahrhundert gerieten Jerusalem und das Heilige Land unter muslimische Oberherrschaft. Trotz häufig turbulenter politischer Verhältnisse pilgerten die Angehörigen der drei Religionen in den folgenden Jahrhunderten weiter zu den heiligen Stätten in der Region. Muslimische Herrscher wie *Kalif* Umar ibn al-Khattab (Regierungszeit 634-44) oder der berühmte Salah al-Din al-Ayyubi (Saladin, Regierungszeit 1169-93) unternahmen die Sicherung der Pilgerrouten, trugen großzügig zum Unterhalt der heiligen Stätten bei und sorgten dafür, dass Muslime und Nichtmuslime gleichermaßen Zugang zu ihnen erlangten. Auch dies ist eine im Koran selbst festgelegte heilige Pflicht, denn der Koran achtet Juden und Christen ausdrücklich als „Buchvölker“ *(Ahl al-Kitab)*.","quote":"„Der Koran achtet Juden und Christen als ‚Buchvölker' *(Ahl al-Kitab)*.“"},"adc2c82c-8dbe-5321-9ab3-9fea14b4167f":{"title":"Türkei","description":"Obwohl zwischen den Osmanen und dem Westen seit dem Mittelalter, bedingt durch Kriege und Handel eine jahrhundertelange Beziehung bestand, erreichte die Verwestlichung des osmanischen Geschmacks das Reich erst viel später. \nDie Blütezeit des Osmanischen Reiches im 16. Jahrhundert war nur von kurzer Dauer. Die Schwächen des Verwaltungssystems und die Erosion der militärischen und finanziellen Einrichtungen führten dazu, dass das Osmanische Reich Ende des 17. Jahrhunderts einige Gebiete verlor. Man versuchte, die einstige Macht zurückzugewinnen, indem man bestimmte Maßnahmen aus der administrativen und technischen Infrastruktur des Westens importierte, eine Anlehnung, die sich auch in der osmanischen Gesellschaft und Kunst widerspiegelte. Engere kulturelle und diplomatische Beziehungen mit dem Westen, gestärkt durch die Wahrnehmung des osmanischen Reiches als Absatzmarkt für europäische Produkte, führten zu neuen Entwicklungen sowohl in der Gesellschaftsstruktur wie auch in ihren künstlerischen Ausdrucksformen. So wird die Einführung westlicher Elemente in das osmanische Kunstrepertoire im 18. und 19. Jahrhundert als Periode der Verwestlichung bezeichnet.","quote":"„Obwohl zwischen den Osmanen und dem Westen seit dem Mittelalter, bedingt durch Kriege und Handel eine jahrhundertelange Beziehung bestand, erreichte die Verwestlichung des osmanischen Geschmacks das Reich erst viel später.”"},"ca738840-bcc5-5148-8748-e3bb31ec2983":{"title":"Die adlige und bürgerliche Mudéjarkunst"},"6ff61f8d-0983-5aa2-8637-2151608072f9":{"title":"Die volkstümliche und religiöse Mudéjarkunst","description":"Die volkstümliche und religiöse Mudéjarkunst Portugals unterscheidet sich durch bestimmte Dekorelemente wie Zinnen und Giebel, die in die Strukturen des gotischen Stils eingefügt wurden. Das Gotische bestand neben Kehlbalkendachstühlen, die mit farbintensiven Sternen- und Kreuzbändern verzapft und dekoriert waren, in flachen Holzdecken, die man auf den Emporen einbaute und ebenfalls mit Sternenrädern von acht oder sechzehn Zacken ausschmückte.","quote":"„Mudéjarkunst in Portugal“"},"35beb34a-375b-5bd2-98d3-523a97e96b21":{"title":"Die Fatimiden","description":"„Ihr großer Traum war ein *schiitisches* *Kalifat* im Zentrum der islamischen Welt. Die Fatimiden herrschten über ein Reich, das für seine Politik und Verwaltung ebenso berühmt war wie für seine glanzvolle Kunst.“","extra":{"credits":"Curators & authors \nMohammad ABBAS, Cairo \nNoorah AL-GAILANI, Glasgow \nUlrike AL-KHAMIS, Edinburgh \nJamila BINOUS, Tunis \nAicha BENABET, Tunis \nHouria CHERID, Algiers \nElsayed HAMAD, Cairo \nMourad RAMMAH, Kairouan \nSalah SAYAOUR, Cairo \nTarek TORKY, Cairo \n \nCoordination \nEnaam Selim, Cairo \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Kurze Zeit nachdem der *Kalif* Ali in der irakischen Stadt Kufa und sein Sohn *Imam* Husayn, der Enkel des Propheten, in Karbala ermordet worden waren, entstand die *schiitische* Bewegung. Sie beanspruchte das *Kalifat* auf Grund der Abstammung seiner Anführer von Muhammad. Der *Schiismus* wurde von den Herrscherdynastien der Umayyaden und Abbasiden wütend bekämpft, verbreitete sich aber dennoch über die gesamte muslimische Welt und erreichte auch bald Nordafrika. Hier ließen sich *schiitische* Muslime unter Führung von Abu Abdallah al-Schii mit der Absicht nieder, das islamische *Kalifat* zu erobern. \nDie Fatimiden legten den Grundstein zu ihrem *Kalifat* in Raqqada, *Ifriqiya* (das heutige Tunesien). Dort gelang es ihnen im Jahr 909, die lokale Dynastie der Aghlabiden zu stürzen. Ihre erste Hauptstadt al-Mahdiyya war in ihrer Anlage und architektonischen Gestaltung von der Weltanschauung der *Schiiten* nachdrücklich geprägt. Unter der aufgeklärten Regierung des *Kalifen* al-Muizz li-Din Allah (Regierungszeit 953-75) entwickelten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse im aufstrebenden Königtum *Ifriqiya* so günstig, dass der Herrscher zu einer Eroberung des gesamten islamischen *Kalifats* ansetzte. Als ersten Schritt des ehrgeizigen Vorhabens sandte er seinen General Dschauhar al-Siqilli Richtung Osten. Er sollte Ägypten erobern, das unter der Herrschaft der Tuliniden sehr zu leiden hatte. 969 zog al-Muizz als Sieger in Ägypten ein und übergab die Herrschaft über Nordafrika als Lehen an die Ziriden, die sich allerdings bei nächster Gelegenheit selbständig machten, der *schiitischen* Lehre abschworen und sich zum *Sunnismus* bekannten. Darauf reagierten die Fatimiden, indem sie die Beduinenstämme der *Beni* Hilal zu einer verheerenden Strafexpedition nach Nordafrika entsandten. Das Machtzentrum der Fatimiden verschob sich in der Folge nach Ägypten, wo al-Muizz im Jahr 969 seine neue Hauptstadt Kairo gründete. Auf der Grundlage seines kontinuierlich wachsenden Reiches entwickelte sich eine großartige Kultur, die jener der Abbasiden in Bagdad und der Umayyaden in Spanien in nichts nachstand. Stadtplanung und Architektur, Wissenschaften, Künste und Literatur erreichten ein bis dahin unbekanntes Niveau. Doch diese Errungenschaften konnten sich auf Dauer nicht behaupten: Die Kreuzzüge, der wirtschaftliche Niedergang und mehrere verheerende Seuchen trugen zum Sturz dieser großen Dynastie bei, den Salah al-Din al-Ayyubi (Saladin) im Jahr 1171 besiegelte.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/fatimids/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/16/portal_image/1.jpg","display_order":3}}},"bb6637ac-a866-515d-b9a2-3869310f0ad7":{"title":"Die Kultur des Wortes","description":"Inschriften behandeln die verschiedensten Themen und sind in einer Reihe unterschiedlicher kalligrafischer Stile ausgeführt. Manche verweisen auf Stifter oder Auftraggeber und ihre Leistungen. Andere zitieren Koranverse, Schutzgebete, Segenssprüche, dichterische Verse oder Sprichwörter. Die Wahl der Texte sollte nach Möglichkeit der Funktion des beschrifteten Objektes entsprechen. So findet sich auf Moscheelampen der Koranvers „Allah ist das Licht der Himmel und der Erde“ (24:35), und dichterische Verse, die das Werk der Feder preisen, zieren Etuis oder Schachteln für Schreibmaterial. Schutzgebete und Segenssprüche sollen den Zweck vieler Gefäße besser erfüllen helfen. Wörter wie *Baraka* (Segen) anerkennen die Größe Gottes, erbitten seinen Beistand und wollen dem Eigentümer Glück bringen. Dasselbe gilt für die Verwendung eines der 99 Namen Gottes auf einem Gegenstand: Gottes Gegenwart soll den Gegenstand selbst und seine Inhalte vor Zerstörung oder Verlust bewahren.","quote":"„In Inschriften sollte die Wahl der Texte der Funktion des beschrifteten Gegenstands entsprechen.“"},"d03f0704-42d3-54b3-8b3b-d1ee5a970a2c":{"title":"Das abbasidische Ägypten"},"06f8adf1-80a7-5ad3-930e-d74a24929bf9":{"title":"Die Tafelkultur","description":"Neben den Keramiktellern aus İznik wurde auch kupfernes und vergoldetes Geschirr benutzt. Natürlich benutzte man am Hof auch importiertes chinesisches Porzellan. Aber erst die Anpassungen an den westlichen Lebensstil im 19. Jahrhundert bedeuteten das Ende für die traditionelle Esskultur im Topkapı-Palast. Danach speiste man auch hier an Tischen und auf Stühlen, auf europäischem Porzellan und mit Silberbesteck.","quote":"„Neben den Keramiktellern aus İznik wurde auch kupfernes und vergoldetes Geschirr benutzt.“"},"8aaef163-92d1-584e-b208-20da9b7fd02e":{"title":"Kalligrafische Schulen","description":"Abhängig von den kulturellen und sozialen Strukturen in den einzelnen Regionen entwickelten sich mitunter verschiedene kalligrafische Stile zur gleichen Zeit. In den westlichen Provinzen – Nordafrika und *al-Andalus* – entstand unter maßgeblicher Einwirkung des berberischen Kulturerbes der Maghrebi-Duktus des Arabischen. Aus dem multikulturellen Sizilien unter den Normannen sind Inschriften in mehreren Sprachen erhalten, darunter auch auf Arabisch, die verschiedene Ereignisse dokumentieren oder zelebrieren.","quote":"„In den westlichen Provinzen – Nordafrika und *al-Andalus* – entstand der Maghrebi-Duktus des Arabischen.“"},"0619d09f-5563-54e4-a733-b1fda9508dda":{"title":"Die Reise einer islamischen Kanzel","description":"Dieser *Minbar* ist besonders wichtig, weil er mit dem *schiitischen* Märtyrer *Imam* al-Husayn, dem Enkel des Propheten Muhammad, in Verbindung gebracht wird. Als sich die Kreuzfahrerheere im Jahr 1143 der Stadt Aschkelon (etwa 50 Kilometer südlich von Jaffa) näherten, retteten gläubige Muslime den abgeschlagenen Kopf von al-Husayn und den *Minbar* selbst. Sie schmuggelten beides nach Hebron und brachten es in der dortigen Ibrahimi-Moschee unter. Nach der Überlieferung wurde der abgetrennte Kopf von al-Husayn nach Kairo gebracht.","quote":"„Sie schmuggelten den *Minbar* nach Hebron und brachten ihn in der Ibrahimi-Moschee unter.“"},"d1cd70ed-eba3-5102-ad3f-35f48ba86542":{"title":"Türkisch-islamische Kunst in Anatolien vor den Osmanen","description":"Nachdem sie Anatolien politisch geeint hatten, verstärkten die Seldschuken-*Sultane* ihre Bautätigkeit und intensivierten entlang gesicherter Straßenverbindungen den Handel. Sie lebten in prächtigen Palästen, die sie als Paradiese auf Erden verstanden. In ihrem türkisch-islamischen Staat entwickelten sie einen Kunststil, der das Erbe zahlreicher Kulturen in Asien und Anatolien mit Einflüssen aus der Gegenwart und aus dem Byzantinischen Reich verband. Unter ihrer Herrschaft, die von der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts bis zum frühen 14. Jahrhundert andauerte, setzten die anatolischen Seldschuken ihrem Glauben und ihren politischen Zielen zahlreiche Denkmäler. Darunter waren Moscheen, *Türben* (Gräber), *Medresen* (religiöse Schulen), *Hamams* (Bäder), *Khane* (*Karawansereien*) und Brücken.","quote":"„Die anatolischen Seldschuken entwickelten einen Kunststil, der das Erbe zahlreicher Kulturen in Asien und Anatolien verband.“"},"29034c7a-8823-5847-9fb2-ed236e6ef371":{"title":"Das Kunsthandwerk","description":"Das Auftragen von *Lüster-*Glasuren ist eine wesentlich islamische Kunst. Ursprünglich in der Glasverarbeitung eingesetzt, erlangte diese Technik durch die Anwendung auf Keramik ihre Berühmtheit. Die *Lüster-*Glasur auf Glas war in Ägypten mindestens seit dem 8. Jahrhundert bekannt. \nAls die Fatimiden wandernde Töpfer aufnahmen, entwickelte sich die *lüster-*glasierte Töpferware neben anderen Glasurtechniken zum Spitzenprodukt der fatimidischen Keramik. Zu den Meistertöpfern und ihren Werkstätten, von denen wir Kenntnis haben, gehören die Schulen von Muslim und Saad. \nAuch die Metallverarbeitung florierte. Kunsthandwerker spezialisierten sich auf die Herstellung von Tierskulpturen, gegossenen und gehämmerten Gefäßen oder wissenschaftlichen Instrumenten wie Astrolabien und chirurgischen Werkzeugen.","quote":"„Das Auftragen von *Lüster-*Glasuren zur Dekoration von Gefäßen ist eine wesentlich islamische Kunst.“"},"cbc12111-8c44-55d6-b676-b86eda25e6a1":{"title":"Tunesien","description":"Möblierungen im europäischen Stil nahmen noch schneller Einzug; immer häufiger begegnet man Himmelbetten mit vergoldeten Stuckverzierungen, üppig vergoldeten Spiegeln und Konsolen, venezianischen Lampen und italienischen oder französischen Samt- und Seidenstoffen neben traditionellen spanisch-maghrebinischen Möbeln. Allerdings hat dieser neue Trend den alten Stil nie vollständig ersetzt. Zu den neu eingeführten Artikeln gehörten auch Teppiche (*Zarbia*) aus Anatolien, geschnitzte Hochzeitstruhen, niedrige Couchtische und Truhen mit teuren Intarsien aus der Türkei. \nMöbel, Frauenkleidung und Schmuck, um nur einige Beispiele zu nennen, unterlagen dem gleichen Wandel. Wandverkleidungen, Vorhänge, Bettwäsche und Sofa sowie auch Kleidung im Allgemeinen waren reichlich mit levantinischen Stickereien verziert.","quote":"“Unter anderem Möbel, Frauenkleidung und Schmuck unterlagen dem gleichen Wandel.”"},"54f705a7-f6cc-5d60-88a2-8e1edc57ef20":{"title":"Medresen und Erziehung","description":"Die Lese- und Schreibfähigkeit war weit verbreitet, und die Schirmherren der Kollegien lieferten sich einen Wettstreit um die beste Ausbildung. Gelehrte (*Ulama*) aus Irak, Iran, Zentralasien, *al-Andalus*, dem Maghreb und Ägypten kamen zu den *Medresen* nach Damaskus, wo sie Zuflucht und einen fruchtbaren Boden für ihre Lehrtätigkeit fanden. Auf Grund von so genannten *Waqf*\\-Vereinbarungen (Dotationen) erhielten die Gelehrten Stipendien, Gehalt und Unterkunft. Gute Studenten wurden von ihren Lehrern mit einem *Ijaza*, einem Zertifikat belohnt. Darstellungen der Ausbildung schmücken oft die Titelseiten wissenschaftlicher und philosophischer Manuskripte.","quote":"„Darstellungen der Ausbildung schmücken oft die Titelseiten wissenschaftlicher und philosophischer Manuskripte.“"},"ebe1e957-e9a6-5900-a103-902e5fee4e8f":{"title":"Der Umgang mit dem Wasser"},"699bcf48-10b7-5156-85dc-0aff994af0da":{"title":"Die Kunst außerhalb Istanbuls","description":"Wie andere Großreiche brachten die Osmanen neben ihrer Verwaltung und ihrem politischen System auch ihren Kunstgeschmack in die eroberten Gebiete. Mit Hilfe der Palastwerkstätten beherrschten die Osmanen über große Entfernungen hinweg die Kunst in den Provinzen. Andererseits findet man trotz der Dominanz der ehemaligen Palastwerkstätten umso mehr lokale Einflüsse, je weiter man sich von Istanbul entfernt. \nUnter den Osmanen imitierten die Provinzen den erlesenen Kunstgeschmack der Hauptstadt. Dieser äußerte sich in Werken, die entweder direkt vom Palast oder von Gouverneuren im Namen des *Sultans* in Auftrag gegeben wurden. Die Werke von Stiftern und Künstlern in den Provinzen konnten nicht mit denen aus der Hauptstadt konkurrieren, aber auch hier wurden große Kunstwerke realisiert.","quote":"„Trotz der Dominanz der ehemaligen Palastwerkstätten findet man in der Kunst umso mehr lokale Einflüsse, je weiter man sich von Istanbul entfernt.“"},"b554b571-d0e5-5750-8458-758d1d2857a2":{"title":"Der Sultan und sein Hof","description":"Am Hof war der *Sultan* von einem Kreis oberster Diener umgeben. Jeder von ihnen hatte eine bestimmte Aufgabe, etwa als Mundschenk, Finanzminister oder Haushofmeister. Diese hochrangigen Diener hatten den *Sultan* in allen religiösen, politischen und militärischen Angelegenheiten loyal zu unterstützen. Tatsächlich waren sie oft in die Intrigen und Machtkämpfe rund um den Thron verstrickt. Andererseits eiferten sie als Förderer der Architektur und der Kunst dem *Sultan* nach. Da ihre Kinder weder ihre Ämter noch ihre Privilegien erben konnten, versuchten sie, mit der Gründung einer religiösen Stiftung *(Waqf)* sich selbst und ihre Familien finanziell abzusichern.","quote":"„Die Diener der Mamluken-*Sultane* eiferten den Herrschern als Förderer der Architektur und der Kunst nach.“"},"dc90a515-7d31-50e6-bb8f-6de8b231efd4":{"title":"Das abbasidische Ägypten","description":"Ägypten unterstand von 750 bis 969 der direkten Herrschaft der Abbasiden. Seine Landwirtschaft und sein Handel brachten wichtige Einnahmen, und seine Lage machte es zu einem Tor Nordafrikas. Dem abbasidischen Gouverneur standen eine Armee und eine Verwaltungselite zur Verfügung, mit deren Hilfe er Ägypten regierte. Der Gouverneur selbst wurde von den *Kalifen* ernannt. Fustat am östlichen Nilufer im Süden Kairos war die Handelsmetropole der Region. Die Mehrheit der Bevölkerung in dieser Stadt waren *koptische* Christen. Die wichtigste Kultstätte der Muslime war die Amr-ibn-al-As Moschee. Der Gouverneur und seine Armee residierten im Bezirk Asakir direkt neben Fustat.","quote":"„Fustat am östlichen Nilufer im Süden von Kairo war die Handelsmetropole der Region.“"},"396874d9-40a1-5d19-9b40-a8c4225d8397":{"title":"Pilgerrouten und heilige Stätten auf dem Weg nach Mekka","description":"Ägypten war ein Sammelbecken für Pilger aus Nord- und Zentralafrika. Sie gelangten zunächst nach Alexandria und gingen von dort nach Kairo, wo sie in Fustat ein Schiff bestiegen und auf dem Nil 640 Kilometer stromaufwärts zur südägyptischen Stadt Qus segelten. Kamele brachten sie von dort zum wichtigen Hafen Ayzab am Roten Meer. Segelschiffe sorgten für die Überfahrt auf die Arabische Halbinsel. Diese Überfahrt war gefährlich: Zahlreiche Pilger erlitten Schiffbruch und ertranken.","quote":"„Ägypten war ein Sammelbecken für Pilger aus Nord- und Zentralafrika.“"},"31839947-b81e-578b-b011-e2319540abf1":{"title":"Jordanien"},"9e30bc38-26f6-5892-9b38-6c81101cb0d5":{"title":"Kleidung und Schmuck der Musliminnen","description":"Der Islam ermahnt Männer und Frauen, sich bescheiden zu kleiden. Von Musliminnen wird erwartet, dass sie ihre Köpfe bedecken und langärmelige Kleidung tragen, die vom Hals bis zu den Knöcheln reicht. Abgesehen von dieser allgemein akzeptierten Regel hat die Kleidung der Musliminnen von einer Kultur und Epoche zur anderen eine große Vielfalt an Stoffen, Schnitten und Kombinationen entwickelt. Ebenso vielfältig waren im Laufe der Zeit die Kopfbedeckungen und Accessoires. Die Gesellschaftsschicht und der ethnische Hintergrund einer Frau beeinflussten zu allen Zeiten ihr Erscheinungsbild.","quote":"„Der Islam ermahnt Männer und Frauen, sich bescheiden zu kleiden. Von Frauen wird erwartet, dass sie ihre Köpfe bedecken.“"},"98c2e587-fe2e-561f-800d-0429b0889c72":{"title":"Geometrischer Dekor in der Architektur","description":"Die Wände wurden mit Paneelen und Friesen verkleidet. Ihre geometrischen Reliefs waren ursprünglich wie prächtige Textilien farbig gefasst. \nZu den dreidimensionalen Ornamenten an Eingangsportalen und Kuppeln gehören die im Westen *Muqarbas* und im Osten *Muqarnas* genannten Dekorformen. Dieser architektonische Schmuck besteht aus unterschiedlich geformten prismatischen Elementen, die zusammengefügt wurden. \nInschriftenfriese mit einem geometrisch angeordneten kalligrafischen Dekor als Variante des *Kufi*\\-Duktus bildeten den Abschluss von Mauern religiöser und säkular genutzter Gebäude.","quote":"„Die Wände wurden wie prächtige Textilien mit Paneelen und Friesen verkleidet.“"},"ceba53e2-8d26-5b58-86d1-788c47e11fd6":{"title":"Das Zusammenleben der drei Kulturen"},"1fe29955-194b-5f40-833a-ae7bf2b5e383":{"title":"Kairo, Damaskus und Jerusalem: die geistigen Zentren des Mamlukenreiches","description":"Unter den Mamluken erlebten Ägypten, Palästina und Syrien einen enormen wirtschaftlichen, kulturellen und künstlerischen Aufschwung, der in erster Linie von den städtischen Zentren Kairo, Damaskus und Jerusalem ausging. Die Mamlukenhauptstadt Kairo wurde gefeiert als „Metropole des Universums“ und als „Garten der Welt“. Kairo war damals die größte Stadt der Welt, eine der reichsten Städte im Nahen Osten und ein Anziehungspunkt für Intellektuelle, Gelehrte, Wissenschaftler, Handwerker und Händler.","quote":"„Die Mamlukenhauptstadt Kairo wurde als ‚Metropole des Universums' gefeiert.“"},"5a338511-2ac0-5415-a85c-90120546219d":{"title":"Tunesien","description":"Ab dem späten 17. Jahrhundert begannen öffentliche und private Gebäude Neuerungen in ihre Architektur, Dekoration und Ornamentik einzuführen. Erste Einflüsse des Barockstils werden sichtbar und die einheimischen Keramik-, Gips- und Holzschnitzereien werden durch italienische oder Rokoko-Ornamente ersetzt, die von ausländischen Kunsthandwerkern hergestellt wurden. \nIn den schönsten Vierteln der *Medina* wurden prächtige Häuser gebaut, gleichzeitig entstanden Landhäuser in den umliegenden Gärten. \nDie Ornamentik variierte von Palast zu Palast. die Faszination für Carrara-Marmor und importierte Keramik war im 18. und 19. Jahrhundert jedoch überall weit verbreitet: breite Marmortreppen, Holzdecken mit italienischen Malereien, neapolitanische Kacheln, Husseini-Stuck und Blumenmalereien. Die Innentüren und Fensterläden wurden aus geschnitzten italienischen Paneelen gefertigt.","quote":"“In den schönsten Vierteln der *Medina* wurden prächtige Häuser gebaut, gleichzeitig entstanden Landhäuser in den umliegenden Gärten.”"},"e7b309d4-f6ec-5a3c-85a4-64bb13cff1d3":{"title":"Islamische Gemeinden vor und nach der normannischen Eroberung","description":"Nur wenige materielle Zeugnisse lassen sich auf den Zeitraum der islamischen Herrschaft in Sizilien datieren, was sowohl für die Epoche gilt, in der die gesamte Insel von den kalbitischen *Emiren,* den Dienern der Fatimiden, regiert wurde, als auch für die Zeit nach der Eroberung durch die Normannen, als nur noch wenige Gebiete vorläufig unter der Gewalt der Muslime verblieben waren. Im architektonischen Zusammenhang ist oft von Mauerresten die Rede, die zu Moscheen oder Festungen gehörten und in den meisten Fällen in späteren Bauten aufgingen.","quote":"„Zeugnisse aus der Zeit der islamischen Herrschaft in Sizilien sind selten. Meistens handelt es sich um Mauern von Moscheen oder Festungen.“"},"8319f75e-c88b-5e0d-87d1-baa20d291ec5":{"title":"Der Haram in Mekka und die Kaaba"},"a1f710c0-f3ac-5a24-a8f4-4bfadf1b55e4":{"title":"Geometrischer Dekor in der Keramik"},"7e85c07a-48f2-5fc5-b04e-c0bb4eaed801":{"title":"Pilgerfahrten ins Heilige Land"},"6a6bebaa-7157-585a-a0a4-10139e43213c":{"title":"Pflanzen und Arabesken: Visionen der Ewigkeit und göttlichen Einheit","description":"*Arabesken* sind mit Sicherheit die gängigste Alternative zu naturalistischen Blumenkompositionen. Die *Arabeske* besteht aus einer Verbindung von Stängeln, Ranken, Blättern und Palmetten, die ineinander wachsen und endlose, symmetrische Kompositionen ergeben. Sie erfreute sich ab dem 11. Jahrhundert in der islamischen Kunst überall größter Beliebtheit. Da sie vielseitig und leicht verschiedenen Erfordernissen anzupassen ist, eignete sie sich gleichermaßen für die Dekoration von Kunstgegenständen und Gebäuden. Die *Arabeske* ist eine Einladung zum Staunen angesichts der unergründlichen Verbindungen und gegenseitigen Bedingtheiten der göttlichen Schöpfung.","quote":"„*Arabesken* sind mit Sicherheit die gängigste Alternative zu naturalistischen Blumenkompositionen.“"},"cffb5dbb-cdd6-5c87-9301-6dc14bb279d8":{"title":"Religiöses Leben","description":"Die Bedeutung von Damaskus als Ausgangspunkt der jährlichen Pilgerfahrt, des *Haddsch,* trug zum religiösen Charakter der Stadt bei. Während der Ayyubiden-Ära wuchs entlang der Pilgerroute die Vorstadt al-Maydan, die zu einem Zentrum der Herstellung religiöser Kunst wurde. Die islamische religiöse Kunst der Atabeg- und Ayyubidenzeit zeigte sich besonders eindrucksvoll in der Architektur der Moscheen und bei den reich verzierten Ausgaben des Koran. Maurer- und Schreinerarbeiten an Minaretten, Gebetsnischen, *Maqsuras* und Kanzeln zeugen von der hohen Qualität dieser Werke.","quote":"„Islamische religiöse Kunst zeigte sich besonders eindrucksvoll in der Architektur der Moscheen.“"},"21173928-d7cb-5f28-9f20-0a8f069336e7":{"title":"Pilgerrouten und heilige Stätten auf dem Weg nach Mekka","description":"Für Pilger, die aus der Türkei, aus Syrien, Irak und Iran nach Mekka wollten, gab es außerdem eine nördliche Route. Beide Straßen führten weiter in die Nähe des antiken Aylat (heute das Dorf al-Rumayl) und von dort nach Dschidda und Medina. Zahlreiche muslimische Herrscher beteiligten sich am Unterhalt der Pilgerwege, darunter auch Sayyida Zubayda, die Frau des *Kalifen* Harun al-Raschid. Der von ihr betreute Abschnitt des Weges war als „Zubaydas Weg“ bekannt für seine hervorragende Infrastruktur.","quote":"„Für Pilger, die aus der Türkei, aus Syrien, Irak und Iran nach Mekka wollten, gab es außerdem eine nördliche Route.“"},"e80da55d-a24c-5ad5-8bdc-c203bda24973":{"title":"Der Haram in Mekka und die Kaaba","description":"Die *Kaaba* wird traditionell in reich verzierten, dunklen Brokat *(Kiswa)* eingehüllt. Dieser Brauch geht auf einen König von Himyar im Süden Arabiens zurück, der zwei Jahrhunderte vor der *Hedschra* (622) regierte. Anfangs wurde die *Kiswa* vom Propheten Muhammad oder den Kalifen gespendet. Später kam sie jedes Jahr aus Ägypten. Sie wurde dort mit goldgestickten Sprüchen und Gebeten aus dem Koran verziert, die auf die Pilgerfahrt Bezug nahmen. Mitgeliefert wurden außerdem zwei reich verzierte Vorhänge für den Eingang der *Kaaba* und ein Beutel mit einem Schlüssel aus Messing mit silbernen Einlegearbeiten und verziert mit religiösen Sprüchen. Die Entsendung dieser Gegenstände begann jedes Jahr mit einem großen Fest in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Dabei wurde die *Kiswa* im Vorhof der Zitadelle von Rittern und Beamten zum Klang von Trommeln und Fanfaren begleitet. Mit dabei war eine riesige Menge schaulustiger Bürger.","quote":"„Die *Kaaba* wird traditionell in reich verzierten, dunklen Brokat *(Kiswa)* gehüllt.“"},"5f07058e-e943-529b-9aad-26510494cbe8":{"title":"Die Mudéjarkeramik","description":"Der Höhepunkt der Kunst der *Lüster*\\-Keramik von Manises fällt mit einer Konzentration auf Tierdarstellungen zusammen: Hirsche, Stelzvögel, Stiere und kleine Vögel im Zentrum der Komposition bilden eine dekorative Neuerung abseits der hispano-muslimischen Tradition. Mit dem Niedergang der Brennöfen von Manises wird der einst matte Goldton kupferfarben und bräunlich. Die frühere Vielfalt der Dekorvariationen verkümmert: Das populärste Motiv ist nun ein Fantasievogel *(Pardalot)* mit einem von zahlreichen Linien durchzogenen Körper, die das Federkleid nachahmen.","quote":"„Mit dem Niedergang der Brennöfen von Manises wird der einst matte Goldton kupferfarben.“"},"a33e8d0d-78bb-5e1f-bf96-8cdd1b65b6f8":{"title":"Diplomatischer Austausch und Handelskontakte mit der Welt","description":"Während ihrer gesamten Herrschaft unterhielten die Mamluken enge diplomatische Verbindungen zu den südeuropäischen Mächten Kastilien und Sizilien, zu den italienischen Republiken und zu Byzanz, ebenso wie zu den Mongolen und dem Fernen Osten. Auf höchster Ebene wurden in Ägypten und Syrien hergestellte Luxusartikel als diplomatische Geschenke ausgetauscht, um die politischen Verbindungen zu festigen. Internationale Beziehungen wurden gleichzeitig durch den Handel in großem Stil intensiviert.","quote":"„Diplomatische Geschenke aus Ägypten und Syrien festigten die politischen Beziehungen.“"},"48a86896-7c77-5f66-a1d9-8df0111a6e0c":{"title":"Das Herrschaftssystem der Mamluken","description":"Mamluken erhielten eine Eliteausbildung in Kampftechniken, sowie im Bogenschießen und Reiten. In vieler Hinsicht lässt sich diese Ausbildung mit jener der mittelalterlichen Ritter in Europa vergleichen. Regelmäßige Turniere und Wettbewerbe mit Spielen wie Polo wurden veranstaltet, um das reiterische Können der Mamluken zu verbessern. Sobald ein Mamluk seine Ausbildung abgeschlossen hatte, war er frei. Er erhielt Waffen und ein Pferd und konnte eine Militärkarriere beginnen. Die fähigsten Mamluken wurden auf diese Weise zu Offizieren, Gouverneuren, Dienern des *Sultans* und manchmal sogar selbst zu *Sultanen*.","quote":"„In vieler Hinsicht kann man die Ausbildung der Mamluken mit jener der mittelalterlichen europäischen Ritter vergleichen.“"},"9f7848ae-c4b1-5425-8491-708ef71e028d":{"title":"Der Umgang mit dem Wasser","description":"Muslimische Gesellschaften konnten zum Teil die alten römischen Anlagen der Wasserversorgung weiter nutzen. Doch der Beitrag der islamischen Kultur war ebenso bedeutend. Die umfangreiche Einwanderung von Arabern und das Wachstum der Bevölkerung führte zur Entstehung einer neuen Grundbesitzerklasse, die in die landwirtschaftliche Produktion investierte. Als Folge arbeiteten die islamischen Dynastien an der Weiterentwicklung der von den Römern übernommenen Bauten. Beispiele dafür sind die vielen Wassersysteme mit ihren unterirdischen wie offenen Kanälen, Aquädukten, Zisternen, Dämmen, Regenwasserspeichern und Wasserrädern *(Noria)*.","quote":"„Das römische Erbe des Wasserbaus wurde von den islamischen Dynastien weiter entwickelt.“"},"17ddd4ae-d694-5a72-955a-060b61ef530c":{"title":"Königinnen und Prinzessinnen: Die Nachfahren von Fatima al-Zahra","description":"Zu Ehren Fatima al-Zahras, der Tochter des Propheten und Frau des *Imam* Ali ibn Abi Talib, von der die Fatimiden abstammten, gestatteten die Fatimiden ihren Prinzessinnen nicht nur ein luxuriöses Leben, sondern ließen sie auch eine herausragende Rolle im öffentlichen Leben spielen. Diese Haltung wirkte sich allgemein positiv auf die Stellung der Frauen in der fatimidischen Gesellschaft aus. Viele Frauen bekleideten am Hof wichtige politische Ämter, und Sitt al-Mulk, die Schwester des *Kalifen* al-Hakim bi Amr Allah, regierte sogar jahrelang in Ägypten an Stelle ihres minderjährigen Bruders. \nZahlreiche Frauen des fatimidischen Adels verwalteten ihr Vermögen selbst und waren im Handel aktiv. Manche besaßen eigene Schiffe, die ägyptische Waren in die entlegensten Länder brachten. Ein verschwenderischer Lebensstil bezeugte ihren Reichtum: Eine Prinzessin namens Abda hinterließ bei ihrem Tod so viele Kästen mit Schmuck, Juwelen und anderen Schätzen, dass 14 Kilo Wachs nötig waren, um sie zu versiegeln, und 30 Rollen Papier, um ihre Inhalte aufzulisten.","quote":"„Die Fatimiden ermöglichten ihren Prinzessinnen ein luxuriöses Leben und gestanden ihnen einen Platz im öffentlichen Leben zu.“"},"119ab24b-479f-5ff2-b732-0ff4c64e08e5":{"title":"Islamische Gemeinden vor und nach der normannischen Eroberung","description":"Gegenstände des täglichen Gebrauchs und für Beerdigungen, darunter Terrakotta-Vasen und Grabinschriften, sprechen für dauerhafte Beziehungen zwischen den verschiedenen Mittelmeerregionen. Ihre typologische Verwandtschaft mit nordafrikanischen Exemplaren lässt einen Import aus dieser Region oder den noch muslimischen Gebieten der Iberischen Halbinsel vermuten und beweist, dass sich im 14. Jahrhundert die Kluft zwischen den zwei entgegengesetzten Welten noch überbrücken ließ.","quote":"„Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs, die der Typologie nach den nordafrikanischen und iberischen ähneln, sprechen für dauerhafte Beziehungen zwischen den verschiedenen Mittelmeerregionen.“"},"544d24b1-a4c5-568d-8a3b-dd38d938afe5":{"title":"Der Kufi-Duktus","description":"Die *kufische* Schrift entstand in den ersten Jahrzehnten des siebten Jahrhunderts in der irakischen Stadt Kufa. Sie war eine Weiterentwicklung der Hedschasi-Schrift, die stark vom Syrischen geprägt war. Die syrische Schrift ging ihrerseits aus der Begegnung dieser beiden Kulturformen hervor und war eine Folge der Einwanderung irakischer christlicher Gelehrter nach Kufa zu Beginn des siebten Jahrhunderts. Kufas große politische und militärische Bedeutung trug dazu bei, die nach dieser Stadt benannte Schrift zu verbreiten. Dies geschah mit Hilfe zahlreicher muslimischer Gelehrter und Rezitatoren des Koran und der *Hadithe*. Sie trugen auch zur stilistischen und ästhetischen Weiterentwicklung des Schrifttyps bei.","quote":"„Kufas große politische und militärische Bedeutung trug dazu bei, die nach dieser Stadt benannte Schrift zu verbreiten.“"},"97f0d7d4-686c-530b-b13e-3459e7fb2772":{"title":"Prunkvolle Schneiderkunst: Tiraz und zeitgenössische Kostüme","description":"In der gesamten fatimidischen Zeit war Ägypten für seine hervorragenden und luxuriösen Textilien berühmt. Am begehrtesten waren die Produkte der so genannten Dar-*Tiraz*\\-Werkstätten in Städten wie Damietta, Dabiq, Tanis, Alexandria und Schata. Das persische Wort *Tiraz* bezeichnet ein besticktes Zierband am Rand eines Tuches oder am Besatz von Kleidungsstücken. Auf dem *Tiraz* fanden sich immer ein Segensspruch und der Name des herrschenden *Kalifen* oder hochrangigen Auftraggebers, für den das Stück gefertigt worden war. In jeder *Tiraz*\\-Werkstatt gab es einen Meister, der für Herstellung, Verpackung und Transport der Textilien verantwortlich war. Er genoss hohen Rang und Ansehen, hatte ein hohes Einkommen und wurde mit einer Willkommensprozession geehrt, wann immer er Kairo besuchte.","quote":"„Das fatimidische Ägypten war für seine *Tiraz*\\-Textilwerkstätten berühmt.“"},"9275ed46-c379-591c-b8f5-c59e0879225f":{"title":"Die Kultur des Wortes","description":"Der Brauch, die Namen und Titel eines Stifters in Inschriften zu verzeichnen und ihm Segen zu wünschen, kam dessen Wunsch entgegen, seine Großzügigkeit öffentlich kundzutun. Das galt besonders im Fall von Schenkungen an öffentliche Institutionen wie Moscheen oder *Medresen*. Manchmal wurden Gegenstände über weite Strecken an ihren Bestimmungsort transportiert, wo sie die dort ansässigen Kalligrafen zu Experimenten anregten. Einige Künstler nutzten die Kalligrafie ausschließlich zu dekorativen Zwecken und schufen Inschriften, die nicht zum Lesen gedacht waren.","quote":"„Einige Künstler nutzten die Kalligrafie ausschließlich zu dekorativen Zwecken und schufen Inschriften, die nicht zum Lesen gedacht waren.“"},"c3c3c6a9-356a-5b3d-b18a-805d7175e3fa":{"title":"Verwaltungsreformen"},"ab86e7ab-a2af-55b0-bd1d-acb09915baa1":{"title":"Moschee und Palast","description":"Die Fatimiden betrieben mit großem Aufwand den Bau, die Ausgestaltung und die Pflege von Moscheen, um ihren *schiitischen* Glauben zu verbreiten. Im nordafrikanischen al-Mahdiyya, in ihrer prunkvollen ägyptischen Hauptstadt Kairo (mit den Moscheen von Azhar und Aqmar), aber auch in entlegenen Gebieten wie Sizilien waren die Gotteshäuser als Leuchttürme der *schiitischen* Mission konzipiert. Auffallende Züge der fatimidischen Sakralbauten sind etwa die hervortretenden, an römische Triumphbögen erinnernden Tore, die steinernen Kuppeln, die reich verzierten Fassaden mit *schiitischen* Inschriften in kufischer Kalligrafie und vor allem die fehlenden Minarette.","quote":"„Fatimidische Moscheen waren als Leuchttürme der *schiitischen* Mission konzipiert.“"},"ee7a2a3a-731e-564b-b6f7-1f7eb1934418":{"title":"Kairo, Damaskus und Jerusalem: die geistigen Zentren des Mamlukenreiches","description":"Jerusalem ist die Heilige Stadt der Muslime, Christen und Juden. Unter den Mamluken blühte die Stadt enorm auf. Die *Sultane* machten sie zu einem wichtigen Ziel für Pilger, Religionsgelehrte und Wissenschaftler, indem sie groß angelegte Bauprojekte lancierten. Jerusalem wurde als Ort des geistigen Austauschs, der mystischen Introspektion und der Debatte zwischen den Religionen so populär, dass es hier über hundert *Medresen* und andere religiöse Einrichtungen gab, in denen die angesehensten Gelehrten der Zeit wirkten.","quote":"„Die Mamluken förderten Jerusalem als Stadt der Pilger, Religionsgelehrten und Wissenschaftler.“"},"6ca7f36b-6ff1-5be2-b8a1-162095f62272":{"title":"Königliche Kunst und Architektur","description":"Religiöse Architektur, die mit dem normannischen Hof verbunden war und an einigen Kirchen sichtbar wird. Bei ihrem Bau wurden Umgebung und Grundmuster der vorherigen islamischen Periode einbezogen.","quote":"„Einige königlich-normannische Kirchen sind auf den Resten islamischer Bauten errichtet.“"},"94fec78e-a38a-50eb-964d-7cb6963f9585":{"title":"Türkei","description":"Die Bewunderung der Osmanen für westliche Kunst, Architektur und Städtebau führte zur Entstehung eines neuen Geschmacks während der Tulpenzeit (1718-1730). In den darauffolgenden Jahrzehnten wurden zunehmend Elemente des Barock und Rokoko in den osmanischen Stil aufgenommen. Eine zunehmende Verbreitung des Empire-Stils, des Neo-Klassizismus und des Eklektizismus im 19. Jahrhundert waren die Folge.","quote":"„Die Bewunderung der Osmanen für westliche Kunst, Architektur und Städtebau führte zur Entstehung eines neuen Geschmacks während der Tulpenzeit (1718-1730).”"},"46dc88ff-bfef-555f-911d-3ced9ca58efa":{"title":"Die Beschützer der Heiligen Stätten","description":"Nach der osmanischen Eroberung Ägyptens im Jahr 1517 trugen die regionalen Herrscher in Mekka aus politischen und wirtschaftlichen Gründen *Sultan* Selim I. die Herrschaft über Arabien an. Als Folge wurden die spirituell bedeutendsten Städte der muslimischen Welt – Mekka und Medina – und mit ihnen die wichtigsten Heiligtümer des Islam in das Osmanische Reich integriert. Die *Sultane* nannten sich fortan *Kalifen* und unterstützten in den folgenden 400 Jahren die heiligen Stätten äußerst großzügig.","quote":"„In den folgenden 400 Jahren unterstützten die osmanischen *Sultane* die heiligen Stätten äußerst großzügig.“"},"93c54687-ed57-54c6-8dc9-82032411c77b":{"title":"Geometrischer Dekor in der Buchkunst"},"622bc6c4-0521-53bd-80a6-0fa7a314fc9b":{"title":"Der heilige Koran","description":"Der Koran ist das heilige Buch des Islam und Gottes Wort, wie es dem Propheten Muhammad zwischen 610 und 632 auf Arabisch offenbart wurde. Die Texte wurden von seinen Begleitern und von den ersten *Kalifen* gesammelt und zu einem Band zusammengestellt. Besonders unter Uthman ibn Affan (644-656), dem dritten *Kalifen,* entstand der Koran in seiner bis heute gültigen Form. Der Koran besteht aus 114 Kapiteln *(Sura)* und 6.236 Versen *(Ayat)*.","quote":"„Der Koran ist das heilige Buch des Islam und Gottes Wort, wie es dem Propheten Muhammad auf Arabisch offenbart wurde.“"},"11b19208-0f2c-5176-9948-5d121532b39a":{"title":"Musliminnen als Stifterinnen und Wohltäterinnen","description":"Frauen förderten auch den Bau von *Ribaten* und *Khanqahs* – zunächst als Zufluchtstätten für Krieger, später als Orte des Gebetes und als Armenunterkünfte. \nAuch in der Bildung betätigten sich Frauen als Stifterinnen. Ein Beispiel dafür ist die große und aufwändig gestaltete *Medrese* von Umm *Sultan* Schaban, der Mutter des Mamluken-*Sultans* Schaban. Andere Frauen gründeten Schulen *(Medrese),* um die Ausbildung von Mädchen zu fördern, oder Krankenhäuser *(Bimaristan)* wie jenes neben der Großen Moschee von Divriği. Es wurde von Turan Melik im 13. Jahrhundert in Auftrag gegeben. Ein anderes Krankenhaus stammt von Aziza Othmana aus dem 17. Jahrhundert.","quote":"„Frauen förderten auch den Bau von *Ribaten, Kanqahs, Medresen* und *Bimaristanen*.“"},"1dbcce8a-f15c-5124-8ef3-103e38fe1b4e":{"title":"Wissenschaft und Lehre","description":"Die muslimischen Verwalter achteten stets sorgfältig auf die Wasserversorgung der Bevölkerung und nutzten die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, um sie zuverlässig zu gewährleisten. Die erhaltenen Anlagen zur Wasserversorgung sind zugleich die solidesten: Deiche, Aquädukte und Wassermühlen.","quote":"Hydraulik und Bewässerungstechnologie"},"d0091937-ae75-5b53-b750-fd43ae2c25e5":{"title":"Kleidung und Schmuck der Musliminnen"},"ee2aaf47-9aaa-5955-b4b2-c1f9cacab9fc":{"title":"Vergnügungen und Festlichkeiten am Hof","description":"Trotz ihres religiösen Eifers ließen es die Fatimiden ebenso wie ihre Vasallen in Nordafrika und Sizilien bei Hofe nicht an der Unterhaltung durch Dichter, Sänger(innen) und Tänzer(innen) fehlen. In Nordafrika waren Dichter aus der Region wie Ibn Hani al-Andalusi und al-Ladi bei den Fatimiden gern gesehene Gäste, und auch später bildete ihr Hof in Kairo einen Treffpunkt für Poeten aus der gesamten islamischen Welt. Mehrere *Kalifen* waren dafür bekannt, dass sie mit ihren Gästen Verse ersannen, und manchmal kamen diese Werke auch öffentlich zur Aufführung. Musikalisch stand Kairo unter dem Einfluss des traditionellen Repertoires aus dem Osten und aus al-Andalus, das von Männern und Frauen an Instrumenten wie Schilfrohrflöten, Lauten und Zimbeln zur Aufführung gebracht wurde. Manche Sänger, die auch ein Instrument spielten, trugen zur Musik Gedichte über Liebe und Ritterlichkeit vor. Tänzer und Tänzerinnen gaben ausdrucksreiche Darbietungen. Der beliebte „Taschentuchtanz“ erscheint als Motiv in vielen Reliefs.","quote":"„Trotz ihres religiösen Eifers ließen es die Fatimiden bei Hofe nicht an Unterhaltung fehlen.“"},"4d22c9f5-70ed-5031-b70e-7aa555a8fa7a":{"title":"Menschendarstellungen","description":"Die islamische Kunst adaptierte und stilisierte ohne Zögern Menschendarstellungen aus vorislamischer Zeit. Menschliche figürliche Motive waren Teil des Oberflächendekors auf Kunstgegenständen und Baudenkmälern (im Allgemeinen mit Ausnahme der Moscheen). Es gab sie als Skulpturen, als Illustrationen in Manuskripten und auf Münzen, sie wurden aber auch in gewebte oder aufgenähte Muster integriert. Religiöse Figuren wie Propheten oder Engel wurden aus der byzantinischen Tradition übernommen, Mythenwesen wie die Harpyien (Vögel mit Frauenköpfen) stammten aus der Antike. Andere figurative Formen entstanden durch die Übernahme und Interpretation weithin akzeptierter und kulturell vertrauter visueller Formen.","quote":"„Die islamische Kunst adaptierte und stilisierte ohne Zögern Menschendarstellungen aus vorislamischer Zeit.“"},"93d8ebf1-31d8-5e89-966d-89b3cb0abebd":{"title":"Christen unter umayyadischer Herrschaft"},"0f9828f8-dd3a-5969-ba97-2fc083ca3fe9":{"title":"Musliminnen im Berufsleben, im Kunsthandwerk und in der darstellenden Kunst","description":"Viele Musliminnen sind als vollendete Musikerinnen und Tänzerinnen in die Geschichte eingegangen. Etliche von ihnen waren an Herrscherhöfen engagiert und wurden fürstlich entlohnt. Eine Trommlerin namens Nasab beeindruckte mit ihrem Spiel den fatimidischen *Kalifen* al-Mustansir bi Allah so sehr, dass er ihr ein Stück Land in Kairo schenkte, auf dem später der Stadtteil al-Tabbala (die Trommlerin) entstand. Die Lautenspielerin Itifaq schaffte es sogar, den Mamlukenherrscher al-Malik al-Muzaffar Haddschi ibn Qalawun zu heiraten. Der *Sultan* ließ vor ihren Auftritten den Boden, auf dem sie spielte, mit Seide auslegen. Nach einer ihrer Darbietungen schenkte er ihr vier Edelsteine und sechs Perlen im Wert von 4000 Dinaren.","quote":"„Viele Musliminnen sind als vollendete Musikerinnen und Tänzerinnen in die Geschichte eingegangen.“"},"5cef1f76-07da-5ce0-a8f7-d678e155d371":{"title":"Christen unter umayyadischer Herrschaft","description":"Im Namen des Islam eroberten die Araber ein Gebiet, das vom Norden der syrischen Wüste über das Land zwischen Euphrat und Tigris bis zum Niltal reichte. Diese Region wurde später der „fruchtbare Halbmond“ genannt. Die Herrschaft der Umayyaden über dieses Gebiet brachte für die christliche Bevölkerung weniger Veränderungen mit sich als gemeinhin angenommen. Während die Muslime sich in den Städten und neu gegründeten städtischen Zentren als militärische Elite sammelten, lebten die Christen weiterhin zumeist in Dörfern und auf dem Land. Sie konnten trotz ihres Glaubens Regierungsämter bekleiden. Ihre Gemeinden sicherten ihren Wohlstand, und ihre Handwerker stellten für beide Religionen und für den Hausgebrauch weiterhin zahlreiche Artefakte wie etwa Lampen her. Viele dieser Gegenstände waren weiterhin mit christlichen Motiven verziert. \nNur wenige Kirchen wurden aufgegeben. Der dreischiffige Basilika-Bautyp war der gängigste, und erwartungsgemäß waren Kirchen in den Städten zumeist prunkvoller ausgestaltet als auf dem Land. Viele Kirchen aus dieser Zeit sind für ihre wunderschönen Bodenmosaike berühmt.","quote":"„Die christlichen Gemeinden konnten ihren Wohlstand sichern, und ihre Handwerker stellten weiterhin zahlreiche Artefakte her.“"},"1d025879-0f4e-58f5-9d96-55b7af6f72a3":{"title":"Die Kultur des Wortes"},"543aaa57-6637-5f92-ac7d-d3ff9c19f682":{"title":"Die andalusisch-maghrebinische Kunst","description":"Die Kunst der Nasriden in al-Andalus und die der Meriniden, Ziyaniden und Hafsiden im Maghreb stellen den Höhepunkt der opulenten Dekorationen in der westlichen muslimischen Kunst dar. Ihre wechselseitigen Beziehungen begünstigten eine parallele Kunstentwicklung – mit so herausragenden Werken wie der Alhambra in Granada oder der Attarine-Medrese in Fes –, die zum Vorreiter der westlichen islamischen Kunst wurde.","quote":"Meriniden und Nasriden – Paradigma der westislamischen Kunst"},"39470669-f271-52b5-9ea9-ee88e042362a":{"title":"Das Privatleben muslimischer Frauen","description":"In der islamischen Kultur waren Häuser und auch Paläste so gestaltet, dass sie die Privatsphäre der Frauen schützten und sie vor fremden Blicken bewahrten. Innerhalb dieser exklusiven Privatsphäre konnten Frauen nach Belieben ihren häuslichen Beschäftigungen nachgehen, familiäre Verpflichtungen erfüllen, mit anderen weiblichen Mitgliedern der erweiterten Familie, mit Freundinnen oder Verwandten zusammenkommen und sich um ihre persönlichen Angelegenheiten kümmern. Frauen hatten das Recht auf eigenen Besitz. Sie erhielten vom Bräutigam eine Mitgift, die unter anderem aus Juwelen bestand und die sie auch im Fall einer Scheidung behalten durften. An den königlichen Höfen lebten die hochgestellten Frauen mit allem erdenklichen Komfort und in Gemächern, die ihnen allein vorbehalten waren.","quote":"„In der islamischen Kultur waren Häuser und auch Paläste so gestaltet, dass sie die Privatsphäre der Frauen schützten.“"},"68239d8d-9472-53ee-9876-51e1be828f05":{"title":"Mudéjargewerbe","description":"Die Mudéjartöpfer führten innovative und bis dahin unbekannte Techniken ins mittelalterliche Europa ein. Vor allem die Glasuren verbanden Undurchlässigkeit mit Schönheit. Die einfach gehaltenen, bleihaltigen oder transparenten, zinnhaltigen oder milchweißen Glasuren schimmerten schließlich metallglänzend. Die Herstellung erstreckte sich über die gesamte Halbinsel; es waren aber vor allem die glasierten und bemalten Keramiken der Töpfer von Paterna und Teruel sowie die glasierten Töpferwaren aus Manises, die am meisten geschätzt und exportiert wurden.","quote":"„Die Mudéjartöpfer beherrschten die Glasurtechnik und führten sie ins mittelalterliche Europa ein.“"},"9d838b06-c754-52b5-b005-6c418fbd4fdc":{"title":"Der Schmuck: Reichtum, Prestige und Schutz","description":"Schmuck wurde von den Muslimen seit jeher geschätzt. Männer schmückten damit ihre Gewänder und Turbane, gelegentlich übernahmen sie den weiblichen Brauch, Ohrringe zu tragen. Dennoch waren die hauptsächlichen Schmuckträger Frauen, die unabhängig von ihrem sozialen Stand Schmuck zur persönlichen Zierde nutzten. Der nasridische Autor Ibn al-Khatib berichtet von dem Wettkampf rivalisierender Frauen in Granada, die sich in der Kunst des Schmückens mit Juwelen und Gewändern gegenseitig überboten: „[Sie] haben es heutzutage leider mit ihrem Putz, ihrer Schminke und Prahlerei sowie ihrem Verlangen nach reichen Stoffen und Schmuckstücken soweit getrieben, dass es eine Zügellosigkeit ist.“","quote":"Statussymbol"},"24e11f60-92ed-5fc9-959e-e0aa49482ffe":{"title":"Menschendarstellungen"},"4c126e80-2567-5abd-9191-3d40f380e81f":{"title":"Al-Frandsch: Die Kreuzfahrer in der Levante","description":"„Bis ins 20. Jahrhundert gab es nie wieder so intensive Auseinandersetzungen zwischen dem Westen und dem Nahen Osten wie zur Zeit der Kreuzzüge.“","extra":{"credits":"Curators & authors (British Museum should be added) \nMona AL-MUADIN, Damascus \nSheila CANBY, London \nVerena DAIBER, Damascus \nAbdel-Razzaq MOAZ, Damascus \nKhader SALAMEH, Jerusalem \nEmily SHOVELTON, London \nZena TAKIEDDINE, Damascus \n \nCoordination \nSamer ABDEL-GHAFOUR, Damascus \nZena TAKIEDDINE, Damascus \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Von 1095 bis 1144 fanden 14 Kreuzzüge statt, die verschiedene Teile der islamischen Mittelmeerküste zum Ziel hatten: Neun führten ins Heilige Land, zwei nach Byzanz, zwei nach Ägypten und einer nach Tunesien. Balduin von Boulogne eroberte Edessa und gründete 1098 in al-Raha den ersten Kreuzfahrerstaat. Im Lauf der folgenden 200 Jahre wurden in der Region viele christliche Staaten geschaffen und wieder verloren. \nBei den Arabern hießen die Kreuzfahrer, deren Einfälle den Alltag der Muslime von Grund auf veränderten, „al-Frandsch“ oder „Franken“. Obwohl am Beginn der Geschichte der Kreuzfahrer das schreckliche Massaker in Jerusalem 1099 stand, passten sich die Europäer im Verlauf ihrer zwei Jahrhunderte im Nahen Osten an das Leben inmitten von Muslimen an. \nVor den Kreuzzügen gab es zwischen Europäern und Arabern kaum Kontakte im Mittelmeerraum. Was man voneinander wusste, beruhte auf spärlicher Information und stand unter dem Zeichen negativer, religiös beeinflusster Wahrnehmungen. Obwohl die Kreuzzugsära von Gewalt geprägt war, förderte sie in gewissem Maß die religiöse Toleranz und den kulturellen Austausch. Bis ins 20. Jahrhundert gab es nie wieder so intensive Auseinandersetzungen zwischen dem Westen und dem Nahen Osten wie zur Zeit der Kreuzzüge. Die Schönheit des Felsendoms überwältigte die Invasoren, und derartige Eindrücke erhöhten das Ansehen des islamischen Orients unter den Kreuzfahrern. Das kam auch in der Literatur der Zeit zum Ausdruck. Religiöse islamische Gebäude wurden in Kirchen und andere christliche Institutionen umgewandelt. In Jerusalem betraf das sowohl den Felsendom als auch die Aqsa-Moschee. Letztere diente unter anderem als Unterkunft für christliche Ritter. In Hebron wurde die ursprüngliche Decke der Ibrahimi-Moschee durch eine romanische ersetzt. Der kulturelle Austausch fand aber nicht nur in der Architektur statt, sondern auch in der Mode und im kulinarischen Bereich, bei religiösen Bräuchen und in der Kultur der einfachen Leute. \nGegen Ende des 13. Jahrhunderts gelang es Ayyubiden und Mamluken, die Kreuzfahrer zu vertreiben. Daraufhin wurden viele Kirchen wieder in Moscheen umgewandelt. Auch dieser Prozess bereicherte das ästhetische Repertoire in der Region und führte zu einer harmonischen Verbindung der westeuropäischen und islamischen Stile.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/crusader/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/24/portal_image/1.jpg","display_order":15}}},"144150df-f28d-5d4f-8acc-353e17527739":{"title":"Pilgerfahrten ins Heilige Land","description":"In der Ära der Kreuzzüge war die Levante in eine Vielzahl konkurrierender Stadtstaaten aufgesplittert. Manche davon waren Fürstentümer der Kreuzfahrer, andere wurden von Statthaltern aus der Gegend regiert. Als Folge waren Reisen und Pilgerfahrten im und durch das Heilige Land selbst in Friedenszeiten riskant. Besonders gefährlich waren sie während eines Kreuzzugs. Trotz solcher Schwierigkeiten fanden sich zahlreiche Reisende, die keine Gefahr scheuten, um ins Heilige Land zu gelangen.","quote":"„Reisen und Pilgerfahrten im und durch das Heilige Land waren selbst in Friedenszeiten riskant.“"},"5838d42d-f446-52f1-8928-5f1d6b6140a6":{"title":"Das Mudéjargewerbe"},"9b603cf4-3d1b-5d98-b644-0c415a7c2a10":{"title":"Die Beschützer der Heiligen Stätten"},"82d1ab69-c61e-55a9-920a-bf67ddfb6bda":{"title":"Der muslimische Westen","description":"Obwohl der islamische Westen vom Atlantik bis nach Sizilien fest in die muslimische Zivilisation integriert war, bewahrte er stets besondere Eigenheiten.","extra":{"credits":"Curators & authors \nCarmen ALONSO-RODRIGUEZ, Madrid \nMaria da Conceição AMARAL, Silves \nGaspar ARANDA, Madrid \nHouria CHERID, Algiers \nLakhdar DRIAS, Argel \nNaima ELKHATIB-BOUJIBAR, Casablanca \nÁngela FRANCO, Madrid \nÁngela GARCIA-BLANCO, Madrid \nSusana GOMEZ, Mertola \nTaha KHECHINE, Kairouan \nKamal LAKHDAR, Rabat \nSantiago MACIAS, Mertola \nMohamed MEZZINE, Fez \nMargarita SANCHEZ-LLORENTE, Madrid \nClaudio TORRES, Mertola \n \nCoordination \nMiguel GARCIA, Madrid \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Während ihrer Expansion vom Nahen Osten nach Westen drangen die Muslime in die heutigen Gebiete von Tunesien, Algerien, Marokko (die sie Maghreb nannten) sowie Spanien und Portugal *(al-Andalus)* ein. Die Islamisierung war ein komplexer Prozess, der vorhandene urbane Traditionen fortführte und im 9. Jahrhundert zu einer Wiederbelebung der urbanen Strukturen führte. Trotz gelegentlicher Auseinandersetzungen förderten der Handel und die religiöse Toleranz das Zusammenleben der Religionsgemeinschaften (Muslime, Christen und Juden) bzw. der Araber mit den einheimischen Bevölkerungsgruppen. \nZunächst dem *Kalifat* von Damaskus unterstellt, wurden die *Emirate* zunehmend unabhängiger. Aufeinander folgende lokale Dynastien (Idrisiden, Umayyaden von *al-Andalus,* Ziriden, Hammadiden, Almohaden usw.) versuchten sich zu behaupten. Indem sie Paläste errichteten, die Insignien ihrer Macht zur Schau stellten und die absolute Kontrolle über ihre Herrschaftsgebiete ausübten, strebten sie danach, die östlichen *Kalifate* zu übertreffen. \nObwohl der islamische Westen vom Atlantik bis nach Sizilien fest in die muslimische Zivilisation integriert war, bewahrte er stets besondere Eigenheiten. Diese zeigen sich besonders in architektonischen und dekorativen Neuerungen orientalischen Ursprungs, die sich in al-Andalus und im Maghreb herausbildeten, bis eine für diese islamischen Gebiete charakteristische Kunst entstand. Über die Baudenkmäler hinaus hat ein reichhaltiges Erbe den muslimischen Westen bis heute nachhaltig geprägt: die Lebensart, der Geschmack, die Gesten, die Klänge, die Ausdrucksvielfalt, das Wissen.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/muslim_west/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/27/portal_image/1.jpg","display_order":7}}},"55222856-3011-566b-aae5-57b726cf2d41":{"title":"Geometrischer Dekor in der Textilkunst","description":"Stickereien wie diese gehörten zu den charakteristischen Dekortechniken der Textilherstellung. Für Stickarbeiten bevorzugte man geometrische Muster oder geometrisch stilisierte Motive. Sterne, Rauten, Quadrate oder Streifen zierten Stoffe, Gewänder und Kopfbedeckungen.","quote":"„Sterne, Rauten, Quadrate oder Streifen zierten Stoffe, Gewänder und Kopfbedeckungen.“"},"d3086523-5bfd-58be-92ce-ac1f8ca548d7":{"title":"Menschendarstellungen","description":"In der islamischen Kunst wurden Menschen auf Mosaiken und Malereien, aber auch in Form von Skulpturen dargestellt. Neben Porträts entstanden zur Unterhaltung der Betrachter auch Illustrationen von höfischen Zeitvertreiben wie Jagen, Tanzen, Musizieren und Gedichtelesen. Schlachten waren ebenso Teil des Repertoires wie weibliche Akte und Halbakte, Spiele und Akrobatik, Schenkungen und Szenen aus dem Arbeitsleben. Die „Bedeutungen“ dieser Bilder sind nicht immer eindeutig und zum Teil sogar widersprüchlich, und daher bleibt auch die Motivation für die Wahl bestimmter Sujets oft im Dunkeln. Obwohl man die meisten Bilder allgemein als Abbildungen des luxuriösen Lebens, der höfischen Vergnügungen und als Symbole von Reichtum und Macht verstehen kann, gibt es auch präzise Verweise auf konkrete historische oder gesellschaftliche Ereignisse. In den Jagdszenen finden sich oft Details, die eine genaue lokale Zuordnung möglich machen.","quote":"„In den Jagdszenen gibt es oft Details, die eine genaue lokale Zuordnung möglich machen.“"},"506ae4e4-634a-525e-8b8e-dc798aafe087":{"title":"Türkei","description":"Diese Neuerungen wirkten sich zwar nicht direkt auf die Grundrisse der Gebäude aus, hatten jedoch erhebliche Veränderungen in der Ornamentik zur Folge. Auch in vielen Kunsthandwerken trug die Verwendung westlicher Zierelemente zu einer grundlegenden Veränderung des traditionellen ornamentalen Repertoires bei, das die osmanische Kunst einst dominiert hatte. Dieser neue Geschmack, der in Istanbul von den Werkstätten des Palastes gefördert wurde, verbreitete sich fast zeitgleich in Anatolien.","quote":"„Dieser neue Geschmack, der in Istanbul von den Werkstätten des Palasts gefördert wurde, verbreitete sich fast zeitgleich in Anatolien.”"},"b5239e1f-1ae6-5f79-9b09-016f7be99ee0":{"title":"Pilgerfahrten ins Heilige Land","description":"Es gab zwei große Karawanenwege für Muslime, die nach Mekka pilgerten: Die ägyptische Route wurde von Gläubigen aus dem südlichen und nördlichen Afrika benutzt. Die syrische Route verband Mekka mit den östlichen Provinzen. Wegen der Gefahr durch die Kreuzzüge im Heiligen Land musste die syrische Route öfter weiter nach Osten verlegt werden.","quote":"„Es gab zwei große Karawanenwege für Muslime, die nach Mekka pilgerten.“"},"1b7b04e6-d4cb-5a10-a0bf-8f61b4de570f":{"title":"Die Entstehung der islamischen Kunst"},"036e868a-be9f-5e20-a301-fbf277420082":{"title":"Das Herrschaftssystem der Mamluken","description":"Die bemerkenswerte Stärke des mamlukischen *Sultanats* beruhte auf einer komplizierten hierarchischen Struktur unter den Militärsklaven. Mamluken wurden gekauft, als Geschenke empfangen oder im Krieg gefangen genommen. Anfangs waren die meisten von ihnen Türken, Kurden oder Mongolen. Ab dem 14. Jahrhundert kamen Tscherkessen und Georgier hinzu. Jeder neue Mamluk wurde auf Herz und Nieren untersucht. Wurde er für tauglich befunden, brachte man ihm Grundbegriffe des Islam und der arabischen Sprache bei. Von einem Mamluken wurde bedingungslose Ergebenheit gegenüber seinem *Sultan* erwartet.","quote":"„Mamluken wurden gekauft, als Geschenke empfangen oder im Krieg gefangen genommen.“"},"bea69b13-6fa2-574b-aa7f-147e96a211c7":{"title":"Verwaltungsreformen","description":"Nach der Münzreform waren alle umayyadischen Münzen in Gewicht und Gestaltung standardisiert. Ihre Inschrift bestand aus einem Datum und einem religiösen Spruch. Damit wurde erstmals ein einheitliches Münzwesen verwirklicht.","quote":"„Nach der Münzreform waren alle umayyadischen Münzen in Gewicht und Gestaltung vereinheitlicht.“"},"635d4cb2-5c7e-5d27-bd41-43032dd5262b":{"title":"Tunesien","description":"Seit der Antike war Tunesien, ein kleines Land am Schnittpunkt der mediterranen Zivilisationen, ein Treffpunkt zwischen dem östlichen und dem westlichen Mittelmeer, Afrika und Europa. Zu Beginn der Neuzeit öffnete sich das ehemalige *hafsidische Ifriqiya*, damals eine osmanische Provinz, dem osmanischen Osten und dem europäischen Westen. \n \n**Austausch und Einmischung** \n \nIn Tunesien bauten die neuen türkischen Herrscher des Landes, zunächst unter der Herrschaft der *Deys*, später unter jener der *Beys* zahlreiche Bauten. Sie errichteten Moscheen, Koranschulen, *Zawiyas*, Paläste, Kasernen, öffentliche Brunnen, Aquädukte und Stadtmauern, vor allem in der Hauptstadt, und sorgten so fürs Weiterleben ihres Namens. Europäische Handelshäuser strömten nach Tunis, der sicheren Hauptstadt der Regentschaft, und ließen sich dort unter dem Schutz der vom Sultan von Istanbul unterzeichneten Friedensverträge nieder. \nIn dieser Zeit entstand eine starke Vorliebe für alles Europäische, vor allem zunächst unter den Fürsten, den Würdenträgern des Hofes und anderen einflussreichen Personen des Regimes. Einige von ihnen knüpften nicht nur Kontakte zu den in Tunis ansässigen Europäern, sondern reisten auch nach Europa: So wurde Bey Ahmed 1846 von Louis-Philippe von Frankreich mit dem ganzen Zeremoniell eines königlichen Besuchs empfangen. Die Reise nach Istanbul führten zur Entdeckung der erlesensten Luxusgüter, die es zu dieser Zeit gab. All diese Neuerungen hatten einen tiefgreifenden Einfluss auf die tunesische Kunst und Architektur des 18. und 19. Jahrhunderts.","quote":"“Zu Beginn der Neuzeit öffnete sich das ehemalige *hafsidische Ifriqiya*, damals eine osmanische Provinz, dem osmanischen Osten und dem europäischen Westen.”"},"0f404f1e-3645-5bfa-870f-1b45825073f7":{"title":"Die Umayyaden","description":"„Die Kunst der Umayyaden verbindet dekorative Stile und Motive unterschiedlicher künstlerischer Traditionen.“","extra":{"credits":"Manal BASYOUNI, Aqaba \nGhazi BISHEH Amman \nJens KRÖGER, Berlin \nAida NAGHAWI DODO, Amman \nMohammad NAJJAR, Amman \nSamarah WOROUD, Irbid \n \nCoordination \nGhada AL-YOUSEF, Amman \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Die Dynastie der Umayyaden wurde 661 von *Kalif* Muawiya I. ibn Abi Sufyan gegründet. Ihre Herrschaft dauerte nahezu 100 Jahre, bis zu ihrem Sturz durch die Abbasiden im Jahr 750. Als Muawiya an die Macht kam, entschied er sich für Damaskus als Hauptstadt des muslimischen Reichs. Für die Kunst der Umayyaden war dieser Entschluss von weit reichender Bedeutung, denn Damaskus war zu dieser Zeit vom Einfluss der klassischen Antike geprägt. Auch sassanidische, byzantinische und *koptische* Traditionen spielten eine Rolle. Die Kunst unter den Umayyaden war somit eine innovative Kombination dekorativer Stile und Motive aus unterschiedlichen künstlerischen Traditionen. Sie diente der Durchsetzung einer Reihe von neuen politischen und religiösen Zielen. \nDie Architektur der Umayyaden ist dank vieler erhaltener Gebäude ein wichtiger Zeuge des Wirkens dieser Dynastie. Umfangreiche städtebaulich-architektonische Großprojekte wurden durchgeführt, und im Auftrag der Königsfamilie entstanden zahlreiche repräsentative Bauten. Sowohl der Felsendom in Jerusalem als auch die Umayyaden-Moschee in Damaskus sollten offenbar die Macht der Dynastie demonstrieren und ihre Siege feiern. Diese Bauten vermitteln einen Eindruck vom Prunk der umayyadischen Architektur. Auch die früher als „Wüstenburgen“ bezeichneten Paläste gewähren bis heute einen faszinierenden Einblick in das höfische Leben und Zeremoniell der Umayyaden. \nDiese und andere Bauten der Dynastie wurden üppig dekoriert. Paläste und Bäder waren mit figurativen Bodenmosaiken und Fresken an den Wänden geschmückt. Andere häufig verwendete architektonische Gestaltungselemente waren kunstvolle Tierskulpturen aus Stein und Gips, stilisierte Blumendekors und verschiedene abstrakte Muster. Auch das Kunsthandwerk erlebte zu dieser Zeit eine Blüte, und was sich an Metall- und Holzarbeiten erhalten hat, lässt auf ein hohes Maß an Kunstfertigkeit schließen. \nDie umayyadische Kunst kann mit ihrem ebenso originellen wie lebendigen Eklektizismus als eine Fortsetzung der spätantiken Kunst gelten. Deutlich wird das besonders am späteren Bruch mit dieser Tradition und an der Entwicklung islamischer Kunst unter der Dynastie der Abbasiden.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/the_umayyads/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/10/portal_image/1.jpg","display_order":1}}},"3e98d267-1ed6-58c4-84e5-e601b73d8d09":{"title":"Die Bedeutung einzelner Pflanzen und Blumen","description":"Eine weitere sehr beliebte Blume war die Tulpe – vor allem in der osmanischen Türkei. Von Türken und Persern gleichermaßen „Lale“ genannt, wurde diese vielseitige, elegante Blume unter den Osmanen mit großer Leidenschaft kultiviert. Im 18. Jahrhundert, unter *Sultan* Ahmed III., geriet die Vorliebe für die Tulpe zu einer wahren Manie. Das nahezu bankrotte Osmanische Reich veranstaltete in dieser Zeit extrem kostenaufwändige Tulpenfeste. Die Tulpe wurde auch in der religiösen Dichtung besungen, wo sie ein Symbol für den Märtyrer und den mystischen, Verzicht übenden Liebhaber war.","quote":"„Eine weitere sehr beliebte Blume war die Tulpe – vor allem in der osmanischen Türkei.“"},"985ee9aa-03b0-5c47-b575-bf5cdd263b4b":{"title":"Die Verwaltung des Wohlstands","description":"Da die Abbasiden in ihrem Reich eine wachsende Bevölkerung zu versorgen hatten, waren sie sich der Bedeutung einer sorgfältigen Stadtplanung bewusst. Eine ganze Reihe neuer Städte entstand, bei deren Planung die Verkehrs- und Transportwege besondere Berücksichtigung fanden. Die Aghlabiden erbauten etwa acht Kilometer außerhalb von Kairouan die Palaststadt Raqqada mit Parks und Gärten. Im abbasidischen Syrien entstanden neue Wohnviertel beispielsweise in Kharab Sayyar, einer befestigten Stadt an der wichtigsten Verkehrsverbindung zwischen al-Raqqa und dem irakischen Mosul.","quote":"„Beim Bau ihrer Städte achteten die Abbasiden besonders auf Verkehrs- und Transportwege.“"},"ed29c746-606e-5ae8-95a5-8870ae170839":{"title":"Ägypten","description":"Als Mehmed Ali Pascha von Kavali im Jahr 1805 Gouverneur von Ägypten wurde, legte er den Grundstein für die neue ägyptische Renaissance. Klare Merkmale dieser Modernisierung waren in der Verwestlichung der bildenden und dekorativen Künste, des Handwerks und der Architektur deutlich zu erkennen. Diese Modernisierungsperiode erreiche ihren Höhepunkt während der Herrschaft von Mehmed Alis Söhnen, die zahlreiche europäische Architekten und Handwerker einluden, in Ägypten Paläste im europäischen Stil zu bauen und auszustatten Die beauftragten Künstler wurden ermutigt für Bau und Ausstattung aus dem Repertoire des Barock und Rokoko zu schöpfen, das hoch in Mode war. Beispiele hierfür sind der Abdin-Palast, die Muhammad Ali *Sabils* (Brunnen) im Stadtviertel Nahasine und Umm Abbas in der Saliba-Straße sowie zahlreiche Gebäude in auch in anderen Städten Ägyptens, vorwiegend jedoch in Kairo. Im Museum für islamische Kunst in Kairo werden zahlreiche Keramiken, Marmorstücke und Manuskripte aufbewahrt, die eindeutig westliche Dekorelemente mit geschwungenen Linien, Akanthusblättern und Kronen im Hochrelief aufweisen.","quote":"“Als Mehmed Ali Pascha von Kavali im Jahr 1805 Gouverneur von Ägypten wurde, legte er den Grundstein für die neue ägyptische Renaissance.”"},"aa042c08-6f7c-5f9d-b7df-e0e92304f71d":{"title":"Der Export von Luxusgütern"},"07323655-399a-5f20-bd33-36fbfca525bd":{"title":"Die adlige und bürgerliche Mudéjarkunst","description":"Die aristokratische Mudéjarkunst ist auf Könige und Adlige in ihrem Umfeld zurückzuführen, die die muslimischen Paläste imitieren wollten, deren Pracht sie von ihren Gesandtschaften kannten. Im Verlauf der Eroberung der Städte von *al-Andalus* durch die christlichen Könige wurden die eleganten Säle, Gärten und Schlafgemächer der andalusischen Paläste zu königlichen Residenzen und zur Bühne des höfischen Lebens. Dies war eine bewusste Manifestation der Herrschaft über den Feind und der Bewunderung seiner Kunst. Zeitgleich wurden in den neuen Palastbauten der Gebrauch von Stuck und Ziegelstein, die detailreiche Ausstattung der Innenräume und die Harmonie in den Höfen und Gärten übernommen. Der Aljafería-Palast, der Real Alcázar und der Palast von Sintra zeigen beispielhaft die Nutzung von andalusischen Palästen durch christliche Herrscher.","quote":"„Andalusische Paläste für christliche Herrscher“"},"221eaf00-cefe-5da4-b4e5-b0ff24d5d9a0":{"title":"Pflanzen und Arabesken: Visionen der Ewigkeit und göttlichen Einheit","description":"Wenn Blumen in der islamischen Kunst nicht naturalistisch dargestellt sind, dienen sie in mehr oder weniger fantastischen Arrangements der Verzierung von Fassaden oder Kunstgegenständen. Diese Blumenmuster sind oft so komplex, dass sie das Auge des Betrachters völlig von dem Objekt ablenken, das sie schmücken bzw. in vielen Fällen eher verbergen. Die gemeißelten, geschnitzten, gemalten oder in anderer Form aufgetragenen Blumenarrangements auf Gebäuden und Kunstgegenständen waren zwar primär als Dekoration gedacht. Für religiöse Naturen traten sie aber gegenüber der gebauten Struktur in den Vordergrund – als Meditationen über die unendliche Komplexität des Universums, das aus seinem Schöpfer Allah hervor- und wieder in ihm aufgeht.","quote":"„Wenn Blumen in der islamischen Kunst nicht naturalistisch dargestellt sind, ergeben sie mehr oder weniger fantastische Arrangements.“"},"929519b4-bcdf-5831-adb9-06ef4ef80b6b":{"title":"Diplomatischer Austausch und Handelskontakte mit der Welt","description":"Unter den Mamluken entstanden in Kairo, Damaskus und Jerusalem zahlreiche Märkte oder Handelszentren *(Karawansereien,* auch bekannt unter den Namen *Suq, Khan* und *Wikala)*. Sie waren eine Anlaufstelle für Kaufleute und Karawanen aus fernen Ländern. Die internationale Vielfalt der in den *Wikalas* erhältlichen Waren – darunter Textilien und Töpferwaren – inspirierte auch die Handwerker vor Ort. Durch umfangreiche Aufträge stimulierten die Mamluken die Produktion in ihren *Sultanats*\\-Werkstätten und bereicherten das Angebot auf den städtischen Basaren in ganz Ägypten und Syrien. Als Folge erreichte das Kunsthandwerk ein bis dahin unbekanntes Niveau hinsichtlich Qualität und künstlerischer Gestaltung.","quote":"„Die Mamluken stimulierten die Produktion in den *Sultanats*\\-Werkstätten und bereicherten das Angebot auf den städtischen Basaren in ganz Ägypten und Syrien.“"},"2a50f5ca-9045-5344-9508-e2af5f610c4c":{"title":"Istanbul, die Hauptstadt der Osmanen","description":"In den ersten drei Jahrhunderten osmanischer Herrschaft wurde die Bebauung innerhalb der Stadtmauern Istanbuls immer dichter. Im 18. Jahrhundert begann die Stadt ihr Gesicht zu verändern. Die Bautätigkeit entlang des Goldenen Horns und der Ufer des Bosporus waren die Folge des Versuchs später osmanischer *Sultane*, den Westen nachzuahmen. Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg wurde Istanbul besetzt, und im nationalen Befreiungskrieg verlegte man die Hauptstadt nach Ankara. Doch Istanbul ist bis heute die größte und glanzvollste Stadt der Türkischen Republik.","quote":"„Istanbul ist bis heute die größte und glanzvollste Stadt der Türkischen Republik.“"},"23700a6e-8a42-57ca-8d10-fa47337ec6cc":{"title":"Geometrischer Dekor in der Keramik","description":"Der geometrische Dekor ließ sich besonders gut mit dem so genannten *Kufi*\\-Duktus kombinieren. Dessen geradlinige und verästelte Kalligrafie mit klaren vertikalen und horizontalen Schriftzügen besitzt einen hohen ästhetischen Wert und eignete sich daher sehr gut für die Verzierung des Gefäßkörpers von Keramiken. Sie passte zu horizontalen Friesen ebenso wie zu radialen Kompositionen.","quote":"„Der geometrische Dekor ließ sich besonders gut mit dem ästhetisch anspruchsvollen *Kufi*\\-Duktus kombinieren.“"},"2d7ae23a-a5ce-5e8f-8d9b-d2c05d03e0a9":{"title":"Die andalusisch-maghrebinische Kunst"},"edcbed04-061f-5f7b-b80d-402678ff5d1e":{"title":"Die Kultur im Kreuzfahrer-Königreich Jerusalem","description":"Nachdem die Kreuzfahrerheere 1099 Jerusalem und die umliegenden Gebiete erobert hatten, begründeten sie das Königreich Jerusalem. Es war der dritte und größte „Franken“-Staat im östlichen Mittelmeerraum. Sein erster König war Gottfried von Bouillon, der sich selbst den Titel „Beschützer des Heiligen Grabes“ verlieh. Die Kreuzfahrer-Herrscher betätigten sich als Stifter für christliche und auch islamische Heiligtümer. Sie unterstützten großzügig die *Aqsa*\\-Moschee und den Felsendom, ebenso wie die christlichen Bauten in Jerusalem und Bethlehem. Aus dieser Zeit sind mehrere Baudenkmäler und Objekte erhalten.","quote":"„Die Kreuzfahrer-Herrscher betätigten sich als Stifter für christliche und islamische Heiligtümer.“"},"d81c8cbb-bdf6-53de-8363-0663b937e7d4":{"title":"Krieg und Reitkunst","description":"Syrien zählte zu den wichtigsten Kampfgebieten zur Zeit der Kreuzzüge. Hier wurden viele muslimische Zitadellen und Frankenburgen gebaut. Saladin (gest. 1193) – der berühmteste muslimische Held in der Ära der Kreuzzüge – wurde in Damaskus begraben. In seinen erfolgreichen Feldzügen eroberte er über 50 Stellungen der Kreuzritter einschließlich des Château de Saône, das er 1188 belagerte. Dieser Ort, heute bekannt als *Qalat* Salah al-Din oder Burg des Saladin, ist eines der besten noch vorhandenen Zeugnisse von Burgen aus dieser Zeit.","quote":"„Saladin (gest. 1193) – der berühmteste muslimische Held in der Ära der Kreuzzüge – wurde in Damaskus begraben.“"},"e50ffc2b-cdda-5f5f-8dc2-131a6e74a0c9":{"title":"Der Hof","description":"Zu gleichen Zeit, als unter dem Einfluss von Händlern und orientalischen Künstlern die Bekleidungs- und Dekorations-Mode der Säle wechselte, wurde die Seide das bevorzugte Gewebe des Hofes, zu dessen Ausschmückung sie durch ihren Glanz und ihren Farbenreichtum beitrug. Zu Beginn war die Seidenmanufaktur den höfischen *Tiraz-*Werkstätten vorbehalten. In diesen Werkstätten wurde eine sehr hohe Stoffqualität und Schönheit erreicht, die mit den Seidengeweben aus den östlichen Werkstätten konkurrieren konnte. Da die Seide sich einer sehr hohen Wertschätzung erfreute, wurde sie von den Herrschern häufig als diplomatisches Präsent überreicht.","quote":"Seide – ein königliches Gewebe"},"3cf62f2a-9021-5aef-ac0a-0cc131185bcf":{"title":"Wissenschaft und Lehre"},"4eb28cf3-17bc-505f-8083-bec0c0308552":{"title":"Medresen und Erziehung","description":"Der Bau von 100 neuen *Medresen* in Damaskus spiegelt den Wunsch der Atabeg- und Ayyubiden-Dynastien, die Gesellschaft zu verändern und zu erziehen. Männliche wie weibliche Mitglieder der türkischen und kurdischen Elite unterstützten die *Medresen* und beteiligten sich aktiv an der Förderung der pädagogischen Atmosphäre, die dort herrschte. In seiner Geschichte von Damaskus spricht der Historiker Ibn Asakir (gest. 1176) seinen Dank an seine Lehrer aus, zu denen er 80 Frauen zählt.","quote":"„Männliche wie weibliche Mitglieder der türkischen und kurdischen Elite unterstützten den Bau der *Medresen.“*"},"b16c75fd-58ed-5aaa-b553-978b13694e35":{"title":"Der Palast und die Künste","description":"Die Kalligrafie lag in den Händen der Palastkalligrafen *(Hattat)*. Sie waren nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch bei den *Kalifen* sehr angesehen und durften in der Palastbibliothek die wertvollsten Manuskripte ansehen, lesen und erforschen. Das Interesse und die große Hochachtung für die Kalligrafie blieben über die Jahrhunderte erhalten. Trotz des allmählichen Niedergangs, den man in anderen Bereichen der Künste und des Kunsthandwerks beobachten kann, gelang es der Kalligrafie, sich immer weiter zu entwickeln und an die Geschmäcker unterschiedlicher Epochen anzupassen. \nIm 19. Jahrhundert entschieden sich die osmanischen *Sultane* für einen anderen Lebensstil und zogen in die nach westlichem Vorbild gestalteten Paläste Dolmabahçe und Yıldız. Dieser Wandel in den ästhetischen Ansprüchen bedeutete für die Palastwerkstätten das Ende. Damit wurde auch die Bindung der Kunst an das politische Zentrum gelockert.","quote":"„Die Kalligrafen waren nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch bei den *Sultanen* sehr angesehen.“"},"a2d6b201-caf9-5fdf-9be7-286d4b763f71":{"title":"Kunstförderung durch die Machthaber","description":"Große Bauprojekte wurden zu Gunsten der Bevölkerung und der herrschenden Eliten in Angriff genommen. Die Stadt Amman etwa hatte ihren Palastkomplex, eine Moschee, einen Markt und einen Wasserspeicher. All diese Bauten dienten der Regierung und Verwaltung des Landes ebenso wie den Einwohnern. Es entstanden außerdem Dämme, Zisternen und Brücken zur Verbesserung der Infrastruktur. \nZu den architektonischen Leistungen der Umayyaden gehörte auch die Gründung ganzer Städte und Stadtteile, etwa der Palast- und Verwaltungskomplexe in Jerusalem und Amman, wo Palast und Gemeindemoschee nebeneinander eine zentrale Stellung in der Stadt einnahmen.","quote":"„Große Bauprojekte wurden zu Gunsten der Bevölkerung und der herrschenden Eliten in Angriff genommen.“"},"4acd54d9-a442-5bb9-94bb-ebb55cc7040c":{"title":"Wasser im Alltag","description":"Neben *Sabil* und *Sikaya* wurden vor allem Tiefbrunnen und Springbrunnen aufwändig dekoriert. Aus Marokko und Algerien sind frühmittelalterliche Brunnendeckel aus Keramik erhalten, die mit gestempelten, stilisierten Pflanzenmotiven verziert sind. Große Steinbecken dienten zumeist der Versorgung von Menschen. Aus Stiftungsdokumenten geht allerdings hervor, dass einige dieser Becken eigens für Tiere bestimmt waren. An Palastspringbrunnen, in öffentlichen Gärten und privaten Gärten vor allem im Westen der islamischen Welt sieht man oft Löwen-, Hirsch- und Drachenköpfe als Wasserspeier. Das Wasser strömt aus dem Maul dieser Tierköpfe in ein oder mehrere Becken, bevor es durch die Gärten geleitet wird.","quote":"„Brunnen und private oder königliche Springbrunnen wurden aufwändig verziert.“"},"67215e86-8b87-5410-a941-05738096eb5a":{"title":"Religiöses Leben"},"ec1aa1aa-3f58-55b4-93d0-bac5583dd403":{"title":"Die Verteidigung","description":"Zusammen mit den Mauern war die Festung Teil der städtischen Schutzanlagen. Dieser – meist in der Oberstadt gelegene – befestigte Bau im Inneren der Stadt konnte sowohl die Regierenden bei Bedrohung durch die eigene Stadtbevölkerung aufnehmen als auch die Stadtbevölkerung bei Gefahr von außen schützen. Die Festungsanlagen dienten den Machthabern zur Unterstützung im Kampf gegen Rebellen, zur Vorbereitung von Kriegszügen und zur Verteidigung der Grenzen.","quote":"Die Festung – letzte Verteidigungsanlage in der Stadt"},"8677fa0d-83e5-5593-b69a-342224da5957":{"title":"Wissenschaft und Lehre","description":"Das grundlegende Bestreben der Astronomie war die Vorhersage der Planetenkonstellationen mit Hilfe von Beobachtungsdaten. Die muslimischen Astronomen entwickelten ein eigenes Instrument, um die Himmelssphären und die Bewegung und Position der Sterne im Verhältnis zur Erde zu bestimmen: das *Astrolabium*. \nDieses Instrument setzte man auch in der Schifffahrt ein. Es war von großem Nutzen bei der Orientierung und der Berechnung der Breitengrade, vorausgesetzt man kannte die Uhrzeit. Umgekehrt konnte man mit der Kenntnis des Breitengrades die Uhrzeit bestimmen.","quote":"Wissenschaftliche Technologie – das *Astrolabium*"},"618dce7d-8482-5ccb-b334-54c0c96e6db0":{"title":"Die Osmanen","description":"Von ihren bescheidenen Anfängen als kleines *Emirat* im Nordwesten Anatoliens stiegen die Osmanen zu einem der größten muslimischen Imperien der Geschichte auf.","extra":{"credits":"Curators & authors \nSule AKSOY, Istanbul \nSevinç GÖK, Izmir \nAlev ÖZAY, Istanbul \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \nSevgi KUTLUAY, Istanbul \nInci KUYULU ERSOY, Izmir \nSeracettin SAHIN, Istanbul \nCihat SOYHAN, Istanbul \nGönül TEKELI, Istanbul \nInci TURKOGLU, Istanbul \nFriederike VOIGT, Stockholm/Berlin \nBarry WOOD, London \n \nCoordination \nInci KUYULU ERSOY, Izmir \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Von ihren bescheidenen Anfängen als kleines *Emirat* im Nordwesten Anatoliens stiegen die Osmanen zu einem der größten islamischen Imperien der Geschichte auf. Über Jahrhunderte bildeten sie das Zentrum des islamischen Kulturkreises und standen als Weltmacht in ernsthafter Konkurrenz zu den Mächten des Westens. \nDie Dynastie der Osmanen begann im späten 13. Jahrhundert als eines von vielen anatolischen Beyliks bzw. *Emiraten*. Allmählich behauptete sie sich gegen benachbarte Herrscher und wurde zur stärksten muslimischen Macht in der Region. Spätestens mit der Eroberung von Konstantinopel und der Vernichtung des Byzantinischen Reichs im Jahr 1453 hatte sie ihren Status als international anerkannte Großmacht gesichert. Nach weiteren Eroberungen im 15. und 16 Jahrhundert herrschten die Osmanen über ein Reich, das einen großen Teil des Mittelmeerraums, sowie Südosteuropa, die Arabische Halbinsel und Anatolien umfasste. \nDieses Riesenreich wurde zentralistisch verwaltet. Die oberste Verfügungsgewalt lag in den Händen des *Sultans* in Istanbul, dessen Macht nur das islamische Gesetz beschränkte. Ein Netz regionaler Gouverneure stellte sicher, dass dem Willen des *Sultans* in allen seinen Gebieten Folge geleistet wurde. \nDie osmanische Kunst war von dieser Zentralisierung stark beeinflusst. Obwohl ihre Wurzeln in Anatolien lagen, und obwohl sie Einflüsse aus den verschiedensten in das Reich integrierten Kulturen aufnahm, entstand diese Kunst im Wesentlichen in den Palastwerkstätten in Istanbul und wurde von dort aus verbreitet. Das führte dazu, dass sich der Stil der Osmanen in einem erstaunlich großen Gebiet weitgehend homogen entwickelte. \nOb sie einen Palast oder eine Moschee dekorierten, ihre eigenen Häuser schmückten oder Waren für den europäischen Markt produzierten – die Osmanen blieben einer Ästhetik treu, die an der Spitze des Reiches geschaffen wurde. Ihre Kunst war von einer tiefen islamischen Frömmigkeit geprägt, wie man unter anderem an der Bedeutung von Blumenmotiven mit ihrer paradiesischen Symbolik erkennen kann. \nDas Osmanische Reich endete im Gefolge des Ersten Weltkriegs. Doch seine Kunst schlägt uns bis heute in ihren Bann.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/the_ottomans/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/18/portal_image/1.jpg","display_order":6}}},"df4ffea5-fc6b-5044-8eed-f3f4baa7147e":{"title":"Die Beschützer der Heiligen Stätten","description":"Das größte Heiligtum des Islam, die *Kaaba* in Mekka, bezeichnet die vom Propheten Muhammad selbst bestimmte Gebetsrichtung. Als Zentrum des Glaubens ist die *Kaaba* auch Ziel der Pilgerfahrt, die jeder Muslim wenigstens einmal in seinem Leben unternehmen soll. Es war Aufgabe der osmanischen *Sultane* dafür zu sorgen, dass die Gläubigen ihrer religiösen Pflicht nachkommen konnten. Ihr öffentliches Ansehen hing nicht zuletzt von der Sicherheit der Pilgerrouten ab. Deshalb bezahlten sie unter anderem Stillhalteprämien an die Beduinenstämme, deren Gebiete die Karawanen auf dem Weg nach Mekka durchquerten. Die *Sultane* ergriffen auch Maßnahmen zum Schutz der Raststätten für Pilger in der Wüste, indem sie Festungen bauten. Am Beginn des 20. Jahrhundert erleichterte der Bau einer Eisenbahn durch den Hedschas die Reise nach Mekka.","quote":"„Es war Aufgabe der osmanischen *Sultane*, dafür zu sorgen, dass die Gläubigen ihrer Pilgerpflicht nachkommen konnten.“"},"28d9a4d3-c0f4-52e4-b504-b865ba01f483":{"title":"Die Atabege und Ayyubiden","description":"„Saladin, nach dem die Dynastie benannt ist, kam am Ende des 12. Jahrhunderts an die Macht.“","extra":{"credits":"Curators & authors \nMona AL-MUADIN, Damascus \nDina BAKKOUR, Damascus \nSheila CANBY, London \nVerena DAIBER, Damascus \nAbdel-Razzaq MOAZ, Damascus \nEmily SHOVELTON, London \nZena TAKIEDDINE, Damascus \n \nCoordination \nSamer ABDEL-GHAFOUR, Damascus \nZena TAKIEDDINE, Damascus \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Während des 11. Jahrhunderts war die Levante (Libanon, Palästina, Syrien und Jordanien) in verschiedenste Hoheitsgebiete aufgesplittert und politisch instabil. Das *Kalifat* der Abbasiden in Bagdad wurde vom *Kalifat* der Fatimiden in Ägypten bedroht. Gleichzeitig festigten die Seldschuken, türkische Krieger aus Zentralasien, ihre Macht über die Region. Mit ihnen begann eine neue Ära islamischer Kunst und Architektur, die religiöse Autorität des Abbasiden*\\-Kalifats* tasteten sie jedoch nicht an. \nDie Macht lag in den Händen der *Atabege*, der militärischen Erzieher der Prinzen. Die *Atabege* wurden von den Seldschuken ernannt, erlangten aber im Lauf der Zeit ihre Unabhängigkeit. Einer dieser *Atabege*, Nur al-Din Mahmud ibn Zangi (gest. 1174), übernahm die entscheidende Aufgabe, die Kreuzfahrer im Jahre 1146 aus Edessa zu vertreiben. Darüber hinaus gelang es ihm, mit der Eroberung von Damaskus im Jahre 1154 Syrien zu einen. \nSalah al-Din al-Ayyubi (bekannt als Saladin, Regierungszeit 1169–93), Namensgeber der Dynastie, war einer von Nur al-Dins Offizieren. Er kam gegen Ende des 12. Jahrhunderts an die Macht, besiegte 1171 die Fatimiden und eroberte 1187 Jerusalem. \nDie *Atabege* und Ayyubiden führten in ihrem Herrschaftsgebiet weit reichende Neuerungen ein. Durch die Einrichtung *sunnitisch*\\-islamischer religiöser Schulen, der *Medresen,* versuchten sie, ihre Untertanen systematisch umzuerziehen. Sie bauten die Große Umayyaden-Moschee um und verstärkten die Befestigungen der Zitadellen und Stadtmauern von Damaskus, Aleppo, Kairo und verschiedenen anderen Städten. \nAuch die Stadtentwicklung trieben sie voran, bauten Badehäuser (*Hamam*)*,* Krankenhäuser *(Bimaristan),* *Karawansereien*, Wasserleitungssysteme und sakrale Bauten wie Moscheen, Mausoleen, Grabstätten *(Türbe)* und Ordenskonvente *(Khanqah).* Aus dem Osten brachten sie *Medresen* mit, Erziehungseinrichtungen, deren Architektur neue Formen und ein innovatives dekoratives Repertoire aufwies. \nDie Kultur der Seldschuken bestimmte die islamische Kunst in der Zeit vom 11. bis zum 13. Jahrhundert. Bedeutende künstlerische Errungenschaften finden sich in Architektur, Keramik, Schmuckherstellung, Metallarbeit und Manuskript-Verzierung. \nDie Zeit der Ayyubiden fällt zusammen mit der Gotik im Westen und der Song-Dynastie in China. Nachfolger der Ayyubiden waren die Mamluken, die deren Stil weiter verfeinerten.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/the_ayyubids/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/15/portal_image/1.jpg","display_order":4}}},"ad8cb308-f2d0-51c1-8a74-24b337e0c430":{"title":"Der Haram in Mekka und die Kaaba","description":"Die muslimischen *Kalifen* – später auch die Mamluken-*Sultane* – waren die wichtigsten Beschützer der Heiligen Städte im Hedschas. Sie waren für alle Renovierungsarbeiten, für den Unterhalt des *Haram* in Mekka, für die Pflege der Moschee und für das Grab des Propheten in Medina verantwortlich. Neben diesen finanziellen Verpflichtungen baute der Mamluken-*Sultan* Qaytbay (Regierungszeit 1468-96) in Kairo eine *Karawanserei*, aus deren Einnahmen den Notleidenden in der Nähe der heiligen Stätten von Mekka und Medina mit Getreide und anderen Gaben geholfen wurde.","quote":"„Die muslimischen *Kalifen* – später auch die Mamluken*\\-Sultane* – waren die wichtigsten Beschützer der Heiligen Städte im Hedschas.“"},"1438dcdb-5040-5d2a-b082-cda3a58a1031":{"title":"Das höfische Leben"},"7eda07a3-0574-54d9-a9c2-bbccf25adcc1":{"title":"Der Umgang mit dem Wasser","description":"Fundierte Kenntnisse der Naturwissenschaften und der Wasserbautechniken waren in der muslimischen Welt sehr gefragt, aber nicht unbegrenzt verfügbar. Beides war unerlässlich, um Anlagen der Wasserversorgung richtig zu planen, zu errichten und zu warten. Es war die Pflicht jedes muslimischen Gouverneurs, einen kundigen Fachmann für diese Aufgaben zu finden. Dieser musste üblicherweise in der Mathematik, Physik, Geometrie, Astronomie (für die Zeitmessung und Wettervorhersage) und vor allem auch im Landschaftsbau versiert sein.","quote":"„Es war die Pflicht jedes muslimischen Statthalters, einen kundigen Fachmann für diese Aufgaben zu finden.“"},"2401b31f-6c0d-5b66-a16b-0fa24ce30cfa":{"title":"Geometrischer Dekor in der Textilkunst","description":"Einige Textilmuster ähneln Fliesen- und Stuckvertäfelungen an Gebäudewänden. Bei manchen Mustern ist selbst die Flächenaufteilung identisch: Die Inschriftenbänder der Textilbordüren entsprechen den abschließenden Inschriftenfriesen von geometrisch dekorierten Sockelzonen. Diese Art der Dekoration entwickelte sich aus dem Flechtbandwerk, das Sterne, Polygone, Mehrpassmotive und andere Formen hervorbrachte.","quote":"„Einige Textilmuster ähneln Fliesen- und Stuckvertäfelungen.“"},"80c86561-0d18-5f9a-a5fe-bce7f608b2e2":{"title":"Kleidung und Schmuck der Musliminnen","description":"In Ägypten gehörten der *Izar* (ein um den Rumpf und die Oberschenkel gewickeltes Tuch) und der *Mizar* (der auf Hüfthöhe außen um die Kleidung gebunden wurde) zum Standard in der Damenbekleidung. Die *Dschuba* war ebenfalls eine gängige Oberbekleidung. Sie war um die Brust herum geschlossen und öffnete sich über einem Rock. Blusen in verschiedenen Längen wurden aus Leinen oder Baumwolle genäht, wobei die Weite der Ärmel ein Indiz für den Wohlstand der Frau war. Die Schimla diente zur Verhüllung des gesamten Körpers. Außerhalb Ägyptens herrschten andere Konventionen. Die Vielfalt an Kleidung und an Kopfbedeckungen war groß. Man trug Turbane und verschiedene andere Kopftücher, ebenso wie Schals und Taschentücher.","quote":"„Außerhalb Ägyptens herrschten andere Konventionen. Die Vielfalt an Kleidung und an Kopfbedeckungen war groß.“"},"1de88509-41c2-5db1-91f2-cf64dc633e29":{"title":"Das christliche Sizilien und die islamische Bildende Kunst: Vorbedingungen und Kontinuität"},"82eec7f2-6d4c-57c6-b028-8d6d584a67ec":{"title":"Der Hof"},"17e93a55-d0d0-51b2-8c52-ae90b63b4709":{"title":"Räume der Macht – die Palastbauten"},"3f965ac2-093e-5fc3-93f1-16f293577988":{"title":"Geometrischer Dekor in der Buchkunst","description":"Ursprünglich wurden religiöse Handschriften (wie im ersten Beispiel) auf Pergament geschrieben. Mit der Zeit wurde das Pergament als Trägermaterial durch das günstigere und benutzerfreundlichere Papier ersetzt. \nAuch der geometrische Dekor wurde schrittweise vom eleganteren und prachtvolleren Pflanzendekor abgelöst. Geometrische Motive wurden zunehmend – beispielsweise im Rahmendekor – zu zweitrangigen und untergeordneten Mustern. \nSelbst die Kalligrafie diente nun als Dekor. Insbesondere das so genannte „quadratische *Kufi*“ wurde in verschiedenen Schreibrichtungen gezeichnet.","quote":"„Der geometrische Dekor wurde schrittweise vom eleganteren und prachtvolleren Pflanzendekor abgelöst.“"},"cc5c14f6-ee31-580d-97ca-0fb352da0379":{"title":"Alltag im Sultanat der Mamluken","description":"Der größte Teil der Bevölkerung, ob arm oder reich, befolgte von der Wiege bis zur Bahre die Gebote des Islam. Um ins Paradies zu kommen, beteten die Menschen fünf Mal am Tag nach den vorgeschriebenen rituellen Waschungen. Sie spendeten den Armen, fasteten im Monat Ramadan und versuchten, wenigstens einmal im Leben die Heilige Stadt Mekka zu besuchen. Die Rechtssprechung gründet in allen wesentlichen Angelegenheiten auf der Scharia, die sich aus dem Koran und aus den Überlieferungen des Propheten Muhammad ableitet. Jede Tätigkeit – sei es nur das Essen oder die Körperpflege – wurde „im Namen Allahs“ und mit dem Wunsch ausgeführt, seinem Willen zu gehorchen und ihm zu gefallen.","quote":"„Jede Tätigkeit – sei es nur das Essen oder die Körperpflege – wurde ‚im Namen Allahs' ausgeführt.“"},"8b0e746f-e8de-560d-b25c-4bf6ebf52fe3":{"title":"Musliminnen als Stifterinnen und Wohltäterinnen"},"d56f34dd-618b-52fd-941d-524f966fe3d5":{"title":"Königliche Kunst und Architektur","description":"Dass die islamische und byzantinische Kultur bildnerische und typologische Anregungen zu geben vermochte (und dabei selbst offen blieben für entfernte Elemente wie etwa die sassanidischen), verlieh den künstlerischen Formen, die von der „Bildpolitik“ der normannischen Könige gefördert wurden, den Wert eines aktiven, inspirierenden Synkretismus von höchster Originalität.","quote":"„Die ‚Bildpolitik' der normannischen Könige stützte sich weitgehend auf islamische Vorbilder in der Kunst.“"},"775f0070-0222-53d3-a4ee-8bfa38c6cb2f":{"title":"Die Moschee – ein Ort des Gebets","description":"Die Moschee ist ein Ort des Gebets und der Meditation, sie dient aber auch als Versammlungsraum. Die Gläubigen kommen zur Moschee, um in Gemeinschaft die rituellen und obligatorischen Gebete zu rezitieren, obwohl sie auch im Privaten beten können. Der Gläubige verrichtet beim Gebet die vorgeschriebenen Verbeugungen in Richtung der *Qibla* und rezitiert Texte des Korans. \nDie Moschee ist auch ein Zentrum der Lebenshilfe und der Bildung. Beim Freitagsgebet erläutert der *Imam* während der Wochenpredigt vom *Minbar* herab ein religiöses Thema; danach können Gelehrte außerhalb der Gebetszeiten theologische und wissenschaftliche Vorträge halten.","quote":"Der Betsaal"},"70023ae2-4372-56e7-b249-dd9a30a1f9db":{"title":"Die Keramik der Abbasiden","description":"In der Frühzeit der Abbasiden genossen die *Kalifen* und die höfische Gesellschaft nicht nur das luxuriöse Leben. Sie förderten auch zielstrebig Neuerungen in der Keramikherstellung, vor allem bei der Entwicklung und Herstellung von *Lüster-*Glasuren*.* Als ein Erdbeben 862 die Große Moschee von Kairouan zerstörte, schickte *Kalif* al-Mustain 139 quadratische, mit *Lüster-*Glasur bemalte Kacheln zur Renovierung des *Mihrab*. Er sandte außerdem einen Handwerker, der vor Ort weitere Fliesen herstellen sollte, und spendete neben Geld noch Marmorpaneele und Teakholz für einen neuen *Minbar*. Im Jahr 950 besuchte der arabische Geograf Ibn Hauqal Tunesien und pries die dort hergestellte *Lüster-*Keramik für ihre Schönheit. Er behauptete, sie stehe der irakischen um nichts nach.","quote":"*„Der* Kalif *al-Mustain schickte 139 quadratische, mit* Lüster-*Glasur bemalte Kacheln zur Renovierung einer Gebetsnische.“*"},"e0d404ea-dbc1-591a-86a5-75265066d6f0":{"title":"Wasser","description":"„Wir haben alles, was lebendig ist, aus Wasser gemacht.“","extra":{"credits":"Curators & authors \nMona AL-MUADIN, Damascus \nDina BAKKOUR, Damascus \nSheila CANBY, London \nVerena DAIBER, Damascus \nAbdel-Razzaq MOAZ, Damascus \nEmily SHOVELTON, London \nZena TAKIEDDINE, Damascus \n \nCoordination \nSamer ABDEL-GHAFOUR, Damascus \nZena TAKIEDDINE, Damascus \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Für Muslime ist Wasser das Geheimnis des Lebens und ein göttlicher Segen. Im Koran sagt Gott: „Wir haben alles, was lebendig ist, aus Wasser gemacht.“ (21:30) \nNach dem islamischen Gesetz ist es verboten, einem Durstigen Wasser zu versagen, auch wenn die Quelle in privatem Besitz ist. Gemäß der *Hadithe* (Überlieferungen über Muhammad) sind Muslime in Bezug auf allgemeine Naturphänomene wie Wasser, Feuer und Gras einander gleichgestellt. Während jedes Lebewesen ein Anrecht auf Wasser zum Überleben hat, ist der Besitz desselben geregelt, wo es um die Bewässerung von Ackerland geht. So darf zum Beispiel jemand, der einen Brunnen gräbt, mit dessen Wasser seine Felder als erster bewässern. Wenn danach noch genug Wasser übrig ist, kann es unter den Besitzern des umgebenden Landes verteilt werden. Diese Umgebung ist normalerweise auf ein Gebiet im Umkreis von 40 Ellen begrenzt und wird *Haram* genannt. Derselbe Begriff bezeichnet auch einen heiligen Bezirk, im besonderen eine Moschee. Als „Harem“ ist das Wort auch in die deutsche Sprache eingegangen: Ein Harem ist der Teil eines Hauses, zu dem kein Fremder Zugang hat – vor allem die Gemächer der Frauen. \nÜber die gesamte Geschichte der islamischen Kultur hinweg haben Muslime an der Weiterentwicklung einer regelmäßigen und ausreichenden Wasserversorgung gearbeitet. Wie fast überall anders auch wurde Wasser für die verschiedensten Zwecke benötigt: zum Trinken, Waschen und zur rituellen Reinigung *(Wudu*, *Ghusl),* zur Bewässerung des Landes und für öffentliche oder private Springbrunnen, Badehäuser oder Gärten. Weil das Wasser für alle islamischen Bürger unabhängig von ihrer gesellschaftlichen Stellung so große Bedeutung hatte, stand es auch im Zentrum des Schaffens vieler Architekten, Ingenieure und Handwerker. \nAls sich die islamische Zivilisation von den Grenzen Chinas bis zu den Hochebenen Spaniens ausdehnte, gerieten viele Völker und Kulturen in ihre Einflusssphäre. Die muslimischen Statthalter waren dafür verantwortlich, eine ausreichende Wasserversorgung für die Bevölkerung sicherzustellen. Dazu wurden unter anderem leistungsfähige hydraulische Anlagen errichtet. Viele von ihnen überstanden nicht nur die Zeit, sondern auch die Einführung moderner Technologien. \nDa die Bevölkerung wuchs und die Städte immer größer wurden, war die effiziente Wasserversorgung eine große Herausforderung – besonders angesichts der klimatischen Bedingungen im Mittelmeerraum und in den übrigen islamischen Ländern. In islamischer Zeit wurden die Probleme mit dem Klima und der Bodenbeschaffenheit durch ausgeklügelte Systeme zur Speicherung und zum Transport von Wasser überwunden.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/water/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/22/portal_image/1.jpg","display_order":10}}},"0051fc3a-c40c-5aa8-b485-9b66344bf6e7":{"title":"Die Moschee – ein Ort des Gebets","description":"Den Ruf zum Gebet, den der Muezzin fünfmal täglich vom Minarett aus erklingen lässt, hört man in der ganzen Stadt; er durchtränkt sie und markiert den Lebensrhythmus. Der erste Ruf erfolgt zum Sonnenaufgang, die weiteren am Mittag, am Nachmittag, bei Sonnenuntergang und in der ersten Stunde der Nacht. Bei jedem Ruf werden Gott und sein Prophet Muhammad gepriesen und die Gläubigen dazu aufgerufen, zum Gebet zu kommen.","quote":"Das Minarett"},"ca4d15b3-1f58-5e52-8573-10d6bfc02842":{"title":"Das Streben nach Baraka: Pilgerfahrten nach Jerusalem und Palästina","description":"Nach muslimischem Glauben wird Muhammad am Tag des Jüngsten Gerichts den Jerusalemer Felsendom, der unter den Umayyaden im siebten Jahrhundert erbaut wurde, zum Ort der Wiederauferstehung aller Gläubigen machen. Für den Propheten war dies der Heilige Ort, denn von hier aus begann auf der nächtlichen Reise von Mekka nach Jerusalem *(Isra)* seine Himmelfahrt *(Miradsch)*. Der Prophet forderte die gläubigen Muslime dazu auf, neben Mekka und Medina auch den Felsendom zu besuchen und zu verehren.","quote":"„Am Tag des Jüngsten Gerichts wird im Felsendom die Wiederauferstehung aller Gläubigen stattfinden.“"}}
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Zusammen mit der Heraldik taucht die mit christlich-religiösen Inschriften beschriftete Fläche in der Mudéjarkeramik auf.","quote":"„Die Mudéjartöpfer mussten sich dem Geschmack ihrer neuen Klientel anpassen und ihr Formenrepertoire erweitern.“"},"00a9f1ac-ad56-56fb-b46c-95f05a196c8c":{"title":"Die volkstümliche und religiöse Mudéjarkunst"},"00c4ec24-eae3-5f50-b012-fca1d0fc4b8b":{"title":"Prunkvolle Schneiderkunst: Tiraz und zeitgenössische Kostüme"},"017e4b3b-5dc4-5b40-a034-7dbccb14bb54":{"title":"Türkisch-islamische Kunst in Anatolien vor den Osmanen","description":"Nach der Schlacht von Manzikert im Jahr 1071 kam es in Anatolien zum Erstarken einer neuen politischen, religiösen und gesellschaftlichen Kraft unmittelbar neben dem Jahrhunderte alten Byzantinischen Reich. Diese neue Kraft waren die Türken. Sie kamen ursprünglich aus den Steppen Asiens, hatten das Große Seldschukenreich in Iran gegründet und sich dann in Anatolien niedergelassen.","quote":"„Nach der Schlacht von Manzikert im Jahr 1071 kam es in Anatolien zum Erstarken einer neuen politischen, religiösen und gesellschaftlichen Kraft.“"},"01a3e026-0ee5-5a3c-ada4-056b1dbede4c":{"title":"Die adlige und bürgerliche Mudéjarkunst","description":"Die Vorliebe für den in muslimischen Palästen vorherrschenden Komfort und Luxus breitete sich auf die gesamte Oberschicht aus. Man ließ sich von der muslimischen Architektur dazu inspirieren, die eigenen Residenzen nach dem neuesten Zeitgeschmack zu bauen und einzurichten. So stattete man die Wände mit hohen, gefliesten Sockelzonen aus und zog zahlreiche Holzdecken ein. Die Stuckarbeiten dekorierte man mit geometrischen, pflanzlichen und epigrafischen Motiven aus der muslimischen Tradition und versah sie mit Familienwappen und Schriftbändern in gotischen Lettern. Die Beliebtheit dieses Stils übertrug sich auf weitere Bereiche der zivilen Architektur wie zum Beispiel Universitäten.","quote":"„Muslimische Zivilgebäude“"},"01b4539f-223c-58e3-970b-86b098e2e493":{"title":"Die Bildsprache der Macht","description":"Seit Menschen Macht ausüben, suchen sie nach Wegen, diese Macht den eigenen Untergebenen und Fremden zu demonstrieren. Kunst und Architektur haben bei der Schaffung einer Bildsprache für die Demonstration von Macht eine große Rolle gespielt. Im Lauf der Jahrhunderte hat diese Bildsprache viele verschiedene Formen angenommen: manche sehr direkt und unmissverständlich, andere eher subtil und indirekt. Die Kunst und Architektur der Osmanen umfasst eine aufschlussreiche Bandbreite an Möglichkeiten, die Macht des *Sultans* und des osmanischen Staates visuell geltend zu machen.","quote":"„Seit Menschen Macht ausüben, suchen sie nach Wegen, diese Macht zu demonstrieren.“"},"01b9c0b5-6a02-5be0-aa1a-2dead40ce2ff":{"title":"Die Bedeutung einzelner Pflanzen und Blumen","description":"Neben der Tulpe war auch die Nelke ein poetisches Mittel zur Symbolisierung von göttlicher Schönheit und spiritueller Kontemplation. Man findet sie häufig in der islamischen und besonders in der osmanischen Kunst. Doch nicht alle Blumen und Pflanzen entstammten dem kulturellen Kontext der islamischen Welt. Das Bild des schwer mit Trauben beladenen Weinstocks ist als Symbol der Fruchtbarkeit und des ewigen Lebens ein Relikt aus hellenistischer Zeit. Der Lotos, ein asiatisches Symbol der spirituellen Reinheit, wurde von den Mongolen im 13. Jahrhundert im islamischen Kulturraum eingeführt.","quote":"„Nicht alle Blumen und Pflanzen entstammten dem kulturellen Kontext der islamischen Welt.“"},"0227731c-df1e-5f3e-8a97-45ca3e10bf2a":{"title":"Discover Islamic Art"},"028edd35-2131-5178-a3ea-7b1699bc9592":{"title":"Das Grabmal – Erinnerung aus Stein","description":"Die Gründung eines neuen Friedhofs, der im Allgemeinen vom Herrscher oder seinen Angehörigen angelegt wurde, galt als fromme, gottgefällige Tat. Auch wenn der Friedhof gelegentlich von einer kleinen Einfriedung umschlossen wurde, gab es für gewöhnlich keinerlei Begrenzungen. Die Gräber verteilten sich frei über das Gelände. Nicht alle hatten einen namentlich beschrifteten Grabstein, da die Kennzeichnung der Gräber vom sozialen Rang und dem Wohlstand des Verstorbenen abhing.","quote":"Der Grabstein – ein Statussymbol"},"036e868a-be9f-5e20-a301-fbf277420082":{"title":"Das Herrschaftssystem der Mamluken","description":"Die bemerkenswerte Stärke des mamlukischen *Sultanats* beruhte auf einer komplizierten hierarchischen Struktur unter den Militärsklaven. Mamluken wurden gekauft, als Geschenke empfangen oder im Krieg gefangen genommen. Anfangs waren die meisten von ihnen Türken, Kurden oder Mongolen. Ab dem 14. Jahrhundert kamen Tscherkessen und Georgier hinzu. Jeder neue Mamluk wurde auf Herz und Nieren untersucht. Wurde er für tauglich befunden, brachte man ihm Grundbegriffe des Islam und der arabischen Sprache bei. Von einem Mamluken wurde bedingungslose Ergebenheit gegenüber seinem *Sultan* erwartet.","quote":"„Mamluken wurden gekauft, als Geschenke empfangen oder im Krieg gefangen genommen.“"},"0619d09f-5563-54e4-a733-b1fda9508dda":{"title":"Die Reise einer islamischen Kanzel","description":"Dieser *Minbar* ist besonders wichtig, weil er mit dem *schiitischen* Märtyrer *Imam* al-Husayn, dem Enkel des Propheten Muhammad, in Verbindung gebracht wird. Als sich die Kreuzfahrerheere im Jahr 1143 der Stadt Aschkelon (etwa 50 Kilometer südlich von Jaffa) näherten, retteten gläubige Muslime den abgeschlagenen Kopf von al-Husayn und den *Minbar* selbst. Sie schmuggelten beides nach Hebron und brachten es in der dortigen Ibrahimi-Moschee unter. Nach der Überlieferung wurde der abgetrennte Kopf von al-Husayn nach Kairo gebracht.","quote":"„Sie schmuggelten den *Minbar* nach Hebron und brachten ihn in der Ibrahimi-Moschee unter.“"},"06c733a5-e1b4-5be1-ae58-c5968680a73a":{"title":"Al-Raqqa: Die Hauptstadt des Kalifen Harun al-Raschid in Syrien","description":"Der *Kalif* Harun al-Raschid, ein Enkel von al-Mansur, verlegte von 796 bis 809 wegen politischer Unruhen in Bagdad und im Süden Iraks seine Residenz nach al-Raqqa. Er ließ die Befestigungsanlagen ausbauen und schuf eine völlig neue Palastvorstadt im Norden al-Raqqas. In diesen Palästen waren sein eigener Haushalt und einige hohe Beamte untergebracht. Die Verbindung zwischen Bagdad und den östlichen Landesteilen wurde mit Hilfe eines ausgefeilten Postsystems aufrechterhalten. Harun al-Raschids Söhne, die späteren *Kalifen,* verbrachten einen großen Teil ihrer Jugend in al-Raqqa.","quote":"„In diesen Palästen waren al-Raschids eigener Haushalt und einige hohe Beamte untergebracht.“"},"06f8adf1-80a7-5ad3-930e-d74a24929bf9":{"title":"Die Tafelkultur","description":"Neben den Keramiktellern aus İznik wurde auch kupfernes und vergoldetes Geschirr benutzt. Natürlich benutzte man am Hof auch importiertes chinesisches Porzellan. Aber erst die Anpassungen an den westlichen Lebensstil im 19. Jahrhundert bedeuteten das Ende für die traditionelle Esskultur im Topkapı-Palast. Danach speiste man auch hier an Tischen und auf Stühlen, auf europäischem Porzellan und mit Silberbesteck.","quote":"„Neben den Keramiktellern aus İznik wurde auch kupfernes und vergoldetes Geschirr benutzt.“"},"071e3e6e-8e36-5c3c-8643-17ee9ac60138":{"title":"Der Palast und die Künste","description":"Das Osmanische Reich war ein zentralistischer Staat. Es wurde von Beamten verwaltet, die eigens für diesen Zweck am Hof ausgebildet wurden. Dieses System beeinflusste auch die Kunst der Osmanen, indem es zur Entwicklung eines einheitlichen Dekorstils im gesamten Reich beitrug. Die Architekten und Handwerker, die den Topkapı-Palast bauten und in Istanbul oder anderswo im Reich arbeiteten, unterstanden der Kontrolle des obersten Hofarchitekten im *Sultanat*. \nDie Kunstwerkstätten der *Sultane* wurden zuerst in Edirne gegründet und nach der Eroberung Konstantinopels im Topkapı-Palast angesiedelt. Die straffe Organisation des Kunsthandwerks begann aber schon im frühen 15. Jahrhundert. Gelegentlich arbeiteten Handwerker aus Zünften in Istanbul oder aus anderen Teilen des Reiches auf spezielle Einladung in einer bestimmten Palastwerkstatt.","quote":"„Die zentralisierte Regierung sorgte dafür, dass sich im gesamten Osmanischen Reich ein einheitlicher Dekorstil entwickelte.“"},"07323655-399a-5f20-bd33-36fbfca525bd":{"title":"Die adlige und bürgerliche Mudéjarkunst","description":"Die aristokratische Mudéjarkunst ist auf Könige und Adlige in ihrem Umfeld zurückzuführen, die die muslimischen Paläste imitieren wollten, deren Pracht sie von ihren Gesandtschaften kannten. Im Verlauf der Eroberung der Städte von *al-Andalus* durch die christlichen Könige wurden die eleganten Säle, Gärten und Schlafgemächer der andalusischen Paläste zu königlichen Residenzen und zur Bühne des höfischen Lebens. Dies war eine bewusste Manifestation der Herrschaft über den Feind und der Bewunderung seiner Kunst. Zeitgleich wurden in den neuen Palastbauten der Gebrauch von Stuck und Ziegelstein, die detailreiche Ausstattung der Innenräume und die Harmonie in den Höfen und Gärten übernommen. Der Aljafería-Palast, der Real Alcázar und der Palast von Sintra zeigen beispielhaft die Nutzung von andalusischen Palästen durch christliche Herrscher.","quote":"„Andalusische Paläste für christliche Herrscher“"},"073b795d-65c6-5d5e-9265-134b960cca53":{"title":"Der Hof","description":"Unter dem Einfluss Bagdads verfeinerten sich die Tischsitten und das Zeremoniell der Mahlzeiten. Die Mahlzeiten wurden auf vielen Tellern serviert und nach einem strengen Protokoll dargereicht. Das Menü wurde um neue und abwechslungsreiche Rezepte bereichert, die zu wahren Gaumenfreuden führten und durch den Zusatz von Aromen auch den Geruchssinn anregten. Zum Nachtisch wurde mit musikalischen Aufführungen auch etwas für das Gehör geboten. Tanzdarbietungen eröffneten die Möglichkeit, die Tänzer vor der reich verzierten höfischen Kulisse zu bewundern.","quote":"Das Zeremoniell der Mahlzeiten"},"07659934-a88a-585a-8ef8-22be0a77afbe":{"title":"Syrien","description":"Der westliche Einfluss zeigte sich auch im Erscheinungsbild der Stadt. In muslimischen Städten waren private und öffentliche Räume schon immer getrennt. Der private Raum diente als Wohnbereich, der öffentliche Raum – der *suq* bzw. die Moschee – war für die Arbeit bestimmt. Nun aber hatten Residenzen größere Fenster, sogar an den Außenwänden, und manchmal sogar Terrassen, wie zum Beispiel *Mashfat al-Gureba*. \nEin gutes Beispiel für die Verwendung öffentlicher Plätze, um Symbole der Staatsmacht zur Schau zu stellen, wie dies in Europa erfolgte, ist der *Marce*\\-Platz, der sich außerhalb der alten Stadtmauern von Damaskus befindet und zum modernen Stadtzentrum wurde, gekennzeichnet durch eine große Säule in der Mitte. Der *Hejaz* Bahnhof ist heute eines der schönsten Gebäude in Damaskus. Finanziert wurde er von einem wohlhabenden Damaszener, entworfen von einem spanischen Architekten, der die andalusische Kunst schätzte und von ihr inspiriert war. Vermutlich wurde das Eisenbahnsystem von deutschen Arbeitern erbaut, die die Eisenbahnindustrie als Teil ihres politischen Bündnisses mit den Osmanen mitbrachten.","quote":"“Der westliche Einfluss zeigte sich auch im Erscheinungsbild der Stadt.”"},"093d3b04-a322-5303-baa3-da0aa80dad8f":{"title":"Istanbul, die Hauptstadt der Osmanen"},"09bdd05c-c517-5715-b216-1c3b6562ce92":{"title":"Visionen des Himmlischen Gartens und des Lebensbaums","description":"Wortgetreue visuelle Umsetzungen der paradiesischen Gärten finden sich eher selten. Eines der wenigen Beispiele ist ein erstaunlicher Zyklus von Mosaiken, die rund um den Innenhof der 715 fertiggestellten Umayyaden-Moschee in Damaskus angeordnet sind. Sie zeigen idealtypische Landschaften mit einem mäandernden Fluss und einer Reihe von Palästen und komplexen Bauten. Dass dieser Bilderzyklus tatsächlich auf den Beschreibungen im Koran beruht, bestätigt die Aussage eines beteiligten Kunsthandwerkers: „In den Mosaiken stellten wir dar, was wir im Koran an Beschreibungen von Bäumen und Palästen des Paradieses vorfanden. Wenn ein Arbeiter einen Baum besonders schön ausführte, bekam er von *Kalif* Umar 30 Dirham Belohnung.“","quote":"„Wir stellten dar, was wir im Koran an Beschreibungen von Bäumen und Palästen des Paradieses vorfanden.“"},"0aeb920c-d823-5de4-81b9-061257cef978":{"title":"Zwei mamlukische Sultane gegen die „Franken“","description":"Von den beiden hier beschriebenen Mamluken*\\-Sultanen* war Qalawun wahrscheinlich der eifrigere Förderer architektonischer Vorhaben. Der von ihm erbaute Gebäudekomplex in Kairo begründete eine neue Phase in der Architektur der Mamluken. Er umfasste eine *Medrese*, ein Mausoleum *(Kubba)* und ein Krankenhaus *(Bimaristan)*. Das Krankenhaus wurde errichtet, nachdem Qalawun im Nur al-Din-Krankenhaus in Damaskus behandelt worden war. Er war von der dort erhaltenen Behandlung so beeindruckt, dass er schwor, im Falle seiner Gesundung und Thronbesteigung eine ähnliche Einrichtung in Kairo zu schaffen. Bald nach Antritt seiner Herrschaft im Jahr 1283 brachte er das Projekt ins Rollen. Das *Bimaristan* war für die damalige Zeit ungewöhnlich, weil es muslimischen Männern und Frauen aus allen Schichten der Gesellschaft offen stand.","quote":"„Qalawun war wahrscheinlich der eifrigere Förderer architektonischer Vorhaben.“"},"0b479143-91f2-528d-88e6-5a5d5ad84169":{"title":"Prunkvolle Schneiderkunst: Tiraz und zeitgenössische Kostüme","description":"Im Kairoer Palast wurde die private Garderobe des *Kalifen* mit seinen *Tiraz*\\-Gewändern von weiblichen Angestellten betreut. Aus einem nahe gelegenen Garten stammten die Blumen für die Parfümierung der Gewänder. Eine zweite Palastgarderobe war für den allgemeinen Gebrauch des Hofes bestimmt. Vollständig erhaltene fatimidische *Tiraz*\\-Ensembles gibt es kaum, doch die Fragmente lassen vermuten, dass viele aus Leinen oder Seide in den verschiedensten Farben hergestellt und mit Seide bestickt waren. Weitere Hinweise auf das Aussehen der Kleidung und der damaligen Mode finden sich auf fatimidischen Holz- und Elfenbeinschnitzereien sowie auf Keramiken. Sie zeigen Männer und Frauen beim Essen, Jagen oder Musizieren in Gewändern, zu denen Turbane, Halstücher und Tuniken mit Gürteln gehörten. Viele davon waren mit *Tiraz*\\-Schleifen verziert.","quote":"„Vollständig erhaltene, fatimidische *Tiraz*\\-Ensembles gibt es kaum, aber die Fragmente lassen auf großen Farbreichtum schließen.“"},"0be5386c-7187-5f14-a5c9-e9d7972aaa20":{"title":"Die Kultur im Kreuzfahrer-Königreich Jerusalem","description":"Muslimische Handwerker vor Ort profitierten enorm von den Werkstätten, die die Kreuzfahrer für ihre Renovierungen und Restaurierungen gründeten – ebenso wie von den Erzeugnissen, die aus Europa in die Levante kamen. Der kulturelle Austausch zwischen den neuen europäischen Bewohnern des Königreichs und den Muslimen in der Stadt ging trotz der fortgesetzten Kriegshandlungen weiter.","quote":"„Muslimische Handwerker vor Ort profitierten enorm von den Werkstätten der Kreuzfahrer.“"},"0be6d6e8-2fed-5e4f-b410-0a54ef0ed999":{"title":"Medresen und Erziehung","description":"Neben den religiösen und sprachlichen Fächern wurden auch die Naturwissenschaften gelehrt, und die komplexen dekorativen Metallarbeiten an wissenschaftlichen Instrumenten verweisen auf den Fortschritt der wissenschaftlichen Disziplinen. Sternhöhenmesser, die so genannten Astrolabien, und Himmelsgloben waren unumgänglich, um die Konstellationen der Sterne exakt bestimmen zu können. Die Geomantie arbeitete mit speziell entworfenen Instrumenten, um die Zukunft vorherzusagen. Der herausragende Maschinenbau-Ingenieur Abu al-Izz Ismail al-Dschazari erhielt 1206 vom Artuqiden-Hof in Diyarbakır ein Stipendium, um ein illustriertes Buch über Wasser- und Maschinenbau zu schreiben.","quote":"„Dekorative Metallarbeiten an wissenschaftlichen Instrumenten bezeugen den Fortschritt der wissenschaftlichen Disziplinen.“"},"0c57154a-3d32-5f59-919a-c9bcab6d8ac5":{"title":"Jordanien","description":"Die Osmanen änderten die traditionelle Hadsch-Route (Darb al-Hadsch al-Shami), die den Bergen östlich des Wadi Araba folgte und als Weg des Herrschers bekannt war, in eine neue Route durch die Wüste Darb al-Bint, nachdem sich die Tochter des Yavuz Sultan Selim über Banditen auf dieser Route beschwert hatte. Um die Sicherheit der Pilger zu gewährleisten und sie mit Wasser, Lebensmitteln und Waren zu versorgen, wurden entlang der neuen Straße zahlreiche Festungen und Unterkünfte errichtet. \nDie *Hejaz* Eisenbahn, die im Jahre 1908 unter Sultan Abdul Hamid II. fertiggestellt wurde, ist eine der größten Errungenschaften der osmanischen Zeit. Der Hauptzweck für den Bau der *Hejaz* Eisenbahn war der Pilger-Transport von Damaskus über Jordanien nach Medina in Saudi-Arabien. Obwohl die Eisenbahn während des Ersten Weltkrieges stark beschädigt wurde, sind immer noch Teilstrecken in Betrieb, z. B. zwischen Damaskus und Amman und zwischen Amman und Qatrane.","quote":"“Die *Hejaz* Eisenbahn, die im Jahre 1908 unter Sultan Abdul Hamid II. fertiggestellt wurde, ist eine der größten Errungenschaften der osmanischen Zeit.”"},"0d399303-e091-5249-87cf-68e9ac89a080":{"title":"Königliche Kunst und Architektur","description":"Nach 1130 förderte Roger II. eine höfische Kunst, in der islamische und byzantinische Komponenten an normannisch-romanische Elemente anknüpften, die sich bereits mit der lokalen künstlerisch-architektonischen Kultur verbunden hatten. Dies geschah auch dank der erfolgreichen Feldzüge Rogers II. gegen die Küstengebiete Nordafrikas und der balkanisch-byzantinischen Halbinsel, denen eine Zwangsansiedlung von Handwerkern folgte. So entstand eine genuine Kunst und Architektur, die den von der Krone geförderten weltlichen wie religiösen Werken einen deutlichen Wiedererkennungswert verlieh.","quote":"„Roger II. förderte eine höfische Kunst, die die romanischen und normannischen Elemente um islamische und byzantinische bereicherte.“"},"0d96fdda-709f-55ff-974d-36ce25e67b8e":{"title":"Alltag im Sultanat der Mamluken"},"0e4ca3d5-ad07-5906-884a-7b4b89c83f5c":{"title":"Ägypten"},"0e91bb3e-a45f-5595-9dcf-c2ad2c8547a9":{"title":"Wasser im Alltag","description":"Aus der Verpflichtung, die Stadtbevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen, entstand ein eigener Bautypus: der öffentliche Brunnen, genannt *Sabil*. Vor allem unter den Mamluken (1250-1517) wurden in Kairo und Jerusalem viele derartige Gebäude errichtet. Ein *Sabil* besteht aus einer unterirdischen Zisterne und einer darüber errichteten Kammer mit vergitterten Fenstern. Darin stand ein Diener und reichte durch das Fenster Schalen mit Wasser an durstige Passanten. Der *Sabil* al-Kuttab war ähnlich gebaut, verfügte aber über eine Loggia im oberen Stock, in der eine Grundschule (*al-Kuttab*) untergebracht war.","quote":"„Ein Diener reichte durch ein vergittertes Fenster Schalen mit Wasser an Passanten.“"},"0f404f1e-3645-5bfa-870f-1b45825073f7":{"title":"Die Umayyaden","description":"„Die Kunst der Umayyaden verbindet dekorative Stile und Motive unterschiedlicher künstlerischer Traditionen.“","extra":{"credits":"Manal BASYOUNI, Aqaba \nGhazi BISHEH Amman \nJens KRÖGER, Berlin \nAida NAGHAWI DODO, Amman \nMohammad NAJJAR, Amman \nSamarah WOROUD, Irbid \n \nCoordination \nGhada AL-YOUSEF, Amman \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Die Dynastie der Umayyaden wurde 661 von *Kalif* Muawiya I. ibn Abi Sufyan gegründet. Ihre Herrschaft dauerte nahezu 100 Jahre, bis zu ihrem Sturz durch die Abbasiden im Jahr 750. Als Muawiya an die Macht kam, entschied er sich für Damaskus als Hauptstadt des muslimischen Reichs. Für die Kunst der Umayyaden war dieser Entschluss von weit reichender Bedeutung, denn Damaskus war zu dieser Zeit vom Einfluss der klassischen Antike geprägt. Auch sassanidische, byzantinische und *koptische* Traditionen spielten eine Rolle. Die Kunst unter den Umayyaden war somit eine innovative Kombination dekorativer Stile und Motive aus unterschiedlichen künstlerischen Traditionen. Sie diente der Durchsetzung einer Reihe von neuen politischen und religiösen Zielen. \nDie Architektur der Umayyaden ist dank vieler erhaltener Gebäude ein wichtiger Zeuge des Wirkens dieser Dynastie. Umfangreiche städtebaulich-architektonische Großprojekte wurden durchgeführt, und im Auftrag der Königsfamilie entstanden zahlreiche repräsentative Bauten. Sowohl der Felsendom in Jerusalem als auch die Umayyaden-Moschee in Damaskus sollten offenbar die Macht der Dynastie demonstrieren und ihre Siege feiern. Diese Bauten vermitteln einen Eindruck vom Prunk der umayyadischen Architektur. Auch die früher als „Wüstenburgen“ bezeichneten Paläste gewähren bis heute einen faszinierenden Einblick in das höfische Leben und Zeremoniell der Umayyaden. \nDiese und andere Bauten der Dynastie wurden üppig dekoriert. Paläste und Bäder waren mit figurativen Bodenmosaiken und Fresken an den Wänden geschmückt. Andere häufig verwendete architektonische Gestaltungselemente waren kunstvolle Tierskulpturen aus Stein und Gips, stilisierte Blumendekors und verschiedene abstrakte Muster. Auch das Kunsthandwerk erlebte zu dieser Zeit eine Blüte, und was sich an Metall- und Holzarbeiten erhalten hat, lässt auf ein hohes Maß an Kunstfertigkeit schließen. \nDie umayyadische Kunst kann mit ihrem ebenso originellen wie lebendigen Eklektizismus als eine Fortsetzung der spätantiken Kunst gelten. Deutlich wird das besonders am späteren Bruch mit dieser Tradition und an der Entwicklung islamischer Kunst unter der Dynastie der Abbasiden.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/the_umayyads/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/10/portal_image/1.jpg","display_order":1}}},"0f9828f8-dd3a-5969-ba97-2fc083ca3fe9":{"title":"Musliminnen im Berufsleben, im Kunsthandwerk und in der darstellenden Kunst","description":"Viele Musliminnen sind als vollendete Musikerinnen und Tänzerinnen in die Geschichte eingegangen. Etliche von ihnen waren an Herrscherhöfen engagiert und wurden fürstlich entlohnt. Eine Trommlerin namens Nasab beeindruckte mit ihrem Spiel den fatimidischen *Kalifen* al-Mustansir bi Allah so sehr, dass er ihr ein Stück Land in Kairo schenkte, auf dem später der Stadtteil al-Tabbala (die Trommlerin) entstand. Die Lautenspielerin Itifaq schaffte es sogar, den Mamlukenherrscher al-Malik al-Muzaffar Haddschi ibn Qalawun zu heiraten. Der *Sultan* ließ vor ihren Auftritten den Boden, auf dem sie spielte, mit Seide auslegen. Nach einer ihrer Darbietungen schenkte er ihr vier Edelsteine und sechs Perlen im Wert von 4000 Dinaren.","quote":"„Viele Musliminnen sind als vollendete Musikerinnen und Tänzerinnen in die Geschichte eingegangen.“"},"119ab24b-479f-5ff2-b732-0ff4c64e08e5":{"title":"Islamische Gemeinden vor und nach der normannischen Eroberung","description":"Gegenstände des täglichen Gebrauchs und für Beerdigungen, darunter Terrakotta-Vasen und Grabinschriften, sprechen für dauerhafte Beziehungen zwischen den verschiedenen Mittelmeerregionen. Ihre typologische Verwandtschaft mit nordafrikanischen Exemplaren lässt einen Import aus dieser Region oder den noch muslimischen Gebieten der Iberischen Halbinsel vermuten und beweist, dass sich im 14. Jahrhundert die Kluft zwischen den zwei entgegengesetzten Welten noch überbrücken ließ.","quote":"„Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs, die der Typologie nach den nordafrikanischen und iberischen ähneln, sprechen für dauerhafte Beziehungen zwischen den verschiedenen Mittelmeerregionen.“"},"119e81e9-24c1-5c11-8732-14582e47e370":{"title":"Königinnen und Prinzessinnen: Die Nachfahren von Fatima al-Zahra","description":"In Nordafrika eiferten die kultivierten und hoch gebildeten Frauen der Ziriden-(Sanhadscha-Berber-)Dynastie ihren königlichen Vorbildern in Ägypten nach. Während des 11. Jahrhunderts erbaute eine ziridische Prinzessin eine Moschee im *Ribat* (Festungsbezirk) von Monastir. Sie wurde später in Anerkennung der Stifterin als al-Sayyida-Moschee bekannt. In der Bibliothek von Kairouan gibt es eine Reihe von Koranmanuskripten, die von ziridischen Prinzessinnen in Auftrag gegeben wurden und für den Gebrauch in der Großen Moschee gedacht waren. Darunter sind die Korane von Umm Milal und Umm al-Ilu, der Schwester des ziridischen Prinzen al-Muizz. Ein drittes Manuskript stammt von Fatima, der Erzieherin des Prinzen Badis ibn al-Mansur.","quote":"„Die kultivierten und hoch gebildeten Frauen der Ziridendynastie eiferten ihren königlichen Vorbildern in Ägypten nach.“"},"11b19208-0f2c-5176-9948-5d121532b39a":{"title":"Musliminnen als Stifterinnen und Wohltäterinnen","description":"Frauen förderten auch den Bau von *Ribaten* und *Khanqahs* – zunächst als Zufluchtstätten für Krieger, später als Orte des Gebetes und als Armenunterkünfte. \nAuch in der Bildung betätigten sich Frauen als Stifterinnen. Ein Beispiel dafür ist die große und aufwändig gestaltete *Medrese* von Umm *Sultan* Schaban, der Mutter des Mamluken-*Sultans* Schaban. Andere Frauen gründeten Schulen *(Medrese),* um die Ausbildung von Mädchen zu fördern, oder Krankenhäuser *(Bimaristan)* wie jenes neben der Großen Moschee von Divriği. Es wurde von Turan Melik im 13. Jahrhundert in Auftrag gegeben. Ein anderes Krankenhaus stammt von Aziza Othmana aus dem 17. Jahrhundert.","quote":"„Frauen förderten auch den Bau von *Ribaten, Kanqahs, Medresen* und *Bimaristanen*.“"},"11f82e3d-c59a-5f69-a3bc-b5b190e3aaa1":{"title":"Der Hof","description":"In Konkurrenz zur Pracht und Eleganz der Höfe des Ostens besetzten die Monarchen des muslimischen Westens ihren eigenen Hofstaat mit hochrangigen Persönlichkeiten, denen sie großes Vertrauen schenkten. Die Höflinge nahmen am Hofzeremoniell der Herrscher teil, das ihrer Erhabenheit und Souveränität Ausdruck verleihen sollte und dem Wunsch entsprach, das Volk zu beeindrucken. \nDie engsten Vertrauten begleiteten den Herrscher bei seinen öffentlichen Auftritten, nahmen mit ihm an offiziellen Empfängen und Banketten teil und unterstützten ihn bei der Amtsführung. Sie begleiteten ihn als Gefolge auf all seinen Wegen und trugen so zur Bewunderung seiner Auftritte bei.","quote":"Das Militärgefolge"},"120cbd81-d9a2-540e-a178-dc11c283fc2d":{"title":"Das Privatleben muslimischer Frauen"},"12656ec4-68b3-5425-9a1d-71e4735a5c19":{"title":"Geometrischer Dekor in der Architektur","description":"Decken wurden ebenfalls mit farbig gefassten und vergoldeten geometrischen Motiven dekoriert. Die verzierten Deckenkonstruktionen interpretierte man als Abbild des Himmelszeltes. So beispielsweise die *Muqarnas*\\-Kuppeln, von deren Mittelstern aus das Bandwerk raumfüllend über die Kuppelfläche verteilt wurde.","quote":"„Decken wurden als Abbild des Himmelszeltes interpretiert.“"},"12faaae8-0400-53bd-ba84-f5e66e0027ef":{"title":"Spiegelungen des Paradieses: Gärten und Blumen in der islamischen Kunst","description":"„In der islamischen Kultur waren Gärten und Vegetation immer von großer Bedeutung. Beide versinnbildlichen die Schönheit der göttlichen Schöpfung und das islamische Paradies *al-Dschanna*.“","extra":{"credits":"Curators & authors \nSule AKSOY, Istanbul \nSevinç GÖK, Izmir \nAlev ÖZAY, Istanbul \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \nSevgi KUTLUAY, Istanbul \nInci KUYULU ERSOY, Izmir \nSeracettin SAHIN, Istanbul \nCihat SOYHAN, Istanbul \nGönül TEKELI, Istanbul \nInci TURKOGLU, Istanbul \nFriederike VOIGT, Stockholm/Berlin \nBarry WOOD, London \n \nCoordination \nInci KUYULU ERSOY, Izmir \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"In der gesamten Geistesgeschichte der islamischen Kultur waren der Garten und die in ihm befindliche Vegetation von besonderer Bedeutung. Zum Teil hat das sicher mit den trockenen Landschaften zu tun, in denen die meisten Muslime leben. Umgeben von lebensfeindlichen Wüsten und unter dem Einfluss des heißen Klimas waren sie schon immer empfänglich für die wohltuende Wirkung von strömenden Gewässern, grünen Oasen und buntem Pflanzenwuchs inmitten künstlich angelegter Gärten mit präzise berechneter Wasserversorgung. Die Lustgärten der Herrscher und der reichen Eliten waren ein begehrter Luxus. Doch sie waren auch von spiritueller Bedeutung, denn sie veranschaulichten in ihrer Anlage die üppige und erfrischende Vegetation des islamischen Paradieses *al-Dschanna*. Im Koran und in der islamischen Literatur ist das Paradies vielfach ausführlich mit allen seinen Blumen, Pflanzen und Bäumen beschrieben. \nBei einer so gründlichen Beschäftigung mit paradiesischen Visionen kann es nicht überraschen, dass auch der Garten mit seiner üppigen Vegetation ein immer wiederkehrendes Thema in der Kultur und in den Künsten der Muslime ist. Von Spanien bis Indien ließen muslimische Herrscher und Eliten im Inneren der Palastkomplexe aufwändige Gärten anlegen, die einen festen Platz im höfischen Zeremoniell hatten. Auch die Benutzung und Namensgebung dieser königlichen Gärten folgte nicht selten den Beschreibungen des Paradieses und seiner Symbolik im Koran. In Architektur und Kunst gibt es ebenfalls viele Bezugnahmen auf die wundersame Pflanzenwelt des Paradieses. Moscheen, *Medresen* und königliche Mausoleen wurden regelmäßig inmitten von Gärten angelegt, die auf das Paradies anspielten. Die Bepflanzung war durch künstlerische Darstellungen kostbarer Blumengärten überhöht. Im Kunsthandwerk finden sich sowohl Gartendarstellungen, als auch einzelne Pflanzen und Blumen als Motive. Blumen hatten jeweils eigene religiöse oder poetische Bedeutungen, die über ihre Schönheit oder ihren praktischen Nutzen hinausgingen. Wo Blumen nicht in naturalistischer Form dargestellt waren, regten filigrane *Arabesken* aus symmetrischen Mustern wellenartig rankender Stängel, Spaltblätter oder Palmetten zum Nachdenken über die kosmische Schöpfung und die göttliche Einheit an, die aller Vielfalt in der materiellen Welt zu Grunde liegt.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/floral/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/28/portal_image/1.jpg","display_order":13}}},"134ba250-63fa-595c-a880-46d56bae5a59":{"title":"Die Reise einer islamischen Kanzel"},"1438dcdb-5040-5d2a-b082-cda3a58a1031":{"title":"Das höfische Leben"},"144150df-f28d-5d4f-8acc-353e17527739":{"title":"Pilgerfahrten ins Heilige Land","description":"In der Ära der Kreuzzüge war die Levante in eine Vielzahl konkurrierender Stadtstaaten aufgesplittert. Manche davon waren Fürstentümer der Kreuzfahrer, andere wurden von Statthaltern aus der Gegend regiert. Als Folge waren Reisen und Pilgerfahrten im und durch das Heilige Land selbst in Friedenszeiten riskant. Besonders gefährlich waren sie während eines Kreuzzugs. Trotz solcher Schwierigkeiten fanden sich zahlreiche Reisende, die keine Gefahr scheuten, um ins Heilige Land zu gelangen.","quote":"„Reisen und Pilgerfahrten im und durch das Heilige Land waren selbst in Friedenszeiten riskant.“"},"1621eaac-22de-5ea2-a831-558356a3e6df":{"title":"Die Bedeutung einzelner Pflanzen und Blumen"},"17b8ce1b-11e8-500c-ba13-dd3af722e3b4":{"title":"Der Sultan und sein Hof","description":"Der *Sultan* der Mamluken war zugleich oberster Befehlshaber seiner Armeen und ein wichtiger Faktor in den internationalen Beziehungen. Seine Autorität und sein Ruhm wurden in ausgeklügelten Zeremonien, in der prunkvollen Ausgestaltung des Hofes und in elitären Zeitvertreiben wie der Falken- oder Treibjagd zum Ausdruck gebracht.","quote":"„Die Autorität des *Sultans* wurde in Zeremonien und in der prunkvollen Ausgestaltung des Hofes zum Ausdruck gebracht.“"},"17ddd4ae-d694-5a72-955a-060b61ef530c":{"title":"Königinnen und Prinzessinnen: Die Nachfahren von Fatima al-Zahra","description":"Zu Ehren Fatima al-Zahras, der Tochter des Propheten und Frau des *Imam* Ali ibn Abi Talib, von der die Fatimiden abstammten, gestatteten die Fatimiden ihren Prinzessinnen nicht nur ein luxuriöses Leben, sondern ließen sie auch eine herausragende Rolle im öffentlichen Leben spielen. Diese Haltung wirkte sich allgemein positiv auf die Stellung der Frauen in der fatimidischen Gesellschaft aus. Viele Frauen bekleideten am Hof wichtige politische Ämter, und Sitt al-Mulk, die Schwester des *Kalifen* al-Hakim bi Amr Allah, regierte sogar jahrelang in Ägypten an Stelle ihres minderjährigen Bruders. \nZahlreiche Frauen des fatimidischen Adels verwalteten ihr Vermögen selbst und waren im Handel aktiv. Manche besaßen eigene Schiffe, die ägyptische Waren in die entlegensten Länder brachten. Ein verschwenderischer Lebensstil bezeugte ihren Reichtum: Eine Prinzessin namens Abda hinterließ bei ihrem Tod so viele Kästen mit Schmuck, Juwelen und anderen Schätzen, dass 14 Kilo Wachs nötig waren, um sie zu versiegeln, und 30 Rollen Papier, um ihre Inhalte aufzulisten.","quote":"„Die Fatimiden ermöglichten ihren Prinzessinnen ein luxuriöses Leben und gestanden ihnen einen Platz im öffentlichen Leben zu.“"},"17e93a55-d0d0-51b2-8c52-ae90b63b4709":{"title":"Räume der Macht – die Palastbauten"},"18c44ba9-f8fa-5fdd-99a2-a8b6f034044a":{"title":"Visionen des Himmlischen Gartens und des Lebensbaums","description":"Bäume mit süß duftenden Blüten und reifen Früchten im Übermaß spielen in literarischen Beschreibungen des islamischen Paradieses eine große Rolle. Die Palme hat darin eine besondere Bedeutung. Nach einer Überlieferung ist sie die Tante des Menschen und wurde aus dem Lehm geschaffen, der nach der göttlichen Schöpfung Adams übrig geblieben war. Nach anderen Berichten verband der Prophet Muhammad die Palme mit dem Paradies. Es gibt auch zahlreiche Verweise auf den Granatapfelbaum und auf den mythischen Baum Tuba, einen zypressenartigen Lebensbaum, der in der Mitte des Paradieses wurzeln soll.","quote":"„Bäume mit süß duftenden Blüten und reifen Früchten im Übermaß spielen in literarischen Beschreibungen des islamischen Paradieses eine große Rolle.“"},"1935df49-d16b-562f-8737-07f9354ede4c":{"title":"Der Palast und die Künste"},"1968b4ad-376a-5733-96cc-b0a0f079ea39":{"title":"Das Heilige Land der drei Religionen","description":"Palästina und vor allem Jerusalem sind seit Jahrtausenden Ziel religiöser Pilgerfahrten. Für Juden ist Jerusalem die Stadt Gottes und der heilige Ort seines Tempels. Alle jüdischen Gebete richten sich nach Jerusalem, und die Stadt bildet bis heute das Zentrum des religiösen, spirituellen und geistigen Lebens der Juden. Christen wurden mindestens seit dem vierten Jahrhundert von den Kirchenvätern angehalten, nach Jerusalem und ins Heilige Land zu pilgern und dort die mit dem Leben von Jesus Christus verbundenen Stätten zu besuchen. Nach der christlichen Überlieferung lebte Jesus in Jerusalem. Er predigte dort und heilte die Kranken. Hier nahm er am letzten Abendmahl teil, wurde verhaftet, verurteilt und gekreuzigt. Bis heute weist die Grabeskirche in Jerusalem den Ort aus, an dem Jesus angeblich beerdigt wurde und von dem aus seine Himmelfahrt begann.","quote":"„Palästina und vor allem Jerusalem sind seit Jahrtausenden Ziel religiöser Pilgerfahrten.“"},"196db830-546b-584c-a36c-48974bbb7a0a":{"title":"Der Sultan und sein Hof","description":"Nachdem das *Kalifat* in Kairo neu gegründet worden war, suchten muslimische Herrscher von überall im islamischen Kulturkreis hier die Legitimation ihrer Herrschaft. Im ganzen Reich trieben energische Mamluken-*Sultane* wie Baybars I., Qalawun, Nasr al-Din Muhammad ibn Qalawun, Hasan und Qaytbay den Bau prunkvoller Moscheen und anderer religiöser Einrichtungen voran. Sie ließen prächtige Koranmanuskripte und Einrichtungen für Moscheen anfertigen.","quote":"„Die Mamluken-*Sultane* sorgten für den Bau prunkvoller Moscheen und anderer religiöser Institutionen.“"},"198c176f-a670-5331-b416-a7ecc59e7ceb":{"title":"Das Kunsthandwerk"},"19908cb0-74da-580e-b6b3-2b320477903e":{"title":"Die Aghlabiden – ein Schutzschild der Abbasidendynastie","description":"Das riesige Abbasidenreich war von mehreren konkurrierenden islamischen Mächten bedroht. Im Jahr 800 übergaben daher die Abbasiden Nordafrika an die Aghlabiden mit dem Auftrag, die Umayyaden in *al-Andalus* und die Idrisiden in Marokko zu bekämpfen. Ibrahim ibn al-Aghlab erhielt vom abbasidischen *Kalifen* Harun al-Raschid (Regierungszeit 786-809) die Provinz *Ifriqiya* als erbliches Fürstentum. Die Aghlabiden waren von 800 bis 909 Vasallen der Abbasiden in *Ifriqiya*. Sie bauten mehrere Städte neu auf und errichteten entlang der Küste militärische Befestigungsanlagen, um die Flotten des Byzantinischen Reiches abzuwehren, das einige Jahrhunderte zuvor Sizilien erobert hatte. Die Aghlabiden ordneten auch das zivile Leben neu und bauten das Verkehrsnetz zwischen Nordafrika und dem Nahen Osten aus.","quote":"*„Ibrahim ibn al-Aghlab erhielt vom abbasidischen* Kalifen *Harun al-Raschid die Provinz* Ifriqiya *als erbliches Fürstentum.“*"},"1a1a6170-d33d-5774-bbd8-19cce2b88392":{"title":"Die Reise einer islamischen Kanzel","description":"Mit der Überführung des *Minbar* nach Hebron erlangte die Stadt eine besondere religiöse Bedeutung für Muslime, Christen und Juden. Die Besucher betätigten sich großzügig als Gönner, Stifter und Spender. Die Wohltätigkeit war dabei nicht auf die Moschee und die anderen Heiligtümer beschränkt, sondern umfasste die gesamte Stadt. Die gläserne Moscheelampe, die Kerzenhalter aus Messing und die Blätter mit Koranabschriften auf diesen Seiten geben einen Eindruck von der Spendentätigkeit.","quote":"„Die Besucher betätigten sich großzügig als Gönner, Stifter und Spender.“"},"1aa59d36-2ef4-55a4-9987-3abbfd0f309c":{"title":"Syrien"},"1abd2666-7a05-5c9a-8f4d-991a0fac4643":{"title":"Die Kultur im Kreuzfahrer-Königreich Jerusalem","description":"Die Reiseberichte des Ibn Dschubayr und die Erinnerungen von Usama ibn Munqidh geben einen Einblick in das Leben der Muslime zu dieser Zeit. Der Autor, Diplomat und Politiker Usama (1095-1188), der in der Burg Schaysar lebte, kannte Nur al-Din und Saladin und ihre europäischen Kontrahenten persönlich. In seinen Schriften erwähnt er einen Besuch in Jerusalem: „Wenn ich in die *Aqsa*\\-Moschee ging, die von den mit mir befreundeten Tempelrittern besetzt war, räumten diese eine kleine angrenzende Moschee, damit ich dort beten konnte.“ Eines Tages kam ein „Franke“, störte Usama beim Beten und nötigte ihn, in Richtung Osten zu beten. Die mit Usama befreundeten Tempelritter wiesen den Mann in die Schranken und entschuldigten sich für dessen Verhalten: „Dieser Mann ist erst vor kurzem aus dem Land der Franken angekommen. Er hat noch nie jemand anders als in Richtung Osten beten gesehen.“","quote":"„Die Tempelritter räumten eine kleine angrenzende Moschee, damit ich dort beten konnte.“"},"1b29b6a7-7dc6-567b-aaf0-cbfc9c64fc07":{"title":"Saladin im Heiligen Land","description":"Saladin konnte seinen Einfluss noch zu Lebzeiten Nur al-Dins beim Kampf um Ägypten geltend machen. Nach Nur al-Dins Tod im Jahr 1174 brauchte er zehn Jahre, um sich gegen muslimische Widersacher durchzusetzen und seine Streitkräfte zu konsolidieren. Nachdem er Ägypten und Syrien unter seiner Herrschaft vereint hatte, widmete er sich der Vertreibung der „Franken“ aus der Levante. Bei der Schlacht von Hittin 1187 gelang ihm ein erster, wichtiger Sieg. Danach konnte er mit seiner Armee nach Jerusalem vorrücken, das er noch im selben Jahr eroberte.","quote":"„Nachdem Saladin Ägypten und Syrien unter seiner Herrschaft vereint hatte, widmete er sich der Vertreibung der ‚Franken'.“"},"1b7b04e6-d4cb-5a10-a0bf-8f61b4de570f":{"title":"Die Entstehung der islamischen Kunst"},"1d025879-0f4e-58f5-9d96-55b7af6f72a3":{"title":"Die Kultur des Wortes"},"1dabd926-5ac6-53c1-b262-d5570beba088":{"title":"Geometrischer Dekor in der Architektur","description":"In der gesamten muslimischen Welt wurden die Portale von bedeutenden Gebäuden mit *Muqarnas*\\-Formen oder geometrischen Steinreliefs bedeckt. Sämtliche Freiflächen versuchte man mit Dekorelementen auszufüllen *(Horror Vacui)*. \nSeit den Almohaden wurden im Maghreb und in *al-Andalus* die Minarett-Fassaden zunächst mit Fächerbögen dekoriert. Diese konnten nebeneinander gesetzt werden oder miteinander verbunden sein. In kleinformatiger Ausführung ergab sich durch Wiederholung und Überkreuzen des Bogenmotivs eine ornamentale Rhombenfläche. Diese als *Sebka* bekannte Ornamentfläche ähnelt der Lochstickerei.","quote":"„Man versuchte, sämtliche Freiflächen mit Dekorelementen auszufüllen *(Horror Vacui)*.“"},"1dbcce8a-f15c-5124-8ef3-103e38fe1b4e":{"title":"Wissenschaft und Lehre","description":"Die muslimischen Verwalter achteten stets sorgfältig auf die Wasserversorgung der Bevölkerung und nutzten die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, um sie zuverlässig zu gewährleisten. Die erhaltenen Anlagen zur Wasserversorgung sind zugleich die solidesten: Deiche, Aquädukte und Wassermühlen.","quote":"Hydraulik und Bewässerungstechnologie"},"1dc8b986-92dc-5a75-b544-000419ab6111":{"title":"Das Grabmal – Erinnerung aus Stein","description":"In verschiedenen Epochen bildete sich eine große Vielfalt von Grabstelen heraus, die regionale Unterschiede widerspiegelten: die Rundstele, die im 9. Jahrhundert zunächst in der Region *Ifriqiya* (Tunesien) auftauchte, auch wenn sie ebenfalls in der andalusischen Region von Toledo entdeckt wurde, die seit Almoravidenzeit auf andalusischen und maghrebinischen Friedhöfen vorkommende so genannte *Maqabriyya,* die Scheibenstele, die seit dem 14. 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Die Schriften gerieten zu einem komplizierten Geflecht stilisierter Vegetation.“"},"1fe29955-194b-5f40-833a-ae7bf2b5e383":{"title":"Kairo, Damaskus und Jerusalem: die geistigen Zentren des Mamlukenreiches","description":"Unter den Mamluken erlebten Ägypten, Palästina und Syrien einen enormen wirtschaftlichen, kulturellen und künstlerischen Aufschwung, der in erster Linie von den städtischen Zentren Kairo, Damaskus und Jerusalem ausging. Die Mamlukenhauptstadt Kairo wurde gefeiert als „Metropole des Universums“ und als „Garten der Welt“. Kairo war damals die größte Stadt der Welt, eine der reichsten Städte im Nahen Osten und ein Anziehungspunkt für Intellektuelle, Gelehrte, Wissenschaftler, Handwerker und Händler.","quote":"„Die Mamlukenhauptstadt Kairo wurde als ‚Metropole des Universums' gefeiert.“"},"21173928-d7cb-5f28-9f20-0a8f069336e7":{"title":"Pilgerrouten und heilige Stätten auf dem Weg nach Mekka","description":"Für Pilger, die aus der Türkei, aus Syrien, Irak und Iran nach Mekka wollten, gab es außerdem eine nördliche Route. Beide Straßen führten weiter in die Nähe des antiken Aylat (heute das Dorf al-Rumayl) und von dort nach Dschidda und Medina. Zahlreiche muslimische Herrscher beteiligten sich am Unterhalt der Pilgerwege, darunter auch Sayyida Zubayda, die Frau des *Kalifen* Harun al-Raschid. Der von ihr betreute Abschnitt des Weges war als „Zubaydas Weg“ bekannt für seine hervorragende Infrastruktur.","quote":"„Für Pilger, die aus der Türkei, aus Syrien, Irak und Iran nach Mekka wollten, gab es außerdem eine nördliche Route.“"},"217482b1-7626-531f-8ca9-51c2f680fe3d":{"title":"Die Mamluken","description":"„Die Mamluken begannen als Militärsklaven der muslimischen Herrscher. Sie schufen ein Reich, das 300 Jahre währte und zu den größten Mächten des Islam gehörte.“","extra":{"credits":"Curators & authors \nMohammad ABBAS, Cairo \nUlrike AL-KHAMIS, Edinburgh \nElsayed HAMAD, Cairo \nYousef NATSHEH, Jerusalem \nSalah SAYAOUR, Cairo \nTarek TORKY, Cairo \n \nCoordination \nEnaam Selim, Cairo \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Fast 300 Jahre lang war das *Sultanat* der Mamluken eine Großmacht in der islamischen Welt. Das arabische Wort *mamluk* bedeutet ursprünglich „jemandes Eigentum“. Im Kontext der arabischen Geschichte bezeichnete es einen ausländischen Militärsklaven, der als Elitesoldat direkt dem *Sultan* unterstand. Die meisten Mamluken waren Türken oder Tscherkessen aus dem Kaukasus, die zum Islam bekehrt und zu Kriegern ausgebildet wurden. Im Jahr 1250 nutzten die Mamluken ein Machtvakuum, um die Herrschaft an sich zu reißen. Sie schufen ein Reich, das Ägypten, Palästina, Syrien und den Hedschas umfasste. Bis 1517 übten die Mamluken die Oberherrschaft über die Heiligen Städte Mekka und Medina aus. \nAnfangs waren die Mamluken ständig von äußeren Feinden bedroht. Doch es gelang ihnen, 1260 die Mongolen bei Ayn Dschalut in Palästina und 1291 auch die Kreuzfahrer entscheidend zu schlagen. \nDie Mamluken verstanden sich als Streitmacht für den Islam. Nachdem der erste *Kalifats*\\-Sitz in Bagdad 1258 an die Mongolen gefallen war, riefen sie 1261 in Kairo ein neues *Kalifat* ins Leben. Sie initiierten ein bis dahin einzigartiges Bauprogramm, bei dem überall im Reich glanzvolle Moscheen und religiöse Stiftungen *(Waqf)* entstanden. Diese Institutionen zogen in der Folge zahlreiche Intellektuelle, Wissenschaftler und Religionsgelehrte an. \nAußenpolitisch knüpften die Mamluken-*Sultane* starke Bande mit anderen muslimischen Mächten weiter im Osten, ebenso wie mit Byzanz, Frankreich, Kastilien, Sizilien, Genua und Venedig. Kairo entwickelte sich zu einem Zentrum des Welthandels. Exotische Waren und Kunstgegenstände aus Ost und West wechselten auf den spezialisierten Märkten *(Suq)* dieser Stadt ihre Besitzer. Der rege Handel förderte wiederum das lokale Handwerk. \nDer Niedergang der mamlukischen Vorherrschaft begann mit der Entdeckung neuer Handelswege rund um das Kap der Guten Hoffnung durch die Europäer und mit der Ausdehnung des Osmanischen Reichs. Die Osmanen beendeten im frühen 16. Jahrhundert schließlich die Mamlukenherrschaft.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/the_mamluks/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/17/portal_image/1.jpg","display_order":5}}},"221eaf00-cefe-5da4-b4e5-b0ff24d5d9a0":{"title":"Pflanzen und Arabesken: Visionen der Ewigkeit und göttlichen Einheit","description":"Wenn Blumen in der islamischen Kunst nicht naturalistisch dargestellt sind, dienen sie in mehr oder weniger fantastischen Arrangements der Verzierung von Fassaden oder Kunstgegenständen. Diese Blumenmuster sind oft so komplex, dass sie das Auge des Betrachters völlig von dem Objekt ablenken, das sie schmücken bzw. in vielen Fällen eher verbergen. Die gemeißelten, geschnitzten, gemalten oder in anderer Form aufgetragenen Blumenarrangements auf Gebäuden und Kunstgegenständen waren zwar primär als Dekoration gedacht. Für religiöse Naturen traten sie aber gegenüber der gebauten Struktur in den Vordergrund – als Meditationen über die unendliche Komplexität des Universums, das aus seinem Schöpfer Allah hervor- und wieder in ihm aufgeht.","quote":"„Wenn Blumen in der islamischen Kunst nicht naturalistisch dargestellt sind, ergeben sie mehr oder weniger fantastische Arrangements.“"},"227f3bb2-60fb-58e2-b42c-bcec823faca6":{"title":"Prunkvolle Schneiderkunst: Tiraz und zeitgenössische Kostüme","description":"Zu bestimmten Anlässen belohnten die fatimidischen *Kalifen* ihre Höflinge und Würdenträger mit den prächtigsten *Tiraz*\\-Stoffen oder Ehrengewändern. So erhielt ein Ministerpräsident 30 komplette Garnituren, die er nach Belieben unter seinen Angestellten verteilen durfte. Auch hochrangigen Gästen des Hofes wurden solche Kleidungsstücke überreicht. Anlässlich von Feierlichkeiten oder Jubiläen waren manchmal sogar gewöhnliche Bürger unter den Beschenkten. Die *Tiraz*\\-Kostüme richteten sich in der Gestaltung nach dem Rang der Person, die sie erhielt. Vergoldete Seide war fürstlichen Würdenträgern vorbehalten, und für Regierungsbeamte stand eine ganze Bandbreite anderer Seidenstoffe zur Verfügung.","quote":"„Die fatimidischen *Kalifen* belohnten ihre Höflinge und Würdenträger mit den prächtigsten *Tiraz*\\-Stoffen.“"},"22ad153f-423c-5508-a362-937e5100efd8":{"title":"Krieg und Reitkunst","description":"Der Erfolg der Kavallerie ergab sich aus intensiver Übung und hochwertiger Ausrüstung. Die Soldaten trainierten in einem Hippodrom *(Maydan),* wo sie sich einem erbarmungslosen Drill unterzogen und Sportwettkämpfe ausfochten, u. a. Polo, Speer- und Keulenwurf. Im Gefecht wandten die Türken eine Vielzahl von Taktiken an: Pfeile aus der Entfernung, Lanze oder Schwert aus der Nähe. Araber wie Türken waren Meister im Umgang mit der Lanze, konnten selbst in voller Geschwindigkeit den Gegner aus nächster Nähe treffen. Schwerter waren hoch geschätzte Waffen, die häufig über ihren Ursprungsort und die Geschmeidigkeit bzw. Härte des Metalls identifiziert wurden. Die Schilde der muslimischen Soldaten waren üblicherweise rund, beim byzantinischen und fränkischen Heer waren eher rautenförmige Schilde beliebt.","quote":"„Schwerter wurden häufig über ihren Ursprungsort sowie Geschmeidigkeit und Härte des Metalls identifiziert.“"},"23700a6e-8a42-57ca-8d10-fa47337ec6cc":{"title":"Geometrischer Dekor in der Keramik","description":"Der geometrische Dekor ließ sich besonders gut mit dem so genannten *Kufi*\\-Duktus kombinieren. Dessen geradlinige und verästelte Kalligrafie mit klaren vertikalen und horizontalen Schriftzügen besitzt einen hohen ästhetischen Wert und eignete sich daher sehr gut für die Verzierung des Gefäßkörpers von Keramiken. Sie passte zu horizontalen Friesen ebenso wie zu radialen Kompositionen.","quote":"„Der geometrische Dekor ließ sich besonders gut mit dem ästhetisch anspruchsvollen *Kufi*\\-Duktus kombinieren.“"},"23c5c103-e3d9-5951-b584-74137065c95f":{"title":"Kunst in Gebetsräumen","description":"Als Heiligtümer des Islam behielten die Moscheen in ihrer Architektur, in der Gestaltung der Innenräume und in der Dekoration ihre wesentlichen Charakteristiken über die Jahrhunderte bei. \nDer Gott des Islam hat keine konkrete Form, und nach der Tradition ist die Darstellung lebender Wesen in einer Moschee nicht angemessen. Die Praxis des Gebets und der aus den Worten und Lehren Gottes bestehende Koran inspirierten die Künstler bei der Dekoration und Innenausstattung der heiligen Stätten.","quote":"„Nach der Tradition ist die Darstellung lebender Wesen in einer Moschee nicht angemessen.“"},"2401b31f-6c0d-5b66-a16b-0fa24ce30cfa":{"title":"Geometrischer Dekor in der Textilkunst","description":"Einige Textilmuster ähneln Fliesen- und Stuckvertäfelungen an Gebäudewänden. Bei manchen Mustern ist selbst die Flächenaufteilung identisch: Die Inschriftenbänder der Textilbordüren entsprechen den abschließenden Inschriftenfriesen von geometrisch dekorierten Sockelzonen. Diese Art der Dekoration entwickelte sich aus dem Flechtbandwerk, das Sterne, Polygone, Mehrpassmotive und andere Formen hervorbrachte.","quote":"„Einige Textilmuster ähneln Fliesen- und Stuckvertäfelungen.“"},"2402e680-efca-5518-8365-20a53e16a37c":{"title":"Die Verwaltung des Wohlstands","description":"Die Gesundheit und der Wohlstand einer Gesellschaft hängen wesentlich vom sorgfältigen Umgang mit Ressourcen wie Nahrung und Wasser und von einer effizienten Regierung ab. Die Abbasiden führten zahlreiche technische Neuerungen ein, um die Landwirtschaft und die Nutzung der Wasserreserven effizienter zu gestalten. Fortschritte in der Medizin sorgten für eine bessere gesundheitliche Verfassung der Bevölkerung. Zum Beispiel entstanden 862 bei Kairouan unter den Aghlabiden eine Reihe von Wasserspeichern, die hauptsächlich das Niederschlagswasser der umliegenden Täler aufnahmen. Das Geniale an diesen Bauwerken war, dass sie das Wasser nicht nur sammelten, sondern auch reinigten und speicherten. Es stand den Bewohnern der Stadt, den Hirten der Umgebung und den vorbei ziehenden Karawanen unentgeltlich zur Verfügung.","quote":"„In Kairouan bauten die Aghlabiden Wasserspeicher, die das Regenwasser aus den umliegenden Tälern aufnahmen.“"},"24dccfe7-0ad7-552e-aa3d-ebae78f613d0":{"title":"Das höfische Leben","description":"Der Topkapı-Palast war Verwaltungszentrum und Residenz der Herrscherfamilie in einem. Er entstand auf einer Halbinsel in Istanbul, von der aus man das Goldene Horn auf der einen Seite sowie den Bosporus und das Marmarameer auf der anderen Seite im Blick hat. Der Palast ist ein aus drei Teilen bestehender Gebäudekomplex (*Birun, Enderun* und Harem), der innerhalb weitläufiger Gärten angelegt wurde. \nDer *Birun* befindet sich zwischen dem *Bab-ı Hümayun* (Tor des *Sultanats)* und dem *Babı-s-Saade* (Tor der Glückseligkeit). Rund um den ersten Hof waren die Dienstgebäude, die Münze des *Sultanats,* Militärkasernen, Ministerien und andere Ämter angeordnet. Der zweite Hof hieß *Alay Meydanı*. Hier befanden sich der *Divan-ı Hümayun* (Unter der Kuppel), d. h. die Schatzkammer, sowie Küchen, Ställe und der Eingang zum Harem. \nÖffentliche Zeremonien – etwa die Thronbesteigung eines *Sultans,* die öffentliche Anhörung in Notfällen durch den *Sultan* und diverse Feierlichkeiten (*Alay Divanı*) – fanden vor dem Tor der Glückseligkeit statt. Der Thron des *Sultans* befand sich in der Nähe des Tors, und hier wurde auch die Heilige Fahne (*Sancak-ı Şerif)* gehisst, wenn man sie zu seltenen Gelegenheiten aus dem Pavillon des Heiligen Mantels holte.","quote":"„Der Topkapı-Palast war Verwaltungszentrum und Residenz der Herrscherfamilie in einem.“"},"24e11f60-92ed-5fc9-959e-e0aa49482ffe":{"title":"Menschendarstellungen"},"252b7a7e-7c1d-559c-8738-0be280a6547c":{"title":"Tierdarstellungen","description":"Tierdarstellungen waren in der Kunst und Architektur der Umayyadenzeit häufiger als später – vor allem in Mosaiken und Freskenmalereien und nicht nur in königlichen Palästen, sondern auch in den Kirchen der ansässigen Christen. In späterer Zeit entstanden in Spanien Schmuckschatullen aus Elfenbein in verschiedenen Formen und Größen, deren Oberflächen mit geschnitzten Genreszenen des höfischen Alltags und Zeitvertreibs dekoriert waren. Auch Jagdszenen waren beliebt. Im Ägypten der Fatimiden wurden holzgeschnitzte Paneele mit einer Reihe von Tiermotiven versehen. Die Fassaden einiger Gebäude in Anatolien und viele ägyptische Türme aus ayyubidischer und mamlukischer Zeit waren ebenfalls mit naturnahen oder wappenartigen Tiermotiven geschmückt.","quote":"„Schmuckschatullen aus Elfenbein waren mit geschnitzten Genreszenen des Vergnügens und des höfischen Lebens dekoriert.“"},"25920ee3-8f72-5764-8504-8c11dfeff2db":{"title":"Der heilige Koran","description":"Der Aufbau des Koran folgt einem festgelegten Schema. Name und Anzahl der Verse sind im Titel des jeweiligen Kapitels angeführt. In aufwändiger gestalteten Versionen sind diese Erläuterungen oft reich verziert, in einfacheren und preiswerteren dagegen schlicht gehalten. Mit Blattvergoldung und anderen Pigmenten wurde bei der Dekoration der Titelseiten, Kapitelüberschriften und Verszählungen nicht gespart. Koran-Manuskripte wurden in der *Kufi-,* *Naskhi-,* Thuluth- und anderen arabischen Schriften kopiert. Mehrbändige Ausgaben bestanden aus zwei, vier oder auch dreißig Bänden, wobei die Aufteilung der Bände ebenfalls einem bestimmten Schema folgt. Die mehrbändigen Ausgaben sind oft aufwändig gebunden und in herrlichen Kassetten oder Schränken verwahrt. Besondere Bücherständer wurden hergestellt, damit man leichter aus dem Koran vorlesen oder das Buch aufgeschlagen vor sich hinstellen konnte.","quote":"„Mehrbändige Ausgaben bestanden aus zwei, vier oder auch dreißig Bänden. Die Aufteilung der Bände folgte einem bestimmten Schema.“"},"27407462-38d1-5483-a239-bfa506cb4830":{"title":"Die Verwaltung des Wohlstands","description":"Die Abbasiden förderten die Ärzte, was zu großen Fortschritten in der Medizin führte. Zahlreiche Bücher zu den verschiedensten Themen wurden geschrieben oder übersetzt. Wissenschaftliche Experimente wurden durchgeführt und dokumentiert. Eine Reihe medizinischer Instrumente entstand zur Anwendung neuer Behandlungsmethoden.","quote":"„Die Abbasiden förderten die Ärzte.“"},"27a7074c-9378-500f-b1ed-4b1612e2a219":{"title":"Die Bedeutung einzelner Pflanzen und Blumen","description":"Einige Blumen waren besonders beliebt und wurden in den bildenden Künsten der muslimischen Welt immer wieder dargestellt. Zu den größten Favoriten zählte die Rose. Nach der volkstümlichen islamischen Überlieferung entstand die Rose aus einem Schweißtropfen, den der Prophet Muhammad auf seiner wunderbaren nächtlichen Reise ins Paradies verlor. Die Rose symbolisiert außerdem die Einheit Gottes, und ihre Blütenblätter sind ein Bild für die muslimische *Umma* oder Gemeinschaft. Andere sehen in der Rose ein Symbol des Propheten, der in den Herzen aller Gläubigen wohnt. Ihre Dornen stehen für die Schwierigkeiten, die Muslimen auf der Suche nach Gott widerfahren. Ihr Duft soll jenen der Rosengärten im Paradies vorwegnehmen.","quote":"„Einige Blumen waren besonders beliebt. Zu den größten Favoriten zählte die Rose.“"},"282bf248-cb40-5b24-9d50-166d75b8a10e":{"title":"Diplomatischer Austausch und Handelskontakte mit der Welt"},"28d9a4d3-c0f4-52e4-b504-b865ba01f483":{"title":"Die Atabege und Ayyubiden","description":"„Saladin, nach dem die Dynastie benannt ist, kam am Ende des 12. Jahrhunderts an die Macht.“","extra":{"credits":"Curators & authors \nMona AL-MUADIN, Damascus \nDina BAKKOUR, Damascus \nSheila CANBY, London \nVerena DAIBER, Damascus \nAbdel-Razzaq MOAZ, Damascus \nEmily SHOVELTON, London \nZena TAKIEDDINE, Damascus \n \nCoordination \nSamer ABDEL-GHAFOUR, Damascus \nZena TAKIEDDINE, Damascus \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Während des 11. Jahrhunderts war die Levante (Libanon, Palästina, Syrien und Jordanien) in verschiedenste Hoheitsgebiete aufgesplittert und politisch instabil. Das *Kalifat* der Abbasiden in Bagdad wurde vom *Kalifat* der Fatimiden in Ägypten bedroht. Gleichzeitig festigten die Seldschuken, türkische Krieger aus Zentralasien, ihre Macht über die Region. Mit ihnen begann eine neue Ära islamischer Kunst und Architektur, die religiöse Autorität des Abbasiden*\\-Kalifats* tasteten sie jedoch nicht an. \nDie Macht lag in den Händen der *Atabege*, der militärischen Erzieher der Prinzen. Die *Atabege* wurden von den Seldschuken ernannt, erlangten aber im Lauf der Zeit ihre Unabhängigkeit. Einer dieser *Atabege*, Nur al-Din Mahmud ibn Zangi (gest. 1174), übernahm die entscheidende Aufgabe, die Kreuzfahrer im Jahre 1146 aus Edessa zu vertreiben. Darüber hinaus gelang es ihm, mit der Eroberung von Damaskus im Jahre 1154 Syrien zu einen. \nSalah al-Din al-Ayyubi (bekannt als Saladin, Regierungszeit 1169–93), Namensgeber der Dynastie, war einer von Nur al-Dins Offizieren. Er kam gegen Ende des 12. Jahrhunderts an die Macht, besiegte 1171 die Fatimiden und eroberte 1187 Jerusalem. \nDie *Atabege* und Ayyubiden führten in ihrem Herrschaftsgebiet weit reichende Neuerungen ein. Durch die Einrichtung *sunnitisch*\\-islamischer religiöser Schulen, der *Medresen,* versuchten sie, ihre Untertanen systematisch umzuerziehen. Sie bauten die Große Umayyaden-Moschee um und verstärkten die Befestigungen der Zitadellen und Stadtmauern von Damaskus, Aleppo, Kairo und verschiedenen anderen Städten. \nAuch die Stadtentwicklung trieben sie voran, bauten Badehäuser (*Hamam*)*,* Krankenhäuser *(Bimaristan),* *Karawansereien*, Wasserleitungssysteme und sakrale Bauten wie Moscheen, Mausoleen, Grabstätten *(Türbe)* und Ordenskonvente *(Khanqah).* Aus dem Osten brachten sie *Medresen* mit, Erziehungseinrichtungen, deren Architektur neue Formen und ein innovatives dekoratives Repertoire aufwies. \nDie Kultur der Seldschuken bestimmte die islamische Kunst in der Zeit vom 11. bis zum 13. Jahrhundert. Bedeutende künstlerische Errungenschaften finden sich in Architektur, Keramik, Schmuckherstellung, Metallarbeit und Manuskript-Verzierung. \nDie Zeit der Ayyubiden fällt zusammen mit der Gotik im Westen und der Song-Dynastie in China. Nachfolger der Ayyubiden waren die Mamluken, die deren Stil weiter verfeinerten.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/the_ayyubids/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/15/portal_image/1.jpg","display_order":4}}},"28ed3f37-70c7-5e87-9d40-6eef902eb3ee":{"title":"Pilgerrouten und heilige Stätten auf dem Weg nach Mekka"},"29034c7a-8823-5847-9fb2-ed236e6ef371":{"title":"Das Kunsthandwerk","description":"Das Auftragen von *Lüster-*Glasuren ist eine wesentlich islamische Kunst. Ursprünglich in der Glasverarbeitung eingesetzt, erlangte diese Technik durch die Anwendung auf Keramik ihre Berühmtheit. Die *Lüster-*Glasur auf Glas war in Ägypten mindestens seit dem 8. Jahrhundert bekannt. \nAls die Fatimiden wandernde Töpfer aufnahmen, entwickelte sich die *lüster-*glasierte Töpferware neben anderen Glasurtechniken zum Spitzenprodukt der fatimidischen Keramik. Zu den Meistertöpfern und ihren Werkstätten, von denen wir Kenntnis haben, gehören die Schulen von Muslim und Saad. \nAuch die Metallverarbeitung florierte. Kunsthandwerker spezialisierten sich auf die Herstellung von Tierskulpturen, gegossenen und gehämmerten Gefäßen oder wissenschaftlichen Instrumenten wie Astrolabien und chirurgischen Werkzeugen.","quote":"„Das Auftragen von *Lüster-*Glasuren zur Dekoration von Gefäßen ist eine wesentlich islamische Kunst.“"},"2a50f5ca-9045-5344-9508-e2af5f610c4c":{"title":"Istanbul, die Hauptstadt der Osmanen","description":"In den ersten drei Jahrhunderten osmanischer Herrschaft wurde die Bebauung innerhalb der Stadtmauern Istanbuls immer dichter. Im 18. Jahrhundert begann die Stadt ihr Gesicht zu verändern. Die Bautätigkeit entlang des Goldenen Horns und der Ufer des Bosporus waren die Folge des Versuchs später osmanischer *Sultane*, den Westen nachzuahmen. Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg wurde Istanbul besetzt, und im nationalen Befreiungskrieg verlegte man die Hauptstadt nach Ankara. Doch Istanbul ist bis heute die größte und glanzvollste Stadt der Türkischen Republik.","quote":"„Istanbul ist bis heute die größte und glanzvollste Stadt der Türkischen Republik.“"},"2aca10e0-7f13-5d99-b5ac-513f7ea5b271":{"title":"Religiöses Leben","description":"Bei muslimischen Immigranten, die auf der Suche nach religiösem Wissen und einem frommen Leben waren – ganz zu schweigen vom *Dschihad*, dem Heiligen Krieg – war Syrien sehr beliebt, insbesondere Aleppo und Damaskus. Das Salihiyya-Viertel in Damaskus war eine Hochburg der Propaganda gegen die Kreuzritter und Wohnsitz der *Banu* Qudama, religiöser Gelehrter palästinensischer Herkunft, die bei Saladins Sieg über die Kreuzritter in der entscheidenden Schlacht von Hittin (1187) eine zentrale Rolle spielten.","quote":"„Das Salihiyya-Viertel in Damaskus war eine Hochburg der Propaganda gegen die Kreuzritter.“"},"2c60ed37-eb2d-5736-98a0-24252466e0a4":{"title":"Westliche Einflüsse im Osmanischen Reich","description":"Ab dem 19. Jahrhundert begann das Osmanische Reich im Zuge der Modernisierung ein zentralisiertes Regierungssystem einzuführen.","extra":{"credits":"Western Influence in Ottoman Lands \n \nCurators & authors \nMohamed ABBAS, Cairo \nInci KUYULU ERSOY, Izmir \nAida NAGHAWI DODO, Amman \nZena TAKIEDDINE, Damascus \nSaloua ZANGAR, Tunis \n \nCoordination \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nFor Arabic, English, French and Turkish: \nPlease refer to [General Credits](https://islamicart.museumwnf.org/mwnf_credit.php) \nGerman: Merve Tolaman (translation); Eva Schubert (editor) \nItalian: Lavinia Amenduni \nPortuguese: Geisa Cristina Santos Carneiro Williams (translation); Cristina Correia (editor) \nSpanish: Arantza Morales \nSwedish: Lisa Lindström","intro_text":"Das Osmanische Reich umfasste nicht nur das Gebiet, das wir heute als die Republik Türkei kennen, sondern auch ein geographisch weit ausgedehnteres Areal, das von Völkern verschiedener ethnischer Herkunft bewohnt war, die in einer Vielfalt von Sprachen kommunizierten und sich oft auch in ihrer Religion unterschieden. Innerhalb dieser Vielfalt war es unvermeidlich, dass westliche Einflüsse im 18. und 19. Jahrhundert zu unterschiedlichen Zeiten und auf verschiedene Art und Weise in Erscheinung traten. Diese Zeit ist uns heute als die Periode der Verwestlichung des Osmanischen Reiches bekannt. \nBis zum 19. Jahrhundert bestand das Reich aus Provinzen, die von *Beglerbegs* und *Sanjaqs* regiert wurden, welche wiederrum unter der Herrschaft der von den Sultanen ernannten *Sanjaqbegs* standen. \nInnerhalb dieses Systems betätigten sich lokale Gemeinschaften, religiöse Gruppen und *Waqfs* als Vermittler von Geschäften des Reiches. Daraus ergab sich eine Symbiose des osmanischen Geschmacks mit lokalen Merkmalen und dies sowohl in der Kunst, wie auch in der Architektur. Ab dem 19. Jahrhundert begann das Osmanische Reich im Zuge der Modernisierung ein zentralisiertes Regierungssystem einzuführen. In diesem neuen zentralisierten System gingen eine strengere Kontrolle der Provinzen Hand in Hand mit der Errichtung von öffentlichen Bauten und Regierungseinrichtungen, deren Bauherr das Reich selbst war. \nWährend somit erste Beispiele eindeutig westlich geprägter Architektur in Istanbul und Anatolien bereits im 18. Jahrhundert anzufinden sind, waren diese Einflüsse ab dem 19. Jahrhundert auch in anderen Regionen zu erkennen. Ein weiterer wichtiger Faktor westlichen Einflusses, der bedeutende Veränderungen im Reich zur Folge hatte, war die Entwicklung direkter Beziehungen zwischen den großen Städten des Osmanischen Reiches und Europa. \nWährend der Periode des Kavalalı Mehmed Ali Pascha, der als osmanischer Gouverneur eine Zeit lang einen autonomen Staat in Ägypten errichtete, wurden enge politische und wirtschaftliche Beziehung zu Europa aufgebaut. In Istanbul sind die Auswirkungen dieser Beziehungen besonders gut erkennbar, dank der sich dort während der Sommermonate aufhaltenden ägyptischen Elite. \nObwohl der westliche Teil Nordafrikas mit den drei Provinzen Trablusgarb (das heutige Libyen), Tunesien und Algerien formell unter der Regierung von Gouverneuren stand, die von Istanbul ernannt wurden, waren die sogenannten *Deys* die eigentlichen Machthaber. Diese lokalen Herrscher waren in Europa durch direkte Kontakte bekannt. \nDer Wandel im Verwaltungs- und Gesellschaftssystem der Region trug wesentlich dazu bei, die Verbreitung der westlichen Kultur im Osmanischen Reich zu etablieren und zu beschleunigen.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/western_influence/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/42/portal_image/1.jpg","display_order":18}}},"2d7ae23a-a5ce-5e8f-8d9b-d2c05d03e0a9":{"title":"Die andalusisch-maghrebinische Kunst"},"2fa2a75e-bc46-5e82-b436-df6b6e337b65":{"title":"Die Keramik der Abbasiden","description":"Erst unter der Abbasidendynastie entstand ein Typ der Keramik, den man eindeutig als „islamisch” identifizieren kann. Im 9. Jahrhundert veränderten sich Gestaltung und Muster deutlich gegenüber dem vorislamischen Erbe. Grund war der Versuch, das chinesische Porzellan nachzuahmen. Neue Herstellungsverfahren und Techniken der Dekoration und Glasur verbanden sich mit Formen und Motiven, die bis dahin auf dem Markt unbekannt waren. Eine ganze Bandbreite keramischer Produkte bediente die unterschiedlichen Vorlieben der Regionen und das allgemein große Interesse am chinesischen Stil. Zu den häufigen Motiven aus dieser Zeit gehören Palmblätter und andere stilisierte Blattmotive, außerdem kalligrafische Schriftzüge.","quote":"„Eine ganze Bandbreite keramischer Produkte bediente die unterschiedlichen Vorlieben der Regionen und das allgemein große Interesse am chinesischen Stil.“"},"2fd1d033-a4f2-567f-b9d5-a05f8479663e":{"title":"Der heilige Koran"},"30f650c4-28b8-51fa-9fb7-44613c3096bf":{"title":"Wasser zum Trinken und Wasser zum Waschen","description":"Da der Koran besonderen Wert auf Körperhygiene legt, spielen die *Hamams* (öffentlichen Bäder) im gesellschaftlichen und religiösen Leben der Muslime seit langem eine große Rolle. Die Einrichtung selbst lässt sich zwar auf die Römer und die Badekultur der Spätantike zurückführen, doch seit der Zeit der Umayyaden lag unter den Muslimen der Schwerpunkt zunehmend auf den Dampfräumen, nicht mehr so sehr auf dem *frigidarium,* das die Römer bevorzugten. Im *Hamam* gibt es gewöhnlich ungeheizte Umkleideräume, einen Warmluftraum und einen Dampfraum.","quote":"„Der *Hamam* spielt eine entscheidende Rolle im gesellschaftlichen und religiösen Leben der Muslime.”"},"31839947-b81e-578b-b011-e2319540abf1":{"title":"Jordanien"},"32488c74-a58c-5fa9-b361-a3daf955e17a":{"title":"Die Entstehung der islamischen Kunst","description":"Die erstaunlich raschen arabisch-muslimischen Eroberungen beseitigten die politischen Hindernisse zwischen Iran und Mesopotamien einerseits und dem Mittelmeerraum andererseits. Das ermöglichte es, den Reichtum zweier verschiedener Kulturen miteinander zu verbinden. Die Umayyaden wählten als Sitz ihrer Dynastie Syrien. Da diese Provinz in den vorangegangenen 1000 Jahren vollständig hellenisiert worden war, geriet ihre Kunst unter den Einfluss der klassischen Antike, oder genauer: einer Antike, die durch orientalische Einflüsse aus den Provinzen bereits überformt worden war.","quote":"„Mit den Eroberungen wurde es möglich, den Reichtum zweier verschiedener Kulturen miteinander zu verbinden.“"},"343819d8-e720-529d-a3f2-a9d6277501c0":{"title":"Tierdarstellungen","description":"Tierdarstellungen entstanden in verschiedenen Techniken: Mosaik, Malerei und Skulptur, außerdem als Dekorationen auf Gebäuden. Obwohl Tiermotive in zahlreichen Materialien ausgeführt wurden, gab es sie am häufigsten in Stein, Ton, Metall, Holz und Elfenbein. Haustiere und Wildtiere wie Stiere, Pferde, Kamele, Gazellen, Onager, Hirsche, Tauben, Adler, Störche, Schlangen, Kaninchen, Affen, Katzen und Löwen gehörten zum Repertoire. Mythische Tiere wie Harpyien, Einhörner, geflügelte Pferde und Greife wurden aus der griechisch-römischen Tradition übernommen.","quote":"„Mythische Tiere wie Harpyien, Einhörner, geflügelte Pferde und Greife wurden aus der griechisch-römischen Tradition übernommen.“"},"343a2d67-cc5d-51cf-b046-7beee7e64193":{"title":"Der heilige Koran","description":"Koranabschriften wurden in verschiedenen Formaten und für verschiedene Zwecke hergestellt. Einige waren für den Gebrauch in Moscheen oder *Medresen* bestimmt, andere für Einzelpersonen, die sie mit sich trugen, weil sie sich dadurch gesegnet und beschützt fühlten. Abschriften und Dekorationen von Koranmanuskripten in Auftrag zu geben, galt als ehrenvolle religiöse Wohltat für diejenigen, die es sich leisten konnten. Das Stiftungswesen war in der gesamten islamischen Welt verbreitet, und Moscheen, heilige Stätten oder Schulen erhielten derartige Bücher zu besonderen Anlässen als Geschenke. Damit diese Institutionen ihre Aufgabe der religiösen Unterweisung besser erfüllten, waren ihre Gebäude oft mit Koranzitaten auf Mauerwerk, Kacheln, Textilien oder auf Einrichtungsgegenständen beschriftet.","quote":"„Moscheen, heilige Stätten oder Schulen erhielten wertvolle Korane zu besonderen Anlässen als Geschenke.“"},"35beb34a-375b-5bd2-98d3-523a97e96b21":{"title":"Die Fatimiden","description":"„Ihr großer Traum war ein *schiitisches* *Kalifat* im Zentrum der islamischen Welt. Die Fatimiden herrschten über ein Reich, das für seine Politik und Verwaltung ebenso berühmt war wie für seine glanzvolle Kunst.“","extra":{"credits":"Curators & authors \nMohammad ABBAS, Cairo \nNoorah AL-GAILANI, Glasgow \nUlrike AL-KHAMIS, Edinburgh \nJamila BINOUS, Tunis \nAicha BENABET, Tunis \nHouria CHERID, Algiers \nElsayed HAMAD, Cairo \nMourad RAMMAH, Kairouan \nSalah SAYAOUR, Cairo \nTarek TORKY, Cairo \n \nCoordination \nEnaam Selim, Cairo \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Kurze Zeit nachdem der *Kalif* Ali in der irakischen Stadt Kufa und sein Sohn *Imam* Husayn, der Enkel des Propheten, in Karbala ermordet worden waren, entstand die *schiitische* Bewegung. Sie beanspruchte das *Kalifat* auf Grund der Abstammung seiner Anführer von Muhammad. Der *Schiismus* wurde von den Herrscherdynastien der Umayyaden und Abbasiden wütend bekämpft, verbreitete sich aber dennoch über die gesamte muslimische Welt und erreichte auch bald Nordafrika. Hier ließen sich *schiitische* Muslime unter Führung von Abu Abdallah al-Schii mit der Absicht nieder, das islamische *Kalifat* zu erobern. \nDie Fatimiden legten den Grundstein zu ihrem *Kalifat* in Raqqada, *Ifriqiya* (das heutige Tunesien). Dort gelang es ihnen im Jahr 909, die lokale Dynastie der Aghlabiden zu stürzen. Ihre erste Hauptstadt al-Mahdiyya war in ihrer Anlage und architektonischen Gestaltung von der Weltanschauung der *Schiiten* nachdrücklich geprägt. Unter der aufgeklärten Regierung des *Kalifen* al-Muizz li-Din Allah (Regierungszeit 953-75) entwickelten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse im aufstrebenden Königtum *Ifriqiya* so günstig, dass der Herrscher zu einer Eroberung des gesamten islamischen *Kalifats* ansetzte. Als ersten Schritt des ehrgeizigen Vorhabens sandte er seinen General Dschauhar al-Siqilli Richtung Osten. Er sollte Ägypten erobern, das unter der Herrschaft der Tuliniden sehr zu leiden hatte. 969 zog al-Muizz als Sieger in Ägypten ein und übergab die Herrschaft über Nordafrika als Lehen an die Ziriden, die sich allerdings bei nächster Gelegenheit selbständig machten, der *schiitischen* Lehre abschworen und sich zum *Sunnismus* bekannten. Darauf reagierten die Fatimiden, indem sie die Beduinenstämme der *Beni* Hilal zu einer verheerenden Strafexpedition nach Nordafrika entsandten. Das Machtzentrum der Fatimiden verschob sich in der Folge nach Ägypten, wo al-Muizz im Jahr 969 seine neue Hauptstadt Kairo gründete. Auf der Grundlage seines kontinuierlich wachsenden Reiches entwickelte sich eine großartige Kultur, die jener der Abbasiden in Bagdad und der Umayyaden in Spanien in nichts nachstand. Stadtplanung und Architektur, Wissenschaften, Künste und Literatur erreichten ein bis dahin unbekanntes Niveau. Doch diese Errungenschaften konnten sich auf Dauer nicht behaupten: Die Kreuzzüge, der wirtschaftliche Niedergang und mehrere verheerende Seuchen trugen zum Sturz dieser großen Dynastie bei, den Salah al-Din al-Ayyubi (Saladin) im Jahr 1171 besiegelte.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/fatimids/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/16/portal_image/1.jpg","display_order":3}}},"362960e9-cc01-5941-9e3e-f9dfc311b3b5":{"title":"Die Verteidigung","description":"Die Mauer war ein Schutzwall, der nur bei Sturmangriffen und durch Unterhöhlung der Fundamente einzunehmen war. Die soliden Mauern verfügten über kleine Scharten zur Verteidigung mit Handwaffen. Später wurden sie für Kanonengeschütze erweitert. Hohe Türme flankierten die Mauern, um Angriffe abzuwehren. Eine Reihe weiterer Vorkehrungen erschwerten den Angriff: frei stehende Türme vor der Mauer, die über eine Verbindungswand zugänglich waren, ein zweiter Mauerring von geringerer Höhe und Breite, der Burggraben zwischen den Mauern sowie das von Türmen geschützte Portal, das seit dem 11. Jahrhundert einen im rechten Winkel abgeknickten Eingangsbereich hatte. Es war somit nur schwer zugänglich.","quote":"Die Mauer, eine in sich geschlossene Verteidigungsanlage"},"37af7457-871b-5f72-898f-77f35e43c973":{"title":"Religiöses Leben","description":"Unter den *Atabegen* und Ayyubiden setzte in den Städten Syriens, Palästinas und Ägyptens eine Renaissance des *sunnitischen* Islam ein. Beide Dynastien ließen die Große Umayyaden-Moschee nach zwei katastrophalen Feuersbrünsten restaurieren und unterstützten den Bau von hunderten anderer religiöser Bauten wie Moscheen, Betstätten, *Medresen, Kanqahs* und Schreinen. Zeitgenössische Chronisten bezifferten die Zahl der Moscheen, über die allein Damaskus verfügte, auf 242.","quote":"„Zeitgenössische Chronisten bezifferten die Zahl der Moscheen, über die allein Damaskus verfügte, auf 242.”"},"38f5d49f-e4cd-5dbc-9056-b930d8d46019":{"title":"Die Reise einer islamischen Kanzel","description":"Der *Minbar* gelangte so an seine ruhmreiche neue Heimstatt in der Ibrahimi-Moschee von Hebron. Hier ruhten bereits mehrere biblische Propheten, darunter Abraham, Isaak und Jakob. Wegen ihrer Verbindung mit dem Propheten Abraham ist diese Moschee auch Muslimen besonders heilig, denn nach dem islamischen Glauben ist Abraham der Vater aller Propheten, und Muhammad wurde ermutigt, seinem Beispiel zu folgen.","quote":"„Der *Minbar* gelangte in seine ruhmreiche neue Heimstatt in der Ibrahimi-Moschee von Hebron.“"},"390eb15a-b775-5e38-b060-b98bf5313187":{"title":"Die volkstümliche und religiöse Mudéjarkunst","description":"Die religiöse Mudéjarkunst in Aragón zeichnete sich durch den prachtvollen Außendekor an Gebäuden und Türmen aus: vielfältige geometrische Kombinationen mit sichtbaren Ziegelsteinen (Kreuzbogenfriese mit zahlreichen Bogenvariationen, Rautenfriese und diagonale bzw. fischgrätenartige Mauerverbände) sowie die Verkleidung mit farbigen Wandfliesen. Die Holzdecken gaben den Innenräumen mehr Weite und machten sie atmosphärisch gemütlicher. Unter ihnen ist besonders der enorme Kehlbalkendachstuhl der Kathedrale von Teruel zu erwähnen.","quote":"„Mudéjarkunst in Aragón – prachtvoller Dekor“"},"39470669-f271-52b5-9ea9-ee88e042362a":{"title":"Das Privatleben muslimischer Frauen","description":"In der islamischen Kultur waren Häuser und auch Paläste so gestaltet, dass sie die Privatsphäre der Frauen schützten und sie vor fremden Blicken bewahrten. Innerhalb dieser exklusiven Privatsphäre konnten Frauen nach Belieben ihren häuslichen Beschäftigungen nachgehen, familiäre Verpflichtungen erfüllen, mit anderen weiblichen Mitgliedern der erweiterten Familie, mit Freundinnen oder Verwandten zusammenkommen und sich um ihre persönlichen Angelegenheiten kümmern. Frauen hatten das Recht auf eigenen Besitz. Sie erhielten vom Bräutigam eine Mitgift, die unter anderem aus Juwelen bestand und die sie auch im Fall einer Scheidung behalten durften. An den königlichen Höfen lebten die hochgestellten Frauen mit allem erdenklichen Komfort und in Gemächern, die ihnen allein vorbehalten waren.","quote":"„In der islamischen Kultur waren Häuser und auch Paläste so gestaltet, dass sie die Privatsphäre der Frauen schützten.“"},"396874d9-40a1-5d19-9b40-a8c4225d8397":{"title":"Pilgerrouten und heilige Stätten auf dem Weg nach Mekka","description":"Ägypten war ein Sammelbecken für Pilger aus Nord- und Zentralafrika. Sie gelangten zunächst nach Alexandria und gingen von dort nach Kairo, wo sie in Fustat ein Schiff bestiegen und auf dem Nil 640 Kilometer stromaufwärts zur südägyptischen Stadt Qus segelten. Kamele brachten sie von dort zum wichtigen Hafen Ayzab am Roten Meer. Segelschiffe sorgten für die Überfahrt auf die Arabische Halbinsel. Diese Überfahrt war gefährlich: Zahlreiche Pilger erlitten Schiffbruch und ertranken.","quote":"„Ägypten war ein Sammelbecken für Pilger aus Nord- und Zentralafrika.“"},"39c2b16b-ece0-532b-b8a3-a71ce6678645":{"title":"Die Beschützer der Heiligen Stätten","description":"Die Stiftungstätigkeit der *Sultane* an den Heiligen Stätten, darunter auch in Jerusalem, gestaltete sich in Form von Renovierungen, Unterhalt, Restaurierungen und Spenden. Da in Arabien Entscheidungen hinsichtlich der Heiligen Stätten aber Sache örtlicher Herrscher waren, übernahm ein Spender mit seiner Freigiebigkeit auch ein Stück weit die Autorität. Das Engagement der Osmanen für die Heiligen Stätten brachte also nicht zuletzt einen Herrschaftsanspruch zum Ausdruck.","quote":"„Das Engagement der Osmanen für die Heiligen Stätten brachte nicht zuletzt einen Herrschaftsanspruch zum Ausdruck.“"},"39f632d5-77b2-5774-9593-b679b7db8455":{"title":"Der Export von Luxusgütern","description":"Neben den Textilien war auch die osmanische Keramik auf den Exportmärkten besonders gefragt. Der Aufstieg der Keramikherstellung in İznik war nicht nur für die Kunstgeschichte der Türkei von zentraler Bedeutung, sondern hatte auch maßgeblichen Einfluss auf Europa. Keramik aus İznik war in Europa so begehrt, dass einmal ein *Sultan* in einem wütenden Edikt über die Töpfer von İznik herzog, weil diese nur noch für ausländische Kunden und nicht mehr für den Herrscherpalast produzierten.","quote":"„Neben den Textilien war auch die osmanische Keramik im Ausland besonders gefragt.“"},"3a33eeec-8d4a-5425-b4d3-875f171e5011":{"title":"Wasser zum Trinken und Wasser zum Waschen","description":"Gekocht wurde Wasser für die Zubereitung von Speisen und für andere Zwecke in großen dreibeinigen Kesseln oder kleineren Töpfen mit Metallfüßen. Wenn eine Suppe oder ein Eintopf in einem Kessel zubereitet worden waren, füllte man sie zum Auftragen und Essen in Schüsseln aus Metall oder glasierter Keramik. Trinkwasser nahm man aus gläsernen Kelchen mit gravierter, gegossener, emaillierter oder vergoldeter Dekoration zu sich. Unglasierte irdene Krüge mit durchbrochenen Filtern im Hals wurden verwendet, um das Wasser sauber und kühl zu halten. Der poröse Ton filterte das Wasser und kühlte es, indem er den Luftaustausch ermöglichte.","quote":"„Unglasierte irdene Krüge mit durchbrochenen Filtern im Hals wurden verwendet, um das Wasser sauber und kühl zu halten.“"},"3b822b91-75f5-5142-bd3c-29b08ccd26ec":{"title":"Die Bildsprache der Macht","description":"Die Macht des *Sultans* und des lokalen Herrschers wurde oft sehr direkt und unmissverständlich zur Schau getragen. Die Architektur leistete dabei besonders gute Dienste: Ein prunkvoller Bau, der die Nachbarschaft oder besser noch die gesamte Stadtsilhouette überragte, war an sich schon eine überzeugende visuelle Machtbehauptung. Im kleineren Maßstab konnte die Macht eines Herrschers auch ausdrücklich und in schriftlicher Form zur Sprache gebracht werden – etwa durch Integration seines Namens oder Titels in die Dekoration eines Gebäudes oder Manuskripts. Das Monogramm des *Sultans* *(Tuğra)* ist das vielleicht eindringlichste Beispiel dieser Machtdemonstration durch die Schrift.","quote":"„Die Macht des *Sultans* wurde oft sehr direkt und unmissverständlich zur Schau getragen.“"},"3cf62f2a-9021-5aef-ac0a-0cc131185bcf":{"title":"Wissenschaft und Lehre"},"3dacef6f-9661-56d6-bef1-ed4eac1076a0":{"title":"Der Umgang mit dem Wasser","description":"Kenntnisse der Bewässerungstechniken erlaubten es den arabischen Herrschern, ihren Einflussbereich bis zur Mittelmeerküste auszudehnen. Der Unterhalt von Zisternen in den *Karawansereien* war für Reisende, Kaufleute und Pilger lebensnotwendig. In der Wüste grub man Kanäle, um das Land zu bewässern. Entlang der Flüsse entstanden mechanische Bewässerungsanlagen. Mit Hilfe von Tiefbrunnen wurde das Wasser fernab der Flüsse genutzt."},"3e98d267-1ed6-58c4-84e5-e601b73d8d09":{"title":"Die Bedeutung einzelner Pflanzen und Blumen","description":"Eine weitere sehr beliebte Blume war die Tulpe – vor allem in der osmanischen Türkei. Von Türken und Persern gleichermaßen „Lale“ genannt, wurde diese vielseitige, elegante Blume unter den Osmanen mit großer Leidenschaft kultiviert. Im 18. Jahrhundert, unter *Sultan* Ahmed III., geriet die Vorliebe für die Tulpe zu einer wahren Manie. Das nahezu bankrotte Osmanische Reich veranstaltete in dieser Zeit extrem kostenaufwändige Tulpenfeste. Die Tulpe wurde auch in der religiösen Dichtung besungen, wo sie ein Symbol für den Märtyrer und den mystischen, Verzicht übenden Liebhaber war.","quote":"„Eine weitere sehr beliebte Blume war die Tulpe – vor allem in der osmanischen Türkei.“"},"3ef8c668-699a-5cd8-80dc-b34b51eb0c56":{"title":"Al-Raqqa: Die Hauptstadt des Kalifen Harun al-Raschid in Syrien","description":"Die Zwillingsstädte al-Raqqa und al-Rafiqa liegen an den Ufern des Euphrat. An strategisch wichtiger Stelle besetzten sie die Handels-, Post- und Pilgerrouten zwischen den östlichen und westlichen Teilen des Abbasidenreichs. Obwohl al-Raqqa schon in prähistorischer Zeit entstand, erlangte es seine Bedeutung erst unter den Abbasiden. Der *Kalif* Abu Dschafar al-Mansur (Regierungszeit 754-75) verliebte sich auf der Durchreise in den Ort und schätzte sein angenehmes Klima. Er entschied, neben der Altstadt eine befestigte Palaststadt zu errichten, die er al-Rafiqa nannte. Von diesem Zeitpunkt an war al-Rafiqa (al-Raqqa) die Sommerresidenz der abbasidischen *Kalifen* in Bagdad. Es diente auch als Zufluchtstätte in Zeiten politischer Unruhe.","quote":"*„Al-Rafiqa wurde zur Sommerresidenz der abbasidischen* Kalifen *in Bagdad.“*"},"3f965ac2-093e-5fc3-93f1-16f293577988":{"title":"Geometrischer Dekor in der Buchkunst","description":"Ursprünglich wurden religiöse Handschriften (wie im ersten Beispiel) auf Pergament geschrieben. Mit der Zeit wurde das Pergament als Trägermaterial durch das günstigere und benutzerfreundlichere Papier ersetzt. \nAuch der geometrische Dekor wurde schrittweise vom eleganteren und prachtvolleren Pflanzendekor abgelöst. Geometrische Motive wurden zunehmend – beispielsweise im Rahmendekor – zu zweitrangigen und untergeordneten Mustern. \nSelbst die Kalligrafie diente nun als Dekor. Insbesondere das so genannte „quadratische *Kufi*“ wurde in verschiedenen Schreibrichtungen gezeichnet.","quote":"„Der geometrische Dekor wurde schrittweise vom eleganteren und prachtvolleren Pflanzendekor abgelöst.“"},"40ddc7cc-dac9-5a21-9c8d-53bd6111238c":{"title":"Leben am Hof","description":"Viele der Einrichtungsgegenstände des Palastes waren Gaben anderer Herrscher und Edelleute. Der Austausch von Geschenken festigte die Beziehungen zwischen benachbarten Territorien und rivalisierenden Fürsten. Den Artuqiden – Turkmenen aus Kleinasien – gelang es, im späten 11. Jahrhundert Diyarbakır in der nördlichen Dschazira unter ihre Kontrolle zu bringen. Im Verlauf des 12. Jahrhunderts wurden sie zunehmend unabhängiger, prägten ihre eigenen Münzen und sandten Geschenke an die Herrscher der Umgebung, um gegenseitige Bindungen zu etablieren.","quote":"„Der Austausch von Geschenken festigte die Beziehungen zwischen benachbarten Territorien und rivalisierenden Fürsten.“"},"42f06353-5ef7-51e7-934c-e5dc0f69f7b4":{"title":"Istanbul, die Hauptstadt der Osmanen","description":"Die Stadt Byzanz wurde vom römischen Kaiser Konstantin zur Hauptstadt des Byzantinischen Reichs gemacht. Konstantinopel lag nicht nur strategisch günstig, sondern hatte auch faszinierende Bauwerke wie die Hagia Sophia zu bieten, die das Interesse der ganzen Welt weckten. Es widerstand mehreren Belagerungen der muslimischen Araber, erlitt jedoch schwere Verwüstungen im Kampf gegen das Vierte Kreuzfahrerheer. Nach Jahrhunderten des Widerstands wurde die Stadt schließlich 1453 von *Sultan* Mehmed II. eingenommen. Als die Osmanen 1517 die Mamluken endgültig besiegten und den *Kalifen-*Titel annahmen, wurde ihre Hauptstadt zum Zentrum der islamischen Welt. Sie war unter den Namen Kustantiniyye, Asitane, Der Saadet und Istanbul bekannt. Istanbul blieb Hauptstadt des Osmanischen Reichs bis 1922. 400 Jahre lang fügte jeder neue *Sultan* Baudenkmäler hinzu und modernisierte die Infrastruktur.","quote":"„400 Jahre lang fügte jeder neue *Sultan* Baudenkmäler hinzu und modernisierte die Infrastruktur.“"},"43615e87-18d1-5224-8dc6-625f716cafe7":{"title":"Der Kufi-Duktus","description":"Der *Kufi-*Duktus ist der am weitesten verbreitete kalligrafische Stil der islamischen Welt. Er war von Spanien bis Usbekistan in Gebrauch und gilt als älteste Schrift des Arabischen. Sie beherrschte in den ersten beiden Jahrhunderten des Islam die Kalligrafie und wurde erst dann allmählich durch andere Stile wie *Naskhi* und Maghrebi ersetzt, obwohl sich keiner dieser neueren Schrifttypen mit der einstigen Bedeutung des *Kufi* messen konnte.","quote":"„Der *Kufi*\\-Duktus gilt als der am weitesten verbreitete kalligrafische Stil der islamischen Welt.“"},"4525acaf-2e58-57ae-aa47-33e20171397d":{"title":"Wasser zum Trinken und Wasser zum Waschen"},"46837ac7-e216-535c-9487-5198e7fe98f9":{"title":"Syrien","description":"Die alljährliche Wallfahrtszeremonie des *Hadsch* erforderte eine akribische Vorbereitung auf die lange und gefährliche Reise der Pilgerkarawanen auf dem Rücken von Kamelen durch die Wüste. \nDie Eskortierung dieser Karawanen aus Damaskus war somit eine willkommene Gelegenheit, Sicherheit zu garantieren und gute Regierungsführung öffentlich unter Beweis zu stellen. Mahmal al-Hajj führte die Prozession an und trug das Emblem des osmanischen Kalifen, in dem ein westliches Ornamentmuster zu erkennen ist, das sich sanft in das lokale Ornamentrepertoire einfügt. \nZu Beginn des 20. Jahrhunderts waren solche kulturellen und künstlerischen Innovationen allgegenwärtig. Vergoldete und emaillierte Koranmanuskripte zeigen neue Schattierungs- und Farbstile. Doch ungeachtet der politischen und künstlerischen Veränderungen ist die Identität von Damaskus als heilige Stadt immer dominant geblieben.","quote":"„Doch ungeachtet der politischen und künstlerischen Veränderungen ist die Identität von Damaskus als heilige Stadt immer dominant geblieben.”"},"46dc88ff-bfef-555f-911d-3ced9ca58efa":{"title":"Die Beschützer der Heiligen Stätten","description":"Nach der osmanischen Eroberung Ägyptens im Jahr 1517 trugen die regionalen Herrscher in Mekka aus politischen und wirtschaftlichen Gründen *Sultan* Selim I. die Herrschaft über Arabien an. Als Folge wurden die spirituell bedeutendsten Städte der muslimischen Welt – Mekka und Medina – und mit ihnen die wichtigsten Heiligtümer des Islam in das Osmanische Reich integriert. Die *Sultane* nannten sich fortan *Kalifen* und unterstützten in den folgenden 400 Jahren die heiligen Stätten äußerst großzügig.","quote":"„In den folgenden 400 Jahren unterstützten die osmanischen *Sultane* die heiligen Stätten äußerst großzügig.“"},"47d7f8f6-10ef-57a4-b7b8-cfe315a78fb3":{"title":"Saladin im Heiligen Land","description":"Der westliche Teil der Levante spielte eine große Rolle in der Ära der Kreuzzüge. Diese Gegend war mit Burgen übersät. Die Festungen wechselten zwischen Kreuzfahrern und Muslimen häufig den Besitz. Nach dem Sieg in der Schlacht von Hittin übernahm die Armee Saladins einige europäische Burgen, darunter auch Karak und Schaubak. Saladins Erben, die Ayyubiden, bauten diese Burgen ebenso aus wie später die Mamluken im 13. und 14. Jahrhundert. Europäische und muslimische Baumeister hinterließen an den Festungen ihre Spuren, und es ist heute schwierig festzustellen, wer welche Teile der Anlagen gebaut hat. Klar ist, dass die Europäer neue Militärtechnologien in die Levante brachten und ihrerseits die Techniken islamischer Baumeister übernahmen.","quote":"„Die Burgen wechselten zwischen Kreuzfahrern und Muslimen häufig den Besitz.“"},"48a86896-7c77-5f66-a1d9-8df0111a6e0c":{"title":"Das Herrschaftssystem der Mamluken","description":"Mamluken erhielten eine Eliteausbildung in Kampftechniken, sowie im Bogenschießen und Reiten. In vieler Hinsicht lässt sich diese Ausbildung mit jener der mittelalterlichen Ritter in Europa vergleichen. Regelmäßige Turniere und Wettbewerbe mit Spielen wie Polo wurden veranstaltet, um das reiterische Können der Mamluken zu verbessern. Sobald ein Mamluk seine Ausbildung abgeschlossen hatte, war er frei. Er erhielt Waffen und ein Pferd und konnte eine Militärkarriere beginnen. Die fähigsten Mamluken wurden auf diese Weise zu Offizieren, Gouverneuren, Dienern des *Sultans* und manchmal sogar selbst zu *Sultanen*.","quote":"„In vieler Hinsicht kann man die Ausbildung der Mamluken mit jener der mittelalterlichen europäischen Ritter vergleichen.“"},"4a1c6f21-6004-562f-a51b-159ea077a327":{"title":"Das Grabmal – Erinnerung aus Stein","description":"Einfachheit und Bescheidenheit gehörten zu den Bestattungsregeln der westlichen Muslime, wenn sie ihre Toten zu Grabe trugen. Die muslimischen Friedhöfe lagen außerhalb der Stadt, aber nah genug, um den Besuch der Grabstätten zu erleichtern. Meist besuchten die Familien sie vor dem Freitagsgebet und ließen dort Koranverse verlesen. Die einzige Ausnahme bildeten die Herrscherhäuser, die ihre Mitglieder im Inneren der Palastresidenz beisetzten. Immer jedoch wurden die Toten in einem ausgehobenen Grab in Rückenlage mit dem Gesicht nach rechts Richtung Mekka bestattet.","quote":"Grabstätten – die Nekropolen"},"4a887d81-bba5-56d2-aa88-42a28d04c83a":{"title":"Kalligrafische Schulen","description":"Arabische Kalligrafien wurden auf den unterschiedlichsten Materialien geschrieben, darunter Pergament und Papier. Kalligrafen bereiteten die Zutaten ihrer Tinte eigenhändig vor und schnitten ihre Federn selbst. Inschriften verfasste man aus den verschiedensten Anlässen. Obwohl die Kalligrafie ein Beruf war, praktizierten auch Amateure aus allen Schichten der Gesellschaft das Schreiben als Kunst. In islamischen Gesellschaften wurden die kalligrafischen Arbeiten berühmter Meister hoch geehrt und als Kulturschätze gesammelt.","quote":"„Kalligrafen bereiteten die Zutaten ihrer Tinte eigenhändig vor und schnitten ihre Federn selbst.“"},"4abfb8e7-e61b-559d-9eb7-684a9ac667bc":{"title":"Das höfische Leben","description":"Um die Mitte des 19. Jahrhunderts verlegten die osmanischen *Sultane* unter dem zunehmenden Einfluss der westlichen Kultur ihre Residenz zunächst in den Dolmabahçe-Palast und dann in den Yıldız-Palast. Den Sommer verbrachten sie im Beylerbeyi-Palast. Alle drei Paläste wurden entlang des Bosporus im westlichen Stil erbaut. Sie waren zugleich Herrscherresidenzen und Orte für offizielle Zeremonien und Empfänge.","quote":"„Die Bosporus-Paläste dienten als neue Herrscherresidenzen.“"},"4ac9ddb5-21d0-552f-aabe-4b88c6672977":{"title":"Die Verteidigung"},"4acd54d9-a442-5bb9-94bb-ebb55cc7040c":{"title":"Wasser im Alltag","description":"Neben *Sabil* und *Sikaya* wurden vor allem Tiefbrunnen und Springbrunnen aufwändig dekoriert. Aus Marokko und Algerien sind frühmittelalterliche Brunnendeckel aus Keramik erhalten, die mit gestempelten, stilisierten Pflanzenmotiven verziert sind. Große Steinbecken dienten zumeist der Versorgung von Menschen. Aus Stiftungsdokumenten geht allerdings hervor, dass einige dieser Becken eigens für Tiere bestimmt waren. An Palastspringbrunnen, in öffentlichen Gärten und privaten Gärten vor allem im Westen der islamischen Welt sieht man oft Löwen-, Hirsch- und Drachenköpfe als Wasserspeier. Das Wasser strömt aus dem Maul dieser Tierköpfe in ein oder mehrere Becken, bevor es durch die Gärten geleitet wird.","quote":"„Brunnen und private oder königliche Springbrunnen wurden aufwändig verziert.“"},"4bc22fb3-22f6-5931-bd3d-965aeb5ee21f":{"title":"Das abbasidische Ägypten","description":"Als die Abbasiden mit Aufständen im südlichen Irak und weiter im Osten des Reiches zu kämpfen hatten, überließen sie Ägypten zunehmend sich selbst. Ibn Tulun gewann dadurch an Autonomie. Er ließ seine eigenen Münzen prägen und brachte Syrien und Palästina unter seine Kontrolle. Als die Abbasiden ihn zu disziplinieren versuchten, verbot er das Freitagsgebet für den *Kalifen* und ließ dessen Namen von den *Tiraz*\\-Stoffen entfernen. Diese Zeit der Unabhängigkeit und regionalen Vorherrschaft brachte Ägypten Stabilität und Wohlstand. Viele Dichter, Wissenschaftler und Kunsthandwerker zog es nach Fustat. Nach Ibn Tuluns Tod im Jahr 884 führten sein Sohn, zwei Enkel und ein Bruder die Herrschaft der Tuluniden weiter, bevor die Abbasiden 905 Ägypten wieder unter ihre Kontrolle bringen konnten.","quote":"„Diese Zeit der Unabhängigkeit und regionalen Vorherrschaft brachte Ägypten Stabilität und Wohlstand.“"},"4bed6c71-af16-5a48-8fbf-46d35ab606ed":{"title":"Der heilige Koran","description":"Die Bedeutung, die dem richtigen Lesen und dem verbalen Vortrag des Koran zugemessen wurde, führte zur Entstehung von Kommentaren mit Erklärungen bestimmter Verse und Richtlinien für den korrekten Vortrag. Diese Anmerkungen wurden entweder an den Rand der Seite geschrieben oder am Ende des Buches angehängt. Außerdem gab es Zitatensammlungen aus dem Koran, die mit ausgewählten Gebeten und „Sprüchen des Propheten“ aus den *Hadithen* als Bücher oder Hefte veröffentlicht wurden. Sie dienten als Anleitung zum Bittgebet. Verse, die sich auf die Propheten des Alten Testaments bezogen, erschienen in reich verzierten und illustrierten Geschichtensammlungen, die den einzelnen Propheten namentlich gewidmet waren.","quote":"„Verse, die sich auf die Propheten des Alten Testaments bezogen, erschienen in Geschichtensammlungen, die den einzelnen Propheten namentlich gewidmet waren.“"},"4c126e80-2567-5abd-9191-3d40f380e81f":{"title":"Al-Frandsch: Die Kreuzfahrer in der Levante","description":"„Bis ins 20. Jahrhundert gab es nie wieder so intensive Auseinandersetzungen zwischen dem Westen und dem Nahen Osten wie zur Zeit der Kreuzzüge.“","extra":{"credits":"Curators & authors (British Museum should be added) \nMona AL-MUADIN, Damascus \nSheila CANBY, London \nVerena DAIBER, Damascus \nAbdel-Razzaq MOAZ, Damascus \nKhader SALAMEH, Jerusalem \nEmily SHOVELTON, London \nZena TAKIEDDINE, Damascus \n \nCoordination \nSamer ABDEL-GHAFOUR, Damascus \nZena TAKIEDDINE, Damascus \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Von 1095 bis 1144 fanden 14 Kreuzzüge statt, die verschiedene Teile der islamischen Mittelmeerküste zum Ziel hatten: Neun führten ins Heilige Land, zwei nach Byzanz, zwei nach Ägypten und einer nach Tunesien. Balduin von Boulogne eroberte Edessa und gründete 1098 in al-Raha den ersten Kreuzfahrerstaat. Im Lauf der folgenden 200 Jahre wurden in der Region viele christliche Staaten geschaffen und wieder verloren. \nBei den Arabern hießen die Kreuzfahrer, deren Einfälle den Alltag der Muslime von Grund auf veränderten, „al-Frandsch“ oder „Franken“. Obwohl am Beginn der Geschichte der Kreuzfahrer das schreckliche Massaker in Jerusalem 1099 stand, passten sich die Europäer im Verlauf ihrer zwei Jahrhunderte im Nahen Osten an das Leben inmitten von Muslimen an. \nVor den Kreuzzügen gab es zwischen Europäern und Arabern kaum Kontakte im Mittelmeerraum. Was man voneinander wusste, beruhte auf spärlicher Information und stand unter dem Zeichen negativer, religiös beeinflusster Wahrnehmungen. Obwohl die Kreuzzugsära von Gewalt geprägt war, förderte sie in gewissem Maß die religiöse Toleranz und den kulturellen Austausch. Bis ins 20. Jahrhundert gab es nie wieder so intensive Auseinandersetzungen zwischen dem Westen und dem Nahen Osten wie zur Zeit der Kreuzzüge. Die Schönheit des Felsendoms überwältigte die Invasoren, und derartige Eindrücke erhöhten das Ansehen des islamischen Orients unter den Kreuzfahrern. Das kam auch in der Literatur der Zeit zum Ausdruck. Religiöse islamische Gebäude wurden in Kirchen und andere christliche Institutionen umgewandelt. In Jerusalem betraf das sowohl den Felsendom als auch die Aqsa-Moschee. Letztere diente unter anderem als Unterkunft für christliche Ritter. In Hebron wurde die ursprüngliche Decke der Ibrahimi-Moschee durch eine romanische ersetzt. Der kulturelle Austausch fand aber nicht nur in der Architektur statt, sondern auch in der Mode und im kulinarischen Bereich, bei religiösen Bräuchen und in der Kultur der einfachen Leute. \nGegen Ende des 13. Jahrhunderts gelang es Ayyubiden und Mamluken, die Kreuzfahrer zu vertreiben. Daraufhin wurden viele Kirchen wieder in Moscheen umgewandelt. Auch dieser Prozess bereicherte das ästhetische Repertoire in der Region und führte zu einer harmonischen Verbindung der westeuropäischen und islamischen Stile.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/crusader/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/24/portal_image/1.jpg","display_order":15}}},"4c42f69a-1a67-5fc7-9eb0-b5ed2c633802":{"title":"Visionen des Himmlischen Gartens und des Lebensbaums"},"4d22c9f5-70ed-5031-b70e-7aa555a8fa7a":{"title":"Menschendarstellungen","description":"Die islamische Kunst adaptierte und stilisierte ohne Zögern Menschendarstellungen aus vorislamischer Zeit. Menschliche figürliche Motive waren Teil des Oberflächendekors auf Kunstgegenständen und Baudenkmälern (im Allgemeinen mit Ausnahme der Moscheen). Es gab sie als Skulpturen, als Illustrationen in Manuskripten und auf Münzen, sie wurden aber auch in gewebte oder aufgenähte Muster integriert. Religiöse Figuren wie Propheten oder Engel wurden aus der byzantinischen Tradition übernommen, Mythenwesen wie die Harpyien (Vögel mit Frauenköpfen) stammten aus der Antike. Andere figurative Formen entstanden durch die Übernahme und Interpretation weithin akzeptierter und kulturell vertrauter visueller Formen.","quote":"„Die islamische Kunst adaptierte und stilisierte ohne Zögern Menschendarstellungen aus vorislamischer Zeit.“"},"4d695d55-b515-5453-b09f-f1d34f603388":{"title":"Die Aghlabiden – ein Schutzschild der Abbasidendynastie"},"4eb28cf3-17bc-505f-8083-bec0c0308552":{"title":"Medresen und Erziehung","description":"Der Bau von 100 neuen *Medresen* in Damaskus spiegelt den Wunsch der Atabeg- und Ayyubiden-Dynastien, die Gesellschaft zu verändern und zu erziehen. Männliche wie weibliche Mitglieder der türkischen und kurdischen Elite unterstützten die *Medresen* und beteiligten sich aktiv an der Förderung der pädagogischen Atmosphäre, die dort herrschte. In seiner Geschichte von Damaskus spricht der Historiker Ibn Asakir (gest. 1176) seinen Dank an seine Lehrer aus, zu denen er 80 Frauen zählt.","quote":"„Männliche wie weibliche Mitglieder der türkischen und kurdischen Elite unterstützten den Bau der *Medresen.“*"},"500b667f-8d91-5d1a-9be3-3d41d2538920":{"title":"Die Kultur des Wortes","description":"Da die islamische Kultur von jeher besondere Hochachtung vor dem gesprochenen und geschriebenen Wort hatte, verwenden arabisch- und nicht arabischsprachige muslimische Gesellschaften gleichermaßen große Sorgfalt auf das Schreiben und Vorlesen. Entsprechend angesehen ist unter Muslimen die Kalligrafie. Das hat dazu geführt, dass diese Kunst in den verschiedensten Techniken für religiöse und weltliche Zwecke gleichermaßen ausgeübt wurde. Kalligrafien finden sich auf Gebäuden, Büchern, Münzen und Metallwaren, auf offiziellen Dokumenten und *Tiraz*\\-Stoffen, auf Keramik, Holz, Elfenbein, Stein, Glas und fast allen anderen denkbaren Trägermaterialien.","quote":"„Kalligrafien finden sich auf fast allen denkbaren Trägermaterialien.“"},"502462bc-e227-5ed9-b9ed-e3c4625d085e":{"title":"Das Kunsthandwerk","description":"Zur Zeit der Fatimiden erreichte das Kunsthandwerk hinsichtlich Qualität und Quantität ein bis dahin unbekanntes Niveau. Hoch qualifizierte Handwerker erzeugten die kompliziertesten Artefakte aus den verschiedensten Materialien. Sie waren eingestellt auf die Anforderungen einer höfischen wie auch städtischen Kundschaft. \nDie wertvollsten Objekte waren dem Hof der Fatimiden vorbehalten. Prinzen und Höflinge wetteiferten um den Besitz von Gefäßen aus teurem, importiertem Bergkristall. Auch Glas fand weite Verbreitung, und die Förderung durch die Fatimiden ermöglichte es der Glasindustrie in Fustat, beim Blasen, Formen, Schneiden und Prägen die höchsten technischen Standards zu setzen.","quote":"„Zur Zeit der Fatimiden erreichte das Kunsthandwerk qualitativ und quantitativ ein bis dahin unbekanntes Niveau.“"},"506ae4e4-634a-525e-8b8e-dc798aafe087":{"title":"Türkei","description":"Diese Neuerungen wirkten sich zwar nicht direkt auf die Grundrisse der Gebäude aus, hatten jedoch erhebliche Veränderungen in der Ornamentik zur Folge. Auch in vielen Kunsthandwerken trug die Verwendung westlicher Zierelemente zu einer grundlegenden Veränderung des traditionellen ornamentalen Repertoires bei, das die osmanische Kunst einst dominiert hatte. Dieser neue Geschmack, der in Istanbul von den Werkstätten des Palastes gefördert wurde, verbreitete sich fast zeitgleich in Anatolien.","quote":"„Dieser neue Geschmack, der in Istanbul von den Werkstätten des Palasts gefördert wurde, verbreitete sich fast zeitgleich in Anatolien.”"},"5143a580-5e9d-5338-aa83-89eaf0f30e05":{"title":"Die adlige und bürgerliche Mudéjarkunst","description":"Dort wo keine muslimischen Paläste standen, die man besetzen konnte, glichen die christlichen Könige und Adlige ihre neuen Palastbauten dem muslimischen Stil an. König Peter I. von Kastilien ist das beste Beispiel für die Vorliebe des christlichen Adels, eine islamisierende Lebensart zu führen. Die Arbeiten an den Palästen von Tordesillas und Astudillo entsprachen dem Wunsch des Königs, sich den aktuellen Nasridenbauten anzupassen. Es ist anzunehmen, dass er dafür Handwerker aus Granada kommen ließ, die ihm sein Freund, König Muhammad V. von Granada, vermittelte.","quote":"„Mudéjarpaläste mit einem neuen Grundriss“"},"51fbd90e-6be2-5b7d-985d-95a359d424a3":{"title":"Zwei mamlukische Sultane gegen die „Franken“","description":"Die erfolgreichsten Mamluken*\\-Sultane* im Kampf gegen die Kreuzfahrerstaaten waren al-Zahir Baybars (1260-77) und al-Mansur Sayf al-Din Qalawun (1279-90). Nach deren Siegesserie vollendete der Mamluken*\\-Sultan* al-Aschraf Khalil (1290-93) in Akko den Erfolg der Kampagne. Die Ära der Kreuzzüge war damit zu Ende.","quote":"„Al-Aschraf Khalil vollendete die siegreiche Kampagne der Mamluken in Akko. Die Ära der Kreuzzüge war damit zu Ende.“"},"527ffe44-a653-52d5-b537-96b6f979648a":{"title":"Syrien","description":"Im 19. Jahrhundert sah sich das Osmanische Reich mit einem immer mächtigeren, wohlhabenderen und industrialisierten Europa konfrontiert. Die traditionellen Koranschulen und Moscheen wurden als Bildungseinrichtungen für eine moderne Gesellschaft als nicht mehr angemessen angesehen. \nDie *Madrasa Jaqmaqiyya* beispielsweise wird in eine neuartige öffentliche Vorbereitungsschule namens *Maktab Rushdiyya* umgewandelt. Hier wurden osmanische und europäische Geschichte, literarisches und formelles Schreiben sowie eine Reihe von Sprachen wie Französisch, Osmanisch und Persisch unterrichtet, nicht aber Arabisch und arabische Geschichte. \nMit Beginn des 20. Jahrhunderts begannen diese Reformen bei christlichen Minderheiten und muslimische Mehrheiten nicht-türkischer Herkunft auf Ablehnung zu stoßen; sie wollten ihre eigene Identität und Meinungsfreiheit anstelle von Einheit und Unterordnung. Das *Mektebu Anbar* in Damaskus wurde zu einem neuen Bildungszentrum und zu einem Brennpunkt des arabischen politischen Aufbruchs.","quote":"„Im 19. Jahrhundert sah sich das Osmanische Reich mit einem immer mächtigeren, wohlhabenderen und industrialisierten Europa konfrontiert.”"},"52ba552e-fa0a-5682-9bec-459980b75df8":{"title":"Pilgerrouten und heilige Stätten auf dem Weg nach Mekka","description":"Im Koran heißt es: „Und verkündige den Menschen die Pilgerfahrt. Lass sie zu dir kommen zu Fuß und auf allen schlanken Kamelen, ankommend aus allen tiefen Talwegen.“ (22:27) Jedes Jahr versammeln sich in Mekka muslimische Pilger aus allen Teilen der islamischen Welt. Der Unterhalt der Pilgerrouten und Raststationen, Wasserspeicher und Wachtürme war einst Aufgabe der Statthalter oder Herrscher in der jeweiligen Region.","quote":"„Jedes Jahr versammeln sich in Mekka muslimische Pilger aus allen Teilen der islamischen Welt.“"},"5374f1d7-28b8-5e64-8bb8-d12ba84fb6a1":{"title":"Der Schmuck: Reichtum, Prestige und Schutz"},"543aaa57-6637-5f92-ac7d-d3ff9c19f682":{"title":"Die andalusisch-maghrebinische Kunst","description":"Die Kunst der Nasriden in al-Andalus und die der Meriniden, Ziyaniden und Hafsiden im Maghreb stellen den Höhepunkt der opulenten Dekorationen in der westlichen muslimischen Kunst dar. Ihre wechselseitigen Beziehungen begünstigten eine parallele Kunstentwicklung – mit so herausragenden Werken wie der Alhambra in Granada oder der Attarine-Medrese in Fes –, die zum Vorreiter der westlichen islamischen Kunst wurde.","quote":"Meriniden und Nasriden – Paradigma der westislamischen Kunst"},"544d24b1-a4c5-568d-8a3b-dd38d938afe5":{"title":"Der Kufi-Duktus","description":"Die *kufische* Schrift entstand in den ersten Jahrzehnten des siebten Jahrhunderts in der irakischen Stadt Kufa. Sie war eine Weiterentwicklung der Hedschasi-Schrift, die stark vom Syrischen geprägt war. Die syrische Schrift ging ihrerseits aus der Begegnung dieser beiden Kulturformen hervor und war eine Folge der Einwanderung irakischer christlicher Gelehrter nach Kufa zu Beginn des siebten Jahrhunderts. Kufas große politische und militärische Bedeutung trug dazu bei, die nach dieser Stadt benannte Schrift zu verbreiten. Dies geschah mit Hilfe zahlreicher muslimischer Gelehrter und Rezitatoren des Koran und der *Hadithe*. Sie trugen auch zur stilistischen und ästhetischen Weiterentwicklung des Schrifttyps bei.","quote":"„Kufas große politische und militärische Bedeutung trug dazu bei, die nach dieser Stadt benannte Schrift zu verbreiten.“"},"5462090c-84a2-599b-95ad-c52278086f8c":{"title":"Das Privatleben muslimischer Frauen","description":"Ab und zu verbrachte man einen ganzen Tag im *Hamam* und genoss die Wohltaten einer Massage oder eines heißen Dampfbades. Hier tauschten Frauen ihr Wissen über Kosmetik und Hautpflege, über das Auftragen der Schminke und die Herstellung von Feuchtigkeit spendenden Cremes mit gemahlenen Mineralsalzen oder Alaun aus. Sie teilten Rezepte oder Lieferantenadressen für aromatische Essenzen und Düfte aus tierischen Substanzen wie Ambra oder aus Blumen und Pflanzen. Der persische Reisende Nasir-i Khusrau bemerkte unterwegs in Ägypten, dass Händler Veilchen, Narzissen, Lilien und Schwertlilien an Parfumfabriken verkauften. Große Sorgfalt wurde auf das Kämmen der Haare verwandt. Kostbare Kämme sind erhalten, von denen viele mit witzigen Sprüchen verziert sind: „Ich kämme nur das Haar einer Schönheit.“","quote":"„Ab und zu verbrachte man einen ganzen Tag im *Hamam* und genoss die Wohltaten einer Massage oder eines heißen Dampfbades.“"},"54f705a7-f6cc-5d60-88a2-8e1edc57ef20":{"title":"Medresen und Erziehung","description":"Die Lese- und Schreibfähigkeit war weit verbreitet, und die Schirmherren der Kollegien lieferten sich einen Wettstreit um die beste Ausbildung. Gelehrte (*Ulama*) aus Irak, Iran, Zentralasien, *al-Andalus*, dem Maghreb und Ägypten kamen zu den *Medresen* nach Damaskus, wo sie Zuflucht und einen fruchtbaren Boden für ihre Lehrtätigkeit fanden. Auf Grund von so genannten *Waqf*\\-Vereinbarungen (Dotationen) erhielten die Gelehrten Stipendien, Gehalt und Unterkunft. Gute Studenten wurden von ihren Lehrern mit einem *Ijaza*, einem Zertifikat belohnt. Darstellungen der Ausbildung schmücken oft die Titelseiten wissenschaftlicher und philosophischer Manuskripte.","quote":"„Darstellungen der Ausbildung schmücken oft die Titelseiten wissenschaftlicher und philosophischer Manuskripte.“"},"55222856-3011-566b-aae5-57b726cf2d41":{"title":"Geometrischer Dekor in der Textilkunst","description":"Stickereien wie diese gehörten zu den charakteristischen Dekortechniken der Textilherstellung. Für Stickarbeiten bevorzugte man geometrische Muster oder geometrisch stilisierte Motive. Sterne, Rauten, Quadrate oder Streifen zierten Stoffe, Gewänder und Kopfbedeckungen.","quote":"„Sterne, Rauten, Quadrate oder Streifen zierten Stoffe, Gewänder und Kopfbedeckungen.“"},"55b7928a-e3bd-5865-b4c6-975a8167121f":{"title":"Visionen des Himmlischen Gartens und des Lebensbaums","description":"Oft bezieht sich die islamische Kunst auf den paradiesischen Lebensbaum, ohne allerdings eine bestimmte Baumart darzustellen. Allerdings zeigen auch die stilisierten Darstellungen immer einen üppigen Wuchs Schatten spendender, blattreicher und fruchtbarer Äste. Manchmal ist das Bild des Baumes durch das einer kostbaren Vase mit einem bunten, extravaganten Blumenstrauß ersetzt. Dieses Motiv geht auf die hellenistische Quelle des Lebens zurück. Es erinnert an die aufwändigen Blumenpräsentationen in den Arkaden islamischer Gartenpavillons und an die Blumenwunder in den paradiesischen Gärten.","quote":"„Darstellungen des paradiesischen Lebensbaums zeigen einen üppigen Wuchs Schatten spendender, blattreicher und fruchtbarer Äste.“"},"566203f6-e2ac-5a67-8b5e-89d63a01d16e":{"title":"Musliminnen als Stifterinnen und Wohltäterinnen","description":"Einflussreiche Musliminnen betätigten sich karitativ und engagierten sich für gute Zwecke. Da das islamische Recht eindeutig den Anspruch der Frau auf ein eigenes Einkommen und Erbe festlegt, gab es nicht wenige Frauen, die über umfangreiche Ressourcen verfügten. Diese Frauen übernahmen eine wichtige Rolle in der islamischen Gesellschaft, weil sie die gegenseitige Unterstützung und Solidarität über Klassengrenzen hinweg propagierten. Viele ließen Moscheen oder andere öffentliche Gebäude für die Nachwelt errichten. Im 9. Jahrhundert erbauten etwa die marokkanischen Fihri-Schwestern sowohl die Qarawiyyin-Moschee als auch die Andalusische Moschee in Fes. In der Türkei veranlasste Nilüfer Hatun, die Mutter von Murad I., 1388 den Bau einer Moschee in İznik. 1871 ließ die Mutter von *Sultan* Abdülaziz den Pertevniyal-Komplex mit einem Schrein, einem Brunnen, einer Schule und einer Bibliothek in Istanbul erbauen.","quote":"„Einflussreiche Musliminnen betätigten sich karitativ und engagierten sich für gute Zwecke.“"},"5739384e-e163-5d92-a390-a28d4233a917":{"title":"Der Haram in Mekka und die Kaaba","description":"Die *Kaaba* markiert die *Qibla* (Gebetsrichtung) des Islam. Sie steht auch im Mittelpunkt des *Haddsch,* und jeder Besucher des heiligen Bezirks *(Haram)* in Mekka muss die *Kaaba* als Teil der vorgeschriebenen Pilgerrituale siebenmal umrunden. Die *Kaaba* hat in der islamischen Tradition viele verschiedene Bezeichnungen, darunter: al-Masdschid *al-Haram* („die Heilige Moschee“ nach der Moschee im *Kaaba*\\-Bezirk) und al-Bayt al-Atiq (das Uralte Haus). Die *Kaaba* ist ein Bau mit annähernd quadratischem Grundriss: 9,29 Meter an der Nordseite, 12,15 Meter an der Westseite, 10,25 Meter an der Südseite und 11,88 Meter an der Ostseite. Sie ist 15 Meter hoch und hat nur einen Eingang in der Ostfassade, der sich etwa zwei Meter über dem Boden befindet.","quote":"*„Die* Kaaba *markiert die* Qibla *(Gebetsrichtung) des Islam.“*"},"57abcad0-a4a6-59e5-ab3f-6bbbc8cfa027":{"title":"Die Moschee – ein Ort des Gebets","description":"Die Moschee war das wichtigste religiöse Gebäude. Von quadratischem oder rechteckigem Grundriss, bestand sie im Wesentlichen aus drei Teilen: Betsaal, Hof und Minarett. \nDer Betsaal ist in Schiffe gegliedert, die parallel oder – wie es häufiger vorkommt – senkrecht zur *Qibla* angeordnet sind. Die *Qibla* ist die nach Mekka orientierte Wand mit einer Gebetsnische *(Mihrab),* die von einem Hufeisenbogen gerahmt wird, der sehr reich dekoriert sein kann. \nDieser Bautyp ist bereits sehr früh in der Moschee von Córdoba zu bewundern und wird richtungsweisend für almohadische Moscheen.","quote":"Die Hauptmoschee und die Moscheen einzelner Stadtviertel"},"57d4f9c5-7846-5502-a124-d07a4d4ecfee":{"title":"Reisen und Handel","description":"Reisen war im Mittelalter gefährlich, und die meisten Handels- und Pilgerrouten zwischen Mittelmeer, Zentralasien und Arabien waren höchst unsicher. Noch schlimmer wurde es, als die Angriffe der fränkischen Kreuzritter begannen. Burgen und Zitadellen wurden an strategischen Orten erbaut, wie diejenigen bei Karak und Schaubak in Jordanien. Trotz ihrer politischen Feindschaft pflegten Muslime und Franken Handelsbeziehungen, überschritten die Grenzen ihrer Hoheitsgebiete und erlegten einander Steuern auf.","quote":"„Trotz ihrer politischen Feindschaft pflegten Muslime und Franken Handelsbeziehungen, überschritten die Grenzen ihrer Hoheitsgebiete und erlegten einander Steuern auf.“"},"5838d42d-f446-52f1-8928-5f1d6b6140a6":{"title":"Das Mudéjargewerbe"},"5a338511-2ac0-5415-a85c-90120546219d":{"title":"Tunesien","description":"Ab dem späten 17. Jahrhundert begannen öffentliche und private Gebäude Neuerungen in ihre Architektur, Dekoration und Ornamentik einzuführen. Erste Einflüsse des Barockstils werden sichtbar und die einheimischen Keramik-, Gips- und Holzschnitzereien werden durch italienische oder Rokoko-Ornamente ersetzt, die von ausländischen Kunsthandwerkern hergestellt wurden. \nIn den schönsten Vierteln der *Medina* wurden prächtige Häuser gebaut, gleichzeitig entstanden Landhäuser in den umliegenden Gärten. \nDie Ornamentik variierte von Palast zu Palast. die Faszination für Carrara-Marmor und importierte Keramik war im 18. und 19. Jahrhundert jedoch überall weit verbreitet: breite Marmortreppen, Holzdecken mit italienischen Malereien, neapolitanische Kacheln, Husseini-Stuck und Blumenmalereien. Die Innentüren und Fensterläden wurden aus geschnitzten italienischen Paneelen gefertigt.","quote":"“In den schönsten Vierteln der *Medina* wurden prächtige Häuser gebaut, gleichzeitig entstanden Landhäuser in den umliegenden Gärten.”"},"5ae1c986-c80f-5678-ba60-13ff1b19d638":{"title":"Das Streben nach Baraka: Pilgerfahrten nach Jerusalem und Palästina","description":"Als Folge der Vorliebe des Propheten für Jerusalem wurde es unter pilgernden Muslimen zur Tradition, diese Stadt nach dem jährlichen *Haddsch* zu besuchen und dort weiteren Segen *(Baraka)* zu empfangen. Sein besonderer Status sorgte dafür, dass sich Jerusalem über Jahrhunderte der Aufmerksamkeit vieler muslimischer Wohltäter erfreuen konnte. *Kalifen, Sultane* und *Emire* trugen das Ihre zum Wohlergehen der Stadt bei. In der Hoffnung auf Vergebung und Belohnung im nächsten Leben gründeten sie viele karitative Stiftungen.","quote":"„Jerusalem erfreute sich über Jahrhunderte der Aufmerksamkeit vieler muslimischer Wohltäter.“"},"5c573dd8-51de-5a6c-9717-09f9aa851b0e":{"title":"Wasser im Alltag","description":"*Sabile* wurden oft angrenzend an Moscheen gebaut und durch einen *Waqf,* d. h. eine karitative Stiftung, finanziert. In Kairo brachte man einmal im Jahr während der Nilflut Wasser in Tierhäuten auf dem Rücken von Kamelen oder Maultieren zum *Sabil*. Das Wasser wurde in einer steinernen Zisterne im Erdgeschoss aufbewahrt. Von dort verteilte es ein Diener in Bechern an Durstige. In manchen *Sabilen* speiste das Wasser in der Zisterne einen Springbrunnen, der ein Becken füllte.","quote":"„In Kairo wurde einmal im Jahr während der Nilflut Wasser in Tierhäuten auf dem Rücken von Kamelen oder Maultieren zum *Sabil* gebracht.“"},"5cef1f76-07da-5ce0-a8f7-d678e155d371":{"title":"Christen unter umayyadischer Herrschaft","description":"Im Namen des Islam eroberten die Araber ein Gebiet, das vom Norden der syrischen Wüste über das Land zwischen Euphrat und Tigris bis zum Niltal reichte. Diese Region wurde später der „fruchtbare Halbmond“ genannt. Die Herrschaft der Umayyaden über dieses Gebiet brachte für die christliche Bevölkerung weniger Veränderungen mit sich als gemeinhin angenommen. Während die Muslime sich in den Städten und neu gegründeten städtischen Zentren als militärische Elite sammelten, lebten die Christen weiterhin zumeist in Dörfern und auf dem Land. Sie konnten trotz ihres Glaubens Regierungsämter bekleiden. Ihre Gemeinden sicherten ihren Wohlstand, und ihre Handwerker stellten für beide Religionen und für den Hausgebrauch weiterhin zahlreiche Artefakte wie etwa Lampen her. Viele dieser Gegenstände waren weiterhin mit christlichen Motiven verziert. \nNur wenige Kirchen wurden aufgegeben. Der dreischiffige Basilika-Bautyp war der gängigste, und erwartungsgemäß waren Kirchen in den Städten zumeist prunkvoller ausgestaltet als auf dem Land. Viele Kirchen aus dieser Zeit sind für ihre wunderschönen Bodenmosaike berühmt.","quote":"„Die christlichen Gemeinden konnten ihren Wohlstand sichern, und ihre Handwerker stellten weiterhin zahlreiche Artefakte her.“"},"5d8d84b8-9df4-5581-af50-feecdace83f5":{"title":"Islamische Gemeinden vor und nach der normannischen Eroberung","description":"Die arabische Zeit Siziliens ist insgesamt länger anzusetzen, wenn man berücksichtigt, dass Lebensweisen, Wohnkultur und sozialer Umgang aufrechterhalten wurden und an vielen Orten weiterhin Gepflogenheiten und Rituale aus der islamischen Periode herrschten. Vor allem in kleineren Städten gab es Gebäude, die – auch wenn sie auf den ersten Blick als Abwandlung heimischer Bauweisen erscheinen – Ähnlichkeiten zu maghrebinischen Städten aufweisen und damit den Beitrag deutlich machen, den die islamische Präsenz auf der Insel leistete.","quote":"„Die arabische Zeit Siziliens ist wesentlich länger anzusetzen, wenn man in Betracht zieht, wie lange sich Gewohnheiten und weitere Nutzung von islamischen Orten in der normannischen Periode hielten.“"},"5f07058e-e943-529b-9aad-26510494cbe8":{"title":"Die Mudéjarkeramik","description":"Der Höhepunkt der Kunst der *Lüster*\\-Keramik von Manises fällt mit einer Konzentration auf Tierdarstellungen zusammen: Hirsche, Stelzvögel, Stiere und kleine Vögel im Zentrum der Komposition bilden eine dekorative Neuerung abseits der hispano-muslimischen Tradition. Mit dem Niedergang der Brennöfen von Manises wird der einst matte Goldton kupferfarben und bräunlich. Die frühere Vielfalt der Dekorvariationen verkümmert: Das populärste Motiv ist nun ein Fantasievogel *(Pardalot)* mit einem von zahlreichen Linien durchzogenen Körper, die das Federkleid nachahmen.","quote":"„Mit dem Niedergang der Brennöfen von Manises wird der einst matte Goldton kupferfarben.“"},"5f7953a9-49d7-5d9f-be1c-93cbec183abd":{"title":"Die andalusisch-maghrebinische Kunst","description":"Einige dekorative Motive kommen in der Kunst der Hammadiden und der zeitgleichen Kunst der andalusischen *Taifa*s vor, auch wenn die technische Ausführung unterschiedlich ist. Zusammen mit dem andalusischen Einfluss belegt das frühe Auftreten von orientalischen Motiven die vermittelnde Rolle des Maghreb.","quote":"Ziriden und Hammadiden – Brücke zwischen Orient und Okzident"},"5fece024-c74e-561d-b95d-491951907de9":{"title":"Kairo, Damaskus und Jerusalem: die geistigen Zentren des Mamlukenreiches"},"5ff53527-c223-5816-b616-a7a036304f06":{"title":"Kalligrafie an Gebäuden","description":"Die minimalistische und kantige *Kufi-*Schrift war der erste Stil der arabischen Kalligrafie, in dem Bauwerke dekoriert wurden. Im 11. Jahrhundert entwickelte er sich weiter zu einem blumig verzierten Schrifttyp mit floralen Motiven am oberen Rand der Schriftzeichen. Ein Beispiel dafür ist die *Maqsura* (ein abgeschirmter Raum, der dem *Kalifen* oder *Imam* vorbehalten ist) in der Großen Moschee von Kairouan. Obwohl die *Kufi-*Schrift wegen ihrer dominierenden horizontalen und vertikalen Linien mit architektonischen Elementen wie Säulen oder Stützen besonders harmonierte, begann man ab dem 12. Jahrhundert, Bauwerke in anderen kalligrafischen Stilen zu dekorieren. Ein Beispiel dafür ist die biegsamere *Naskhi-*Inschrift auf der *Khanqah* von *Sultan* Baybars in Ägypten.","quote":"„Die minimalistische und kantige *Kufi-*Schrift war der erste Stil der arabischen Kalligrafie, in dem Bauwerke dekoriert wurden.“"},"60261853-a266-5a82-958e-d10b6269bdca":{"title":"Besiedlung und Alltagskultur","description":"Die Stadtwohnungen entsprachen eher dem muslimischen Sinn für Privatsphäre als die Landhäuser. Ihr Bau war nach innen an einem Hof orientiert, der als Raum für familiäre Zusammenkünfte und zur Erholung diente. Der Innenhof hatte ein Wasserbecken, einen Brunnen oder eine Zisterne und einen umlaufenden Säulengang. Daran gliederten sich die Wohnräume mit ihren Schlafzimmern, der Küche und den Latrinen, die gelegentlich über eine Abortgrube verfügten, häufiger aber mit Abwasserkanälen bis zu den Abortgruben in den Straßen ausgestattet waren.","quote":"Das Stadthaus – Privatsphäre"},"607ac3c1-0180-5845-a8cc-ed6170965418":{"title":"Reisen und Handel","description":"Kaufleute und Reisende zeichneten verantwortlich für die Verbreitung künstlerischer Ideen wie auch für den Vertrieb von Waren. Sie ebneten den Weg für die Weitergabe von Design und Technik – Keramik, Metallarbeiten, Glas, Textilien – von einem urbanen Zentrum zum nächsten. Die *Lüster-*Technik wurde im Syrien des 12. Jahrhunderts eingeführt, wahrscheinlich von Töpfern, die aus dem Ägypten der Fatimiden emigriert waren. Ursprünglich war diese Technik im 9. Jahrhundert in Irak entstanden. Auf ähnliche Weise brachten persische Kunsthandwerker aus Khurasan auf der Flucht vor den Mongolen-Invasionen des 13. Jahrhunderts ihre Erfahrung in Einlege-Metallarbeiten mit nach Mosul in Nordirak. Die Handelswege erleichterten auch die Übermittlung chinesischer Motive, Techniken und Stile.","quote":"„Kaufleute und Reisende transportierten nicht nur Waren, sondern auch künstlerische Ideen.“"},"618dce7d-8482-5ccb-b334-54c0c96e6db0":{"title":"Die Osmanen","description":"Von ihren bescheidenen Anfängen als kleines *Emirat* im Nordwesten Anatoliens stiegen die Osmanen zu einem der größten muslimischen Imperien der Geschichte auf.","extra":{"credits":"Curators & authors \nSule AKSOY, Istanbul \nSevinç GÖK, Izmir \nAlev ÖZAY, Istanbul \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \nSevgi KUTLUAY, Istanbul \nInci KUYULU ERSOY, Izmir \nSeracettin SAHIN, Istanbul \nCihat SOYHAN, Istanbul \nGönül TEKELI, Istanbul \nInci TURKOGLU, Istanbul \nFriederike VOIGT, Stockholm/Berlin \nBarry WOOD, London \n \nCoordination \nInci KUYULU ERSOY, Izmir \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Von ihren bescheidenen Anfängen als kleines *Emirat* im Nordwesten Anatoliens stiegen die Osmanen zu einem der größten islamischen Imperien der Geschichte auf. Über Jahrhunderte bildeten sie das Zentrum des islamischen Kulturkreises und standen als Weltmacht in ernsthafter Konkurrenz zu den Mächten des Westens. \nDie Dynastie der Osmanen begann im späten 13. Jahrhundert als eines von vielen anatolischen Beyliks bzw. *Emiraten*. Allmählich behauptete sie sich gegen benachbarte Herrscher und wurde zur stärksten muslimischen Macht in der Region. Spätestens mit der Eroberung von Konstantinopel und der Vernichtung des Byzantinischen Reichs im Jahr 1453 hatte sie ihren Status als international anerkannte Großmacht gesichert. Nach weiteren Eroberungen im 15. und 16 Jahrhundert herrschten die Osmanen über ein Reich, das einen großen Teil des Mittelmeerraums, sowie Südosteuropa, die Arabische Halbinsel und Anatolien umfasste. \nDieses Riesenreich wurde zentralistisch verwaltet. Die oberste Verfügungsgewalt lag in den Händen des *Sultans* in Istanbul, dessen Macht nur das islamische Gesetz beschränkte. Ein Netz regionaler Gouverneure stellte sicher, dass dem Willen des *Sultans* in allen seinen Gebieten Folge geleistet wurde. \nDie osmanische Kunst war von dieser Zentralisierung stark beeinflusst. Obwohl ihre Wurzeln in Anatolien lagen, und obwohl sie Einflüsse aus den verschiedensten in das Reich integrierten Kulturen aufnahm, entstand diese Kunst im Wesentlichen in den Palastwerkstätten in Istanbul und wurde von dort aus verbreitet. Das führte dazu, dass sich der Stil der Osmanen in einem erstaunlich großen Gebiet weitgehend homogen entwickelte. \nOb sie einen Palast oder eine Moschee dekorierten, ihre eigenen Häuser schmückten oder Waren für den europäischen Markt produzierten – die Osmanen blieben einer Ästhetik treu, die an der Spitze des Reiches geschaffen wurde. Ihre Kunst war von einer tiefen islamischen Frömmigkeit geprägt, wie man unter anderem an der Bedeutung von Blumenmotiven mit ihrer paradiesischen Symbolik erkennen kann. \nDas Osmanische Reich endete im Gefolge des Ersten Weltkriegs. Doch seine Kunst schlägt uns bis heute in ihren Bann.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/the_ottomans/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/18/portal_image/1.jpg","display_order":6}}},"61bd4ed5-85c4-5ab9-88e8-0e600ef3d9cd":{"title":"Mudéjargewerbe","description":"Die in die christliche Gesellschaft eingegliederten Mudéjaren brachten dort ihre technischen Kenntnisse ein. Ihr Können entsprang dem Wissen aus der Antike und wurde kontinuierlich weitergegeben. Die von den Mudéjaren ausgeübten Gewerbe spielten eine wichtige Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung der neuen Königreiche auf der Halbinsel. Auch in den Gewerbe- und Zunftordnungen dieser Epoche war ihr Einfluss deutlich spürbar. Das Baugewerbe, insbesondere das Maurer- und Stuckateurhandwerk, nahm dabei eine herausragende Stellung ein. Ersteres hatte die Aufgabe, das Fundament und den Rohbau zu erstellen, letzteres war für die Verkleidung und Ausschmückung der Wände zuständig. Als besonders geschickt galten auch die Schreiner, die Metall-Handwerker, die Töpfer und Weber.","quote":"„Die Kunsthandwerker der Mudéjaren wurden wegen ihres herausragenden Könnens in vielen Gewerbebereichen sehr geschätzt.“"},"622bc6c4-0521-53bd-80a6-0fa7a314fc9b":{"title":"Der heilige Koran","description":"Der Koran ist das heilige Buch des Islam und Gottes Wort, wie es dem Propheten Muhammad zwischen 610 und 632 auf Arabisch offenbart wurde. Die Texte wurden von seinen Begleitern und von den ersten *Kalifen* gesammelt und zu einem Band zusammengestellt. Besonders unter Uthman ibn Affan (644-656), dem dritten *Kalifen,* entstand der Koran in seiner bis heute gültigen Form. Der Koran besteht aus 114 Kapiteln *(Sura)* und 6.236 Versen *(Ayat)*.","quote":"„Der Koran ist das heilige Buch des Islam und Gottes Wort, wie es dem Propheten Muhammad auf Arabisch offenbart wurde.“"},"635d4cb2-5c7e-5d27-bd41-43032dd5262b":{"title":"Tunesien","description":"Seit der Antike war Tunesien, ein kleines Land am Schnittpunkt der mediterranen Zivilisationen, ein Treffpunkt zwischen dem östlichen und dem westlichen Mittelmeer, Afrika und Europa. Zu Beginn der Neuzeit öffnete sich das ehemalige *hafsidische Ifriqiya*, damals eine osmanische Provinz, dem osmanischen Osten und dem europäischen Westen. \n \n**Austausch und Einmischung** \n \nIn Tunesien bauten die neuen türkischen Herrscher des Landes, zunächst unter der Herrschaft der *Deys*, später unter jener der *Beys* zahlreiche Bauten. Sie errichteten Moscheen, Koranschulen, *Zawiyas*, Paläste, Kasernen, öffentliche Brunnen, Aquädukte und Stadtmauern, vor allem in der Hauptstadt, und sorgten so fürs Weiterleben ihres Namens. Europäische Handelshäuser strömten nach Tunis, der sicheren Hauptstadt der Regentschaft, und ließen sich dort unter dem Schutz der vom Sultan von Istanbul unterzeichneten Friedensverträge nieder. \nIn dieser Zeit entstand eine starke Vorliebe für alles Europäische, vor allem zunächst unter den Fürsten, den Würdenträgern des Hofes und anderen einflussreichen Personen des Regimes. Einige von ihnen knüpften nicht nur Kontakte zu den in Tunis ansässigen Europäern, sondern reisten auch nach Europa: So wurde Bey Ahmed 1846 von Louis-Philippe von Frankreich mit dem ganzen Zeremoniell eines königlichen Besuchs empfangen. Die Reise nach Istanbul führten zur Entdeckung der erlesensten Luxusgüter, die es zu dieser Zeit gab. All diese Neuerungen hatten einen tiefgreifenden Einfluss auf die tunesische Kunst und Architektur des 18. und 19. Jahrhunderts.","quote":"“Zu Beginn der Neuzeit öffnete sich das ehemalige *hafsidische Ifriqiya*, damals eine osmanische Provinz, dem osmanischen Osten und dem europäischen Westen.”"},"6428106b-9d8e-590a-bc5c-8be1ac54d645":{"title":"Das Privatleben muslimischer Frauen","description":"Wichtig beim Schminken der Augen war Kajal. Es wurde aus einer Reihe von Materialien hergestellt, darunter Weihrauchasche, Mandelschalen und Färberdisteln. Dem Kajal wurde medizinische Wirkung zugeschrieben. Es galt außerdem als machtvoller Schutz gegen den „bösen Blick“. Es wurde in kleinen dekorativen Fläschchen aufbewahrt und mit einem Stift aufgetragen.","quote":"„Kajal wurde aus einer Reihe von Materialien hergestellt, darunter Weihrauchasche, Mandelschalen und Färberdisteln.“"},"646ebdd8-a486-5d6b-8cd6-0d16de835996":{"title":"Die Kultur im Kreuzfahrer-Königreich Jerusalem","description":"Ein anderer zeitgenössischer Historiker und Reisender war al-Harawi (gest. 1215). Er erinnerte sich an das eiserne Gitter der Kreuzfahrer rund um den Felsen. „Ich sah den Felsen zu der Zeit, als die Franken ihn hielten. Er lag nördlich der *Aqsa*\\-Moschee und war wie ein Haus von einem Eisenzaun umgeben. Die Höhe des Zaunes, der den Felsen umschloss, betrug zwei Klafter.“","quote":"„Die Höhe des Zaunes, der den Felsen umschloss, betrug zwei Klafter.“"},"647c6643-4c92-5053-a855-7bc6c0f2444a":{"title":"Arabische Kalligrafie","description":"„Gott sagte zum Propheten: ,Lies, denn dein Herr ist allgütig. / Der mit dem Schreibrohr lehrt, / lehrt den Menschen, was er nicht wusste.'“(Koran, 96: 3-5)","extra":{"credits":"Curators & authors \nMohammad ABBAS, Cairo \nNoorah AL-GAILANI, Glasgow \nDina BAKKOUR, Damascus \nJamila BINOUS, Tunis \nAicha BENABET, Tunis \nElsayed HAMAD, Cairo \nTaha KHECHINE, Kairouan \nMourad RAMMAH, Kairouan \nSalah SAYAOUR, Cairo \nTarek TORKY, Cairo \n \nCoordination \nSaloua ZANGAR, Tunis \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Ebenso wie das gesprochene und geschriebene Wort den Kern der islamischen Kultur bildet, steht die arabische Kalligrafie im Zentrum der islamischen Kunst. Der Islam begann mit der göttlichen Offenbarung von Gottes Worten an den Propheten Muhammad (ca. 570-632). Daraus entstand der Koran, das heilige Buch des Islam. Von Beginn an ermutigten der Prophet und seine Nachfolger die Gemeinschaft der Muslime, Lesen und Schreiben zu lernen. Umar ibn al-Khattab – der zweite *Kalif* nach dem Tod des Propheten – soll gesagt haben: „Die beste Schrift ist die deutlichste, und die deutlichste Schrift ist die beste.“ Und der vierte *Kalif,* *Imam* Ali, wird mit den Worten zitiert: „Eine gute Schreibweise macht die Wahrheit deutlicher.“ Dieses Augenmerk auf die Vervollkommnung des Schreibens ermutigte in der Folge zu Höchstleistungen auf dem Gebiet der Kalligrafie. \nNach dem Tod des Propheten Muhammad begannen die ersten *Kalifen* mit der Sammlung und Zusammenstellung aller Offenbarungen des Koran zu einem einzigen, endgültigen Buch. Schreiber wurden angestellt, um es zu vervielfältigen. Als sich der islamische Staat über die Grenzen Arabiens ausdehnte, wurde es besonders wichtig, die Regionen mit korrekten und autorisierten Abschriften des Koran zu versorgen. Diese Arbeit erforderte vor allen Dingen Genauigkeit, aber auch auf die Qualität und Langlebigkeit der hergestellten Bücher wurde große Sorgfalt verwandt. Über die gesamte islamische Welt verteilt entstand – besonders nach der Einführung der Papierherstellung im Nahen Osten – eine Handschriftenproduktion. \nAuch die Arabisierung von Politik und Verwaltung im expandierenden islamischen Reich unter dem umayyadischen *Kalifen* Abd al-Malik ibn Marwan (Regierungszeit 685-707) war maßgeblich für die Entwicklung der arabischen Kalligrafie. Außerhalb der arabischsprachigen Welt begannen mehrere Regionen und Völker, das arabische Alphabet zum Schreiben ihrer eigenen Sprachen zu benutzen. Persisch, Türkisch und später auch Urdu passten die arabischen kalligrafischen Schreibstile an ihre Erfordernisse und ästhetischen Vorlieben an.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/arabic_calligraphy/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/19/portal_image/1.jpg","display_order":11}}},"66042ec5-c370-5352-acd8-d82b98d67a73":{"title":"Das höfische Leben","description":"Im *Enderun* gibt es kleinere Gebäude und Uferpaläste. Am Eingang befindet sich der Arz Odası (Audienzsaal). Hier empfingen die *Sultane* Botschafter, *Wesire* und andere hochrangige Beamte. \nDer Harem war ein geheimer und privater Teil des Palastes. Hier hatten außer der Familie des *Sultans* selbst nur Bedienstete Zutritt. Der Harem unterstand der Aufsicht der Valide *Sultan* (*Sultan*\\-Mutter). Sie wohnte hier mit den Kindern, Favoritinnen und Konkubinen des *Sultans*. Sie alle lebten in großem Luxus, durften aber ohne besondere Erlaubnis weder neben dem *Sultan* sitzen noch den Palast verlassen.","quote":"„Der Harem war ein geheimer und privater Teil des Palastes. Hier hatten außer der *Sultans-*Familie selbst nur Bedienstete Zutritt.“"},"664da959-c73e-5c6a-8641-060470f0010e":{"title":"Die Mudéjarkunst","description":"Die Mudéjarkunst ist das Ergebnis besonderer historischer Umstände, die einzig auf der Iberischen Halbinsel während des Mittelalters in Erscheinung traten.","extra":{"credits":"Curators & authors \nCarmen ALONSO-RODRIGUEZ, Madrid \nMaria da Conceição AMARAL, Silves \nGaspar ARANDA, Madrid \nÁngela FRANCO, Madrid \nÁngela GARCIA-BLANCO, Madrid \nSusana GOMEZ, Mertola \nSantiago MACIAS, Mertola \nMargarita SANCHEZ-LLORENTE, Madrid \nClaudio TORRES, Mertola \n \nCoordination \nMiguel GARCIA, Madrid \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Die Mudéjarkunst kann mit keiner anderen Kunst – sei es nun die islamische oder die christliche – verglichen werden. Sie ist das Resultat historischer Umstände, die einzig auf der Iberischen Halbinsel während des Mittelalters in Erscheinung traten. \nAls die christlichen Könige das andalusische Gebiet zurückeroberten, war es ihnen nicht möglich, das Land umgehend wiederzubesiedeln. Daher erlaubten sie der muslimischen Bevölkerung, in den eroberten Gebieten zu bleiben und ihre Religion, ihre Sprache und ihr Rechtswesen weiter auszuüben. Die *Mudéjares* – Muslime auf christlichem Gebiet – integrierten sich in die neue Gesellschaft und waren für die Oberschicht tätig. Sie vermittelten muslimische Kunst und Gebräuche, deren Farbenpracht, Exotik, Luxus und Raffinesse eine große Faszination auf christliche Könige und Adlige ausübte. \nMudéjarwerke sind leicht an dem perfekten Zusammenspiel der verwendeten Materialien – Ziegelstein, Stuck, Holz und Keramik – sowie den spezifischen Herstellungstechniken und den Dekormotiven, die der islamischen Ästhetik entsprachen, zu erkennen. Manche deklarieren die Mudéjarkunst als ein Überbleibsel der islamischen Kunst in der christlichen Gesellschaft. Diese Einschätzung trifft allerdings nur auf die formalen Gesichtspunkte zu, da islamische Bautypologie und Dekormotive in der Mudéjarkunst die Denkweise und die Werte der christlichen und nicht die der muslimischen Kultur verkörpern. \nAndererseits vermischten sich Elemente der islamischen Kunst meisterhaft mit denen der westlichen Tradition und schufen eine neue Kunstrichtung, die sich je nach Zusammenstellung von der Kunst der Romanik, Gotik oder Renaissance unterscheidet. Streng genommen gehört die Mudéjarkunst daher weder zur muslimischen noch zur christlich-westlichen Kunst. Sie war ein Bindeglied zwischen zwei Kulturen und entwickelte sich zum künstlerischen Spiegelbild einer komplexen Gesellschaft, in der Christen, Juden und Muslime zusammenlebten. \nDer Untergang der Mudéjarkunst setzte im Verlauf des 16. Jahrhunderts und wurde mit der Vertreibung der Mauren im Jahr 1609 besiegelt. Nichtsdestotrotz bediente der Mudéjarstil bis zum Aufkommen des Barocks eine Art „barocken“ Geschmack.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/mudejar_art/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/26/portal_image/1.jpg","display_order":17}}},"66a1b849-44f7-56db-b90b-8414c7492a80":{"title":"Zwei mamlukische Sultane gegen die „Franken“"},"67215e86-8b87-5410-a941-05738096eb5a":{"title":"Religiöses Leben"},"6780505e-c91f-5e51-8a78-74d186fc4a0b":{"title":"Islamische Gemeinden vor und nach der normannischen Eroberung","description":"Die Einführung von Bewässerungs- und Bebauungstechniken auf der Basis antiker Kenntnisse in weniger fruchtbaren Gegenden und die Errungenschaften hydraulischer Ingenieurskunst insbesondere aus Iran (etwa das großartige Netz der *Qanat)* sind herausragende Beispiele für den Aufschwung, den das Land in islamischer Zeit nahm.","quote":"„Bewässerungs- und Bebauungstechniken gehören zu den Paradebeispielen der Landschaftsgestaltung.“"},"67d05c74-9479-5504-9b95-28708620c776":{"title":"Kairo, Damaskus und Jerusalem: die geistigen Zentren des Mamlukenreiches","description":"Die syrische Hauptstadt Damaskus glänzte als zweitwichtigstes politisches, künstlerisches und geistiges Zentrum des Mamluken-*Sultanats*. Sie war ein bedeutendes Forum der theologischen Auseinandersetzung und des wissenschaftlichen Fortschritts. Viele Grundlagenwerke der Medizin, der Geografie und anderer Naturwissenschaften wurden hier in den bedeutenden *Medresen* und Bildungsinstitutionen kopiert.","quote":"„Die syrische Hauptstadt Damaskus glänzte als zweitwichtigstes politisches, künstlerisches und geistiges Zentrum des Mamluken-*Sultanats.“*"},"68239d8d-9472-53ee-9876-51e1be828f05":{"title":"Mudéjargewerbe","description":"Die Mudéjartöpfer führten innovative und bis dahin unbekannte Techniken ins mittelalterliche Europa ein. Vor allem die Glasuren verbanden Undurchlässigkeit mit Schönheit. Die einfach gehaltenen, bleihaltigen oder transparenten, zinnhaltigen oder milchweißen Glasuren schimmerten schließlich metallglänzend. Die Herstellung erstreckte sich über die gesamte Halbinsel; es waren aber vor allem die glasierten und bemalten Keramiken der Töpfer von Paterna und Teruel sowie die glasierten Töpferwaren aus Manises, die am meisten geschätzt und exportiert wurden.","quote":"„Die Mudéjartöpfer beherrschten die Glasurtechnik und führten sie ins mittelalterliche Europa ein.“"},"68eb0582-4a1d-5233-92af-cfac47f86d57":{"title":"Das Grabmal – Erinnerung aus Stein"},"699bcf48-10b7-5156-85dc-0aff994af0da":{"title":"Die Kunst außerhalb Istanbuls","description":"Wie andere Großreiche brachten die Osmanen neben ihrer Verwaltung und ihrem politischen System auch ihren Kunstgeschmack in die eroberten Gebiete. Mit Hilfe der Palastwerkstätten beherrschten die Osmanen über große Entfernungen hinweg die Kunst in den Provinzen. Andererseits findet man trotz der Dominanz der ehemaligen Palastwerkstätten umso mehr lokale Einflüsse, je weiter man sich von Istanbul entfernt. \nUnter den Osmanen imitierten die Provinzen den erlesenen Kunstgeschmack der Hauptstadt. Dieser äußerte sich in Werken, die entweder direkt vom Palast oder von Gouverneuren im Namen des *Sultans* in Auftrag gegeben wurden. Die Werke von Stiftern und Künstlern in den Provinzen konnten nicht mit denen aus der Hauptstadt konkurrieren, aber auch hier wurden große Kunstwerke realisiert.","quote":"„Trotz der Dominanz der ehemaligen Palastwerkstätten findet man in der Kunst umso mehr lokale Einflüsse, je weiter man sich von Istanbul entfernt.“"},"6a1bdb93-67a9-5fa8-b419-7479fb504783":{"title":"Der Kufi-Duktus","description":"In der Frühzeit des Islam war die *kufische* Schrift der wichtigste kalligrafische Stil bei Koranabschriften. Sie wurde auch auf Münzen geprägt und kam bei architektonischen Inschriften zur Anwendung. Der *kufische* Schreibstil ging durch mehrere Phasen der Entwicklung. Auf die flachen und strengen Formen der Anfangszeit – aus denen die Muhaqqaq-Schrift hervorging – folgte eine Phase der biegsameren Linien, die später in den Schrifttypen Thuluth, Maghrebi und Riqaa mündete. Mit der Zeit wurden die verschiedenen Arten der *kufischen* Schrift so weit standardisiert, dass es so gut wie unmöglich ist, eine Kalligrafie allein nach dem Augenschein einer bestimmten Region zuzuordnen.","quote":"„In der Frühzeit des Islam war die *Kufi-*Schrift der wichtigste kalligrafische Stil bei Koranabschriften.“"},"6a3348dc-029d-59c2-af77-31ec3a3dfe2f":{"title":"Leben am Hof"},"6a6bebaa-7157-585a-a0a4-10139e43213c":{"title":"Pflanzen und Arabesken: Visionen der Ewigkeit und göttlichen Einheit","description":"*Arabesken* sind mit Sicherheit die gängigste Alternative zu naturalistischen Blumenkompositionen. Die *Arabeske* besteht aus einer Verbindung von Stängeln, Ranken, Blättern und Palmetten, die ineinander wachsen und endlose, symmetrische Kompositionen ergeben. Sie erfreute sich ab dem 11. Jahrhundert in der islamischen Kunst überall größter Beliebtheit. Da sie vielseitig und leicht verschiedenen Erfordernissen anzupassen ist, eignete sie sich gleichermaßen für die Dekoration von Kunstgegenständen und Gebäuden. Die *Arabeske* ist eine Einladung zum Staunen angesichts der unergründlichen Verbindungen und gegenseitigen Bedingtheiten der göttlichen Schöpfung.","quote":"„*Arabesken* sind mit Sicherheit die gängigste Alternative zu naturalistischen Blumenkompositionen.“"},"6ca7f36b-6ff1-5be2-b8a1-162095f62272":{"title":"Königliche Kunst und Architektur","description":"Religiöse Architektur, die mit dem normannischen Hof verbunden war und an einigen Kirchen sichtbar wird. Bei ihrem Bau wurden Umgebung und Grundmuster der vorherigen islamischen Periode einbezogen.","quote":"„Einige königlich-normannische Kirchen sind auf den Resten islamischer Bauten errichtet.“"},"6cd83239-a26e-5c98-bcfb-6a0737411c89":{"title":"Der Export von Luxusgütern","description":"Textilien waren ein wesentlicher Teil der Wirtschaft im Osmanischen Reich – vor allem, seit die alte Seidenstraße in Teilen über osmanisches Gebiet verlief. Der Handel wurde umso wichtiger, je mehr die osmanischen Waren in Europa und anderswo gefragt waren. Zu den wichtigsten Webwaren, die das Osmanische Reich exportierte, gehörten die Teppiche. Ihrer herrlichen Muster und ihrer hohen Qualität wegen stießen sie bei reichen Europäern auf großes Interesse. Das lässt sich an der europäischen Malerei zur Zeit der klassischen Periode des Osmanischen Reichs gut nachvollziehen. Maler wie Hans Holbein d. J. und Lorenzo Lotto stellten reiche oder adelige Personen (darunter König Heinrich VIII. von England) inmitten von Symbolen des Reichtums und Luxus dar – und dazu gehörten Teppiche mit eindeutig osmanischen Mustern. Teppiche dieses Typs werden mittlerweile mit den Zusätzen „Holbein-“ oder „Lotto-“ benannt.","quote":"„Zu den wichtigsten Webwaren, die das Osmanische Reich exportierte, gehörten die Teppiche.“"},"6cde84c3-7f28-5ff8-88ec-3cf31d5516fb":{"title":"Das Streben nach Baraka: Pilgerfahrten nach Jerusalem und Palästina","description":"Die meisten Heiligtümer der Muslime befinden sich in Palästina. Viele davon werden mit Propheten und Persönlichkeiten in Verbindung gebracht, die nicht nur Muslimen heilig sind, sondern auch Juden und Christen. Das gilt vor allem für die Moschee al*\\-Haram* al-Ibrahimi („Heiligtum Abrahams“), denn Abraham war angeblich der Patriarch der Propheten und der erste Muslim. Aber es betrifft auch Orte, die im Zusammenhang mit Jesus Christus stehen, denn auch dieser gilt in der islamischen Tradition als ein wichtiger und ehrwürdiger Prophet.","quote":"„Die meisten Heiligtümer der Muslime befinden sich in Palästina.”"},"6df85d25-d81f-566f-8e8a-02540066a550":{"title":"Türkei","description":"Der durch die Verwestlichung ausgelöste Veränderungsprozess wurde von der Persönlichkeit der Sultane dieser Zeit geprägt und kann als Phänomen betrachtet werden, in dem sich die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe und Denkweisen der Sultane widerspiegeln. Als Folge dieser Entwicklungen wurde 1839 das Tanzimat Firman (Tanzimat-Dekret) verkündet, das die Prinzipien und die Verwaltungsorganisation des Westens anerkennt und diese in das osmanische System übernimmt.","quote":"„Durch das im Jahr 1839 verkündete Tanzimat-Dekret wurden die Prinzipien und die Verwaltungsorganisation des Westens anerkannt und in das osmanische System übernommen.“"},"6e7d4f2d-b957-51ff-b7ba-274922d1bffb":{"title":"Die Mudéjarkeramik","description":"Zu den schönsten Gruppen der Mudéjarkeramik gehören Teller und Schalen, deren Oberfläche ganz mit geometrischen und epigrafischen Motiven verziert wurde. Borten und Dreiecke wiederholen sich in mehreren Reihen und vermitteln den Eindruck von Dynamik. Die kompositorische Neuerung entspringt der westlichen Vorstellung von einer Einheit des Ganzen. Der Dekor ordnet sich um einen in der Mitte deutlich gewölbten Tellerboden. Diese Teller mit Reliefrändern und -borten wurden in Formen hergestellt und waren eher Zier- als Gebrauchsgegenstände.","quote":"„Diese Teller mit Reliefrändern und -borten waren Ziergegenstände.“"},"6f026780-ce1b-55d2-b48b-2d177c9ca628":{"title":"Kalligrafie an Gebäuden","description":"Von frühester Zeit an wurden in der islamischen Welt auch die verschiedensten religiösen, militärischen, zivilen und privaten Gebäude mit kalligrafischen Inschriften versehen. Die arabische Kalligrafie war sogar ein Hauptcharakteristikum der damaligen islamischen Architektur. Zu den ältesten erhaltenen Bauten, die dieses Stilelement aufweisen, gehört der aus dem siebten Jahrhundert stammende Felsendom in Jerusalem.","quote":"„Die arabische Kalligrafie war ein Hauptcharakteristikum der damaligen islamischen Architektur.“"},"6f2f66f9-0684-5348-a89e-04c0ea5914a2":{"title":"Die Bildsprache der Macht","description":"Die Bildsprache der Macht musste nicht unbedingt explizit sein, sondern konnte auch in genial subtiler Weise Macht spürbar machen. Eine ausgeklügelte und fein gearbeitete Dekoration in der Architektur konnte etwa den Betrachter mit einer derartigen Vielfalt kostbarer Ornamente umgeben, dass sich die Macht des Stifters oder Bauherrn in dem ästhetisch aufgeladenen Ambiente gleichsam abbildete. Eine solche Dekoration musste nicht unbedingt ein großes Gebäude zieren; sie konnte selbst einem Zelt imperialen Prunk verleihen. Spektakuläre Leistungen des Kunsthandwerks waren Teil dieser Bildsprache. Wenn der *Sultan* oder seine Beamten wertvolle Kleidung mit fein gearbeiteten Ornamenten trugen – ob tatsächliche Statussymbole wie Reiherbüsche oder einfach nur funktionale Dinge wie Gürtelschnallen – so behaupteten das kostbare Material und die kunstfertige Gestaltung implizit die Macht des Trägers.","quote":"„Eine solche Dekoration musste nicht unbedingt ein großes Gebäude zieren; sie konnte selbst einem Zelt imperialen Prunk verleihen.“"},"6f47a9bf-47af-5ba5-80f4-3405332e6bed":{"title":"Der Sultan und sein Hof","description":"An der Spitze der Mamluken stand ein – nun ebenfalls mamlukischer – *Sultan*, dessen Fähigkeiten ihn unter seinesgleichen zum Anführer gemacht hatten. Jeder *Sultan* hatte kraft seines Amtes und unabhängig von seinen persönlichen Ambitionen, Tätigkeiten oder Interessen eine Reihe von Pflichten zu erfüllen. Dazu gehörte vor allem anderen die Verteidigung und Verbreitung des orthodoxen *(sunnitischen)* Islam, der Schutz der Heiligen Städte und der anderen Heiligtümer in seinem Reich, sowie die Sicherung des islamischen *Kalifats,* das die Mamluken nach dem Fall Bagdads an die Mongolen 1261 in Kairo wiederbelebt hatten.","quote":"„Der *Sultan* der Mamluken war oberster Verteidiger des Glaubens, General, Staatsmann und Förderer der Künste in einem.“"},"6ff61f8d-0983-5aa2-8637-2151608072f9":{"title":"Die volkstümliche und religiöse Mudéjarkunst","description":"Die volkstümliche und religiöse Mudéjarkunst Portugals unterscheidet sich durch bestimmte Dekorelemente wie Zinnen und Giebel, die in die Strukturen des gotischen Stils eingefügt wurden. Das Gotische bestand neben Kehlbalkendachstühlen, die mit farbintensiven Sternen- und Kreuzbändern verzapft und dekoriert waren, in flachen Holzdecken, die man auf den Emporen einbaute und ebenfalls mit Sternenrädern von acht oder sechzehn Zacken ausschmückte.","quote":"„Mudéjarkunst in Portugal“"},"70023ae2-4372-56e7-b249-dd9a30a1f9db":{"title":"Die Keramik der Abbasiden","description":"In der Frühzeit der Abbasiden genossen die *Kalifen* und die höfische Gesellschaft nicht nur das luxuriöse Leben. Sie förderten auch zielstrebig Neuerungen in der Keramikherstellung, vor allem bei der Entwicklung und Herstellung von *Lüster-*Glasuren*.* Als ein Erdbeben 862 die Große Moschee von Kairouan zerstörte, schickte *Kalif* al-Mustain 139 quadratische, mit *Lüster-*Glasur bemalte Kacheln zur Renovierung des *Mihrab*. Er sandte außerdem einen Handwerker, der vor Ort weitere Fliesen herstellen sollte, und spendete neben Geld noch Marmorpaneele und Teakholz für einen neuen *Minbar*. Im Jahr 950 besuchte der arabische Geograf Ibn Hauqal Tunesien und pries die dort hergestellte *Lüster-*Keramik für ihre Schönheit. Er behauptete, sie stehe der irakischen um nichts nach.","quote":"*„Der* Kalif *al-Mustain schickte 139 quadratische, mit* Lüster-*Glasur bemalte Kacheln zur Renovierung einer Gebetsnische.“*"},"710d70c6-b797-5eef-a871-46a1465067fa":{"title":"Das Herrschaftssystem der Mamluken","description":"Unter dem Ayyubiden-*Sultan* Nadschm al-Din (Regierungszeit 1240-49) wurden Mamluken auf der Nilinsel Roda vor Kairo ausgebildet und stationiert. Im Arabischen heißt ein großer Fluss *al-Bahr*. Folglich nannte sich das Elitekorps auf der Insel al-Bahriyya. Nach dem Tod des *Sultans* nutzte Baybars al-Bunduqari (Regierungszeit 1260-77), einer seiner obersten Offiziere, das entstandene Machtvakuum zum Vorteil der Bahri-Mamluken und ergriff die Macht. Nachdem es ihm gelungen war, im Jahr 1260 die Mongolen zu schlagen, stieg er zum ersten großen Mamluken-*Sultan* eines expandierenden Reichs auf. Die Bahri-Mamluken regierten bis 1382 und verloren dann die Macht an eine andere Gruppierung der Mamluken: die nach dem Turm *(al-Burdsch)* in der Zitadelle von Kairo, in dem sie untergebracht waren, benannten al-Burdschiyya-Mamluken.","quote":"„Baybars war ein hoher Offizier der Mamluken und später der erste große mamlukische *Sultan.“*"},"7200b864-706c-5b6f-b1a4-7bcfad4e72c5":{"title":"Kalligrafie an Gebäuden","description":"Kalligrafische Inschriften auf Bauten hatten zwei wesentliche Funktionen: In einem religiösen Kontext behaupteten sie die Geltung des Islam; im Bereich der Politik halfen sie beim Aufbau eines Staates im Geist des neuen religiösen Denkens. Ab dem 9. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch, Gebäude mit Inschriften zu versehen, in der gesamten islamischen Welt. Inschriften verdeutlichten den Zweck eines Gebäudes. Auf Moscheen und anderen religiösen Einrichtungen waren Verse aus dem Koran, Gebete, Danksagungen an Stifter und Lobpreisungen Gottes ebenso zu lesen wie die Daten der Bauarbeiten. Sie richteten sich an die Nachwelt und enthielten unter Umständen eine politische oder religiöse Botschaft. Aus Inschriften auf weltlichen Bauten erfuhr man oft das Baujahr und Einzelheiten über den Architekten und die beteiligten Handwerker. Immer wieder ging es auch darum, einem *Kalifen,* Herrscher oder reichen Gönner Ehrerbietung zu bezeugen und sich so dessen Macht und Wohlwollen zu sichern. Einige kalligrafische Stile wurden ausschließlich unter ästhetischen Gesichtspunkten entwickelt – eine Besonderheit der arabischen Kalligrafie. Meist ging es aber bei Inschriften neben der Schönheit auch um die gute Lesbarkeit.","quote":"„Etliche kalligrafische Stile wurden ausschließlich unter ästhetischen Gesichtspunkten entwickelt.“"},"72236f27-2ff3-5d56-a623-02606a2fa355":{"title":"Pflanzen und Arabesken: Visionen der Ewigkeit und göttlichen Einheit"},"7458975b-fc3b-5c26-8fde-fb0c9b93214e":{"title":"Türkisch-islamische Kunst in Anatolien vor den Osmanen"},"746b43e3-b5fd-5bfd-8ecf-f3e9560860b0":{"title":"Räume der Macht – die Palastbauten","description":"Im Inneren der Palastanlagen waren private und öffentliche Räume hierarchisch streng voneinander getrennt. Die königliche Residenz zählte zu den Privatgemächern. Sie befand sich im innersten und unzugänglichsten Bereich. Dort lebten die zahlreichen Familienangehörigen des Herrschers. Die Wohnräume gruppierten sich um Innenhöfe mit Arkaden, die zu den Privaträumen führten. Unter ihnen stach stets ein Hauptgemach mit seitlichen Zimmern heraus. Alle waren reich dekoriert und möbliert, um höchste Würdenträger und Gäste zu empfangen oder private Feste zu feiern.","quote":"Die Privaträume des Palastes"},"74c72f22-8df4-5152-a841-ae72115354c3":{"title":"Ägypten","description":"Das Interesse der Osmanen an europäischer Kunst, insbesondere an Barock und Rokoko, begann im 17. Jahrhundert. Die osmanischen Sultane waren bestrebt, europäische Elemente in verschiedenen Bereichen der Kunst einzuführen, wie z. B. in der Angewandten Kunst und in der Kleinkunst oder auch in der Architektur, insbesondere bei Moscheen und Palästen. Die Präsenz eindeutig westlicher Stilelemente nahm sowohl in Ägypten wie auch in anderen Regionen des Osmanische Reiches im 18. und 19. Jahrhundert merklich zu, da die Osmanen vermehrt europäische Architekten, Baumeister und Dekorateure beauftragten, deren Arbeiten stark vom Prunk des Barock und Rokoko geprägt waren. Dieser zeichnete sich überwiegend durch spiralförmige und geschwungene Linien anstelle gerader Kanten und rechter Winkel aus. In einigen Moscheen, Palästen und *Sabils* (Brunnen) wurden die islamischen *Muqarnas* durch vorspringende Gesimse aus Akanthusblättern ersetzt. Die künstlerischen Normen des Barock und Rokoko fassten in Ägypten – damals eine der Provinzen des Osmanischen Reiches – schnell Fuß. Die französische Expedition nach Ägypten in den Jahren 1798-1801 trug weiter zur Verbreitung westlicher Einflüsse bei, die in der Hauptstadt Kairo am deutlichsten erkennbar sind.","quote":"\"Die künstlerischen Normen des Barock und Rokoko fassten in Ägypten – damals eine der Provinzen des Osmanischen Reiches – schnell Fuß.\""},"74e405d2-4d5c-563a-85b7-bcbf5812982e":{"title":"Die Keramik der Abbasiden","description":"Als sich das Abbasidenreich bis nach Afghanistan und Algerien ausdehnte, gerieten regionale Keramikindustrien unter den Einfluss von Techniken, Mustern und Motiven aus anderen Teilen des Reichs. Das trug zur Vielfalt der verfügbaren Stile und Dekorationen bei. Während die luxuriöse Keramik im Osten des Reichs sich in üppigem, ein- oder mehrfarbigem dekorativem Überfluss erging, war die Keramik Nordafrikas und besonders *Ifriqiya*s nüchterner gehalten. Außer der *Lüster*\\-Keramik waren ein- oder mehrfarbige, glasierte Reliefarbeiten und glasierte Keramik mit Inschriften weit verbreitet. Gebrauchsgegenstände waren im Allgemeinen eher unglasiert und schlicht dekoriert. Doch auch sie trugen die eindeutigen islamischen Stilmerkmale.","quote":"„Regionale Keramikindustrien gerieten unter den Einfluss von Techniken, Mustern und Motiven aus anderen Teilen des Reichs.“"},"75215c23-1bf5-590c-8e80-8ff32da4e273":{"title":"Krieg und Reitkunst","description":"Pferde waren in dieser Zeit auf Reisen ebenso unentbehrlich wie auf dem Schlachtfeld. Die meisten der wertvollen Militärpferde kamen aus Zentralasien. Sie gehörten türkischen Kriegern, deren Reitkünste für den Sieg der Armeen von Nur al-Din und Saladin von entscheidender Bedeutung waren. Eine berüchtigte Taktik der Türken bestand darin, auf den Feind zuzupreschen, im letzten Moment umzudrehen und im Wenden ihren Bogen abzuschießen. In Kombination mit ihrer Schnelligkeit und Beweglichkeit verschaffte ihnen diese Taktik während der Kreuzzüge einen enormen Vorteil gegenüber den Franken.","quote":"„Die meisten der wertvollen Militärpferde kamen aus Zentralasien und waren von türkischen Kriegern mitgebracht worden.“"},"754c7cda-4d25-5730-9b40-d05583d87eb1":{"title":"Wissenschaft und Lehre","description":"Die Ausbildung begann mit dem Erlernen von Lesen und Schreiben, der Rezitation des Koran und dem Studium der Hadithe, der Worte des Propheten. Da Bücher knapp waren, fand die Vermittlung des Wissens durch das gesprochene Wort und Auswendiglernen statt. Die Schreibfähigkeit galt daher als die wichtigste und wertvollste Kunst, denn sie erlaubte es, das Wissen und die Religion an zukünftige Generationen weiterzugeben.","quote":"Die religiösen Studien – die Kopisten des Koran"},"75d461b2-226f-594c-ab20-e9b5b2e58ad5":{"title":"Türkisch-islamische Kunst in Anatolien vor den Osmanen","description":"Die Herrschaft der anatolischen Seldschuken brach unter dem Ansturm der Mongolen zusammen. Doch die anatolischen *Emirate* konnten sich festigen und setzten die künstlerischen Traditionen der Seldschuken fort. Eines dieser *Emirate* – das osmanische – entwickelte einen neuen Kunststil auf der Grundlage der seldschukischen Kultur.","quote":"„Das osmanische *Emirat* entwickelte einen neuen Stil auf der Grundlage der seldschukischen Kultur.“"},"775f0070-0222-53d3-a4ee-8bfa38c6cb2f":{"title":"Die Moschee – ein Ort des Gebets","description":"Die Moschee ist ein Ort des Gebets und der Meditation, sie dient aber auch als Versammlungsraum. Die Gläubigen kommen zur Moschee, um in Gemeinschaft die rituellen und obligatorischen Gebete zu rezitieren, obwohl sie auch im Privaten beten können. Der Gläubige verrichtet beim Gebet die vorgeschriebenen Verbeugungen in Richtung der *Qibla* und rezitiert Texte des Korans. \nDie Moschee ist auch ein Zentrum der Lebenshilfe und der Bildung. Beim Freitagsgebet erläutert der *Imam* während der Wochenpredigt vom *Minbar* herab ein religiöses Thema; danach können Gelehrte außerhalb der Gebetszeiten theologische und wissenschaftliche Vorträge halten.","quote":"Der Betsaal"},"79a58714-659c-5509-a4f9-b9359b2829ae":{"title":"Geometrischer Dekor in der Architektur"},"79e2b8e9-7cfa-5332-82b0-542b14234df5":{"title":"Zeremoniell und Zeitvertreib am Hof"},"7b2c2d23-dc2f-50d9-92cf-f23ca9c8f4ce":{"title":"Diplomatischer Austausch und Handelskontakte mit der Welt","description":"Glaswaren entwickelten sich zu einer berühmten Spezialität der mamlukischen Kunst. Ein erheblicher Teil dieser Produktion waren die Moscheelampen. Das mamlukische Ägypten war auch für seine Textilien berühmt – vor allem für gewebte Seide und bedruckte Baumwolle. Töpferwerkstätten erzeugten eine große Bandbreite polychromer, attraktiver und hochwertiger Ware. Manche Stücke imitierten in der Gestaltung die Seladon-Keramik oder die blau-weißen Muster aus China. Holzschnitzer dekorierten Bauteile, Möbel und selbst Kenotaphe mit filigranen Schnitzereien und mit intarsierten, sternförmig geometrischen Mustern.","quote":"„Das mamlukische Ägypten war auch für seine Textilien berühmt – vor allem für gewebte Seide und bedruckte Baumwolle.“"},"7b8e8ebb-749c-5252-9649-7f18a8830f7b":{"title":"Die Mudéjarkeramik","description":"Die frühe Mudéjarkeramik ist eine unmittelbare Nachahmung der Nasridenkeramik. Imitiert wurden Herstellungstechnik (*Lüster*\\-Keramik mit Kobaltblau), Dekor (Palmen, Blattwerk, Palmetten, Knospen) und Form. Daher fällt es bei einigen Stücken schwer, ihre Herkunft zu bestimmen. Allerdings waren nasridische Werke größtenteils luxuriöse und exklusive Einzelstücke, wohingegen die der Mudéjaren eine breitere Käuferschicht bedienten. Später passten sich die Mudéjaren dem Geschmack ihrer neuen Klientel an und erneuerten ihr Repertoire um Formen der Gotik, der Renaissance und um Motive der christlichen Ikonografie.","quote":"„Imitiert wurden Herstellungstechnik, Dekor und Form der nasridischen Stücke.“"},"7bb30298-992c-56ba-a331-b96f90384fbb":{"title":"Das christliche Sizilien und die islamische Bildende Kunst: Vorbedingungen und Kontinuität","description":"Paradoxerweise ist es ausgerechnet das christliche Reich der Normannen, dem wir in Sizilien einige der wertvollsten Zeugnisse islamischer Kunst zu verdanken haben – wenn auch versetzt mit klassischen, byzantinischen und iranischen Elementen. Statt mit ihren Vorgängern zu brechen, passte sich die neue Dynastie deren Kultur und Gewohnheiten an. Sie richtete ihren Blick dabei nicht in die Vergangenheit, sondern ließ sich mit dem konfrontieren, was die zeitgenössische islamische Welt zu bieten hatte. Der Dialog beschränkte sich auch nicht auf Sizilien, sondern äußerte sich vor allem in den Beziehungen zwischen dem normannischen Hof und dem fatimidischen *Kalifat* von Kairo. Dies bezeugen diplomatische und kommerzielle Beziehungen sowie der Austausch von Geschenken, etwa zwischen dem *Kalifen* al-Hafiz und Roger II. Es ist sehr wahrscheinlich, dass einige der in den königlich-normannischen Werkstätten angestellten Handwerker direkt aus Ägypten kamen.","quote":"„Paradoxerweise ist es das christliche Reich der Normannen, dem wir in Sizilien einige der wertvollsten Zeugnisse islamischer Kunst im Mittelmeerraum zu verdanken haben.“"},"7ca8b514-16be-5930-b8ed-1c96b7324e76":{"title":"Musliminnen als Stifterinnen und Wohltäterinnen","description":"Muslimische Frauen sorgten als Stifterinnen für eine hochwertige Innenausstattung religiöser Gebäude. Sie spendeten auch elegante Korane und andere Moscheeeinrichtungen von bester Qualität. Zu den schönsten Objekten gehört diese komplexe, intarsierte Gebetsnische aus Teakholz für das Heiligtum der Sayyida Ruqayya. Gestiftet wurde sie von der Gattin des fatimidischen *Kalifen* al-Amir bi-Ahkam Allah im Jahr 1133. Es sind eine Reihe von Koranmanuskripten erhalten, die von ziridischen Prinzessinnen zum Gebrauch in der Großen Moschee von Kairouan in Auftrag gegeben wurden – darunter jenes von Umm Milal und Umm al-Ilu, der Schwester des ziridischen Prinzen Badis ibn al-Mansur.","quote":"„Muslimische Frauen sorgten als Stifterinnen für die hochwertige Innenausstattung religiöser Gebäude.“"},"7d659fcb-96c1-59dd-8424-245eaf39b9cd":{"title":"Die andalusisch-maghrebinische Kunst","description":"Die Durchsetzung der auf religiöser Strenge basierenden Kunstströmung verlief in zwei Etappen. Nachdem sie aus dem Maghreb kommend in *al-Andalus* Eingang gefunden hatte, wurde das Kunstschaffen auf beiden Seiten der Straße von Gibraltar einheitlich. Zu Beginn schmucklos, wurde die Kunst durch den Einfluss der früheren andalusischen Kunst deutlich verfeinert.","quote":"Almoraviden und Almohaden – eine maghrebinisch-andalusische Kunst"},"7dc9303d-b5b2-5fef-b408-8178d88f89d2":{"title":"Besiedlung und Alltagskultur","description":"Im muslimischen Haushalt waren die Frauen für die Hausarbeiten und die Kinderbetreuung zuständig. Sie füllten das Wasser in große Krüge. In diesen Behältnissen wurden auch Öl und Getreide gelagert, in kleineren Krügen wurden Obst, Fleisch und Fisch konserviert. Die Frauen verarbeiteten die Milch zu Milchprodukten, bereiteten die Speisen nach traditionellen Rezepten und kochten auf dem Kohlebecken, das mit Holzkohle befeuert wurde. Zum Servieren und Essen der Mahlzeiten benutzten sie Tischgeschirr, und besonders zu Familienfesten zeigten sie die ganze Palette ihrer Kochkunst.","quote":"Der häusliche Alltag – weibliche Arbeiten zum Wohle der Familie"},"7e1dd92e-fca9-5d89-aaaf-7b9903fb14af":{"title":"Alltag im Sultanat der Mamluken","description":"In der gesellschaftlichen Hierarchie bildeten die Mamluken eine vom Rest der Stadt- und Landbevölkerung weitgehend abgetrennte Elite. Die Bevölkerung war in ethnischer, religiöser und auch sprachlicher Hinsicht erstaunlich heterogen. Die Mamluken selbst waren zumeist türkischen oder kaukasischen Ursprungs. In ihrem Reich lebten darüber hinaus große Gruppen von einheimischen Ägyptern, Arabern, Armeniern, Syrern und Griechen. Leider ist nur wenig über die einfachen Leute im Mamlukenreich bekannt, weil sich die damaligen Historiker hauptsächlich für die Großtaten der *Sultane* und der Eliten interessierten.","quote":"„Die Gesellschaft im Mamlukenreich war in ethnischer, religiöser und auch sprachlicher Hinsicht erstaunlich heterogen.“"},"7e85c07a-48f2-5fc5-b04e-c0bb4eaed801":{"title":"Pilgerfahrten ins Heilige Land"},"7eda07a3-0574-54d9-a9c2-bbccf25adcc1":{"title":"Der Umgang mit dem Wasser","description":"Fundierte Kenntnisse der Naturwissenschaften und der Wasserbautechniken waren in der muslimischen Welt sehr gefragt, aber nicht unbegrenzt verfügbar. Beides war unerlässlich, um Anlagen der Wasserversorgung richtig zu planen, zu errichten und zu warten. Es war die Pflicht jedes muslimischen Gouverneurs, einen kundigen Fachmann für diese Aufgaben zu finden. Dieser musste üblicherweise in der Mathematik, Physik, Geometrie, Astronomie (für die Zeitmessung und Wettervorhersage) und vor allem auch im Landschaftsbau versiert sein.","quote":"„Es war die Pflicht jedes muslimischen Statthalters, einen kundigen Fachmann für diese Aufgaben zu finden.“"},"7f42af49-7560-50da-88eb-23e32df201f3":{"title":"Das Streben nach Baraka: Pilgerfahrten nach Jerusalem und Palästina","description":"Obwohl das Hauptaugenmerk der islamischen Pilgerfahrt auf den Heiligen Städten Mekka und Medina in Saudi-Arabien liegt, waren und sind auch Palästina und vor allem Jerusalem wichtige Ziele muslimischer Pilger. Jerusalem (al-Quds) gilt den Muslimen sogar als drittheiligste Stadt der Welt. Allah segnete die Stadt im Koran und machte sie zur ersten *Qibla* des Islam. Jerusalem – und nicht Mekka – diente in der Frühzeit des Islam als spiritueller und geografischer Mittelpunkt der muslimischen Gebete.","quote":"„Palästina und vor allem Jerusalem waren von jeher wichtige Ziele für muslimische Pilger.“"},"7f51c07a-1225-5789-b81c-1f76126498a2":{"title":"Räume der Macht – die Palastbauten","description":"Innerhalb eines Ensembles bildete der Palast den repräsentativen Bereich. Er war Schauplatz der Machtausübung, wenn der Herrscher in öffentlicher Audienz Recht sprach oder nach einem strengen Hofprotokoll Angehörige seiner Verwaltung oder auch Gesandte empfing. Zum Palast gehörten monumentale und prächtige Räume, große und reich dekorierte Salons, die sich um begrünte Innenhöfe mit genau bestimmter Funktion gruppierten. In diesen Bereich gelangte man nur durch lange und komplizierte Wege. Sie wurden nicht nur als Sicherheitsmaßnahme so angelegt, sondern sollten auch die Unzugänglichkeit der Macht symbolisieren.","quote":"Der Palast – Schauplatz der königlichen Macht"},"7fc6e76a-c529-5929-9940-9de5218a34cb":{"title":"Tierdarstellungen","description":"Im religiösen Zusammenhang wurde das Verbot von menschlichen und tierischen Darstellungen fast lückenlos und systematisch durchgesetzt. In allen anderen Bereichen der islamischen Kunst hatten reale und mythische Tiere dagegen große Bedeutung. Vögel und Hörner tragende Tiere, Drachen und Greife waren am häufigsten, Lasttiere und Nutztiere dagegen eher selten und im Zusammenhang mit einer lokalen, volkstümlichen Welt anzutreffen.","quote":"„Reale und mythische Tiere hatten große Bedeutung in der islamischen Kunst.“"},"7fdb8cb0-22ea-566f-a81b-259013b7d4a3":{"title":"Besiedlung und Alltagskultur"},"804d4535-4e46-51c6-8a4c-6dcc2261f2d1":{"title":"Wasser im Alltag"},"80b0b3fa-f2d0-572d-870a-09008ef28789":{"title":"Verwaltungsreformen","description":"Unter dem *Kalifen* Abd al-Malik ibn Marwan (Regierungszeit 685-705) begann eine politische und administrative Zentralisierung. Ein einheitliches arabisches Münzsystem wurde entwickelt, um die arabisch-sassanidischen und arabisch-byzantinischen Währungen zu ersetzen, die bis dahin im Umlauf waren.","quote":"„Ein einheitliches arabisches Münzystem wurde entwickelt, um die arabisch-sassanidischen und arabisch-byzantinischen Währungen zu ersetzen.“"},"80c86561-0d18-5f9a-a5fe-bce7f608b2e2":{"title":"Kleidung und Schmuck der Musliminnen","description":"In Ägypten gehörten der *Izar* (ein um den Rumpf und die Oberschenkel gewickeltes Tuch) und der *Mizar* (der auf Hüfthöhe außen um die Kleidung gebunden wurde) zum Standard in der Damenbekleidung. Die *Dschuba* war ebenfalls eine gängige Oberbekleidung. Sie war um die Brust herum geschlossen und öffnete sich über einem Rock. Blusen in verschiedenen Längen wurden aus Leinen oder Baumwolle genäht, wobei die Weite der Ärmel ein Indiz für den Wohlstand der Frau war. Die Schimla diente zur Verhüllung des gesamten Körpers. Außerhalb Ägyptens herrschten andere Konventionen. Die Vielfalt an Kleidung und an Kopfbedeckungen war groß. Man trug Turbane und verschiedene andere Kopftücher, ebenso wie Schals und Taschentücher.","quote":"„Außerhalb Ägyptens herrschten andere Konventionen. Die Vielfalt an Kleidung und an Kopfbedeckungen war groß.“"},"81a769fe-d87f-5009-a3e9-568e47eae420":{"title":"Moschee und Palast"},"82d1ab69-c61e-55a9-920a-bf67ddfb6bda":{"title":"Der muslimische Westen","description":"Obwohl der islamische Westen vom Atlantik bis nach Sizilien fest in die muslimische Zivilisation integriert war, bewahrte er stets besondere Eigenheiten.","extra":{"credits":"Curators & authors \nCarmen ALONSO-RODRIGUEZ, Madrid \nMaria da Conceição AMARAL, Silves \nGaspar ARANDA, Madrid \nHouria CHERID, Algiers \nLakhdar DRIAS, Argel \nNaima ELKHATIB-BOUJIBAR, Casablanca \nÁngela FRANCO, Madrid \nÁngela GARCIA-BLANCO, Madrid \nSusana GOMEZ, Mertola \nTaha KHECHINE, Kairouan \nKamal LAKHDAR, Rabat \nSantiago MACIAS, Mertola \nMohamed MEZZINE, Fez \nMargarita SANCHEZ-LLORENTE, Madrid \nClaudio TORRES, Mertola \n \nCoordination \nMiguel GARCIA, Madrid \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Während ihrer Expansion vom Nahen Osten nach Westen drangen die Muslime in die heutigen Gebiete von Tunesien, Algerien, Marokko (die sie Maghreb nannten) sowie Spanien und Portugal *(al-Andalus)* ein. Die Islamisierung war ein komplexer Prozess, der vorhandene urbane Traditionen fortführte und im 9. Jahrhundert zu einer Wiederbelebung der urbanen Strukturen führte. Trotz gelegentlicher Auseinandersetzungen förderten der Handel und die religiöse Toleranz das Zusammenleben der Religionsgemeinschaften (Muslime, Christen und Juden) bzw. der Araber mit den einheimischen Bevölkerungsgruppen. \nZunächst dem *Kalifat* von Damaskus unterstellt, wurden die *Emirate* zunehmend unabhängiger. Aufeinander folgende lokale Dynastien (Idrisiden, Umayyaden von *al-Andalus,* Ziriden, Hammadiden, Almohaden usw.) versuchten sich zu behaupten. Indem sie Paläste errichteten, die Insignien ihrer Macht zur Schau stellten und die absolute Kontrolle über ihre Herrschaftsgebiete ausübten, strebten sie danach, die östlichen *Kalifate* zu übertreffen. \nObwohl der islamische Westen vom Atlantik bis nach Sizilien fest in die muslimische Zivilisation integriert war, bewahrte er stets besondere Eigenheiten. Diese zeigen sich besonders in architektonischen und dekorativen Neuerungen orientalischen Ursprungs, die sich in al-Andalus und im Maghreb herausbildeten, bis eine für diese islamischen Gebiete charakteristische Kunst entstand. Über die Baudenkmäler hinaus hat ein reichhaltiges Erbe den muslimischen Westen bis heute nachhaltig geprägt: die Lebensart, der Geschmack, die Gesten, die Klänge, die Ausdrucksvielfalt, das Wissen.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/muslim_west/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/27/portal_image/1.jpg","display_order":7}}},"82eec7f2-6d4c-57c6-b028-8d6d584a67ec":{"title":"Der Hof"},"8319f75e-c88b-5e0d-87d1-baa20d291ec5":{"title":"Der Haram in Mekka und die Kaaba"},"8328accb-dce9-5333-9598-eb8502278b59":{"title":"Die Kunst außerhalb Istanbuls","description":"Die Politik der gesellschaftlichen Integration nomadischer Turkvölker in den neu eroberten Gebieten wurde in überwiegend von Arabern besiedelten Gegenden nicht angewandt. Doch wo immer sich eine herrschende Klasse aus Türken etablierte, entwickelte sich mit der Zeit eine breitere gesellschaftliche und politische Elite. Beamte und Soldaten wurden in das Leben der Provinzen integriert. Manche heirateten einheimische Frauen und hatten Kinder, die vor allem im Maghreb zur Entstehung einer neuen, *Kuloğlu* genannten Klasse beitrugen. Im Maghreb war auf Grund der Entfernung vom Zentrum des Reichs auch der kulturelle Einfluss Spaniens erheblich.","quote":"„Im Maghreb war auf Grund der Entfernung vom Zentrum des Reichs auch der kulturelle Einfluss Spaniens erheblich.“"},"83fcd46d-b7fd-5e22-8abd-08f76c9613a8":{"title":"Wasser im Alltag","description":"Ab dem 12. Jahrhundert wurde die Stadt Fes in Marokko aus öffentlichen Springbrunnen mit Wasser versorgt. Die Form dieser Brunnen blieb über Jahrhunderte gleich: Sie waren als Nischen in Hausmauern gebaut, von einem durchbrochenen Bogen geschützt und mit glasierten Kacheln *(Zellidsch)* ausgekleidet. Das Wasser lief aus einem Spund in ein Becken.","quote":"„Die Stadt Fes in Marokko wurde aus öffentlichen Springbrunnen *(Sikaya)* mit Wasser versorgt.“"},"84a22b47-284c-5dd3-8bd8-63874c62d17e":{"title":"Der Hof","description":"Charakteristisch für den Hof war neben der Zurschaustellung von Reichtum auch eine elegante und protokollarisch perfekte Lebensführung. Es war üblich, mit hohen Gästen oder Gesandten und Würdenträgern aus dem Ausland prunkvolle Geschenke auszutauschen. Diese Präsente verkörperten die herrschaftliche Macht. Die Widmungen und die höfische Ikonografie ihres Dekors weisen einige als ausgezeichnetes Propagandainstrument aus. \nDie große Nachfrage nach Luxusgütern durch den Hof brachte königliche Werkstätten hervor. In den Städten wurden Manufakturen gegründet, die Handel trieben und den Hof belieferten.","quote":"Elfenbeinkästen – ein Geschenk von außerordentlichem Wert"},"8677fa0d-83e5-5593-b69a-342224da5957":{"title":"Wissenschaft und Lehre","description":"Das grundlegende Bestreben der Astronomie war die Vorhersage der Planetenkonstellationen mit Hilfe von Beobachtungsdaten. Die muslimischen Astronomen entwickelten ein eigenes Instrument, um die Himmelssphären und die Bewegung und Position der Sterne im Verhältnis zur Erde zu bestimmen: das *Astrolabium*. \nDieses Instrument setzte man auch in der Schifffahrt ein. Es war von großem Nutzen bei der Orientierung und der Berechnung der Breitengrade, vorausgesetzt man kannte die Uhrzeit. Umgekehrt konnte man mit der Kenntnis des Breitengrades die Uhrzeit bestimmen.","quote":"Wissenschaftliche Technologie – das *Astrolabium*"},"87981465-ac17-588c-98d9-d4f2d4298bdc":{"title":"Die Normannen in Sizilien","description":"Die Normannen übernahmen in Sizilien von den Arabern eine Zivilisation, die mit dem griechischen, lateinischen und byzantinischen Kulturerbe verschmolz und die ersten Keime der italienischen Renaissance hervorbrachte.","extra":{"credits":"Curators & authors \nRita BERNINI, Rome \nPier Paolo RACIOPPI, Rome \nEttore SESSA, Palermo \nPaola TORRE, Rome \n \nCoordination \nIrene SALERNO, Rome \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Sizilien war ab 827 von den Armeen des *Emirs* von Kairouan besetzt und blieb bis 1061 eines der Gebiete des *Dar al-Islam* (Haus des Islam). Gleichzeitig hielten sich im östlichen Teil der Insel, der fest in der griechisch-byzantinischen Kultur verankert war, bis 965 Horte des Widerstands. \nZuwanderer aus dem Maghreb, der Iberischen Halbinsel, aus Ägypten und dem Nahen Osten: Obwohl die Zahl der Einwanderer begrenzt war, breitete sich die islamische Lebensweise rasch aus. In den zwei arabisch geprägten Jahrhunderten verbürgte das Gesetz des Koran die Ausübung des christlichen Glaubens, auch wenn es gelegentlich zu Fällen von Diskriminierung kam. \nIm Jahr 1061 brachen die Normannen von ihren Stützpunkten auf und landeten im südlichen Italien auf der Insel Sizilien. An ihrer Spitze stand das Geschlecht der Hauteville. 1094 errichtete Roger I. die Grafschaft von Sizilien. Sein Sohn und Erbe Roger II. gründete 1130 das Reich Sizilien. Dessen Nachfolger Wilhelm I. und Wilhelm II. sahen sich mit den Muslimen, Byzanz und dem Heiligen Römischen Reich konfrontiert. Dennoch führten sie Rogers Politik fort, bis sie von der schwedischen Herrschaft im Jahr 1194 verdrängt wurden. \nUnter arabischer Herrschaft lebten christliche und muslimische Gemeinschaften in friedlicher Koexistenz und sicherten den gesellschaftlichen Traditionen aus der islamischen Zeit den Fortbestand. Dies zeigte sich unter anderem darin, dass die neuen christlichen Herrscher Orte nutzten und Häuser bezogen, die nach Vorstellungen der früheren Herrscher konzipiert worden waren. \nFormen kultureller Kontinuität wurden verstärkt durch die politischen Beziehungen der Normannen zur zeitgenössischen islamischen Welt. \nEin deutlicher Beweis für den Fortbestand dieser Beziehungen nach der Errichtung des sizilianischen Königtums war der vom normannischen Herrschaftsgeschlecht bekundete Wille, Kunst und Kultur Siziliens zu erneuern und dabei weitgehend auf Vorbilder aus der Zeit der islamischen Herrschaft zurückzugreifen: Die vorhandenen, bescheidenen künstlerischen und architektonischen Formen wurden behutsam um Elemente siculo-arabischer und byzantinischer Herkunft bereichert. \nDas Resultat dieser Vorgehensweise war ein aktiver Synkretismus, der die siculo-normannische Schaffensperiode als eine der originellsten unter den künstlerischen Kulturen des Mittelmeerraums und des mittelalterlichen Europas erscheinen lässt.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/siculo_norman/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/25/portal_image/1.jpg","display_order":16}}},"89e7d33e-fcb7-5aa7-9d7f-b32dc0373d7c":{"title":"Das Zusammenleben der drei Kulturen","description":"In manchen Fällen wegen des historischen Wertes, in anderen wegen der Wiederverwendungsmöglichkeit oder einfach wegen des Materialwertes blieben Kultobjekte einer Religion in Einrichtungen einer anderen Religion erhalten. Dieser Umstand erlaubt es uns, das Kulturerbe und die verschiedenen Kulturen in der Geschichte des muslimischen Westens besser kennen zu lernen.","quote":"Die religiösen Institutionen als Bewahrer des Kulturerbes"},"8aaef163-92d1-584e-b208-20da9b7fd02e":{"title":"Kalligrafische Schulen","description":"Abhängig von den kulturellen und sozialen Strukturen in den einzelnen Regionen entwickelten sich mitunter verschiedene kalligrafische Stile zur gleichen Zeit. In den westlichen Provinzen – Nordafrika und *al-Andalus* – entstand unter maßgeblicher Einwirkung des berberischen Kulturerbes der Maghrebi-Duktus des Arabischen. Aus dem multikulturellen Sizilien unter den Normannen sind Inschriften in mehreren Sprachen erhalten, darunter auch auf Arabisch, die verschiedene Ereignisse dokumentieren oder zelebrieren.","quote":"„In den westlichen Provinzen – Nordafrika und *al-Andalus* – entstand der Maghrebi-Duktus des Arabischen.“"},"8b0e746f-e8de-560d-b25c-4bf6ebf52fe3":{"title":"Musliminnen als Stifterinnen und Wohltäterinnen"},"8b2c362e-437e-54a1-8dd6-250b89aa0eb5":{"title":"Explore Islamic Art Collections"},"8b555882-9559-52d8-ae93-cfbbd27f9bfe":{"title":"Vergnügungen und Festlichkeiten am Hof"},"8ba9ac70-d9d1-566c-a0f5-e8b951a601fd":{"title":"Moschee und Palast","description":"Im Inneren waren die Moscheen der Fatimiden reich ausgestattet, mit eleganten religiösen Inschriften und komplizierten *Arabesken* geschmückt. Als Bauherren sorgten die *Kalifen* für höchste handwerkliche Standards, denn es ging darum, die religiösen und ideologischen Anschauungen der Dynastie mit künstlerischen Mitteln zum Ausdruck zu bringen.","quote":"„Als Bauherren sorgten die *Kalifen* dafür, dass die ideologischen Anschauungen der Dynastie mit künstlerischen Mitteln zum Ausdruck kamen.“"},"8c63340a-4f5b-5eea-b058-3a168de8b461":{"title":"Die volkstümliche und religiöse Mudéjarkunst","description":"Parallel zum feudalen und bürgerlichen Mudéjar gab es einen volkstümlichen und religiösen Mudéjarstil, den man in den Pfarrkirchen der Bevölkerung und ebenso in den Stiften und Klöstern vorfand. In der religiösen Mudéjarkunst vermischten sich muslimische Konstruktionsverfahren und Dekormotive mit romanischen und gotischen Stilen. So wurde beispielsweise der Ziegel dem Stein und die Holzdecke der gewölbten Decke vorgezogen. Trotz vieler Gemeinsamkeiten weist der Mudéjarstil regionale Unterschiede auf. Dies hängt vor allem mit der langen und in Etappen vollzogenen Eroberung der einzelnen Gebiete durch christliche Herrscher zusammen.","quote":"„Die Mudéjarkunst in Kastilien und León – ‚Backsteinromanik'“"},"8c88e6e2-52cb-52db-ae22-4a2afe00294d":{"title":"Geometrischer Dekor in der Textilkunst","description":"Schrift wurde als schmückendes Motiv auch im Textildekor eingesetzt. Die kufische Schrift eignete sich durch ihren geometrischen Duktus, ihre steile und eckige Kalligrafie besonders gut. In der Regel diente sie als Besatz von Stoffbändern, konnte aber auch verschiedenen geometrischen Mustern angepasst werden oder im Inneren ihrer Buchstaben mit geometrischen Mustern verziert werden. Die Beschriftungen von Textilien verweisen auf die Herkunft der Stücke, geben Lobreden auf Allah und die Herrscher wieder oder enthalten Koransuren und Gedichte.","quote":"„In der Regel wurden Stoffbänder mit Schrift besetzt.“"},"8d1948a8-5d3f-58f4-be9a-e443a4b2078b":{"title":"Wissenschaft und Lehre","description":"Muslimische Lehre und Forschung erreichten auf dem Gebiet der Wissenschaft den weltweit höchsten Entwicklungsstand. Nach der Eroberung des byzantinischen und des sassanidischen Reichs erlaubte der Zugang zu den vorhandenen Bibliotheken den Muslimen, das gesamte in den dortigen Büchern versammelte Wissen der klassischen und östlichen Antike zu übersetzen und kennen zu lernen. Darauf basierend machten sie große Fortschritte in der Entwicklung aller Wissenschaften und – nicht zu vergessen – in ihren Religionsstudien, die das Fundament der wissenschaftlichen Erkenntnisse bildeten.","quote":"Die *Medrese* – Zentrum der Hochschulbildung"},"8d71ce09-ebae-530f-ab2a-0c71746f1822":{"title":"Islamische Gemeinden vor und nach der normannischen Eroberung"},"8fb7d82f-7aa1-51a8-a1b6-61a100dee9f6":{"title":"Die Bildsprache der Macht"},"8fc8d244-2d43-5bf9-99f7-fd9e84dcf3eb":{"title":"Jordanien","description":"Die Geschichte Jordaniens unter osmanischer Herrschaft konzentriert sich auf drei Hauptpole: die Verwaltung, die Burgen und Zitadellen, die als Zwischenstationen während des *Hadsch* dienten sowie die *Hejaz* Eisenbahn. \nDas Verwaltungssystem Jordaniens bestand vor allem in der zweiten Hälfte der osmanischen Herrschaft (1864-1918) hauptsächlich aus zwei geografischen Regionen: Ajloun und Irbid im Norden und Al Salt, Kerak, Ma'an und At-Tafilah im Süden. \nBeide Regionen waren der Gerichtsbarkeit des Gouverneurs von Syrien, der höchsten Verwaltungsbehörden in Bilad al-Sham unterstellt. Im Jahr 1878 förderten die Osmanen die Integration tscherkessischer Migranten in den arabischen Gebieten; diese errichteten neue Dörfer und Städte, unter dem Einfluss der verschiedenen Kulturen, die sich in Jordanien niedergelassen hatten.","quote":"Die Geschichte Jordaniens unter osmanischer Herrschaft konzentriert sich auf drei Hauptpole: die Verwaltung, die Burgen und Hadsch-Zwischenstationen, sowie die *Hejaz* Eisenbahn."},"906067fa-11f7-54b0-a094-74a0bbde97ff":{"title":"Kairo, Damaskus und Jerusalem: die geistigen Zentren des Mamlukenreiches","description":"Als Sitz des *Kalifats* war Kairo zugleich Zentrum der religiösen Unterweisung und der Forschung. Seine religiösen Einrichtungen – vor allem die Azhar-Universität und der *Sultan*\\-Hasan-Komplex – erhielten großzügige Spenden und Stiftungen *(Waqf*) von *Sultanen,* hohen Offizieren und Beamten zur Förderung der *sunnitischen* Theologie und der wissenschaftlichen, vor allem medizinischen, Forschung. Das Vorzeigekrankenhaus *(Bimaristan)* von *Sultan* Qalawun wurde 1284 in Kairo gebaut. Hier unterrichtete man medizinische Fachgebiete von der Chirurgie bis zur Augenheilkunde. Es gab 100 Betten, eine umfassende Bibliothek und eine Apotheke.","quote":"„Im *Bimaristan* von *Sultan* Qalawun unterrichtete man medizinische Fachgebiete von der Chirurgie bis zur Augenheilkunde.“"},"91a64bcb-07fa-5fe8-a772-1643e67fe98b":{"title":"Wasser zum Trinken und Wasser zum Waschen","description":"Da Wasser in Wüstenregionen Mangelware und daher sehr wertvoll ist, sind auch Trink- und Waschgefäße oft aufwändig verziert. In reichen Häusern – etwa im Haus des mamlukischen Statthalters von Qus in Oberägypten – gossen die Diener vor dem Essen Wasser aus Metallkrügen in spezielle Schalen, damit sich die Gäste vor und nach dem Essen die Hände waschen konnten. Unter den Mamluken wurden metallene, mit Einlegearbeiten versehene Wasserschalen nicht selten an der Innenseite mit einem Fischschwarm dekoriert. Sobald man das Gefäß mit Wasser füllte, schienen die Fische zu leben. Fische sind auch ein häufiges Motiv in der grün glasierten Töpferei der Mamluken, die chinesische Seladon-Keramik imitierte.","quote":"„In Wüstenregionen ist Wasser selten und daher sehr wertvoll.“"},"9246e5d1-d625-54a9-a9cb-348e8099b248":{"title":"Geometrischer Dekor in der Keramik","description":"Manchmal wurden geometrische Kompositionen mit pflanzlichen Motiven kombiniert. Obwohl diese der Gesamtkomposition untergeordnet waren, dienten sie zur Bereicherung des geometrischen Dekors. Sie betonten bestimmte Orientierungspunkte in der Zeichnung oder füllten den Hintergrund und die Freiflächen im geometrischen Muster aus.","quote":"„Pflanzenmotive bereicherten die geometrischen Dekorationen.“"},"9275ed46-c379-591c-b8f5-c59e0879225f":{"title":"Die Kultur des Wortes","description":"Der Brauch, die Namen und Titel eines Stifters in Inschriften zu verzeichnen und ihm Segen zu wünschen, kam dessen Wunsch entgegen, seine Großzügigkeit öffentlich kundzutun. Das galt besonders im Fall von Schenkungen an öffentliche Institutionen wie Moscheen oder *Medresen*. Manchmal wurden Gegenstände über weite Strecken an ihren Bestimmungsort transportiert, wo sie die dort ansässigen Kalligrafen zu Experimenten anregten. Einige Künstler nutzten die Kalligrafie ausschließlich zu dekorativen Zwecken und schufen Inschriften, die nicht zum Lesen gedacht waren.","quote":"„Einige Künstler nutzten die Kalligrafie ausschließlich zu dekorativen Zwecken und schufen Inschriften, die nicht zum Lesen gedacht waren.“"},"929519b4-bcdf-5831-adb9-06ef4ef80b6b":{"title":"Diplomatischer Austausch und Handelskontakte mit der Welt","description":"Unter den Mamluken entstanden in Kairo, Damaskus und Jerusalem zahlreiche Märkte oder Handelszentren *(Karawansereien,* auch bekannt unter den Namen *Suq, Khan* und *Wikala)*. Sie waren eine Anlaufstelle für Kaufleute und Karawanen aus fernen Ländern. Die internationale Vielfalt der in den *Wikalas* erhältlichen Waren – darunter Textilien und Töpferwaren – inspirierte auch die Handwerker vor Ort. Durch umfangreiche Aufträge stimulierten die Mamluken die Produktion in ihren *Sultanats*\\-Werkstätten und bereicherten das Angebot auf den städtischen Basaren in ganz Ägypten und Syrien. Als Folge erreichte das Kunsthandwerk ein bis dahin unbekanntes Niveau hinsichtlich Qualität und künstlerischer Gestaltung.","quote":"„Die Mamluken stimulierten die Produktion in den *Sultanats*\\-Werkstätten und bereicherten das Angebot auf den städtischen Basaren in ganz Ägypten und Syrien.“"},"93c54687-ed57-54c6-8dc9-82032411c77b":{"title":"Geometrischer Dekor in der Buchkunst"},"93d8ebf1-31d8-5e89-966d-89b3cb0abebd":{"title":"Christen unter umayyadischer Herrschaft"},"94130d65-0910-5b0b-a913-78dfa23191b4":{"title":"Das Heilige Land der drei Religionen"},"94a60eaa-c709-51fa-b5cd-f7f16a0f40a8":{"title":"Tunesien"},"94fec78e-a38a-50eb-964d-7cb6963f9585":{"title":"Türkei","description":"Die Bewunderung der Osmanen für westliche Kunst, Architektur und Städtebau führte zur Entstehung eines neuen Geschmacks während der Tulpenzeit (1718-1730). In den darauffolgenden Jahrzehnten wurden zunehmend Elemente des Barock und Rokoko in den osmanischen Stil aufgenommen. Eine zunehmende Verbreitung des Empire-Stils, des Neo-Klassizismus und des Eklektizismus im 19. Jahrhundert waren die Folge.","quote":"„Die Bewunderung der Osmanen für westliche Kunst, Architektur und Städtebau führte zur Entstehung eines neuen Geschmacks während der Tulpenzeit (1718-1730).”"},"955c7ce6-0ff9-5519-9478-5130c4e3d1c8":{"title":"Wasser zum Trinken und Wasser zum Waschen","description":"Waschen und Trinken sind unerlässlich für die meisten Lebewesen. Bei Muslimen erfordert der Glaube rituelle Waschungen vor dem Gebet. Daher gibt es in Moscheen Wasserbecken, die manchmal mit Pflanzenmustern und Inschriften dekoriert sind. Damit Pilger auf ihren langen Reisen genug zu trinken hatten, trugen fast alle eine eigene Wasserflasche aus Ton mit sich.","quote":"„Fast alle Pilger trugen eine Wasserflasche aus Ton mit sich.“"},"95694260-7655-5184-a4d8-7c24d7fd8562":{"title":"Verwaltungsreformen","description":"In den ersten 70 Jahren ihrer Herrschaft verzichteten die Muslime darauf, eine neue arabischsprachige Verwaltung ihrer Gebiete einzuführen. Jede Provinz behielt die Traditionen vorangegangener Herrscher bei. In Syrien wurde bei den Steuerbehörden griechisch gesprochen, und die Verwaltung lag nach wie vor in den Händen christlicher Syrer. Allerdings führten die Araber ein System der Umverteilung ein, bei dem jeder volljährige Bürger der neuen muslimischen Staaten Anspruch auf regelmäßige Zuwendungen hatte. Dieses System finanzierte sich aus Steuern, die bei der Lokalbevölkerung erhoben wurden. Die wichtigsten dieser Abgaben waren eine einheitliche, in Naturalien oder Geld zu entrichtende Grundsteuer namens *Kharadsch* und eine einkommensabhängige Kopfsteuer, die *Dschizya,* die jeder volljährige Nichtmuslim zu bezahlen hatte. Priester, Mönche und Behinderte waren von dieser Abgabe befreit.","quote":"„Jede Provinz behielt die Traditionen vorangegangener Herrscher bei.“"},"968db63b-b20a-5f2d-94c5-02edf7fd6fea":{"title":"Die Tafelkultur"},"96e50aab-a868-5824-b376-8cdd7e37d384":{"title":"Figurative Kunst","description":"„Menschliche Figuren, Säugetiere und Vögel finden sich in der islamischen Kunst und Architektur von frühester Zeit an kontinuierlich in allen Medien, Zeiten und Regionen.“","extra":{"credits":"Curators & authors \nManal BASYOUNI, Aqaba \nGhazi BISHEH Amman \nJens KRÖGER, Berlin \nAida NAGHAWI DODO, Amman \nMohammad NAJJAR, Amman \nSamarah WOROUD, Irbid \n \nCoordination \nGhada AL-YOUSEF, Amman \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Menschliche Figuren, Säugetiere und Vögel finden sich in der islamischen Kunst und Architektur von frühester Zeit an kontinuierlich in allen Medien, Zeiten und Regionen. Obwohl die figürliche Darstellung in der Kunst der Muslime nie vorherrschend war, gab es sie anders als in der Spätantike in vielen verschiedenen Formen (als Malerei, Relief und Skulptur) und Materialien (Stein, Mosaik, Stuck, Elfenbein, Glas, Keramik, Metall, Holz, Textilien, Leder und Papier). \nDie figurative islamische Kunst behandelte ein breites Spektrum von Themen und Sujets: von der Religion (etwa die *Isra* genannte, mystische Reise des Propheten von Mekka nach Jerusalem oder die *Miradsch,* seine Himmelfahrt) bis zu weltlichen, höfischen Szenen des Musizierens, der festlichen Bankette und der Jagd. Im Gegensatz zum Christentum enthält sich der Islam im Zusammenhang der religiösen Praxis jeder figurativen Verbildlichung. Darüber hinaus scheint es, als habe die islamische Kunst und Kultur die Verwendung figurativer Bildsymbole als Ausdrucksmittel auf ein Minimum reduziert. Entgegen einer weit verbreiteten Überzeugung gründet dies aber nicht auf einem entsprechenden Verbot im Koran. Darstellungen von Menschen und Tieren waren und sind nur in religiösen Gebäuden wie Moscheen verboten. \nIn ihrer Entstehungsphase verband die figurative islamische Kunst verschiedenste Einflüsse und Prototypen aus der griechischen Klassik und der Spätantike, aus Byzanz und der Kunst der Sassaniden. Später wurden noch andere Traditionen aus Mittelasien, Indien, China und Europa integriert. Das Ergebnis war eine reichhaltige Synthese, die trotz der vielen disparaten Vorläufer einen unverwechselbar islamischen Charakter entwickelte.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/figural/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/20/portal_image/1.jpg","display_order":12}}},"97f0d7d4-686c-530b-b13e-3459e7fb2772":{"title":"Prunkvolle Schneiderkunst: Tiraz und zeitgenössische Kostüme","description":"In der gesamten fatimidischen Zeit war Ägypten für seine hervorragenden und luxuriösen Textilien berühmt. Am begehrtesten waren die Produkte der so genannten Dar-*Tiraz*\\-Werkstätten in Städten wie Damietta, Dabiq, Tanis, Alexandria und Schata. Das persische Wort *Tiraz* bezeichnet ein besticktes Zierband am Rand eines Tuches oder am Besatz von Kleidungsstücken. Auf dem *Tiraz* fanden sich immer ein Segensspruch und der Name des herrschenden *Kalifen* oder hochrangigen Auftraggebers, für den das Stück gefertigt worden war. In jeder *Tiraz*\\-Werkstatt gab es einen Meister, der für Herstellung, Verpackung und Transport der Textilien verantwortlich war. Er genoss hohen Rang und Ansehen, hatte ein hohes Einkommen und wurde mit einer Willkommensprozession geehrt, wann immer er Kairo besuchte.","quote":"„Das fatimidische Ägypten war für seine *Tiraz*\\-Textilwerkstätten berühmt.“"},"9829971b-8342-5ad0-adce-e00bc28b63c2":{"title":"Die Bedeutung einzelner Pflanzen und Blumen","description":"Die muslimische Kultur entwickelte schon früh eine tiefe Zuneigung zu Pflanzen und Blumen. Gärten wurden sorgsam gepflegt. Bestimmte Pflanzen kultivierte man nicht nur wegen ihrer Schönheit oder Heilwirkung, sondern auch wegen ihrer religiösen oder poetischen Symbolkraft. Als Wunder der Natur waren die Pflanzen zugleich ein weiterer Beweis für die schöpferische und lebensspendende Macht Allahs. Ihr jährliches Blühen und Vergehen nahm man zum Anlass für die Betrachtung der Sterblichkeit des Menschen und der vom Islam verheißenen Auferstehung aller wahren Gläubigen zu einem ewigem Leben im Paradies.","quote":"„Bestimmte Pflanzen wurden wegen ihrer religiösen oder poetischen Symbolkraft ausgewählt.“"},"982c8126-411c-56dc-8e82-defe108e4e2e":{"title":"Der Export von Luxusgütern","description":"Die Schönheit und Kunstfertigkeit der islamischen Kunst wurde im Westen über Jahrhunderte hoch geschätzt. Im Mittelalter galten Textilien und kunsthandwerkliche Erzeugnisse aus dem Nahen Osten als begehrte Vervollständigung eines Kirchenschatzes. Mit dem Aufstieg des Osmanischen Reichs und der Entwicklung der Weltwirtschaft wuchs überall die Nachfrage nach Erzeugnissen seiner Handwerksproduktion. Ein großer Teil der heute noch erhaltenen osmanischen Kunst wurde deshalb ursprünglich für den Export produziert. Das Bild des Osmanischen Reichs als eines Landes voller Überfluss und Reichtum festigte sich hauptsächlich durch solche Kunstwerke, die über ein Netz von Basaren und Warenlagern vertrieben wurden.","quote":"„Erzeugnisse der osmanischen Handwerksproduktion waren weltweit gefragt.“"},"985ee9aa-03b0-5c47-b575-bf5cdd263b4b":{"title":"Die Verwaltung des Wohlstands","description":"Da die Abbasiden in ihrem Reich eine wachsende Bevölkerung zu versorgen hatten, waren sie sich der Bedeutung einer sorgfältigen Stadtplanung bewusst. Eine ganze Reihe neuer Städte entstand, bei deren Planung die Verkehrs- und Transportwege besondere Berücksichtigung fanden. Die Aghlabiden erbauten etwa acht Kilometer außerhalb von Kairouan die Palaststadt Raqqada mit Parks und Gärten. Im abbasidischen Syrien entstanden neue Wohnviertel beispielsweise in Kharab Sayyar, einer befestigten Stadt an der wichtigsten Verkehrsverbindung zwischen al-Raqqa und dem irakischen Mosul.","quote":"„Beim Bau ihrer Städte achteten die Abbasiden besonders auf Verkehrs- und Transportwege.“"},"98c2e587-fe2e-561f-800d-0429b0889c72":{"title":"Geometrischer Dekor in der Architektur","description":"Die Wände wurden mit Paneelen und Friesen verkleidet. Ihre geometrischen Reliefs waren ursprünglich wie prächtige Textilien farbig gefasst. \nZu den dreidimensionalen Ornamenten an Eingangsportalen und Kuppeln gehören die im Westen *Muqarbas* und im Osten *Muqarnas* genannten Dekorformen. Dieser architektonische Schmuck besteht aus unterschiedlich geformten prismatischen Elementen, die zusammengefügt wurden. \nInschriftenfriese mit einem geometrisch angeordneten kalligrafischen Dekor als Variante des *Kufi*\\-Duktus bildeten den Abschluss von Mauern religiöser und säkular genutzter Gebäude.","quote":"„Die Wände wurden wie prächtige Textilien mit Paneelen und Friesen verkleidet.“"},"9925ba99-2ee6-5c86-a78c-af21daac6624":{"title":"Türkei"},"9b603cf4-3d1b-5d98-b644-0c415a7c2a10":{"title":"Die Beschützer der Heiligen Stätten"},"9bff6ece-d3d2-5f2a-b7cc-fb1f33c3e113":{"title":"Kunstförderung durch die Machthaber"},"9d1ba52c-7e9b-5e9d-9ef2-729fa7e30e96":{"title":"Die Aghlabiden – ein Schutzschild der Abbasidendynastie","description":"Die Aghlabiden errichteten mehrere große Bauwerke in Kairouan, Monastir, Sousse und Tunis. *Ifriqiya* wurde zur wichtigsten Handelsverbindung zwischen Ost und West, ebenso wie zwischen *al-Andalus* (Spanien) und Sudan. Die Landwirtschaft florierte in der Provinz ebenso wie die Weberei, die Keramikherstellung und andere Industrien. Der Niedergang der Aghlabiden hatte vor allem mit der Verschwendungssucht und Frivolität zu tun, die unter Ziyadat Allah III. (903-909) herrschten. Die allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerung führte dazu, dass *Ifriqiya* ohne Widerstand in die Hände der Fatimiden fiel.","quote":"*„*Ifriqiya *wurde zur wichtigsten Handelsverbindung zwischen Ost und West, ebenso wie zwischen* al-Andalus *und Sudan.“*"},"9d1c91d5-e536-5351-9c97-8a1d1755f2dd":{"title":"Kalligrafische Schulen","description":"Kalligrafen wurden von anerkannten Meistern ihres Fachs an Akademien ausgebildet. Viele erhielten eine Anstellung am Hof oder in der staatlichen Verwaltung. Einige Beamte, etwa der abbasidische *Wesir* Ibn Muqla, wurden berühmte Kalligrafen. Ibn Muqla verfasste ein Handbuch über die Grundlagen der perfekten Schrift, das für viele Generationen nachfolgender Kalligrafen zu einem Standardwerk wurde.","quote":"„Einige Beamte, etwa der abbasidische *Wesir* Ibn Muqla, wurden berühmte Kalligrafen.“"},"9d838b06-c754-52b5-b005-6c418fbd4fdc":{"title":"Der Schmuck: Reichtum, Prestige und Schutz","description":"Schmuck wurde von den Muslimen seit jeher geschätzt. Männer schmückten damit ihre Gewänder und Turbane, gelegentlich übernahmen sie den weiblichen Brauch, Ohrringe zu tragen. Dennoch waren die hauptsächlichen Schmuckträger Frauen, die unabhängig von ihrem sozialen Stand Schmuck zur persönlichen Zierde nutzten. Der nasridische Autor Ibn al-Khatib berichtet von dem Wettkampf rivalisierender Frauen in Granada, die sich in der Kunst des Schmückens mit Juwelen und Gewändern gegenseitig überboten: „[Sie] haben es heutzutage leider mit ihrem Putz, ihrer Schminke und Prahlerei sowie ihrem Verlangen nach reichen Stoffen und Schmuckstücken soweit getrieben, dass es eine Zügellosigkeit ist.“","quote":"Statussymbol"},"9da4357e-97c6-5bd4-aadd-f2077c7eccf0":{"title":"Reisen und Handel","description":"Unter der Regentschaft der *Atabege* und Ayyubiden entwickelten sich die Städte Syriens und Dschaziras zu wichtigen politischen, ökonomischen und kulturellen Zentren. Die Region zog Soldaten, Gelehrte, Händler und Handwerker an, entwickelte sich zu einer kulturellen Drehscheibe, einer multiethnischen und multilingualen Gesellschaft aus Arabern, Persern, Türken und Kurden.","quote":"„Die Region zog Soldaten, Gelehrte, Händler und Handwerker an.“"},"9e30bc38-26f6-5892-9b38-6c81101cb0d5":{"title":"Kleidung und Schmuck der Musliminnen","description":"Der Islam ermahnt Männer und Frauen, sich bescheiden zu kleiden. Von Musliminnen wird erwartet, dass sie ihre Köpfe bedecken und langärmelige Kleidung tragen, die vom Hals bis zu den Knöcheln reicht. Abgesehen von dieser allgemein akzeptierten Regel hat die Kleidung der Musliminnen von einer Kultur und Epoche zur anderen eine große Vielfalt an Stoffen, Schnitten und Kombinationen entwickelt. Ebenso vielfältig waren im Laufe der Zeit die Kopfbedeckungen und Accessoires. Die Gesellschaftsschicht und der ethnische Hintergrund einer Frau beeinflussten zu allen Zeiten ihr Erscheinungsbild.","quote":"„Der Islam ermahnt Männer und Frauen, sich bescheiden zu kleiden. Von Frauen wird erwartet, dass sie ihre Köpfe bedecken.“"},"9f0c366a-10e7-53d5-91e8-2d8a35ffc22a":{"title":"Geometrischer Dekor","description":"Muslimische Künstler haben den geometrischen Dekor nicht erfunden, sondern auf der Grundlage der römischen, byzantinischen, persischen und berberischen Kunst weiterentwickelt und perfektioniert.","extra":{"credits":"Curators & authors \nCarmen ALONSO-RODRIGUEZ, Madrid \nMaria da Conceição AMARAL, Silves \nGaspar ARANDA, Madrid \nHouria CHERID, Algiers \nLakhdar DRIAS, Argel \nNaima ELKHATIB-BOUJIBAR, Casablanca \nÁngela FRANCO, Madrid \nÁngela GARCIA-BLANCO, Madrid \nSusana GOMEZ, Mertola \nKamal LAKHDAR, Rabat \nSantiago MACIAS, Mertola \nMohamed MEZZINE, Fez \nMargarita SANCHEZ-LLORENTE, Madrid \nClaudio TORRES, Mertola \n \nCoordination \nMiguel GARCIA, Madrid \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Die Dekormotive sind in der muslimischen Kunst vorherrschend geometrisch bestimmt. Derartige Motive tauchen in der Architektur wie auch im Kunstgewerbe (Keramik, Textilien, Buchmalerei) auf. Unabhängig von Material, Format und Herstellungstechnik sind sie sehr einheitlich gestaltet. \nMuslimische Künstler haben den geometrischen Dekor nicht erfunden, sondern auf der Grundlage der römischen, byzantinischen, persischen und berberischen Kunst weiterentwickelt und perfektioniert. \nDie Virtuosität der Muslime auf diesem Gebiet gründet unter anderem auf dem im Islam weit verbreiteten Interesse an Mathematik, beispielsweise an den Lehren des Pythagoras. \nBesonders auffällig ist dies bei den geometrischen Schleifen, die von der vorislamischen Ornamentik übernommen wurden. Diese wurden bis hin zu komplexen Mustern von ineinander verschlungenen Bändern *(Lacerías)* verfeinert. Ausgehend von der Kreisform entwickelte sich mit verschiedenen Werkstoffen und Maßstäben eine außergewöhnliche Bandbreite geometrischer Figuren: Quadrate, Rauten, Sechsecke, Achtecke sowie sechs-, acht-, zehn-, zwölf- oder mehrzackige Sterne. Bei der Musterbildung folgte man den Prinzipien der symmetrischen Wiederholung, der Vervielfältigung oder der Teilung. \nDie reiche Polychromie und das raffinierte Changieren der Farbnuancen betonen die Dekormuster und täuschen mehrere Bildebenen vor. Bei der Gestaltung von prachtvollen Dekorationen mit perspektivischen Effekten wurden Motive wie das Rautennetz *(Sebka)* wiederholt, kontrastreiche Texturen geschaffen oder die weit verbreiteten *Muqarnas*\\-Formen verwendet. \nGeometrische Motive, wie manche Abstraktionen naturalistischer Motive, können entsprechend der Funktion der Kunstobjekte und Gebäude einen eigenen Symbolgehalt haben.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/geometric/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/21/portal_image/1.jpg","display_order":14}}},"9f7848ae-c4b1-5425-8491-708ef71e028d":{"title":"Der Umgang mit dem Wasser","description":"Muslimische Gesellschaften konnten zum Teil die alten römischen Anlagen der Wasserversorgung weiter nutzen. Doch der Beitrag der islamischen Kultur war ebenso bedeutend. Die umfangreiche Einwanderung von Arabern und das Wachstum der Bevölkerung führte zur Entstehung einer neuen Grundbesitzerklasse, die in die landwirtschaftliche Produktion investierte. Als Folge arbeiteten die islamischen Dynastien an der Weiterentwicklung der von den Römern übernommenen Bauten. Beispiele dafür sind die vielen Wassersysteme mit ihren unterirdischen wie offenen Kanälen, Aquädukten, Zisternen, Dämmen, Regenwasserspeichern und Wasserrädern *(Noria)*.","quote":"„Das römische Erbe des Wasserbaus wurde von den islamischen Dynastien weiter entwickelt.“"},"9faade38-b220-5c24-8c3c-705dc77ce345":{"title":"Kleidung und Schmuck der Musliminnen","description":"Kleidungsstücke wurden oft mit Haken und Schnallen geschlossen. Reiche Frauen konnten sich Stücke aus Gold und Silber leisten, die zugleich funktional und dekorativ waren. \nJuwelen waren weithin in Gebrauch, um die Wirkung der Kleidung zu erhöhen. Frauen aus allen Schichten der Gesellschaft zeigten bei öffentlichen Anlässen stolz ihr Geschmeide. Die Juwelen sollten zugleich schmücken und den erreichten Wohlstand zur Schau stellen. Schmuck wurde aber auch als Wertanlage gesammelt und in Notzeiten zu Geld gemacht. Manchmal bezog die Schmuckgestaltung Koranverse, Gebete oder Glück bringende Talismane mit ein, um den „bösen Blick“ abzuwehren.","quote":"„Juwelen waren weithin in Gebrauch, um die Wirkung der Kleidung zu erhöhen.“"},"a04edab2-8889-509d-8f02-71d9be653c47":{"title":"Königinnen und Prinzessinnen: Die Nachfahren von Fatima al-Zahra","description":"Zahlreiche fatimidische Prinzessinnen betätigten sich im gesamten *Kalifat* als Stifterinnen für Palastbauten und religiöse Einrichtungen. Wir wissen, dass ein Saal im Westpalast von Kairo für Sitt al-Mulk, die Schwester des *Kalifen* al-Hakim bestimmt war und dass er mit geschnitzten Holzpaneelen verkleidet war, die Jagdszenen und Darstellungen des höfischen Lebens zeigten. Ebenfalls in Kairo stiftete Sayyida Ulam al-Ameriyya, die Frau des *Kalifen* al-Amir bi Ahkam Allah (Regierungszeit 1101-30) einen reich verzierten Schrein zu Ehren von Sayyida Ruqayya, der Tochter von Iman Ali ibn Abi Talib, dem vierten „rechtgeleiteten“ *Kalifen*. Der Schrein erinnert mit Kalligrafien im *Kufi*\\-Duktus an die Stifterin. Seine wunderbare Gebetsnische (*Mihrab*) war aus indischem Teakholz geschnitzt.","quote":"„Fatimidische Prinzessinnen betätigten sich im gesamten *Kalifat* als Stifterinnen von Palastbauten und religiösen Institutionen.“"},"a09c8ed7-01f3-5c9b-bd21-96a1d81c4678":{"title":"Frauen","description":"„Der Islam gesteht den Frauen eine vollwertige Rolle in der Gesellschaft zu. Musliminnen haben in den Gesellschaften, in denen sie lebten, immer einen aktiven Beitrag geleistet – sei es im privaten Bereich, im Beruf, als Stifterinnen und Wohltäterinnen oder in den Künsten.“","extra":{"credits":"Curators & authors \nMohammad ABBAS, Cairo \nNoorah AL-GAILANI, Glasgow \nUlrike AL-KHAMIS, Edinburgh \nJamila BINOUS, Tunis \nAicha BENABET, Tunis \nHouria CHERID, Algiers \nElsayed HAMAD, Cairo \nMourad RAMMAH, Kairouan \nSalah SAYAOUR, Cairo \nTarek TORKY, Cairo \n \nCoordination \nEnaam Selim, Cairo \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Der Islam gesteht den Frauen eine vollwertige Rolle in der Gesellschaft zu. Ihre Rechte und Pflichten und ihr Status werden im Koran beschrieben und sind in der Scharia, der islamischen Gesetzgebung, geregelt. Doch der Islam war als Glaubenssystem nie so homogen, dass er in der gesamten muslimischen Welt und ihren verschiedenen Kulturen auf einheitliche Art und Weise verstanden worden wäre. Jede Gesellschaft interpretierte den Islam auf der Grundlage ihres lokalen kulturellen Erbes. Es gibt daher auch kein einheitliches Rollenmodell der Frau in der islamischen Gesellschaft. Die muslimischen Frauen mussten sich mit einem regional unterschiedlich ausgeprägten, zum Teil vorislamischen patriarchalischen Kulturerbe auseinander setzen. Neben ihren umfangreichen Aufgaben im Leben bedeutete das ein kontinuierliches Ringen um ein besseres Leben und eine gerechte soziale Ordnung. \nIm Laufe der Jahrhunderte lebten viele muslimische Frauen, die zu Vorbildern für andere wurden. Das gilt vor allem für Sayyida Khadidscha bint Khuwaylid al-Asadi, die erste Frau des Propheten Muhammad. Sie war eine unabhängige und mächtige Geschäftsfrau, und sie unterstützte den Propheten entscheidend bei seiner Mission. Einige andere berühmte Frauen waren: die Mystikerin und Schriftstellerin Sayyida al-Manubiyya im mittelalterlichen Tunesien, die bedeutende Richterin Maryam bint Abd al-Rahman im Palästina des 14. Jahrhunderts, die einen eigenen Kommentar der *Hadithe* („Sprüche des Propheten“) verfasste, oder auch Huda Scharawi, eine Vorkämpferin für Frauenrechte in arabischen und muslimischen Gesellschaften im 19. Jahrhundert. \nHistoriker berichteten zumeist von den öffentlichen Leistungen der Frauen aus den oberen Schichten und von ihren Beziehungen zu den jeweiligen Herrschern. Erhaltene Gebäude und luxuriöse Kunstgegenstände sind Zeugen ihres Einflusses und ihrer Stiftungstätigkeiten. Da sich die Geschichtsschreibung andererseits lange Zeit nur für die Eliten interessierte und auch von der kunsthandwerklichen Produktion insgesamt nur sehr wenig erhalten ist, wissen wir kaum etwas über das Leben der Musliminnen aus einfachen Verhältnissen. Einige Einblicke lassen sich gewinnen, indem man Handwerke wie die Weberei, Stickerei und Töpferei untersucht, in denen Frauen arbeiteten. Auch Dokumente von Ämtern und Gerichten, die mit Eheschließungen, Scheidungen oder dem Erbrecht von Frauen zu tun haben, sind manchmal aufschlussreich.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/women/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/23/portal_image/1.jpg","display_order":9}}},"a0cc97a9-d2a3-5089-88c2-b997f283e950":{"title":"Die Tafelkultur","description":"Die Tafelkultur war im Palast der Osmanen von besonderer Bedeutung. Für fast jedes Gericht gab es einen eigenen Küchenchef – einen für Suppen *(Çorbacıbaşı),* einen für Halva *(Helvacıbaşı)* usw. Vor Banketten und Abendessen im Monat Ramadan wurde der Boden mit Stoffen ausgekleidet, auf denen man Kissen verteilte. Inmitten der Kissen wurde ein kupfernes, silbernes oder aus anderem, vergoldeten Metall bestehendes Tablett mit Löffeln aus Muscheln, Korallen, Elfenbein oder Knochen platziert. Die Speisen wurden nach einer alten Tradition in festgelegter Reihenfolge aufgetragen. Das erste Gericht bestand aus einer Suppe, die in einzelnen Portionen verteilt wurde. Dann folgte eine Hauptspeise aus Rind-, Lamm- oder Hühnerfleisch in riesigen, *Kuşhane* genannten Metalltöpfen mit Deckeln zum Warmhalten. Zu diesem Hauptgericht gab es Getränke. Abschließend wurden Süßigkeiten wie Zerde, Baklava und Halva serviert.","quote":"„Für fast jedes Gericht gab es einen eigenen Küchenchef – einen für Suppen, einen für Halva usw.“"},"a1627728-24d7-5242-9f95-1b065c869096":{"title":"Vergnügungen und Festlichkeiten am Hof","description":"Die Fatimiden widmeten sich verschiedenen Aktivitäten im Freien und pflanzten aufwändige Blumen- und Obstgärten. Besucher wurden eingeladen, im Palastbezirk spazieren zu gehen und die Zierbrunnen und Klänge der Wasserspiele zu genießen. Einige *Kalifen* hatten Zoos mit exotischen Tieren aller Art. Außerhalb des Palastes vergnügten sich die höfische Gesellschaft und die ägyptische Oberschicht mit Sportarten wie Reiten und Jagen. Vögel, Hasen und Gazellen wurden dabei mit Hilfe von Raubvögeln, Hunden und Pferden erlegt. Polo, Gefechte mit Streitkolben und Speerwurf waren ebenfalls beliebte Sportarten.","quote":"„Die Fatimiden widmeten sich verschiedenen Aktivitäten im Freien und pflanzten aufwändige Blumen- und Obstgärten.“"},"a1f710c0-f3ac-5a24-a8f4-4bfadf1b55e4":{"title":"Geometrischer Dekor in der Keramik"},"a2d6b201-caf9-5fdf-9be7-286d4b763f71":{"title":"Kunstförderung durch die Machthaber","description":"Große Bauprojekte wurden zu Gunsten der Bevölkerung und der herrschenden Eliten in Angriff genommen. Die Stadt Amman etwa hatte ihren Palastkomplex, eine Moschee, einen Markt und einen Wasserspeicher. All diese Bauten dienten der Regierung und Verwaltung des Landes ebenso wie den Einwohnern. Es entstanden außerdem Dämme, Zisternen und Brücken zur Verbesserung der Infrastruktur. \nZu den architektonischen Leistungen der Umayyaden gehörte auch die Gründung ganzer Städte und Stadtteile, etwa der Palast- und Verwaltungskomplexe in Jerusalem und Amman, wo Palast und Gemeindemoschee nebeneinander eine zentrale Stellung in der Stadt einnahmen.","quote":"„Große Bauprojekte wurden zu Gunsten der Bevölkerung und der herrschenden Eliten in Angriff genommen.“"},"a33e8d0d-78bb-5e1f-bf96-8cdd1b65b6f8":{"title":"Diplomatischer Austausch und Handelskontakte mit der Welt","description":"Während ihrer gesamten Herrschaft unterhielten die Mamluken enge diplomatische Verbindungen zu den südeuropäischen Mächten Kastilien und Sizilien, zu den italienischen Republiken und zu Byzanz, ebenso wie zu den Mongolen und dem Fernen Osten. Auf höchster Ebene wurden in Ägypten und Syrien hergestellte Luxusartikel als diplomatische Geschenke ausgetauscht, um die politischen Verbindungen zu festigen. Internationale Beziehungen wurden gleichzeitig durch den Handel in großem Stil intensiviert.","quote":"„Diplomatische Geschenke aus Ägypten und Syrien festigten die politischen Beziehungen.“"},"a4a1d940-8c79-56af-9276-3b8d7e1c6911":{"title":"Die Kunst außerhalb Istanbuls","description":"Die Kunst außerhalb der Hauptstadt lässt sich nach Regionen einteilen. Während in Anatolien mehr ursprünglich türkische Elemente dominierten, bildeten sich weiter im Süden diverse Synthesen aus der reichen Tradition vor Ort und dem Stil der Osmanen heraus. Die nicht muslimischen Minderheiten leisteten ebenfalls entscheidende Beiträge. Unter dem Einfluss des architektonischen und künstlerischen Kanons, der im osmanischen Palast gepflegt wurde, mischte sich das Kulturerbe des Nahen Ostens – die Kunst der Umayyaden, Abbasiden, Ayyubiden, Fatimiden und Mamluken – mit osmanischen Elementen.","quote":"„Das Kulturerbe des Nahen Ostens – die Kunst der Umayyaden, Abbasiden, Ayyubiden, Fatimiden und Mamluken – mischte sich mit osmanischen Stilelementen.“"},"a52fece5-e533-5203-bd90-001ae174dfca":{"title":"Königliche Kunst und Architektur"},"a54056db-53e8-5044-b4c1-ab40a258ab5b":{"title":"Kunst in Gebetsräumen","description":"Während durch das Buntglas mit Blumenmotiven Licht in das Innere der Moschee drang, trugen hängende Öllampen aus Glas mit den Symbolen des *Sultanats* und Versen des Koran zur sakralen Atmosphäre bei. Die Gebetsteppiche wurden in den Palastwerkstätten entworfen und ähnelten in der Musterung frappant den Fliesendekorationen an den Wänden. Koranständer und -schränke, sowie *Minbare* waren weitere Gegenstände, in denen der Glaube am Ort des Gebets zu künstlerischem Ausdruck fand.","quote":"„Koranständer und -schränke, sowie *Minbare* waren weitere Gegenstände, in denen der Glaube am Ort des Gebets zu künstlerischem Ausdruck fand.“"},"a558466d-1411-5f51-bb99-70959fe5d70a":{"title":"Geometrischer Dekor in der Textilkunst","description":"Der Textil-, Gewebe- und Teppichdekor wurde von geometrischen Formen beherrscht, meist schlichte, zickzackförmige Streifen oder Linien, die kastenförmige Muster bildeten. Bereits sehr früh traten aber auch figurative Darstellungen auf, beispielsweise Wappentiere. Obwohl sie schematisch und unmodelliert dargestellt wurden, kann man die ursprünglichen Vorbilder erkennen. In der Farbgestaltung überwogen die Grundfarben Blau, Gelb und Rot und ihre jeweiligen Schattierungen. Für schimmernde Glanzeffekte wurden zudem Gold- und Silberfäden eingewebt. \nDie größte Innovation innerhalb des Teppichdekors war eine so umfassende Stilisierung, dass figürliche Darstellungen nahezu unkenntlich wurden. Häufig wurden die Teppichfelder in polygonale Medaillons unterteilt.","quote":"„Figurative Darstellungen wie beispielsweise Wappentiere traten als Gestaltungselemente auf.“"},"a63d73d1-ce20-5a6f-9699-40bef46f5a8e":{"title":"Der Schmuck: Reichtum, Prestige und Schutz","description":"Während des gesamten Lebens einer Frau waren Schmuckstücke gegenwärtig. Als Mädchen trug sie Amulette zum Schutz vor dem bösen Blick. Zu ihrer Verlobung erhielt sie von ihren Eltern neben der Aussteuer den Familienschmuck, der Bräutigam schenkte ihr Schmuck und Zierrat. Derart ausgestattet nahm sie am Hochzeitstag den Ehrenplatz ein. \nDie vom Bräutigam geschenkten sowie später erworbenen Schmuckstücke gehörten zum unveräußerlichen Eigentum der Frau.","quote":"Unveräußerliches Eigentum der Frau"},"a68e0dec-446e-5c8a-bf2e-1f05f0f0e7fb":{"title":"Die andalusisch-maghrebinische Kunst","description":"Die islamische Kunst zeigt eine deutliche Vorliebe für den Dekor von Innenräumen und Türen. Die andalusisch-maghrebinische Kunst setzt darüber hinaus systematisch dekorative Bögen und Kapitelle ein. \nObwohl der Hufeisenbogen äußerst charakteristisch ist, entwerfen die Künstler neue Bogentypen oder kombinieren sie auf vielfältige Weise. Dasselbe lässt sich für die Kapitelle feststellen: Die Variation der Proportionen und die Verfeinerung der römisch-byzantinischen Pflanzenmotive bildeten einen eigenständigen Kapitellstil. \nAusgangspunkt dieser Architektur ist die Moschee von Córdoba.","quote":"Von der Kunst der *Emirate* zur Kunst der *Taifas –* Entstehung und barocke Fülle"},"a787ec88-bc49-5171-bf60-265ba0253dd4":{"title":"Kalligrafie an Gebäuden"},"a83b5614-7afc-5fae-8115-5fbbcede5144":{"title":"Die Verwaltung des Wohlstands","description":"Der abbasidische *Kalif* al-Mutawakkil (Regierungszeit 847 bis 861) befahl den Bau einer anderen genialen Anlage am Nil: des Nilometers. Mit dessen Hilfe ließ sich das Ausmaß der alljährlichen Überflutung messen. Auf der Grundlage dieser Messungen berechneten die Behörden den voraussichtlichen Ernteertrag und die Steuern, die die Bauern zahlen mussten. Der Nilometer half außerdem der Bevölkerung, sich auf den Nahrungsmangel in Trockenzeiten rechtzeitig einzustellen. Das trug wesentlich zur Gesundheit und zum Wohlstand der Ägypter bei.","quote":"„Der Nilometer half außerdem der Bevölkerung, sich auf den Nahrungsmangel in Trockenzeiten rechtzeitig einzustellen.“"},"a919029f-a759-5c31-89dc-8db0585bcd4c":{"title":"Menschendarstellungen","description":"In späteren Zeiten waren Menschendarstellungen zwar noch üblich, aber nicht mehr so häufig wie in der Kunst der Umayyaden. Unter den Abbasiden (923-1517), Fatimiden und anderen Dynastien beschränkte sich die figurative Kunst hauptsächlich auf die Illustration von Manuskripten und Keramiken. In diesen Bildern wurde eine große Bandbreite von religiösen und weltlichen Themen behandelt. Zu den religiösen Inhalten gehörten die mystische Reise des Propheten oder seine Himmelfahrt. Unter den weltlichen Sujets waren Alltagsszenen und Darstellungen der Herrscherpracht.","quote":"„In späteren Zeiten beschränkte sich die figurative Kunst hauptsächlich auf die Illustration von Manuskripten und Keramiken.“"},"aa042c08-6f7c-5f9d-b7df-e0e92304f71d":{"title":"Der Export von Luxusgütern"},"aa67e1af-35cc-5e7a-99e2-d1870c0b4ca7":{"title":"Zwei mamlukische Sultane gegen die ‚Franken’","description":"Obwohl die Ayyubidendynastie (1169-1260) große Erfolge gegen die Kreuzfahrer verzeichnen konnte, gelang es ihr nicht, diese vollständig aus der Levante zu vertreiben. Nach weiteren 50 Jahren des Kampfes verjagten schließlich die ägyptischen Mamluken die „Franken“ aus dem Heiligen Land und den Küstengebieten Syriens.","quote":"„Schließlich verjagten die ägyptischen Mamluken die „Franken“ aus dem Heiligen Land und den Küstengebieten Syriens.“"},"aa7dbfdb-56bd-59fa-98ce-c5b08de806c5":{"title":"Der Kufi-Duktus"},"aaa18cdd-a5f0-52cf-9e64-9676401e300e":{"title":"Medresen und Erziehung","description":"Hospitäler (*Bimaristan*) waren wichtige Zentren der wissenschaftlichen Lehre. Ibn Dschubayr, ein Reisender aus al-Andalus, zeigte sich vom neu gebauten Nur-al-Din-*Bimaristan* hoch beeindruckt. Es diente, wie er feststellte, sowohl als Krankenhaus wie auch als medizinische Schule mit umfassender Bibliothek. Ibn Dschubayr beschreibt auch eine „tickende Wasseruhr“, die er in der Umayyaden-Moschee sah. Abu al-Fadl Muhammad ibn Abd al-Karim al-Harithi, bekannt als al-Muhandis oder „der Geometer“, arbeitete als Arzt im Hospital und war gleichzeitig ein hoch talentierter Universalgelehrter. Er entwarf die geometrischen Holzschnitzereien am Tor des *Bimaristans* und reparierte die mechanische Uhr an der Umayyaden-Moschee.","quote":"„Das Nur-al-Din-Bimaristan diente sowohl als Krankenhaus wie auch als medizinische Schule mit umfassender Bibliothek.“"},"aaf61a39-17ed-561e-8fc6-7e7f983d5ddd":{"title":"Ägypten","description":"Der wirtschaftliche, politische und kulturelle Verfall, der sich in dieser Zeit in den osmanischen Gebieten vollzog, könnte die Tendenz zur Verwestlichung ausgelöst haben, der der Wunsch nach Reformen zugrunde lag. Sichtbare Merkmale war der in allen Bereichen der Kunst präsente europäische Einfluss sowie die Anpassung spezifischer Elemente und Merkmale der islamischen Kunst. Die westlichen Einflüsse in den Gebäuden und Palästen strahlten Pracht und Opulenz aus, die von den osmanischen Sultanen und Königen besonders geschätzt wurden, weswegen sich dieser westliche Stil gegenüber islamischen Elementen wie *Muqarnas* oder geometrischen, pflanzlichen und epigraphischen Motiven durchsetzte.","quote":"“Die westlichen Einflüsse in den Gebäuden und Palästen strahlten Pracht und Opulenz aus, die von den osmanischen Sultanen und Königen besonders geschätzt wurde […]”"},"ab61d1b6-fc37-59e8-a3b2-262f917d2f6e":{"title":"Das Zusammenleben der drei Kulturen","description":"Von Tunesien bis zur portugiesischen Algarve gibt es genügend Belege für die Existenz von Christen auf muslimischem Gebiet. Bedingt durch das Geschäftsleben war das Zusammenleben in den Städten enger als auf dem Land. In manchen Fällen verfügten die christlichen Gemeinschaften über eine gewisse Macht und ausreichende Wirtschaftskraft, um sich aufwändig gearbeitete Kunstwerke zu leisten. \nDie jüdischen Gemeinschaften, die bereits in vorislamischer Zeit im später muslimischen Westen angesiedelt waren, lebten unter den verschiedenen Dynastien in eigenen Vierteln mit den Muslimen zusammen. Sie übten administrative und kunsthandwerkliche Tätigkeiten aus und nahmen am sozialen wie wirtschaftlichen Leben teil.","quote":"Christen und Juden in muslimischen Gebieten"},"ab86e7ab-a2af-55b0-bd1d-acb09915baa1":{"title":"Moschee und Palast","description":"Die Fatimiden betrieben mit großem Aufwand den Bau, die Ausgestaltung und die Pflege von Moscheen, um ihren *schiitischen* Glauben zu verbreiten. Im nordafrikanischen al-Mahdiyya, in ihrer prunkvollen ägyptischen Hauptstadt Kairo (mit den Moscheen von Azhar und Aqmar), aber auch in entlegenen Gebieten wie Sizilien waren die Gotteshäuser als Leuchttürme der *schiitischen* Mission konzipiert. Auffallende Züge der fatimidischen Sakralbauten sind etwa die hervortretenden, an römische Triumphbögen erinnernden Tore, die steinernen Kuppeln, die reich verzierten Fassaden mit *schiitischen* Inschriften in kufischer Kalligrafie und vor allem die fehlenden Minarette.","quote":"„Fatimidische Moscheen waren als Leuchttürme der *schiitischen* Mission konzipiert.“"},"ab8c2fe1-9836-5c36-9b9a-179e2f8b07fb":{"title":"Geometrischer Dekor in der Architektur","description":"Die in der Architektur vorherrschenden Dekorformen sind geometrische Motive. Ihnen wurden alle anderen Motive untergeordnet. Die linearen und sich wiederholenden Formen erlaubten es den Künstlern, auch komplizierte Kompositionen exakt nachzubilden, und führten zu einer räumlichen wie historischen Kontinuität. Die Vielfältigkeit der geometrischen Motive und ihre Anpassungsfähigkeit an so unterschiedliche Materialien wie Keramik, Stuck, Ziegel und Holz ermöglichten außerdem ihre Anwendung in allen Gebäudebereichen: Fußböden, Sockel, Wände, Gesimse und Decken.","quote":"„Die sich wiederholenden Formen erlaubten es den Künstlern, komplizierte Kompositionen exakt nachzubilden.“"},"ad8cb308-f2d0-51c1-8a74-24b337e0c430":{"title":"Der Haram in Mekka und die Kaaba","description":"Die muslimischen *Kalifen* – später auch die Mamluken-*Sultane* – waren die wichtigsten Beschützer der Heiligen Städte im Hedschas. Sie waren für alle Renovierungsarbeiten, für den Unterhalt des *Haram* in Mekka, für die Pflege der Moschee und für das Grab des Propheten in Medina verantwortlich. Neben diesen finanziellen Verpflichtungen baute der Mamluken-*Sultan* Qaytbay (Regierungszeit 1468-96) in Kairo eine *Karawanserei*, aus deren Einnahmen den Notleidenden in der Nähe der heiligen Stätten von Mekka und Medina mit Getreide und anderen Gaben geholfen wurde.","quote":"„Die muslimischen *Kalifen* – später auch die Mamluken*\\-Sultane* – waren die wichtigsten Beschützer der Heiligen Städte im Hedschas.“"},"adc2c82c-8dbe-5321-9ab3-9fea14b4167f":{"title":"Türkei","description":"Obwohl zwischen den Osmanen und dem Westen seit dem Mittelalter, bedingt durch Kriege und Handel eine jahrhundertelange Beziehung bestand, erreichte die Verwestlichung des osmanischen Geschmacks das Reich erst viel später. \nDie Blütezeit des Osmanischen Reiches im 16. Jahrhundert war nur von kurzer Dauer. Die Schwächen des Verwaltungssystems und die Erosion der militärischen und finanziellen Einrichtungen führten dazu, dass das Osmanische Reich Ende des 17. Jahrhunderts einige Gebiete verlor. Man versuchte, die einstige Macht zurückzugewinnen, indem man bestimmte Maßnahmen aus der administrativen und technischen Infrastruktur des Westens importierte, eine Anlehnung, die sich auch in der osmanischen Gesellschaft und Kunst widerspiegelte. Engere kulturelle und diplomatische Beziehungen mit dem Westen, gestärkt durch die Wahrnehmung des osmanischen Reiches als Absatzmarkt für europäische Produkte, führten zu neuen Entwicklungen sowohl in der Gesellschaftsstruktur wie auch in ihren künstlerischen Ausdrucksformen. So wird die Einführung westlicher Elemente in das osmanische Kunstrepertoire im 18. und 19. Jahrhundert als Periode der Verwestlichung bezeichnet.","quote":"„Obwohl zwischen den Osmanen und dem Westen seit dem Mittelalter, bedingt durch Kriege und Handel eine jahrhundertelange Beziehung bestand, erreichte die Verwestlichung des osmanischen Geschmacks das Reich erst viel später.”"},"adc7d88a-073e-571d-ad07-7d7f35682e7e":{"title":"Reisen und Handel"},"afba56c6-390e-5231-9951-6321bf20581e":{"title":"Kalligrafische Schulen"},"b16c75fd-58ed-5aaa-b553-978b13694e35":{"title":"Der Palast und die Künste","description":"Die Kalligrafie lag in den Händen der Palastkalligrafen *(Hattat)*. Sie waren nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch bei den *Kalifen* sehr angesehen und durften in der Palastbibliothek die wertvollsten Manuskripte ansehen, lesen und erforschen. Das Interesse und die große Hochachtung für die Kalligrafie blieben über die Jahrhunderte erhalten. Trotz des allmählichen Niedergangs, den man in anderen Bereichen der Künste und des Kunsthandwerks beobachten kann, gelang es der Kalligrafie, sich immer weiter zu entwickeln und an die Geschmäcker unterschiedlicher Epochen anzupassen. \nIm 19. Jahrhundert entschieden sich die osmanischen *Sultane* für einen anderen Lebensstil und zogen in die nach westlichem Vorbild gestalteten Paläste Dolmabahçe und Yıldız. Dieser Wandel in den ästhetischen Ansprüchen bedeutete für die Palastwerkstätten das Ende. Damit wurde auch die Bindung der Kunst an das politische Zentrum gelockert.","quote":"„Die Kalligrafen waren nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch bei den *Sultanen* sehr angesehen.“"},"b1e5cc51-1bae-53e9-9ca7-b41d062600ac":{"title":"Türkisch-islamische Kunst in Anatolien vor den Osmanen","description":"Die Architekturdekoration der Seldschuken bestand hauptsächlich aus Keramikfliesen, Stein, Holz und Gips. Auf Grund des islamischen Einflusses kamen florale und geometrische Motive und Inschriften bei der Dekoration religiöser Gebäude bevorzugt zum Einsatz. Aber auch die figurative Kunst wurde ausführlich gepflegt, besonders in den Palästen. Eine ganz eigene Welt der menschlichen, tierischen und mystisch-talismanischen Kreaturen entstand, die sich genauer Beobachtung und lebhafter Vorstellungskraft verdankte. Diese Figuren sind einer von vielen Beweisen dafür, dass im Islam die figürliche Darstellung nicht unterdrückt wurde.","quote":"„Eine eigene Welt der menschlichen, tierischen und mystisch-talismanischen Geschöpfe entstand, die sich genauer Beobachtung und lebhafter Vorstellungskraft verdankte.“"},"b1f3d679-a18b-5258-af5f-524e8530cb84":{"title":"Der Sultan und sein Hof"},"b2dfb887-c592-5972-be84-da52442aac78":{"title":"Die Reise einer islamischen Kanzel","description":"Die Geschichte eines islamischen *Minbar* und seiner Rettung vor den Kreuzfahrern: Der *Minbar* wurde ursprünglich für den *Maqam* (Schrein) des großen muslimischen Märtyrers al-Husayn, eines Enkels des Propheten Muhammad, in Aschkelon gebaut. Wie der *Mihrab* ist auch der *Minbar* ein wichtiges Heiligtum der Moschee, aber – abgesehen von den Abschriften des Koran – das einzige bewegliche Objekt in einer Moschee, das tiefe spirituelle Bedeutung hat.","quote":"„Die Geschichte eines islamischen *Minbar* und seiner Rettung vor den Kreuzfahrern.“"},"b3513528-5861-5dfd-a473-0f15c92c8f94":{"title":"Geometrischer Dekor in der Keramik","description":"Geometrische Keramikmotive gingen oft auf die Vereinfachung floraler naturalistischer Motive zurück, die mit der Zeit immer stärker schematisiert und geometrisch stilisiert wurden. Dieser Abstraktionsprozess ist gut an Tellern und Schalen mit geometrisch-floralem Radialdekor zu erkennen: Die Formen vereinfachten sich von ursprünglich naturalistischen Motiven wie einer Rosette mit runden Blüten zu schlichten radialen Linien, die dreieckige Felder bilden.","quote":"„Naturalistische Motive wurden bis zur völligen Vereinfachung reduziert.“"},"b4082e27-2852-5968-8ae5-6d5eb32f370a":{"title":"Die Verwaltung des Wohlstands"},"b47b44b8-f4c5-57ff-b813-46c5b0f3fb22":{"title":"Die Moschee – ein Ort des Gebets","description":"Der Hof vor dem Betsaal ist ein offener, von der Straße aus zugänglicher Raum mit Säulen. In ihm bereitet sich der Gläubige auf das Gebet vor. Mit rituellen Waschungen reinigt er den Körper, so wie später durch Gebete seine Seele gereinigt wird. Wie der Betsaal ist auch der Hof ein Versammlungsort der Gemeinschaft.","quote":"Der Hof"},"b5239e1f-1ae6-5f79-9b09-016f7be99ee0":{"title":"Pilgerfahrten ins Heilige Land","description":"Es gab zwei große Karawanenwege für Muslime, die nach Mekka pilgerten: Die ägyptische Route wurde von Gläubigen aus dem südlichen und nördlichen Afrika benutzt. Die syrische Route verband Mekka mit den östlichen Provinzen. Wegen der Gefahr durch die Kreuzzüge im Heiligen Land musste die syrische Route öfter weiter nach Osten verlegt werden.","quote":"„Es gab zwei große Karawanenwege für Muslime, die nach Mekka pilgerten.“"},"b554b571-d0e5-5750-8458-758d1d2857a2":{"title":"Der Sultan und sein Hof","description":"Am Hof war der *Sultan* von einem Kreis oberster Diener umgeben. Jeder von ihnen hatte eine bestimmte Aufgabe, etwa als Mundschenk, Finanzminister oder Haushofmeister. Diese hochrangigen Diener hatten den *Sultan* in allen religiösen, politischen und militärischen Angelegenheiten loyal zu unterstützen. Tatsächlich waren sie oft in die Intrigen und Machtkämpfe rund um den Thron verstrickt. Andererseits eiferten sie als Förderer der Architektur und der Kunst dem *Sultan* nach. Da ihre Kinder weder ihre Ämter noch ihre Privilegien erben konnten, versuchten sie, mit der Gründung einer religiösen Stiftung *(Waqf)* sich selbst und ihre Familien finanziell abzusichern.","quote":"„Die Diener der Mamluken-*Sultane* eiferten den Herrschern als Förderer der Architektur und der Kunst nach.“"},"b57ef26f-345f-5d0d-8e89-3f02ef5a1f29":{"title":"Jordanien","description":"Die westliche Kunst der osmanischen Periode in Jordanien zeichnet sich insbesondere durch Naturszenen aus, die als künstlerische Ausdrucksform den Osmanen bis dahin unbekannt waren. Diese Szenen wurden von europäischen Künstlern gemalt, die neue künstlerische Elemente mitbrachten und diese mit viel Feingefühl in die von ihnen in Jordanien geschaffenen Kunstwerke integrierten und auch signierten. In dieser Zeit wurden westliche Münzen mit Darstellungen von Personen häufiger verwendet als osmanische Münzen. Die Menschen bevorzugten westliche Kunstwerke, vor allem Münzen, die sie als Schmuck verwendeten, wie zum Beispiel für Halsketten, Kinnketten und Schleier. Außerdem schmückten sie ihre Häuser sowie religiöse und weltliche Bauten mit von westlichen Künstlern angefertigten Fresken. Einige dieser Gebäude wurden später in Museen umgewandelt, viele Kirchen sind nach wie vor in Betrieb sowie etliche Häuser weiterhin von privaten Besitzern bewohnt werden, die für ihre Erhaltung und Renovierung Sorge tragen. \n \nSelbst nach dem Zusammenbruch des osmanischen Reiches schätzte die jordanische Bevölkerung sowohl westliche als auch osmanische Münzen. Halsketten und Armbänder mit Münzen von König Georg V. und Sultan Mehmed Reşad V. wurden weiterhin von Frauen getragen, die diese als Mitgift geschenkt bekommen hatten. Heute wird dieses Kulturerbe in Volkskundemuseen aufbewahrt und einige Objekte befinden sich nach wie vor im Besitz der Nachkommen dieser Familien.","quote":"Die westliche Kunst der osmanischen Periode in Jordanien zeichnet sich insbesondere durch Naturszenen aus, die als künstlerische Ausdrucksform den Osmanen bis dahin unbekannt waren.”"},"b6146a5e-8a97-5fec-bf52-891c57ea0891":{"title":"Kalligrafische Schulen","description":"Zu Beginn des islamischen Zeitalters und in den folgenden Jahrhunderten bildete sich eine Reihe von unterschiedlichen Schulen der arabischen Kalligrafie heraus. Zu den wichtigsten Schrifttypen gehörten der *Kufi*\\-*,* der *Naskhi*\\- und der Thuluth-Duktus. Die *kufische* Schrift eignete sich als die älteste für kalligrafische Arbeiten, aber nicht unbedingt für praktische Schreibzwecke. Dieser Mangel führte zur Entwicklung der *Naskhi*\\-Schrift, die sich in allen praktischen Belangen des täglichen Lebens weithin durchsetzte.","quote":"„Zu den wichtigsten Schrifttypen gehörten der *Kufi*\\-, der *Naskhi*\\- und der Thuluth-Duktus.“"},"b82e552a-e3da-5171-bbda-751d4602d53f":{"title":"Zwei mamlukische Sultane gegen die „Franken“","description":"Die *Sultane* Baybars und Qalawun förderten mit Begeisterung das luxuriöse Kunsthandwerk und die Architektur – nicht nur in ihrer Hauptstadt Kairo, sondern auch in Syrien und im Heiligen Land. Baybars ließ Festungen in Palästina und Syrien restaurieren. Doch er interessierte sich nicht nur für militärische Architektur, sondern erbaute auch eine große Gemeindemoschee in Kairo. Sie ist die älteste erhaltene mamlukische Moschee in der Stadt. Baybars starb 1277 in der Zitadelle von Damaskus und wurde in einem Mausoleum *(Kubba)* im Norden der umayyadischen Moschee beigesetzt. Die *Kubba* ist Teil der Zahiriyya-*Medrese*, die schon zuvor Baybars gewidmet worden war.","quote":"„Die *Sultane* Baybars und Qalawun förderten mit Begeisterung das luxuriöse Kunsthandwerk und die Architektur.“"},"ba6e5443-d6c5-5620-916d-366e3adb48bc":{"title":"Al-Raqqa: Die Hauptstadt des Kalifen Harun al-Raschid in Syrien","description":"Nach Harun al-Raschids Tod im Jahr 809 wurde die Residenz wieder nach Bagdad verlegt. Aber die Stadt al-Raqqa war weiterhin bedeutend durch ihre strategische Position an der Grenze zum Byzantinischen Reich. Sie wurde zur Residenz des Gouverneurs der Region al-Dschazira (Zweistromland) zwischen Euphrat und Tigris im Nordosten Syriens und im Nordwesten Iraks. In dieser Zeit erlebte al-Raqqa eine Periode der Restauration und Erweiterung. Architektonisch stand dieses Vorhaben unter dem Einfluss der Baukunst und Dekoration aus Samarra. Auch al-Raqqas eigene Glas- und Keramikindustrien florierten in dieser Zeit. In stilistischer Hinsicht folgten sie der Keramik, die zu dieser Zeit in Damaskus und in verschiedenen anderen irakischen Städten entstand.","quote":"„Auch al-Raqqas eigene Glas- und Keramikindustrien florierten in dieser Zeit.“"},"bb6637ac-a866-515d-b9a2-3869310f0ad7":{"title":"Die Kultur des Wortes","description":"Inschriften behandeln die verschiedensten Themen und sind in einer Reihe unterschiedlicher kalligrafischer Stile ausgeführt. Manche verweisen auf Stifter oder Auftraggeber und ihre Leistungen. Andere zitieren Koranverse, Schutzgebete, Segenssprüche, dichterische Verse oder Sprichwörter. Die Wahl der Texte sollte nach Möglichkeit der Funktion des beschrifteten Objektes entsprechen. So findet sich auf Moscheelampen der Koranvers „Allah ist das Licht der Himmel und der Erde“ (24:35), und dichterische Verse, die das Werk der Feder preisen, zieren Etuis oder Schachteln für Schreibmaterial. Schutzgebete und Segenssprüche sollen den Zweck vieler Gefäße besser erfüllen helfen. Wörter wie *Baraka* (Segen) anerkennen die Größe Gottes, erbitten seinen Beistand und wollen dem Eigentümer Glück bringen. Dasselbe gilt für die Verwendung eines der 99 Namen Gottes auf einem Gegenstand: Gottes Gegenwart soll den Gegenstand selbst und seine Inhalte vor Zerstörung oder Verlust bewahren.","quote":"„In Inschriften sollte die Wahl der Texte der Funktion des beschrifteten Gegenstands entsprechen.“"},"bc3059aa-db7e-5ab4-ae05-77999d031552":{"title":"Zeremoniell und Zeitvertreib am Hof","description":"Nachdem die umayyadischen *Kalifen* mehrmals an der Eroberung Konstantinopels gescheitert waren, richteten sie vom 8. Jahrhundert an ihre Aufmerksamkeit zunehmend Richtung Osten. Das führte zu einer engeren Bindung an Iran, die sich in Kunst und Architektur, vor allem aber im höfischen Zeremoniell niederschlug. \nDie umayyadischen Herrscher entwickelten ein ausgefeiltes Zeremoniell von Empfängen und Audienzen, um sich von ihren Untertanen abzuheben. Die erhaltenen Paläste der Umayyaden mit ihrer reichen Dekoration in verschiedenen Materialien und Techniken entwerfen in Verbindung mit zeitgenössischen literarischen Quellen ein Bild vom höfischen Zeremoniell und vom Zeitvertreib der herrschenden Eliten.","quote":"„Die Umayyaden entwickelten ein ausgefeiltes Zeremoniell von Empfängen und Audienzen.“"},"bc7fb8be-cdce-5445-b548-ff8fbfd12324":{"title":"Wissenschaft und Lehre","description":"Im muslimischen Westen wurden die Erforschung und das Wissen der theoretischen und angewandten Wissenschaften intensiv gefördert. Bei letzteren treten in der Zeit des *Kalifats* von Córdoba die Medizin, die Chirurgie, die Arzneikunde und die Tierheilkunde mit so herausragenden Persönlichkeiten wie Abu al-Qasim al-Zahrawi (Abulcasis) oder Ibn al-Baitar hervor. Beide waren Autoren umfangreicher Enzyklopädien.","quote":"Angewandte Wissenschaft"},"be3643d7-c50e-574a-9d16-2e5d7e04d722":{"title":"Geometrischer Dekor in der Buchkunst","description":"Die religiösen Schriften der Muslime verboten jede Art der figürlichen Darstellung. Dies führte dazu, dass die Buchkunst sich auf abstrakte Motive, insbesondere auf geometrische Illuminationen, beschränkte. Für spezialisierte Berufe wie Buchbinder, Kalligraf oder Buchmaler war die Gestaltung von Büchern eine interessante Herausforderung. Die von ihnen entwickelten Dekorformen beeinflussten auch andere Künste, beispielsweise die Textilmanufaktur, die Schmiedekunst, die Kunsttischlerei. Selbst in der Architektur, etwa bei Inschriften an Gebäuden, zeigte sich die Wirkung dieser Errungenschaften. \nDie Koranhandschriften hatten gewöhnlich ein rechteckiges Hochformat. Es wurden aber auch Querformate und quadratische Exemplare angefertigt.","quote":"„Die Dekoration des Korans war für Buchbinder, Kalligrafen und Buchmaler eine reizvolle Aufgabe.“"},"bea69b13-6fa2-574b-aa7f-147e96a211c7":{"title":"Verwaltungsreformen","description":"Nach der Münzreform waren alle umayyadischen Münzen in Gewicht und Gestaltung standardisiert. Ihre Inschrift bestand aus einem Datum und einem religiösen Spruch. Damit wurde erstmals ein einheitliches Münzwesen verwirklicht.","quote":"„Nach der Münzreform waren alle umayyadischen Münzen in Gewicht und Gestaltung vereinheitlicht.“"},"beaed359-49db-5b82-b5ab-00d242347b19":{"title":"Das Privatleben muslimischer Frauen","description":"Einmal pro Woche bot der Besuch des Badehauses *(Hamam)* den Frauen des erweiterten Haushalts oder der Nachbarschaft die Gelegenheit sich zu treffen, gegenseitig zu verwöhnen und die neuesten Nachrichten auszutauschen. Im *Hamam* wurden auch Ehen angebahnt und Mitgiften ausgehandelt. Die *Hamams* waren so angelegt, dass Badende allmählich von den heißeren in kühlere Räume gelangten. Viele dieser Bauten waren innen mit Freskenmalereien ausgestattet, die Alltagsszenen und andere Motive zeigten. Auch das trug zur Erfrischung der Lebensgeister und zum Wohlgefühl bei.","quote":"„Im *Hamam* wurden auch Ehen angebahnt und Mitgiften ausgehandelt.“"},"bedfc26e-1599-5d90-867d-794002406ce7":{"title":"Al-Raqqa: Die Hauptstadt des Kalifen Harun al-Raschid in Syrien"},"c120081f-2000-5d9f-bbc8-dc8089955a17":{"title":"Medresen und Erziehung"},"c1e27de3-f47f-5dbf-a939-9b3c100f2f30":{"title":"Kunstförderung durch die Machthaber","description":"Die Umayyaden nutzten ihre umfangreiche Bautätigkeit, um die Macht des neuen Glaubens im Allgemeinen und die ihrer eigenen Dynastie im Besonderen herauszustellen. Auf diese Weise entstanden große Sakralarchitekturen wie der Felsendom und die *Aqsa*\\-Moschee in Jerusalem, sowie die Große Moschee in Damaskus. \nDie Moschee als originär islamische Bauform entstand schon vor der Zeit der Umayyaden, ausgehend vom Haus des Propheten in Medina. Doch die Umayyaden ergänzten das Grundschema um einige Elemente, die später zu charakteristischen Merkmalen jeder Moschee wurden: etwa das Minarett, das die Präsenz des Islam symbolisierte und von dem aus zum Gebet gerufen wurde, die Gebetsnische *(Mihrab)* als Symbol der Anwesenheit des Propheten und die *Maqsura,* ein separater Raum in der Moschee, der sich neben dem *Mihrab* befindet und dem *Imam* oder *Kalifen* vorbehalten ist.","quote":"„Die Architektur war ein Mittel, die Macht des neuen Glaubens zu demonstrieren.“"},"c2dbf4ef-9ab1-5dca-9ef4-37ca6225e91e":{"title":"Kunstförderung durch die Machthaber","description":"Umayyadenpaläste wie der von Minya sind auch als „Wüstenburgen“ bekannt. Sie stoßen in der Forschung auf breites Interesse. Die Anlage mancher dieser Bauten inmitten von ausgedehntem, gut bewässertem Ackerland lässt vermuten, dass sie Zentren landwirtschaftlicher Produktion waren. Einige Historiker vermuten, dass die Paläste der Umayyaden außerdem dazu dienten, den Kontakt zwischen den Herrschern und den arabischen Stämmen zu intensivieren, denn diese gehörten zu den engsten Verbündeten der Dynastie.","quote":"„Umayyadenpaläste sind auch‚ 'Wüstenburgen' bekannt und stoßen in der Forschung auf breites Interesse.“"},"c3c3c6a9-356a-5b3d-b18a-805d7175e3fa":{"title":"Verwaltungsreformen"},"c5fe097b-ce23-566c-9ba9-78fa3ca5eb00":{"title":"Syrien","description":"Die wohlhabenden Familien von Damaskus ließen sich von der Pracht der osmanischen Hauptstadt Istanbul inspirieren, die ihrerseits von Europa inspiriert war und renovierten ihre Häuser nach osmanischem Vorbild. So reflektieren die stark vergoldeten Innenräume und Spiegel von *Beit Nizam* die Vorliebe für den europäischen Barock, während die großen Wandgemälde von *Beit Baroudi* die internationalen Stadtansichten von Mekka und Medina, Istanbul am Bosporus, die Pariser *Place de la Concorde* und die Seitenkanäle von Venedig zeigen. Auf den Gemälden sind Dampfschiffe und Lokomotiven zu sehen, die mit den Worten \"Sham Sheriff\" - \"Ehrenwertes Syrien\" auf die Endstation des Zuges hinweisen. Der Begriff \"Ehrenwertes Syrien\" leitet sich von der Rolle der Stadt als Versammlungsort für Pilger ab und steht symbolisch für die geglückte Verbindung zwischen Osten und Westen, im Zeichen von Integration und Bewahrung des kulturellen Erbes.","quote":"“Die wohlhabenden Familien von Damaskus ließen sich von der Pracht der osmanischen Hauptstadt Istanbul inspirieren, die ihrerseits von Europa inspiriert war und renovierten ihre Häuser nach osmanischem Vorbild.”"},"c667dbde-a90a-50a0-a246-daedc5e094da":{"title":"Pilgerfahrten ins Heilige Land","description":"Ibn Dschubayr (1145-1217), ein Pilger aus Valencia im muslimischen Spanien, berichtete über seine Reisen in den Nahen Osten. Er beschrieb sehr detailliert die Große Moschee in Damaskus und die anderen Heiligtümer in der Stadt und ihrer Umgebung. Unterwegs mit einer Handelskarawane von Damaskus nach Akko (Palästina) im September 1184 notierte er: „Zu den merkwürdigsten Dingen auf der Welt gehört, dass hier die muslimischen Karawanen unbehelligt durch Frankenland ziehen und sich gleichzeitig fränkische Gefangene auf muslimischem Land befinden.“","quote":"„Muslimische Karawanen ziehen unbehelligt durch Frankenland, und gleichzeitig befinden sich fränkische Gefangene auf muslimischem Land.“"},"c6bda72b-5fc2-5242-a86c-73e57fb7f25b":{"title":"Die Aghlabiden – ein Schutzschild der Abbasidendynastie","description":"Außer über Zentralnordafrika herrschten die Aghlabiden auch über Malta, Sizilien und das südliche Italien. Sie verstanden sich selbst als weitgehend autonome Vasallen der Abbasiden und unterhielten enge Beziehungen zur abbasidischen Hauptstadt Bagdad. Wissenschaftlicher Austausch und Handelsverkehr waren rege. Eine der vielen Karawanen brachte auch die *Lüster-*Keramik nach Kairouan, mit der die Gebetsnische *(Mihrab)* der dortigen Großen Moschee ausgestaltet wurde. In Anerkennung der Loyalität der Aghlabiden gab der abbasidische *Kalif* al-Mustain (Regierungszeit 862-66) den Bau der Kuppel über der Gebetsnische in der Großen Moschee von Zitouna in Auftrag.","quote":"*„Die Aghlabiden orientierten sich in allem, was sie taten, eng am Vorbild der abbasidischen* Kalifen*.“*"},"c847fdb4-fe99-5430-96ad-f2a1a1bedc31":{"title":"Das Grabmal – Erinnerung aus Stein","description":"Während der Almoravidenzeit wurde zuerst in *al-Andalus* und dann im Maghreb ein neuer Stelentyp eingeführt. In diesen wurde ein dekorativer Hufeisenbogen eingearbeitet, der auf Säulen stand und symbolisch den *Mihrab* darstellte. Im Inneren des Bogens befindet sich die Grabinschrift, die – in diesem wie in anderen Fällen – auf den Namen, die Herkunft, den Titel des Beigesetzten und sein Todesdatum beschränkt war und Glaubensbekenntnis, Koranverse und religiöse Anrufungen anführte.","quote":"Dekorierte Steine"},"c8537387-383b-5275-8627-e7e6711be5ec":{"title":"Saladin im Heiligen Land","description":"Unter Saladins Einfluss blühte das Stiftungswesen im Bereich der Baudenkmäler und Kunstgegenstände auf. Der Herrscher selbst förderte zahlreiche Bauprojekte, darunter auch Renovierungen wichtiger religiöser Stätten wie der *Aqsa*\\-Moschee und des Felsendoms in Jerusalem oder der Ibrahimi-Moschee in Hebron.","quote":"„Unter Saladins Einfluss blühte das Stiftungswesen im Bereich der Baudenkmäler und Kunstgegenstände auf.“"},"c891e7d0-4fed-5c58-96cf-57ac94c648f4":{"title":"Reisen und Handel","description":"Muslimische Händler reisten häufig in denselben Karawanen wie die Pilger und übernachteten in *Karawansereien* oder *Khanen,* die an den Handelsrouten und in den großen Städten errichtet wurden. Beide Übernachtungsmöglichkeiten boten Unterkunft, Essen und Wasser für die Reisenden und ihre Tiere. In den Städten fanden die Reisenden auch Märkte *(Suq)* mit einem beeindruckenden Warenangebot: Seide, Parfüm, Schmuck, Gold, Gewürze, Glas- und Metallarbeiten sowie Keramik. Der Markt in Aleppo verfügte beispielsweise über ein *Khan,* ein *Hamam* und eine Moschee, um alle Bedürfnisse der Reisenden zu erfüllen.","quote":"„Die Reisenden fanden Märkte mit einem beeindruckenden Warenangebot: Seide, Parfüm, Schmuck, Gold und vieles mehr.“"},"ca03bc94-3139-59a8-a6bb-af5e1368a210":{"title":"Geometrischer Dekor in der Buchkunst","description":"Wegen des göttlichen Charakters des Korans legten die Buchmaler großen Wert auf die sorgfältige Dekoration der ersten *(Fatiha)* und letzten *(Khatima)* Seite, die sie häufig ganzseitig illuminierten. Eine Kartusche markierte den Anfang einer Sure. Einzelne Seiten erhielten außerdem eine mehr oder weniger ausgearbeitete Rahmung aus geometrischen Mustern. In der Schlussformel der Schriften (Kolophon) waren normalerweise Datum und Ort der Herstellung und manchmal auch der Empfänger des Buches verzeichnet.","quote":"„Die Künstler legten großen Wert auf die sorgfältige Gestaltung der ersten *(Fatiha)* und letzten *(Khatima)* Seite des Korans.“"},"ca0dc59b-60b3-560e-8e70-93208a08246a":{"title":"Der Schmuck: Reichtum, Prestige und Schutz","description":"Im islamischen Westen des Mittelalters war es Brauch, dass der Bräutigam der Braut ein Brautgeschenk überreichte: Schmuck, Kleidung und Kosmetika für die mehrtägigen Hochzeitsfeierlichkeiten. Auch der Brautvater lieh der Braut Schmuck, damit sie in der Öffentlichkeit einen guten Eindruck machte. Nach der Hochzeit erhielt er diesen Schmuck zurück. \nDie Hochzeit begann mit dem Besuch der weiblichen Familienangehörigen bei der Braut. Die eigens für diese Zusammenkunft frisierte und eingekleidete Braut trug so viel Schmuck, wie es die wirtschaftliche Lage des Bräutigams und seiner Familie erlaubte. Statuengleich, nahezu unbeweglich, empfing sie die Glückwünsche auf einem Ehrenplatz.","quote":"Hochzeitsgeschenk"},"ca354990-79c2-5bab-83fc-460c8bcc911e":{"title":"Moschee und Palast","description":"Nachdem General Dschauhar 969 im Auftrag des *Kalifen* al-Muizz Ägypten erobert hatte, wurde auch hier eine neue Hauptstadt gebaut: Al-Qahira („die Siegreiche“), das spätere Kairo, war von einer Stadtmauer mit acht Toren umgeben. Wie schon in al-Mahdiyya, so befand sich auch hier der imposante Palastkomplex al-Scharqi oder „Ostpalast“ im Zentrum der Stadt. Er nahm etwa sieben Hektar ein, damals ein Fünftel des gesamten Areals. Später entstand gegenüber dem Ostpalast noch ein Westpalast, zwischen den Komplexen wurde ein öffentlicher Platz angelegt. Von beiden Palästen ist kaum etwas erhalten geblieben und auch wenig Näheres bekannt. Aus den Quellen weiß man immerhin, dass es eigene Grabstätten für die Mitglieder der Dynastie gab, was auf deren Versuch hindeutet, sich mit einer Aura der Heiligkeit zu umgeben. Als sich der Herrschaftsbereich der Fatimiden ausdehnte, fanden die Prinzipien ihrer herrschaftlichen Architektur den Weg bis nach Sizilien. Sie dienten dort noch einige Zeit nach der normannischen Eroberung als Vorbild für verschiedene königliche Bauprojekte.","quote":"„Die neue Hauptstadt al-Qahira war von einer Stadtmauer mit acht Toren umgeben.“"},"ca4d15b3-1f58-5e52-8573-10d6bfc02842":{"title":"Das Streben nach Baraka: Pilgerfahrten nach Jerusalem und Palästina","description":"Nach muslimischem Glauben wird Muhammad am Tag des Jüngsten Gerichts den Jerusalemer Felsendom, der unter den Umayyaden im siebten Jahrhundert erbaut wurde, zum Ort der Wiederauferstehung aller Gläubigen machen. Für den Propheten war dies der Heilige Ort, denn von hier aus begann auf der nächtlichen Reise von Mekka nach Jerusalem *(Isra)* seine Himmelfahrt *(Miradsch)*. Der Prophet forderte die gläubigen Muslime dazu auf, neben Mekka und Medina auch den Felsendom zu besuchen und zu verehren.","quote":"„Am Tag des Jüngsten Gerichts wird im Felsendom die Wiederauferstehung aller Gläubigen stattfinden.“"},"ca4e1fb9-a323-523f-bcbb-6c6de8cefb05":{"title":"Der Palast und die Künste","description":"Viele der Künstler in den Palastwerkstätten nannten sich *Nakkaş* (Gestalter). Ihre Entwürfe wurden in verschiedenen Techniken und Materialien umgesetzt – von Büchern über Kalligrafien, Teppiche, Fliesen, Keramik und Holzschnitzereien bis hin zu Steinmetzarbeiten. Als Folge blieb die Einheitlichkeit der Muster und Motive in all diesen künstlerischen Medien gewahrt. \nDie Entwürfe wurden nicht nur im Palast, sondern auch in den Keramikwerkstätten in İznik und den Teppichwebereien von Uşak umgesetzt. Die fertigen Produkte wurden im Osmanischen Reich und auch im Ausland verkauft.","quote":"„Die Entwürfe wurden in verschiedenen Techniken und Materialien – von Büchern bis hin zu Steinmetzarbeiten – einheitlich umgesetzt.“"},"ca738840-bcc5-5148-8748-e3bb31ec2983":{"title":"Die adlige und bürgerliche Mudéjarkunst"},"cb0785ef-fb33-5e76-b51b-81652da4bdfc":{"title":"Saladin im Heiligen Land","description":"Mit der Eroberung Jerusalems durch den größten aller muslimischen Helden, Salah al-Din al-Ayyubi bzw. Saladin (1137-1193), wendete sich das Blatt im Kampfgeschehen zwischen den Arabern und den bis dahin siegreichen Kreuzfahrern. Saladins Herrschaft gilt als eine der glücklichsten Perioden in der Geschichte der Araber. Das *Kalifat* der Abbasiden erlebte dank seiner ayyubidischen Gouverneure eine letzte Renaissance.","quote":"„Saladins Herrschaft gilt als eine der glücklichsten Perioden in der arabischen Geschichte.“"},"cbc12111-8c44-55d6-b676-b86eda25e6a1":{"title":"Tunesien","description":"Möblierungen im europäischen Stil nahmen noch schneller Einzug; immer häufiger begegnet man Himmelbetten mit vergoldeten Stuckverzierungen, üppig vergoldeten Spiegeln und Konsolen, venezianischen Lampen und italienischen oder französischen Samt- und Seidenstoffen neben traditionellen spanisch-maghrebinischen Möbeln. Allerdings hat dieser neue Trend den alten Stil nie vollständig ersetzt. Zu den neu eingeführten Artikeln gehörten auch Teppiche (*Zarbia*) aus Anatolien, geschnitzte Hochzeitstruhen, niedrige Couchtische und Truhen mit teuren Intarsien aus der Türkei. \nMöbel, Frauenkleidung und Schmuck, um nur einige Beispiele zu nennen, unterlagen dem gleichen Wandel. Wandverkleidungen, Vorhänge, Bettwäsche und Sofa sowie auch Kleidung im Allgemeinen waren reichlich mit levantinischen Stickereien verziert.","quote":"“Unter anderem Möbel, Frauenkleidung und Schmuck unterlagen dem gleichen Wandel.”"},"cc1b1d0f-11e9-5198-addd-247752f7c5b8":{"title":"Kunst in Gebetsräumen","description":"Osmanische Moscheen wurden im Allgemeinen von den Hofarchitekten entworfen. Sie folgten einem Konzept des Gebetshauses als homogenem Raum, in dem alle Gläubigen gleich sind. Entsprechend zeichneten sich die osmanischen Moscheen durch zwei Besonderheiten aus: durch den großen Gebetsraum unter einer frei schwebenden Kuppel, die das ewige Universum symbolisiert, und den *Mihrab* (Gebetsnische) als symbolische Präsenz des Propheten und des *Imams*. Um dieses Konzept in einer islamischen Ästhetik zu verdeutlichen, wurden Koranverse innen an die Kuppel und den zylinderförmigen Unterbau *(Tambour)* geschrieben. Auch der *Mihrab* wurde reich verziert. Die Wände wurden mit Kacheln verkleidet oder mit geometrischen Mustern bemalt, die Gottes Ewigkeit und Unendlichkeit symbolisierten – oder auch mit Blumenmustern als abstrakten Darstellungen der Gärten im Paradies.","quote":"„Die Kuppel symbolisiert das ewige Universum und der *Mihrab* die Anwesenheit des Propheten als Vorbeters.“"},"cc5c14f6-ee31-580d-97ca-0fb352da0379":{"title":"Alltag im Sultanat der Mamluken","description":"Der größte Teil der Bevölkerung, ob arm oder reich, befolgte von der Wiege bis zur Bahre die Gebote des Islam. Um ins Paradies zu kommen, beteten die Menschen fünf Mal am Tag nach den vorgeschriebenen rituellen Waschungen. Sie spendeten den Armen, fasteten im Monat Ramadan und versuchten, wenigstens einmal im Leben die Heilige Stadt Mekka zu besuchen. Die Rechtssprechung gründet in allen wesentlichen Angelegenheiten auf der Scharia, die sich aus dem Koran und aus den Überlieferungen des Propheten Muhammad ableitet. Jede Tätigkeit – sei es nur das Essen oder die Körperpflege – wurde „im Namen Allahs“ und mit dem Wunsch ausgeführt, seinem Willen zu gehorchen und ihm zu gefallen.","quote":"„Jede Tätigkeit – sei es nur das Essen oder die Körperpflege – wurde ‚im Namen Allahs' ausgeführt.“"},"cca743b1-59ef-5ca4-9e68-aacc9793e3f9":{"title":"Die Entstehung der islamischen Kunst","description":"In der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts erbauten die Umayyaden über die gesamte syrische Steppe verteilt ihre prunkvollen und üppig dekorierten Paläste. Es sind vor allem diese isoliert stehenden Gebäude und nicht so sehr die Stadtpaläste, die uns Einblick in die Anfänge der islamischen Kunst gewähren.","quote":"„Prunkvolle Paläste mit farbigen Mosaiken, Freskomalereien, gemeißeltem Stuck und Marmorglanz.“"},"cd32f260-a216-5142-ba1e-9c46b541a116":{"title":"Moschee und Palast","description":"Nachdem die Fatimiden in *Ifriqiya* an die Macht gelangt waren, gründete der *Kalif* al-Mahdi 914 die Hauptstadt al-Mahdiyya. Der neuartige Grundriss der Anlage stellte das *schiitische* *Kalifat* gemäß der fatimidischen Weltsicht ins Zentrum. Dieses Muster prägte in der Folge alle Städtegründungen der Fatimiden: Nicht mehr die Moschee bildete das Zentrum des städtischen Lebens, sondern der prunkvoll dekorierte, mehrstöckige Palast des *Kalifen*, der sich als politisches Oberhaupt und geistlicher Führer der Dynastie zugleich verstand. Der Kalif verstand sich als Mittelpunkt der Stadt. Von seinem Palast in der *Kasbah* hatte er die Hauptmoschee nahe der Stadtmauer direkt im Blick.","quote":"„Die Fatimiden entwickelten ein Muster für ihre Stadtneugründungen, das das *schiitische* *Kalifat* ins Zentrum des Geschehens rückte.“"},"ce66627b-ff4a-54f2-8878-1023a2f1743f":{"title":"Die Entstehung der islamischen Kunst","description":"Was die Frühphase der islamischen Kunst betrifft, kann man von einer voll entwickelten, eigenständigen Kultur noch nicht sprechen. Es handelte sich eher um ein Nebeneinander und eine innovative Verbindung verschiedener dekorativer Stile, Motive und künstlerischer Traditionen. Aus dieser Verbindung gingen später die erstaunlichen und einzigartigen Leistungen der islamischen Kunst hervor. Die eklektische Kunst der Frühzeit unterscheidet sich von der Kunst späterer Jahrhunderte wesentlich darin, dass ihr die später so charakteristisch islamische Vorliebe für abstrakte, unendliche Muster noch fehlte. Die frühe islamische Kunst kann man als eine Weiterentwicklung der spätantiken Kunst aus dem 4. bis 6. Jahrhundert betrachten.","quote":"„Ein Nebeneinander und eine Verbindung von dekorativen Stilen unterschiedlicher künstlerischer Traditionen.“"},"ceab8d7c-6e1d-5d61-81c7-078ad66f0bd3":{"title":"Leben am Hof","description":"Ein anderes Beispiel für die Verwendung von Luxusgütern zur Verbesserung diplomatischer Beziehungen lässt sich am Hof von Badr al-Din Lulu beobachten, einem Armenier, der zum Islam übergetreten war. Er war ursprünglich *Wesir* der Zangiden, später dann selbstständiger Herrscher über Mosul in Nordirak (1218–59). Badr al-Din Lulu zeigte großes Interesse an metallenen Einlegearbeiten, wie sich an der Vielzahl von erhaltenen Messinggefäßen belegen lässt, die mit Gold und Silber eingelegt sind und seinen Namen tragen. Diese wertvollen Gefäße dienten vermutlich als Ersatz für Gold. Die Tatsache, dass Lulu seinen Namen eingravieren ließ, verweist auf ihre Funktion als Geschenke, die Botschafter mit sich führten.","quote":"*„*Badr al-Din Lulu zeigte großes Interesse an metallenen Einlegearbeiten.“"},"ceba53e2-8d26-5b58-86d1-788c47e11fd6":{"title":"Das Zusammenleben der drei Kulturen"},"cffb5dbb-cdd6-5c87-9301-6dc14bb279d8":{"title":"Religiöses Leben","description":"Die Bedeutung von Damaskus als Ausgangspunkt der jährlichen Pilgerfahrt, des *Haddsch,* trug zum religiösen Charakter der Stadt bei. Während der Ayyubiden-Ära wuchs entlang der Pilgerroute die Vorstadt al-Maydan, die zu einem Zentrum der Herstellung religiöser Kunst wurde. Die islamische religiöse Kunst der Atabeg- und Ayyubidenzeit zeigte sich besonders eindrucksvoll in der Architektur der Moscheen und bei den reich verzierten Ausgaben des Koran. Maurer- und Schreinerarbeiten an Minaretten, Gebetsnischen, *Maqsuras* und Kanzeln zeugen von der hohen Qualität dieser Werke.","quote":"„Islamische religiöse Kunst zeigte sich besonders eindrucksvoll in der Architektur der Moscheen.“"},"d0091937-ae75-5b53-b750-fd43ae2c25e5":{"title":"Kleidung und Schmuck der Musliminnen"},"d03f0704-42d3-54b3-8b3b-d1ee5a970a2c":{"title":"Das abbasidische Ägypten"},"d0420e12-6207-5772-b8f0-9c22f7f604c4":{"title":"Diplomatischer Austausch und Handelskontakte mit der Welt","description":"Die Kunsthandwerker bedienten sich zur Inspiration bei den vielen verfügbaren Vorbildern aus Ost und West. Besonders bemerkenswert war die Weiterentwicklung bei der Herstellung der Korane. Aus der Zusammenarbeit von Kalligrafen, Illustratoren und Buchbindern gingen außergewöhnlich prachtvolle Manuskripte hervor, die sich der religiösen Ambitionen des Mamluken-*Sultanats* würdig erwiesen. Spektakuläre und filigrane Einlegearbeiten entstanden für den heimischen und internationalen Markt. Einige Gegenstände wurden auch direkt von ausländischen Kunden bestellt.","quote":"„Kunsthandwerker bedienten sich zur Inspiration bei den vielen verfügbaren Beispielen und Vorbildern aus Ost und West.“"},"d0f2de47-bb3f-5401-adda-d70b0bdc2f1c":{"title":"Tierdarstellungen"},"d1cd70ed-eba3-5102-ad3f-35f48ba86542":{"title":"Türkisch-islamische Kunst in Anatolien vor den Osmanen","description":"Nachdem sie Anatolien politisch geeint hatten, verstärkten die Seldschuken-*Sultane* ihre Bautätigkeit und intensivierten entlang gesicherter Straßenverbindungen den Handel. Sie lebten in prächtigen Palästen, die sie als Paradiese auf Erden verstanden. In ihrem türkisch-islamischen Staat entwickelten sie einen Kunststil, der das Erbe zahlreicher Kulturen in Asien und Anatolien mit Einflüssen aus der Gegenwart und aus dem Byzantinischen Reich verband. Unter ihrer Herrschaft, die von der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts bis zum frühen 14. Jahrhundert andauerte, setzten die anatolischen Seldschuken ihrem Glauben und ihren politischen Zielen zahlreiche Denkmäler. Darunter waren Moscheen, *Türben* (Gräber), *Medresen* (religiöse Schulen), *Hamams* (Bäder), *Khane* (*Karawansereien*) und Brücken.","quote":"„Die anatolischen Seldschuken entwickelten einen Kunststil, der das Erbe zahlreicher Kulturen in Asien und Anatolien verband.“"},"d3086523-5bfd-58be-92ce-ac1f8ca548d7":{"title":"Menschendarstellungen","description":"In der islamischen Kunst wurden Menschen auf Mosaiken und Malereien, aber auch in Form von Skulpturen dargestellt. Neben Porträts entstanden zur Unterhaltung der Betrachter auch Illustrationen von höfischen Zeitvertreiben wie Jagen, Tanzen, Musizieren und Gedichtelesen. Schlachten waren ebenso Teil des Repertoires wie weibliche Akte und Halbakte, Spiele und Akrobatik, Schenkungen und Szenen aus dem Arbeitsleben. Die „Bedeutungen“ dieser Bilder sind nicht immer eindeutig und zum Teil sogar widersprüchlich, und daher bleibt auch die Motivation für die Wahl bestimmter Sujets oft im Dunkeln. Obwohl man die meisten Bilder allgemein als Abbildungen des luxuriösen Lebens, der höfischen Vergnügungen und als Symbole von Reichtum und Macht verstehen kann, gibt es auch präzise Verweise auf konkrete historische oder gesellschaftliche Ereignisse. In den Jagdszenen finden sich oft Details, die eine genaue lokale Zuordnung möglich machen.","quote":"„In den Jagdszenen gibt es oft Details, die eine genaue lokale Zuordnung möglich machen.“"},"d3c09fd8-614a-5317-a73b-07bb96f5d57c":{"title":"Saladin im Heiligen Land"},"d4324e40-dd9c-55ae-bca3-245862dcd559":{"title":"Königinnen und Prinzessinnen: Die Nachfahren von Fatima al-Zahra"},"d56f34dd-618b-52fd-941d-524f966fe3d5":{"title":"Königliche Kunst und Architektur","description":"Dass die islamische und byzantinische Kultur bildnerische und typologische Anregungen zu geben vermochte (und dabei selbst offen blieben für entfernte Elemente wie etwa die sassanidischen), verlieh den künstlerischen Formen, die von der „Bildpolitik“ der normannischen Könige gefördert wurden, den Wert eines aktiven, inspirierenden Synkretismus von höchster Originalität.","quote":"„Die ‚Bildpolitik' der normannischen Könige stützte sich weitgehend auf islamische Vorbilder in der Kunst.“"},"d691a9e4-feba-58bc-947e-a2528e1d9adb":{"title":"Christen unter umayyadischer Herrschaft","description":"Als Folge der veränderten gesellschaftlichen und religiösen Situation kam es auch bei den Gebräuchen der Christen zu Veränderungen. Es war bekannt, dass der Islam im religiösen Zusammenhang jede bildliche Darstellung ablehnte. Unter diesen Umständen zerstörten die Christen selbst menschliche und tierische Gestalten in ihren Kirchen und ersetzten sie durch ein Kreuz oder ein anderes geometrisches oder florales Motiv. In manchen Fällen wurden Bilder zerteilt und abstrakt zusammengesetzt. Die Zerstörung der Bodenmosaike geschah mit großer Vorsicht, und Kirchen waren danach weiterhin in Gebrauch. Das deutet darauf hin, dass der Ikonoklasmus von der Kirche selbst oder zumindest unter ihrer unmittelbaren Aufsicht durchgeführt wurde.","quote":"„Es war bekannt, dass der Islam im religiösen Zusammenhang jede bildliche Darstellung ablehnte.“"},"d7c23444-3d3f-5267-ac39-29110a7751ab":{"title":"Die Kultur im Kreuzfahrer-Königreich Jerusalem"},"d81c8cbb-bdf6-53de-8363-0663b937e7d4":{"title":"Krieg und Reitkunst","description":"Syrien zählte zu den wichtigsten Kampfgebieten zur Zeit der Kreuzzüge. Hier wurden viele muslimische Zitadellen und Frankenburgen gebaut. Saladin (gest. 1193) – der berühmteste muslimische Held in der Ära der Kreuzzüge – wurde in Damaskus begraben. In seinen erfolgreichen Feldzügen eroberte er über 50 Stellungen der Kreuzritter einschließlich des Château de Saône, das er 1188 belagerte. Dieser Ort, heute bekannt als *Qalat* Salah al-Din oder Burg des Saladin, ist eines der besten noch vorhandenen Zeugnisse von Burgen aus dieser Zeit.","quote":"„Saladin (gest. 1193) – der berühmteste muslimische Held in der Ära der Kreuzzüge – wurde in Damaskus begraben.“"},"da37f448-7c1f-5fc6-ac49-a3a689b3f87a":{"title":"Zeremoniell und Zeitvertreib am Hof","description":"Nach Meinung eines Forschers ging es in den wiederkehrenden Motiven der Tänzerinnen, der Jagd und des Musizierens nicht nur um die Darstellung eines ausschweifenden Lebens, sondern um die Zurschaustellung königlicher Vergnügungen und Formen des Zeitvertreibs. Diese spielten sich am so genannten *Madschlis al-Lahu* statt – einem Ort, der zeremoniellen Vergnügungen vorbehalten war. Das Leben des Fürsten fand symbolische Darstellung durch seine Beteiligung an der Jagd, an Banketten und an Vergnügungen wie Tanz und Gesang. All dies war auch am Hof der Sassaniden üblich. Es diente dazu, den Fürsten zu verherrlichen und seine Erhabenheit zu unterstreichen.","quote":"„Das Leben des Fürsten fand symbolische Darstellung durch seine Beteiligung an der Jagd, an Banketten und an Vergnügungen.“"},"da493358-92ba-5a20-8866-fa30fb03bfb2":{"title":"Die Abbasiden","description":"„Islamische Kunst und Architektur erfuhren durch die große Vielfalt regionaler Kulturen, Ethnien und gesellschaftlicher Gruppen im Abbasidenreich eine große Bereicherung.”","extra":{"credits":"Curators & authors \nMohammad ABBAS, Cairo \nNoorah AL-GAILANI, Glasgow \nDina BAKKOUR, Damascus \nJamila BINOUS, Tunis \nAicha BENABET, Tunis \nElsayed HAMAD, Cairo \nTaha KHECHINE, Kairouan \nMourad RAMMAH, Kairouan \nSalah SAYAOUR, Cairo \nTarek TORKY, Cairo \n \nCoordination \nSaloua ZANGAR, Tunis \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Die Dynastie der Abbasiden kam im Jahr 750 an die Macht und machte das neu gegründete Bagdad zur Hauptstadt des *Kalifats*. Ihr Herrschaftsgebiet erstreckte sich von Mittelasien bis Tunesien. In den 508 Jahren ihrer Regierung kam es zu einer Gleichstellung der verschiedensten ethnischen und sozialen Gruppen innerhalb der islamischen Gesellschaft. Wegen der Größe des Reiches setzten die Abbasiden regionale Statthalter ein, die in ihren Provinzen für Stabilität sorgen sollten. Im Mittelmeerraum regierten etwa die Aghlabiden in Tunesien und die Tuluniden in Ägypten. \nIm neunten und zehnten Jahrhundert war die Dynastie der Abbasiden auf ihrem Höhepunkt angelangt. In dieser Zeit erlebten der Nahe Osten und Nordafrika den entscheidenden Übergang von einer überwiegend ländlichen zu einer wesentlich vom Handel getragenen Wirtschaft. Der daraus hervorgehende Wohlstand verminderte die soziale Spaltung zwischen arabischen und nichtarabischen Bevölkerungsgruppen. Er förderte auch die Weiterentwicklung des Kunsthandwerks, vor allem der Glasverarbeitung, der Töpferei und der Textilherstellung. Deren Erzeugnisse wurden bis nach China und ins südliche Afrika exportiert. \nDer muslimische Staat förderte die Bildung und die Wissenschaften. In Bagdad und in den Provinzen wurden viele Schulen gegründet. Die Kunst der Übersetzung erlebte eine Blüte, und viele wichtige griechische, persische und indische Werke wurden ins Arabische übertragen. Entscheidende Weiterentwicklung gab es in den Bereichen Wissenschaft, Mathematik, Medizin und Philosophie. \nDer Niedergang der Abbasiden begann im 11. Jahrhundert, als Teile des Reichs wegbrachen oder zu autonomen Regionen wurden. Die Fatimiden (909-1171) gründeten eine rivalisierende Dynastie in Ägypten. Tuğrul Beg, ein türkischer Offizier der Abbasiden, brachte 1055 die Hauptstadt Bagdad unter seine Kontrolle. Die Abbasiden scheiterten mehrfach bei dem Versuch, ihre Autorität wieder herzustellen. Ihr Ende kam, als die Mongolen auf ihren Eroberungszügen durch den Nahen Osten 1258 Bagdad einnahmen.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/the_abbasids/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/13/portal_image/1.jpg","display_order":2}}},"dc1ba8a3-fd25-52de-bd11-66f5e8ee0fdc":{"title":"Musliminnen im Berufsleben, im Kunsthandwerk und in der darstellenden Kunst"},"dc90a515-7d31-50e6-bb8f-6de8b231efd4":{"title":"Das abbasidische Ägypten","description":"Ägypten unterstand von 750 bis 969 der direkten Herrschaft der Abbasiden. Seine Landwirtschaft und sein Handel brachten wichtige Einnahmen, und seine Lage machte es zu einem Tor Nordafrikas. Dem abbasidischen Gouverneur standen eine Armee und eine Verwaltungselite zur Verfügung, mit deren Hilfe er Ägypten regierte. Der Gouverneur selbst wurde von den *Kalifen* ernannt. Fustat am östlichen Nilufer im Süden Kairos war die Handelsmetropole der Region. Die Mehrheit der Bevölkerung in dieser Stadt waren *koptische* Christen. Die wichtigste Kultstätte der Muslime war die Amr-ibn-al-As Moschee. Der Gouverneur und seine Armee residierten im Bezirk Asakir direkt neben Fustat.","quote":"„Fustat am östlichen Nilufer im Süden von Kairo war die Handelsmetropole der Region.“"},"df28fd23-6a70-55b8-9302-7d8b3b1968ac":{"title":"Die Tafelkultur","description":"Karitative Einrichtungen *(Imaret)* wurden oft von reichen Privatleuten gestiftet. Sie verteilten Essen an die Armen. Das Essen wurde in großen Kesseln gekocht und in Schüsseln *(Imaret)* ausgegeben. Nahrung wurde auch in Brotbüchsen und ähnlichen Behältnissen transportiert. \nIm Allgemeinen aß die Bevölkerung flaches Brot, das auf konvexen Platten über einem offenen Feuer oder in Tandoor-Öfen gebacken wurde. Man aß mit der rechten Hand, rief dabei den Namen Gottes und schloss das Mahl mit einem Dankgebet ab. Ein Tuch wurde auf dem Boden ausgebreitet. Darauf stellte man ein Tablett auf Holzbeinen mit Speisen. Die Familie saß rund um das Tablett und aß mit hölzernen Löffeln.","quote":"„Karitative Einrichtungen *(Imaret)* wurden von reichen Privatleuten gestiftet. Sie verteilten Essen an die Armen.“"},"df4ffea5-fc6b-5044-8eed-f3f4baa7147e":{"title":"Die Beschützer der Heiligen Stätten","description":"Das größte Heiligtum des Islam, die *Kaaba* in Mekka, bezeichnet die vom Propheten Muhammad selbst bestimmte Gebetsrichtung. Als Zentrum des Glaubens ist die *Kaaba* auch Ziel der Pilgerfahrt, die jeder Muslim wenigstens einmal in seinem Leben unternehmen soll. Es war Aufgabe der osmanischen *Sultane* dafür zu sorgen, dass die Gläubigen ihrer religiösen Pflicht nachkommen konnten. Ihr öffentliches Ansehen hing nicht zuletzt von der Sicherheit der Pilgerrouten ab. Deshalb bezahlten sie unter anderem Stillhalteprämien an die Beduinenstämme, deren Gebiete die Karawanen auf dem Weg nach Mekka durchquerten. Die *Sultane* ergriffen auch Maßnahmen zum Schutz der Raststätten für Pilger in der Wüste, indem sie Festungen bauten. Am Beginn des 20. Jahrhundert erleichterte der Bau einer Eisenbahn durch den Hedschas die Reise nach Mekka.","quote":"„Es war Aufgabe der osmanischen *Sultane*, dafür zu sorgen, dass die Gläubigen ihrer Pilgerpflicht nachkommen konnten.“"},"dfd16be7-b25b-5454-8dba-80cf0cda47b8":{"title":"Der Umgang mit dem Wasser","description":"Bei der Trockenheit der Region war es entscheidend, Mittel und Wege zur Erfassung und Kanalisation natürlicher Quellen zu finden und das Regenwasser für spätere Nutzung zu speichern. Das galt in besonderem Maße entlang der Pilgerrouten, in den *Khanen,* *Karawansereien* und *Wikalas*. Diese Unterkünfte mit Wasser zu versorgen und für die Sicherheit der Karawanenrouten zu den heiligen Stätten zu sorgen, war Aufgabe der Statthalter.","quote":"„Es war entscheidend, Mittel und Wege zur Erfassung und Kanalisation natürlicher Quellen zu finden und das Regenwasser für spätere Nutzung zu speichern.“"},"dfe11212-0dd1-5b88-8c67-bc7d735d4c2c":{"title":"Geometrischer Dekor in der Keramik","description":"Ein bedeutender Teil der islamischen Keramik wurde mit einfachen geometrischen Mustern verziert oder mit stilisierten Pflanzenmotiven geschmückt, die den Eindruck rein geometrischer Figuren vermittelten. Motivwahl und Anordnung richteten sich nach der jeweiligen Keramikform und betonten die einzelnen Bereiche der Gefäße. Für offene Gefäße bevorzugte man radiale Muster, für geschlossene Behältnisse vor allem horizontale Bänder.","quote":"„Motivwahl und Anordnung richteten sich nach der jeweiligen Keramikform.“"},"e0d404ea-dbc1-591a-86a5-75265066d6f0":{"title":"Wasser","description":"„Wir haben alles, was lebendig ist, aus Wasser gemacht.“","extra":{"credits":"Curators & authors \nMona AL-MUADIN, Damascus \nDina BAKKOUR, Damascus \nSheila CANBY, London \nVerena DAIBER, Damascus \nAbdel-Razzaq MOAZ, Damascus \nEmily SHOVELTON, London \nZena TAKIEDDINE, Damascus \n \nCoordination \nSamer ABDEL-GHAFOUR, Damascus \nZena TAKIEDDINE, Damascus \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Für Muslime ist Wasser das Geheimnis des Lebens und ein göttlicher Segen. Im Koran sagt Gott: „Wir haben alles, was lebendig ist, aus Wasser gemacht.“ (21:30) \nNach dem islamischen Gesetz ist es verboten, einem Durstigen Wasser zu versagen, auch wenn die Quelle in privatem Besitz ist. Gemäß der *Hadithe* (Überlieferungen über Muhammad) sind Muslime in Bezug auf allgemeine Naturphänomene wie Wasser, Feuer und Gras einander gleichgestellt. Während jedes Lebewesen ein Anrecht auf Wasser zum Überleben hat, ist der Besitz desselben geregelt, wo es um die Bewässerung von Ackerland geht. So darf zum Beispiel jemand, der einen Brunnen gräbt, mit dessen Wasser seine Felder als erster bewässern. Wenn danach noch genug Wasser übrig ist, kann es unter den Besitzern des umgebenden Landes verteilt werden. Diese Umgebung ist normalerweise auf ein Gebiet im Umkreis von 40 Ellen begrenzt und wird *Haram* genannt. Derselbe Begriff bezeichnet auch einen heiligen Bezirk, im besonderen eine Moschee. Als „Harem“ ist das Wort auch in die deutsche Sprache eingegangen: Ein Harem ist der Teil eines Hauses, zu dem kein Fremder Zugang hat – vor allem die Gemächer der Frauen. \nÜber die gesamte Geschichte der islamischen Kultur hinweg haben Muslime an der Weiterentwicklung einer regelmäßigen und ausreichenden Wasserversorgung gearbeitet. Wie fast überall anders auch wurde Wasser für die verschiedensten Zwecke benötigt: zum Trinken, Waschen und zur rituellen Reinigung *(Wudu*, *Ghusl),* zur Bewässerung des Landes und für öffentliche oder private Springbrunnen, Badehäuser oder Gärten. Weil das Wasser für alle islamischen Bürger unabhängig von ihrer gesellschaftlichen Stellung so große Bedeutung hatte, stand es auch im Zentrum des Schaffens vieler Architekten, Ingenieure und Handwerker. \nAls sich die islamische Zivilisation von den Grenzen Chinas bis zu den Hochebenen Spaniens ausdehnte, gerieten viele Völker und Kulturen in ihre Einflusssphäre. Die muslimischen Statthalter waren dafür verantwortlich, eine ausreichende Wasserversorgung für die Bevölkerung sicherzustellen. Dazu wurden unter anderem leistungsfähige hydraulische Anlagen errichtet. Viele von ihnen überstanden nicht nur die Zeit, sondern auch die Einführung moderner Technologien. \nDa die Bevölkerung wuchs und die Städte immer größer wurden, war die effiziente Wasserversorgung eine große Herausforderung – besonders angesichts der klimatischen Bedingungen im Mittelmeerraum und in den übrigen islamischen Ländern. In islamischer Zeit wurden die Probleme mit dem Klima und der Bodenbeschaffenheit durch ausgeklügelte Systeme zur Speicherung und zum Transport von Wasser überwunden.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/water/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/22/portal_image/1.jpg","display_order":10}}},"e0fad146-3560-5ca0-86d7-06707053fbef":{"title":"Die Pilgerfahrt","description":"„Die Pilgerfahrt ist von allen religiösen Bräuchen der Juden, Christen und Muslime vielleicht derjenige mit der tiefsten emotionalen Bedeutung. Bei ihren Heiligtümern finden die Gläubigen spirituelle Erfüllung.“","extra":{"credits":"Curators & authors \nMohammad ABBAS, Cairo \nUlrike AL-KHAMIS, Edinburgh \nElsayed HAMAD, Cairo \nYousef NATSHEH, Jerusalem \nSalah SAYAOUR, Cairo \nTarek TORKY, Cairo \n \nCoordination \nEnaam Selim, Cairo \nMehmet KAHYAOGLU, Brussels \n \nWebdesign \nTENTWELVE, Brussels \n \nPhotographers \nPlease refer to the Database \n \nTranslators and copyeditors \nPlease refer to General Credits","intro_text":"Die Pilgerfahrt ist ein grundlegendes Element des Brauchtums in den drei monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam. \nIm Islam ist die Pilgerfahrt *(al-Haddsch)* die fünfte und letzte der Pflichten oder „Säulen“ des Glaubens. Die anderen sind das Glaubensbekenntnis *Schahada* („Es gibt keinen Gott außer Allah, und Muhammad ist der Gesandte Allahs.“), die fünf täglichen Gebete, das Spenden von Almosen *(Zakat)* und das Fasten im islamischen Monat Ramadan. In seiner Beschreibung des *Haddsch* lehrt der Koran: „Und der Menschen Pflicht gegen Allah ist die Pilgerfahrt zum Hause, wer da den Weg zu ihm machen kann.“ (3:97) Weitere Einzelheiten finden sich in den Überlieferungen des Propheten *(Sunna).* Als Folge muss jeder Muslim, der gesund genug ist und über die nötigen Mittel verfügt, wenigstens einmal im Leben den *Haddsch* antreten. Nach muslimischem Glauben wurde der *Haram* oder Heilige Bezirk in Mekka ursprünglich von Abraham und seinem Sohn Ismail erbaut. Beide wurden vor der Ankunft des Islam ebenso verehrt wie danach. \nMit der Ausbreitung des islamischen Glaubens orientierte sich auch die Pilgerreise mehr und mehr an den Regeln des Korans und der *Sunna*. Die Pilgerfahrt der Muslime mit ihren komplizierten Ritualen findet im Islamischen Monat Dhu l-Hiddscha statt. Sie beginnt damit, dass die Gläubigen einen Zustand der Reinheit annehmen, indem sie ihre Alltagskleidung ablegen und den *Ihram* anziehen – eine Pilgerkutte aus unvernähtem weißem Stoff, den reiche wie arme Männer gleichermaßen tragen (die Kleider der Frauen sind genäht). Während der Pilgersaison muss sich der Gläubige körperlich und seelisch rein halten. Im *Haram* in Mekka umrunden die Pilger sieben Mal *(al-Tawwaf)* die heilige *Kaaba,* bevor sie mit dem *al-Say,* einem rituellen Gang zwischen den beiden Hügeln al-Safaa und al-Marwah innerhalb des Moscheenbezirks, beginnen. Am neunten Tag des Monats Dhu l-Hiddscha versammeln sich die Pilger auf dem Berg Arafat, um zu beten und Allah um Vergebung zu bitten. Höhepunkt des Haddsch ist das Id al-Adha (Opferfest) am zehnten Tag des Dhu l-Hiddscha. Es ist das wichtigste religiöse Fest der Muslime. Der *Haddsch* ist die bedeutendste spirituelle Erfahrung im Leben der Muslime. Er gibt den Gläubigen die Möglichkeit, um Vergebung für ihre Sünden zu bitten und danach gereinigt und wie erneuert in ihr Alltagsleben zurückzukehren.","legacy_exhibition":{"show":"y","exh_link":"https://islamicart.museumwnf.org/exhibitions/ISL/pilgrimage/","new_status":"N","project_id":"ISL","portal_image":"database/exhibitions/29/portal_image/1.jpg","display_order":8}}},"e1608033-ab95-5c07-ac56-54849a33a39b":{"title":"Das Heilige Land der drei Religionen","description":"Im 7. Jahrhundert gerieten Jerusalem und das Heilige Land unter muslimische Oberherrschaft. Trotz häufig turbulenter politischer Verhältnisse pilgerten die Angehörigen der drei Religionen in den folgenden Jahrhunderten weiter zu den heiligen Stätten in der Region. Muslimische Herrscher wie *Kalif* Umar ibn al-Khattab (Regierungszeit 634-44) oder der berühmte Salah al-Din al-Ayyubi (Saladin, Regierungszeit 1169-93) unternahmen die Sicherung der Pilgerrouten, trugen großzügig zum Unterhalt der heiligen Stätten bei und sorgten dafür, dass Muslime und Nichtmuslime gleichermaßen Zugang zu ihnen erlangten. Auch dies ist eine im Koran selbst festgelegte heilige Pflicht, denn der Koran achtet Juden und Christen ausdrücklich als „Buchvölker“ *(Ahl al-Kitab)*.","quote":"„Der Koran achtet Juden und Christen als ‚Buchvölker' *(Ahl al-Kitab)*.“"},"e2009245-e11e-522b-9c3a-48771cd25259":{"title":"Pilgerfahrten ins Heilige Land","description":"Das Heilige Land war ein Pilgerziel für Muslime und Christen. Muslime legten hier auf ihrer Reise nach Mekka *(Haddsch)* eine Pause ein, um den Felsendom und die *Aqsa*\\-Moschee zu besuchen. Für Christen war das Heilige Land das eigentliche Ziel, mit Jerusalem, Bethlehem und Hebron als wichtigsten Pilgerstätten.","quote":"„Das Heilige Land war ein Pilgerziel für Muslime und Christen.“"},"e227dc1b-85f9-5719-a57f-69b159c22d02":{"title":"Leben am Hof","description":"Vom 10. bis zum 12. Jahrhundert gab es kein zentrales Herrscherhaus in Syrien und in Nordirak, sondern eine Fülle kleinerer Fürstenhöfe mit komplexen politischen Allianzen. Die Herrscher dieser Höfe begannen oft als von den iranischen Seldschuken (Regierungszeit 1038 – 1194) ernannte *Atabege*, errichteten aber schnell ihren eigenen Hof. Sie bauten ihre Paläste in Zitadellen, um sie vor der ständigen Gefahr durch die Kreuzfahrer zu schützen. Das eindrücklichste Beispiel ist der Palast in der Zitadelle von Aleppo.","quote":"„Es gab eine Fülle kleinerer Fürstenhöfe mit komplexen politischen Allianzen.“"},"e26df9ee-c3ec-50ad-8f99-5e7f98714dba":{"title":"Istanbul, die Hauptstadt der Osmanen","description":"*Sultan* Mehmed II., der mit seiner Eroberung Konstantinopels den Namen „Fatih“ (Eroberer) erwarb, beeinflusste maßgeblich die Entwicklung der Stadt. Er begann mit Wiederaufbauarbeiten, sorgte für Bevölkerungswachstum und förderte den Handel. Der Topkapı-Palast, die Basare und Wasserstraßen entstanden auf seine Anweisung und wurden von nachfolgenden *Sultanen* weiter ausgebaut. Die Osmanen krönten die „Stadt der Sieben Hügel“ mit Gebäudekomplexen und schmückten die Straßen mit Springbrunnen. Viele neue kommerzielle, zivile und militärische Bauten entstanden, um den Bedürfnissen einer wachsenden städtischen Gesellschaft zu entsprechen.","quote":"„Die Osmanen krönten die „Stadt der Sieben Hügel“ mit Gebäudekomplexen und schmückten die Straßen mit Springbrunnen.“"},"e3075285-c16a-5607-8854-92c2e7fc9d89":{"title":"Das abbasidische Ägypten","description":"Im Jahr 868 wurde Ahmad ibn Tulun (Regierungszeit 848-84), ein 33-jähriger türkischer Offizier der Abbasidenarmee im irakischen Samarra, mit einer 100.000 Mann starken Armee als stellvertretender Gouverneur nach Ägypten entsandt. Ägypten litt unter politischen und wirtschaftlichen Problemen. Sie waren die Folge politischer Unruhen, die wiederum eine Reaktion auf die ständige Abschöpfung von Ägyptens Reichtum seit dem Tod von Harun al-Raschid im Jahr 809 waren. Es gelang Ibn Tulun, die Region zu stabilisieren und den Geldfluss nach Bagdad wieder herzustellen. Nachdem er 870 zum Gouverneur von Ägypten ernannt worden war, begann Ibn Tulun jedoch seinerseits, Steuern zurückzuhalten und sie in landwirtschaftliche Reformen und in das Handwerk zu investieren. Er ließ den Nilometer renovieren und erbaute nach dem Vorbild von Samarra den Bezirk al-Qatai für seine Armee und seinen Beamtenstab. Er errichtete auch eine nach ihm benannte Moschee im Zentrum der Stadt.","quote":"„Ibn Tulun begann, Steuern zurückzuhalten und sie in landwirtschaftliche Reformen und in das Handwerk zu investieren.“"},"e402578d-fdef-5abf-8357-26ca4fc3ddd5":{"title":"Kalligrafie an Gebäuden","description":"Stein, Gips, Holz, Keramikfliesen und andere Oberflächen wurden kalligrafisch bearbeitet. Auf Mauerwerk waren Kalligrafien besonders in der Türkei, in Syrien, Ägypten und in Tunesien beliebt. Herausragende Beispiele kalligrafischer Inschriften auf Holz kann man in der Großen Moschee von Kairouan und im Felsendom in Jerusalem sehen.","quote":"„Stein, Gips, Holz, Keramikfliesen und andere Oberflächen wurden kalligrafisch bearbeitet.“"},"e50ffc2b-cdda-5f5f-8dc2-131a6e74a0c9":{"title":"Der Hof","description":"Zu gleichen Zeit, als unter dem Einfluss von Händlern und orientalischen Künstlern die Bekleidungs- und Dekorations-Mode der Säle wechselte, wurde die Seide das bevorzugte Gewebe des Hofes, zu dessen Ausschmückung sie durch ihren Glanz und ihren Farbenreichtum beitrug. Zu Beginn war die Seidenmanufaktur den höfischen *Tiraz-*Werkstätten vorbehalten. In diesen Werkstätten wurde eine sehr hohe Stoffqualität und Schönheit erreicht, die mit den Seidengeweben aus den östlichen Werkstätten konkurrieren konnte. Da die Seide sich einer sehr hohen Wertschätzung erfreute, wurde sie von den Herrschern häufig als diplomatisches Präsent überreicht.","quote":"Seide – ein königliches Gewebe"},"e5a16576-99a6-59e3-b60e-463525d95dd9":{"title":"Das Streben nach Baraka: Pilgerfahrten nach Jerusalem und Palästina"},"e69dcd7a-5d1d-5edb-ae45-6bb6e2a8c847":{"title":"Das Herrschaftssystem der Mamluken"},"e6ad56f0-f7ef-58c5-8cd7-b611edb41a00":{"title":"Leben am Hof","description":"Nach der Eroberung von Damaskus im Jahre 1154 vereinigte Nur al-Din Mahmud ibn Zangi Syrien. Viele seiner Städte wurden zu politischen, ökonomischen und kulturellen Zentren, in denen das Leben bei Hof einen enormen Aufschwung feierte. Die *Atabege* und Ayyubiden waren engagierte Förderer der Architektur, ließen Stadtmauern und Zitadellen restaurieren, gaben neue *Medresen, Bimaristane, Hamams, Suqs* (Märkte) und Moscheen in Auftrag. Die Paläste wurden mit edlen Teppichen, feinen Metallarbeiten und kunstvoll gestalteten Glasgefäßen bestückt.","quote":"„Die Paläste wurden mit edlen Teppichen, feinen Metallarbeiten und kunstvoll gestalteten Glasgefäßen bestückt.“"},"e7b309d4-f6ec-5a3c-85a4-64bb13cff1d3":{"title":"Islamische Gemeinden vor und nach der normannischen Eroberung","description":"Nur wenige materielle Zeugnisse lassen sich auf den Zeitraum der islamischen Herrschaft in Sizilien datieren, was sowohl für die Epoche gilt, in der die gesamte Insel von den kalbitischen *Emiren,* den Dienern der Fatimiden, regiert wurde, als auch für die Zeit nach der Eroberung durch die Normannen, als nur noch wenige Gebiete vorläufig unter der Gewalt der Muslime verblieben waren. Im architektonischen Zusammenhang ist oft von Mauerresten die Rede, die zu Moscheen oder Festungen gehörten und in den meisten Fällen in späteren Bauten aufgingen.","quote":"„Zeugnisse aus der Zeit der islamischen Herrschaft in Sizilien sind selten. Meistens handelt es sich um Mauern von Moscheen oder Festungen.“"},"e80da55d-a24c-5ad5-8bdc-c203bda24973":{"title":"Der Haram in Mekka und die Kaaba","description":"Die *Kaaba* wird traditionell in reich verzierten, dunklen Brokat *(Kiswa)* eingehüllt. Dieser Brauch geht auf einen König von Himyar im Süden Arabiens zurück, der zwei Jahrhunderte vor der *Hedschra* (622) regierte. Anfangs wurde die *Kiswa* vom Propheten Muhammad oder den Kalifen gespendet. Später kam sie jedes Jahr aus Ägypten. Sie wurde dort mit goldgestickten Sprüchen und Gebeten aus dem Koran verziert, die auf die Pilgerfahrt Bezug nahmen. Mitgeliefert wurden außerdem zwei reich verzierte Vorhänge für den Eingang der *Kaaba* und ein Beutel mit einem Schlüssel aus Messing mit silbernen Einlegearbeiten und verziert mit religiösen Sprüchen. Die Entsendung dieser Gegenstände begann jedes Jahr mit einem großen Fest in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Dabei wurde die *Kiswa* im Vorhof der Zitadelle von Rittern und Beamten zum Klang von Trommeln und Fanfaren begleitet. Mit dabei war eine riesige Menge schaulustiger Bürger.","quote":"„Die *Kaaba* wird traditionell in reich verzierten, dunklen Brokat *(Kiswa)* gehüllt.“"},"e89dae11-6238-53a2-838c-8433b2388478":{"title":"Die Mudéjarkeramik"},"e8deea6c-fc86-5de4-91d5-28b3549d5260":{"title":"Musliminnen im Berufsleben, im Kunsthandwerk und in der darstellenden Kunst","description":"Im Laufe der Jahrhunderte gab es immer wieder Musliminnen, die in der Öffentlichkeit standen und in angesehenen Berufen tätig waren. Ein Beispiel ist Zayn al-Khuzan, die Leiterin der fatimidischen *Kalifen*\\-Garderobe mit ihren 30 Mitarbeiterinnen. Einige Frauen wurden Schriftstellerinnen oder Dichterinnen, Ärztinnen und sogar Scharia-kundige Richterinnen, die religiöse Doktrinen lehrten und kommentierten. Mehrere Frauen erlangten als Kalligrafinnen Berühmtheit – darunter Hafsa, die Frau des Propheten Muhammad und Tochter des *Kalifen* Umar ibn al-Khattab. Fatima al-Bagdadiyya entwickelte einen kalligrafischen Stil von solcher Meisterschaft, dass sie sogar mit Ibn Hilal, einem der berühmtesten Kalligrafen überhaupt, verglichen wurde. Auch die erste Frau des Propheten, Sayyida al-Khadidscha, war Kalligrafin. Einige ihrer Arbeiten sind bis heute erhalten und belegen ihr großes Können.","quote":"„Einige Frauen wurden Schriftstellerinnen oder Dichterinnen, Ärztinnen und sogar Scharia-kundige Richterinnen.“"},"ea3faf2c-86c3-553a-b331-7ddd3ee15aec":{"title":"Besiedlung und Alltagskultur","description":"Dörfer und Städte strukturierten die Besiedlung im muslimischen Westen. Beide Siedlungsformen sind durch eine kluge Auswahl von Baumaterialien und geschickte Bautechniken sehr anpassungsfähig an das trockene und heiße Klima. \nDie Stadt zeichnete sich durch eine komplexe Infrastruktur aus; sie bestand aus: \na) einer Stadtmitte um die Hauptmoschee mit der Festung oder Residenz des Herrschers, dem Basar oder dem Markt entlang der Hauptstraße und in den angrenzenden Gassen, dem öffentlichen Bad, Gasthäusern und Manufakturen, \nb) den Wohnvierteln innerhalb der Mauern, \nc) den Vororten und Vierteln außerhalb der Stadtmauer, wo Landwirtschafts- und Viehmärkte stattfanden und auch Kunsthandwerk betrieben wurde.","quote":"Die muslimische Stadt – ein Gassenlabyrinth"},"ebe1e957-e9a6-5900-a103-902e5fee4e8f":{"title":"Der Umgang mit dem Wasser"},"ec1aa1aa-3f58-55b4-93d0-bac5583dd403":{"title":"Die Verteidigung","description":"Zusammen mit den Mauern war die Festung Teil der städtischen Schutzanlagen. Dieser – meist in der Oberstadt gelegene – befestigte Bau im Inneren der Stadt konnte sowohl die Regierenden bei Bedrohung durch die eigene Stadtbevölkerung aufnehmen als auch die Stadtbevölkerung bei Gefahr von außen schützen. Die Festungsanlagen dienten den Machthabern zur Unterstützung im Kampf gegen Rebellen, zur Vorbereitung von Kriegszügen und zur Verteidigung der Grenzen.","quote":"Die Festung – letzte Verteidigungsanlage in der Stadt"},"ecc4b251-5132-548b-b9cd-828061e0469f":{"title":"Alltag im Sultanat der Mamluken","description":"Zwar war der Islam die vorherrschende Religion im Reich der Mamluken, aber es gab in Ägypten auch große katholische, orthodoxe und *koptische* Minderheiten, ebenso wie verschiedene jüdische Gruppierungen. Sie alle trugen zum spirituellen und kulturellen Leben des Landes bei. Juden und Christen standen unter dem besonderen Schutz des Korans und konnten mehr oder weniger in Frieden neben ihren muslimischen Mitbürgern leben. Die *Kopten* hatten einen entscheidenden Anteil an der wirtschaftlichen, kulturellen und künstlerischen Vitalität des Mamlukenreichs. Sie waren traditionell auf Architektur und Textilien, Töpferei und Holzverarbeitung spezialisiert.","quote":"„Die religiösen Minderheiten standen unter dem besonderen Schutz des Korans.“"},"ecdac084-8c2d-5ed0-b7b0-f96e5e40a7a1":{"title":"Räume der Macht – die Palastbauten","description":"In den höfischen und städtischen Münzstätten, die über das Prägerecht verfügten, wurden Münzen hergestellt. Sie erlaubten dem Herrscher die Kontrolle über die nötigen Geldmengen für die regelmäßige Besoldung des Heeres und der Beamten und garantierten eine reibungslose Amtsführung. \nDie Münze war eines der deutlichsten Symbole herrschaftlicher Macht, zumal die Qualität und Reinheit des Edelmetalls ein Zeichen für die wirtschaftliche und politische Kraft des Herrschers darstellte.","quote":"Die Münzstätte – wirtschaftliche Kontrolle und Herrschaftssymbol"},"ed29c746-606e-5ae8-95a5-8870ae170839":{"title":"Ägypten","description":"Als Mehmed Ali Pascha von Kavali im Jahr 1805 Gouverneur von Ägypten wurde, legte er den Grundstein für die neue ägyptische Renaissance. Klare Merkmale dieser Modernisierung waren in der Verwestlichung der bildenden und dekorativen Künste, des Handwerks und der Architektur deutlich zu erkennen. Diese Modernisierungsperiode erreiche ihren Höhepunkt während der Herrschaft von Mehmed Alis Söhnen, die zahlreiche europäische Architekten und Handwerker einluden, in Ägypten Paläste im europäischen Stil zu bauen und auszustatten Die beauftragten Künstler wurden ermutigt für Bau und Ausstattung aus dem Repertoire des Barock und Rokoko zu schöpfen, das hoch in Mode war. Beispiele hierfür sind der Abdin-Palast, die Muhammad Ali *Sabils* (Brunnen) im Stadtviertel Nahasine und Umm Abbas in der Saliba-Straße sowie zahlreiche Gebäude in auch in anderen Städten Ägyptens, vorwiegend jedoch in Kairo. Im Museum für islamische Kunst in Kairo werden zahlreiche Keramiken, Marmorstücke und Manuskripte aufbewahrt, die eindeutig westliche Dekorelemente mit geschwungenen Linien, Akanthusblättern und Kronen im Hochrelief aufweisen.","quote":"“Als Mehmed Ali Pascha von Kavali im Jahr 1805 Gouverneur von Ägypten wurde, legte er den Grundstein für die neue ägyptische Renaissance.”"},"ed71c8d2-a286-5d34-ad28-4352240ff03d":{"title":"Mudéjargewerbe","description":"Die Zimmerleute und Schreiner der Mudéjaren übernahmen sämtliche Holzarbeiten, von den Dächern bis hin zum Mobiliar. Diese Meister des Schreinerhandwerks hinterließen uns einige der vollkommensten Werke der spanischen Kunst: Holzdecken und Türen, die aus winkelgenauen Brettern zugeschnitten waren und ein wunderschönes Schnitzwerk besaßen. Stets war die Geometrie der Ausgangspunkt aller Holzkonstruktion und -dekoration. Die Virtuosität der Schreiner manifestierte sich in dem perfekten Zusammenspiel von Dekoration und Struktur.","quote":"„Die Virtuosität der Schreiner manifestierte sich in dem perfekten Zusammenspiel von Dekoration und Struktur.“"},"edcbed04-061f-5f7b-b80d-402678ff5d1e":{"title":"Die Kultur im Kreuzfahrer-Königreich Jerusalem","description":"Nachdem die Kreuzfahrerheere 1099 Jerusalem und die umliegenden Gebiete erobert hatten, begründeten sie das Königreich Jerusalem. Es war der dritte und größte „Franken“-Staat im östlichen Mittelmeerraum. Sein erster König war Gottfried von Bouillon, der sich selbst den Titel „Beschützer des Heiligen Grabes“ verlieh. Die Kreuzfahrer-Herrscher betätigten sich als Stifter für christliche und auch islamische Heiligtümer. Sie unterstützten großzügig die *Aqsa*\\-Moschee und den Felsendom, ebenso wie die christlichen Bauten in Jerusalem und Bethlehem. 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Musikalisch stand Kairo unter dem Einfluss des traditionellen Repertoires aus dem Osten und aus al-Andalus, das von Männern und Frauen an Instrumenten wie Schilfrohrflöten, Lauten und Zimbeln zur Aufführung gebracht wurde. Manche Sänger, die auch ein Instrument spielten, trugen zur Musik Gedichte über Liebe und Ritterlichkeit vor. Tänzer und Tänzerinnen gaben ausdrucksreiche Darbietungen. Der beliebte „Taschentuchtanz“ erscheint als Motiv in vielen Reliefs.","quote":"„Trotz ihres religiösen Eifers ließen es die Fatimiden bei Hofe nicht an Unterhaltung fehlen.“"},"ee5d09b5-f282-551a-ad6c-510a7a1d4b9d":{"title":"Kunst in Gebetsräumen"},"ee7a2a3a-731e-564b-b6f7-1f7eb1934418":{"title":"Kairo, Damaskus und Jerusalem: die geistigen Zentren des Mamlukenreiches","description":"Jerusalem ist die Heilige Stadt der Muslime, Christen und Juden. Unter den Mamluken blühte die Stadt enorm auf. Die *Sultane* machten sie zu einem wichtigen Ziel für Pilger, Religionsgelehrte und Wissenschaftler, indem sie groß angelegte Bauprojekte lancierten. Jerusalem wurde als Ort des geistigen Austauschs, der mystischen Introspektion und der Debatte zwischen den Religionen so populär, dass es hier über hundert *Medresen* und andere religiöse Einrichtungen gab, in denen die angesehensten Gelehrten der Zeit wirkten.","quote":"„Die Mamluken förderten Jerusalem als Stadt der Pilger, Religionsgelehrten und Wissenschaftler.“"},"ef4d7209-5b0a-59f3-aef9-3982ae097af6":{"title":"Die Kunst außerhalb Istanbuls"},"f049cf8d-e79d-5896-ac15-489e32164b03":{"title":"Die volkstümliche und religiöse Mudéjarkunst","description":"Die Mudéjarkunst in der Stadt Toledo wurde bei den Blendarkaden aus Ziegeln von der kastilischen Mudéjarkunst beeinflusst; auch in Extremadura wurde die Mudéjarkunst von der almohadischen Kunst und der europäischen Gotik mitbestimmt. Zu den Besonderheiten zählen Mauern mit Stein- und Ziegelschichten, Fassaden mit Kreuzbogenfriesen, Öffnungen mit rechteckig umrahmten Hufeisenbögen *(Alfiz)* und Glockentürme aus Ziegelsteinen auf einem Mauerwerksockel, die neben dem Kirchengebäude stehen, als wären sie Minarette.","quote":"„Mudéjarkunst in Toledo – Schlankheit der Backsteingotik“"},"f4035718-d69a-5c0e-b8cf-7d6e57c6114f":{"title":"Das christliche Sizilien und die islamische Bildende Kunst: Vorbedingungen und Kontinuität","description":"Die Beiträge der islamischen Kultur zur normannischen Kunst Siziliens setzten sich im 13. Jahrhundert fort und fanden ihren Ausdruck in einer Reihe von raffinierten Objekten, darunter den berühmten Elfenbeinkästchen mit eingelegten und aufgemalten Dekors.","quote":"„Die Beiträge der islamischen Kultur zur normannischen Kunst Siziliens setzten sich im 13. Jahrhundert fort.“"},"f70d4425-5bc1-5d34-bbc8-8c1e22ee9757":{"title":"Königliche Kunst und Architektur","description":"Der *Tiraz* am königlichen Palast, eine königliche Manufaktur, die wertvolle künstlerische Gegenstände und Stoffe herstellte. Mit seiner Errichtung wurde ein wichtiges Mittel zur Verbreitung von Bildender Kunst und Handwerk des Islam geschaffen.","quote":"„Mit der Errichtung des *Tiraz* wurde ein wichtiges Instrument zur Verbreitung von Werken der Bildenden Kunst geschaffen.“"},"f78b948c-3d4a-57bd-8aa5-5da02d955c9a":{"title":"Das Kunsthandwerk","description":"Die Schnitzereien der Fatimiden aus einheimischen und importierten Hölzern zeichneten sich durch komplizierte Hochrelief-Techniken aus. Oft sind die lebhaften figurativen Szenen in verschiedenen Hölzern ausgeführt. Täfelungen wurden manchmal auch bemalt, lackiert und mit Brandschutzmitteln behandelt. Gelegentlich waren Holztore mit verzierten Kupferblechen überzogen. Elfenbein und andere Knochen wurden ebenso geschnitzt und als Intarsien in andere Materialien eingearbeitet. \nDer Reichtum der Fatimidendynastie zeigte sich nicht zuletzt in ihren Münzen. Fatimidische goldene Dinare, silberne Dirhame und kupferne Fils wurden weithin gehandelt. Spezielle Glasgewichte mit den entsprechenden, eingeprägten Maßen und dem Namen des Herrschers erlaubten eine genaue Gewichtsbestimmung des Münzgeldes.","quote":"„Der Reichtum der Fatimidendynastie zeigte sich nicht zuletzt in ihren Münzen.“"},"f79e2e2d-2bd9-536c-96fc-75712b9b3f2b":{"title":"Die Verteidigung","description":"Burgen und Festungen *(Ribat),* die im Inneren einen Wehrturm mit soliden Mauern hatten, ermöglichten die Verteidigung des Territoriums. Sie lagen an strategisch wichtigen Orten und erlaubten die ständige Überwachung der Umgebung. Sie dienten sowohl zur Unterbringung der Truppen, die für die Kontrolle und Sicherung der Grenzen, Wege, Täler, Häfen oder Bergpässe zuständig waren, als auch zum Schutz der Bevölkerung bei drohender Gefahr.","quote":"Burgen – Verteidigung des Gebietes"},"f8ba8b16-3482-51fa-a0f4-ba6003540b9d":{"title":"Räume der Macht – die Palastbauten","description":"Nach der Unabhängigkeit vom *Kalifat* des Ostens konzentrierte sich die politische und religiöse Macht auf neue Herrscher, die ihre östlichen Rivalen mit dem Bau von luxuriösen Palastbauten übertreffen wollten. Fast alle Herrscher nutzten den Machtzuwachs, um Residenzen und Machtzentren für sich selbst oder ihre Statthalter zu erbauen. \nGewöhnlich lagen die Palastanlagen vor der Stadt und waren prächtig ummauerte „Palaststädte“. Waren sie in der Stadt selbst angesiedelt, so wurden sie am höchsten Punkt des Ortes erbaut und mit einer Mauer umgeben. Diese „Palastfestungen“ dienten zur Herrschaft über die Stadtbevölkerung und zur Verteidigung der herrschenden Machthaber.","quote":"Die Palastanlage – ein ummauerter Bereich"},"f9582527-5e66-53ac-b264-520c2d4cf28b":{"title":"Die Keramik der Abbasiden"},"fa309a83-49c5-5883-9ee9-a69be57780e6":{"title":"Das Zusammenleben der drei Kulturen","description":"Die Ausdehnung des Islam im westlichen Mittelmeerraum bedeutete nicht die Bildung einer einheitlichen Religionsgemeinschaft oder die Vertreibung der ansässigen Bevölkerungsgruppen. Durch Abgabeleistungen konnte die Bevölkerung weiterhin die Ausübung ihres christlichen oder jüdischen Glaubens gewährleisten. \nDas Geschäftsleben, insbesondere der Handel, sowie der kulturelle Austausch begünstigten die Annäherung unter Individuen und Gemeinschaften. \nSo lebten in den Städten und Dörfern des muslimischen Westens die Gemeinschaften der drei Buchreligionen in einem ständigen Prozess gegenseitiger materieller wie intellektueller Bereicherung zusammen.","quote":"Die drei Religionen"},"fad5c96e-5e8e-5b67-81cc-5c34e034bb09":{"title":"Musliminnen im Berufsleben, im Kunsthandwerk und in der darstellenden Kunst","description":"Muslimische Frauen waren auch im praktisch orientierten Kunsthandwerk tätig – vor allem in der Herstellung von Töpferware für den täglichen Gebrauch. Ein Keramikteller aus mamlukischer Zeit trägt an der Unterseite die Inschrift „Amal Khadidscha“ (Hergestellt von Khadidscha). Die Teppichweberei war ebenfalls traditionell ein von Frauen ausgeübtes Handwerk, wobei die Fachkenntnisse über Generationen von Müttern an Töchter weitergegeben wurden. Schließlich spielte auch die Stickerei eine wichtige Rolle im Leben muslimischer Frauen. Im Kreis der Familie brachten sie viele Stunden mit der Verschönerung häuslicher und nicht zuletzt auch verkäuflicher Textilien zu.","quote":"„Musliminnen waren im Kunsthandwerk, beispielsweise in der Töpferei oder der Teppichweberei tätig.“"},"faf029c1-2130-55ac-8ebd-77f3acfeea29":{"title":"Pilgerrouten und heilige Stätten auf dem Weg nach Mekka","description":"In der Spätzeit der Ayyubiden (Mitte des 13. Jahrhunderts) begannen die Pilger aus Ägypten und Nordafrika den Landweg nach Mekka zu nehmen. Von *Sultana* Schadschar al-Durr, der Witwe des letzten ayyubidischen Herrschers in Ägypten, wurde berichtet, dass sie sich zur Erfüllung ihrer religiösen Pilgerpflicht entschlossen habe, auf dem Landweg nach Mekka zu reisen. Schadschar al-Durr wird die Einführung dieser Reiseroute zugeschrieben. Sie wurde unter dem späteren Mamluken*\\-Sultan* al-Zahir Baybars zur offiziellen Pilgerstraße. *Sultan* Baybars sandte auf diesem Weg auch eine offizielle Karawane mit einer eigens in Auftrag gegebenen *Kiswa* (Verhüllung) und dem symbolischen Schlüssel für die *Kaaba* nach Mekka. Diese Karawane reiste von Suez nach Aqaba, wo sie mit den aus *Bilad al-Scham* (Syrien) kommenden Pilgerkarawanen zusammentraf.","quote":"„In der Spätzeit der Ayyubiden (Mitte des 13. Jahrhunderts) begannen die Pilger aus Ägypten und Nordafrika auf dem Landweg nach Mekka zu reisen.“"},"fb7529af-c345-5f7f-84b9-097ce4ffba20":{"title":"Geometrischer Dekor in der Textilkunst"},"fc555000-73aa-597e-83a9-aecade079247":{"title":"Die Verteidigung","description":"Die Festungsanlagen im muslimischen Westen hatten einen doppelten Zweck. Sie dienten der Verteidigung der Grenzen und Sicherung der Regierung in den eroberten Gebieten, die kontinuierlich durch innere Auseinandersetzungen bedroht war. Zunächst waren die Verteidigungsanlagen weit verstreut und dienten zur Unterwerfung der aufständischen Bevölkerung. Später entwickelte sich ein komplexes Verteidigungssystem, das sich unter almohadischer Herrschaft im gesamten Westen ausbreitete. Die Angriffsstrategien wurden um Katapulte, Sturmböcke und Angriffstürme ergänzt.","quote":"Die Entwicklung eines Verteidigungssystems"},"fc6af4b9-28ef-546f-9551-69c5530a82db":{"title":"Vergnügungen und Festlichkeiten am Hof","description":"Schach war ein beliebtes Spiel, obwohl es al-Hakim bi Amr Allah (Regierungszeit 996-1021) im Jahr 1012 verbot. Auch Astronomie und Astrologie gehörten zu den weit verbreiteten Zeitvertreiben, und die *Kalifen* al-Muizz li-Din Allah und al-Hakim bi Amr Allah betätigten sich selbst als Astrologen. \nNeben diesen verschiedenen Vergnügungen war dem Hof kein Aufwand zu groß, wenn es um die Veranstaltung von religiösen und weltlichen Feierlichkeiten ging. Ausgefallene und sorgfältig inszenierte Prozessionen dienten der Veranschaulichung fatimidischer Macht und ismaelischer Theologie. Mit Spannung erwartet wurden außerdem alljährliche, üppige Bankette und Geschenkzeremonien für Beamte, Generäle, Richter und religiöse Würdenträger.","quote":"„Der Hof betrieb großen Aufwand bei der Veranstaltung von religiösen und weltlichen Feierlichkeiten.“"},"fc7c939a-850e-5462-8ba3-c2aa03ed101f":{"title":"Die Moschee – ein Ort des Gebets"},"fde9c1e2-a19a-570e-98f7-a4cd5e14c12e":{"title":"Zeremoniell und Zeitvertreib am Hof","description":"Die literarischen Quellen berichten von zwei verschiedenen Arten von Audienzen: den öffentlichen *(Madschlis al-Amm)* und den privaten *(Khass).* Letztere waren den engsten Mitarbeitern und Beratern der *Kalifen* vorbehalten. Während der Audienz saßen der *Kalif* oder sein Vertreter auf einem erhöhten Thron *(Sarir),* während es für die Besucher eine nach der gesellschaftlichen Rangordnung abgestufte Sitzordnung gab. In manchen Gebäuden, darunter Qusayr Amra, Khirbet al-Mafdschar in der Nähe von Jericho und *Qasr* al-Hayr al-Gharbi existieren ausführliche bildliche Darstellungen von Musikern, Tänzerinnen und Frauen, die bei Festen Geschenke überreichten. Dieser Zeitvertreib wurde zu einem festen Bestandteil des Lebens am Hof der Umayyaden.","quote":"*„Während der Audienz saßen der *Kalif* oder sein Vertreter auf einem erhöhten Thron.“*"},"feb15667-99f8-5b55-8c0b-bcda36247b11":{"title":"Religiöses Leben","description":"Parallel zur dynamischen Entwicklung islamischer Institutionen erlebten christliche Kirchen und Klöster eine eigene Renaissance. Neue Wandmalerei-Zyklen wurden in Auftrag gegeben, wie sie in Syrien seit den Fresken der Umayyadenzeit nicht mehr zu sehen gewesen waren. Dayr Mar Yakub (Kloster des Hl. Jakob) und Dayr Musa al-Habaschi (Kloster des Hl. Moses des Äthiopiers) zeugen bis heute von der christlichen Kunst des Mittelalters und von syrischem Klosterleben.","quote":"„Christliche Kirchen und Klöster erlebten eine eigene Renaissance.“"}}
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