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{"08fc2f57-a61c-58cb-a4a0-79aaa993eee4":{"name":"Steinblock mit floralem Relief aus stilisierten Ranken und Granatäpfeln.","description":"Hochrechteckiger Steinblock mit Reliefdekor auf der Vorderseite. Der Dekor besteht aus einem Stamm, aus dem zwei Rankenstiele hervorwachsen. Die Ranken überkreuzen sich und verlaufen in Schwüngen wie eine Wellenranke und verzweigen sich in paarige Einrollungen und laufen in Blättern oder stilisierten Granatäpfeln aus. Der Reliefblock stammt aus einem größeren architektonischen Zusammenhang, da er für den Architekturdekor des Eingangsbereiches des Palastes in Khirbat al-Minya vorgesehen war. Da der Palast nie fertig wurde, ist der Gesamtzusammenhang nicht bekannt. Der omaijadische Kalif al-Walid I. ließ zwischen 705 und 715 einen kleinen Palast in Khirbat al-Minya bei Tiberias am Nordwestufer des Sees Genezareth bauen. Der Palast, der nie fertiggestellt wurde, sollte einen umfangreich dekorierten Eingangstrakt haben und zeichnet sich außerdem durch eine prächtige Audienzraumgruppe mit Mosaikfußböden und eine Moschee mit halbkreisförmiger Gebetsnische aus. Der steinerne Baudekor in Khirbat al-Minya steht ganz in der Tradition der Spätantike, läßt aber andererseits deutlich Veränderungen durch stärkere Stilisierungen erkennen, wie sie für die frühislamische Epoche charakteristisch waren. Die Verwendung stilisierter Granatäpfel findet sich häufig im omaijadischen Baudekor aus Stein und Stuck und zudem auf Mosaiken. Die Berliner Museen beteiligten sich in den Jahren 1936-1939 an den Ausgrabungen in Khirbat al-Minya, so daß dem Museum ein wichtiger Teil der Funde überlassen wurde. Die andere Hälfte der Funde befindet sich in Jerusalem.","short_description":"Dieser Kalksteinquader wurde in dem unbeendeten Palast von Khirbat al-Minya ausgegraben, der in der Nähe von Tiberias am See Genezareth für den Umayyaden-Kalifen al-Walid I. gebaut worden war. Das Relief zeigt wellenförmige Ranken, die in Weinblättern und Granatäpfeln enden. Der Quader diente zur Verzierung des Eingangs zum Palast.","holder":"Museum für Islamische Kunst","initial_owner":"Wahrscheinlich al-Walid I. 86-96 H. / 705-715.","dates":"Periode von al-Walid I., um 86-96 H. / 705-715","location":"Berlin","dimensions":"Höhe 55 cm Breite 28 cm.","method_for_datation":"Der Palast von Khirbat al-Minya wird durch eine Reihe von Indizien in die Regierungszeit des Kalifen al-Walid I. datiert. Dazu gehören sowohl eine Bauinschrift als auch Münfunde und die Merkmale der architektonischen Aufteilung der Räume als auch Form und Aussehen der Gebetsnische.","method_for_provenance":"Der Steinblock wurde während der Ausgrabungen in Khirbat al-Minya im Ensemble mit anderen Blöcken gefunden, die allesamt zu Versetzung im Eingangsbereich des Palastes bereit lagen.","provenance":"Palast von Khirbat al-Minya am See Genezareth, Israel.","obtention":"Erworben als Ausgrabungsstück nach der Fundteilung.","bibliography":"K.A.C.Creswell, Early Muslim Architecture, Oxford, 1969, vol. I/2, 380-389 Pl. 64-69. \n \nMuseum für Islamische Kunst, Mainz, 2001, 18. \n \nPuttrich-Reignard, O. Die Palastanlage von Chirbet el Minje, Palästina-Hefte des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande, Heft 17-20, 1939 (Sonderheft).","linkcatalogs":"IAM_JO_EN_001","author":"Jens Kröger","keywords":["Bauglied aus einem architektonischen Zusammenhang","dekorative Kunst","Relief"],"materials":["behauen.","Kalkstein"]},"2629b350-95bd-5146-a57b-012dc58189ed":{"name":"Samaritanische Nische.","description":"Die samaritanische Nische besteht aus einer vertieft in die Wand eingelassenen Nische, die vom einem Muqarnas-Gewölbe bekrönt wird und somit alle Elemente einer Gebetsnische imitiert. Die Seiten der Nische rahmen kleine Säulen mit Basen und Kapitellen. Sie schliessen bündig mit der Wand ab. Die Wandgliederung der Nische besteht aus einer unteren Partie farbig abwechselnder breiter aufgemalter Streifen, die sich in einem Spitzbogen noch oben fortsetzten. Den oberen Teil gliedert ein um laufendes profiliertes Zickzackband, das sich über die Wand und die Nische fortsetzt. Die Rückwand der Nische nehmen zwei Rundmedaillons ein, die in quadratischen Feldern sitzen und von kleinen Quadratfeldern mit Vielpässen flankiert werden. Sowohl in den rotgrundigen Zwickeln des Bogens als auch in den Rosetten befinden sich samaritanische Inschriften, die den Hinweis liefern, daß es sich um ein Ensemble handelt, das zu einem von Samaritanern erbauten Haus gehörte. Weitere, ursprünglich seitlich der Nische anbegrachte Inschrifttafeln haben sich ebenfalls erhalten. Die Inschriften haben verkürzte Worte und bestehen nur zum Teil aus zu lesendem Textzusammenhang. Der Text ist dem Alten Testament (2. Buch Mose, Kapitel 23, Vers 25/26) entnommen. Die Inschriften des rechten Bogenzwickels folgen in Details dem samaritanischen Pentateuch. Die Samaritaner waren ein jüdischer Volksstamm, der seit der Spätantike in Syrien ansässig war. Nach der Überlieferung mußten die in Damaskus ansässigen Samaritaner 1625 die Stadt verlassen. Die Nische war ursprünglich in einem Damaszener Privathaus eingelassen und hat über die Jahrhunderte mehrere farbigen Fassungen gehabt. Die farbigen Streifen und die Details der Muqarnas-Nische weisen auf eine Entstehung in mamlukischer Zeit hin. Als M. Sobernheim das Haus zuerst 1900 besuchte, konnte er noch etwas von dem prächtigen Inneren erkennen. Er ließ die in dem Haus befindlichen samaritanischen Inschriften bergen. Sie kamen 1907 nach Berlin und die Nische wurde zunächst in der Ausstellung des Museums im Kaiser-Friedrich Museum ausgestellt und wird seit 1932 im Pergamonmuseum gezeigt.","short_description":"Diese einer Gebetsnische nachempfundene Stalaktitennische aus einem Damaszener Haus, das im mamlukischen Stil erbaut wurde, wurde vor der Zerstörung bewahrt, weil die Einsätze in den Spandrillen und Rundungen samaritanische Inschriften aus dem Alten Testament enthalten. Die Samaritaner wurden im 17. Jahrhundert aus Damaskus vertrieben.","holder":"Museum für Islamische Kunst","initial_owner":"Schech Mohammad al-Kurabi, Besitzer des Hauses, in dem sich die Nische befand. Er war aber nur der letzte Besitzer des Hauses, das heutzutage nicht mehr existiert.","dates":"10. H. / 16. Jahrhundert","location":"Berlin","dimensions":"Höhe 302 cm Breite 215 cm Tiefe ca. 70 cm.","method_for_datation":"Alle Dekorelemente weisen in die mamlukische Zeit Syriens. Da die Samaritaner Anfang des 17. Jh. aus Damaskus fliehen mussten, ist eine Entstehungszeit vor diesem Datum wahrscheinlich.","method_for_provenance":"Die zu der Nische gehörigen Steine wurden nach 1900 von M. Sobernheim in Damaskus aus einem Haus mit samaritanischen Inschriften geborgen.","provenance":"Damaskus, Privathaus im Stadtviertel az-Zahir Baibars.","obtention":"Ankauf in Damaskus 1907.","bibliography":"Keenan, B. Damascus. Hidden Treasures of the Old City. London, 2000. \n \nMuseum für Islamische Kunst Berlin. Mainz, 2001, 88-89. \n \nSobernheim, M. „Samaritanische Inschriften aus Damaskus“, Mittheilungen und Nachrichten des Deutschen Palaestina-Vereins, 5, 1902, 70-80. \n \nTropper, J. „Die samaritanischen Inschriften des Pergamonmuseums“, Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins, 111, 1995/2, 118 - 133.","linkcatalogs":"Vgl. Pilger, Sufis und Gelehrte. Die islamische Kunst im Westjordanland und im Gazastreifen. Palästinensische Autonomiegebiete. Museum ohne Grenzen. Tübingen, 2004, 167-169 (Samaritaner).","author":"Annette Hagedorn","keywords":["Juden","Pentateuch","Samaritaner"],"materials":["Ergänzungsmasse.","Marmor und verschiedene Kalksteine","Mosaikarbeiten"]},"845d1c41-c319-5cf8-a8a3-2a59a0cbc517":{"name":"Kapitell.","description":"Dieses Kapitell scheint wegen seiner Form als Bekrönung einer Halbsäule gedient zu haben. Seine Oberfläche wird von drei ornamentalen Dekorstreifen geschmückt: Zuoberst auf dem Streifen, der dem antiken Abakus entspricht, befindet sich eine Halbpalmettenranke, die mit Blüten besetzt ist. Diese Ranke wird von zwei schlichten, profilierten Streifen oben und unten eingefaßt. Der Mittelteil trägt einen Dekor aus stilisierten, miteinander verbundenen Halbpalmettenranken, die die Oberfläche vollständig überziehen. An den Ecken stülpen sich diese Ranken volutenartig vor und greifen damit den Akanthusdekor antiker Kapitelle auf. Während jedoch die antiken Vorbilder plastisch durchmodelliert waren, ist das Blattwerk hier ganz zweidimensional geworden. Den unteren Abschluß dieses Hauptmotivs bildet ein einfacher Rundstab. Darunter befindet sich in einem schmalen Register eine weitere Halbpalmettenranke, die den unteren Abschluß des Kapitells bildet. In seiner Gesamtwirkung steht das Kapitell in der Tradition byzantinischer Vorbilder, die Antikes aufgreifen und abstrahieren. Diese Tendenz wurde in der islamischen Kunst zu einer Areskenbildung fortgeführt. Zusammen mit anderen Kapitellen, die einen eng verwandten Dekor aufweisen, müssen die Kapitelle in der zeitweiligen abbasidischen Residenzstadt Raqqa für einen nicht näher bekannten Monumentalbau verwendet worden sein. Die Akanthuspflanze ist heute noch eine im Mittelmeerraum häufig auftretende Distelart. Sie wurde zunächst in der griechischen Kunst seit dem 5. Jahrhundert v.Chr. als Dekorelement an Grabstelen verwendet. Später wurde sie in der römischen Kunst übernommen und in der islamischen Kunst in Form vielfältiger Halbpalmettenbildungen als ein grundlegendes Motiv der Dekoration von Architektur und Kleinkunst verwendet. Alabaster ist eine in der Natur vorkommende feinkörnige, reinweiße Gipsverbindung. Das Material ist leicht zu bearbeiten und wurde deshalb seit der Antike für Architekturdekorationen, zur Verkleidung und für Plastiken verwendet.","short_description":"Dieses Alabasterkapitell, hergestellt für einen frühabbasidischen Palast in Raqqa, trägt ein Muster aus wellenförmigen Ranken mit Halbpalmetten. Es ist ein Beleg für das typisch islamische Dekorrepertoire aus dieser Zeit, bevor abstraktere Muster wie die Arabesken entstanden.","holder":"Museum für Islamische Kunst","dates":"3. H. / 9. Jahrhundert","location":"Berlin","dimensions":"Höhe 27 cm Breite 29 cm Tiefe 29 cm.","method_for_datation":"Das Kapitell stammt nach den Angaben von F. Sarre und E. Herzfeld aus der zeitweiligen Residenzstadt Raqqa, wo der Kalif Harun ar-Rashid um 185 H. / 800 n. Chr. Paläste errichten ließ. Es ist wahrscheinlich, dass das Kapitell aus einem kalifalen Bau dieser Periode stammt, so dass eine Datierung in den Anfang des 9. Jh. gegeben ist.","method_for_provenance":"Da das Kapitell nach den Angaben von F. Sarre und E. Herzfeld aus der zeitweiligen Residenzstadt Raqqa stammt, ist es sehr wahrscheinlich, dass es ein Überrest aus den Ruinen der kalifalen Bauten ist.","provenance":"Raqqa, Syrien.","obtention":"Von Friedrich Sarre über den Kunsthandel Aleppos erworben.","bibliography":"Kat. Museum für Islamische Kunst, Mainz 2001, 28. \n \nDimand, M. S., Studies in Islamic Ornament I. Some aspects of Omaiyad and early 'Abbasid ornament, Ars Islamica 4, 1937, 293-337. \n \nSarre, F. – Herzfeld, E., Archäologische Reise im Euphrat- und Tigris-Gebiet, Berlin 1911-1920, Bd. II 352 Abb. 321. Bd. IV Taf. 140, 1. \n \nHillenbrand, R. Islamic Art and Architecture, London, 1999, 38-61. \n \nKautzsch, R Kapitellstudien, Berlin/Leipzig, 1936.","author":"Annette Hagedorn","keywords":["Akanthus","Alabaster","antik","byzantinisch","Halbpalmette","Kapitell","stilisiert"],"materials":["Alabaster","graviert.","Reliefschnitt"]},"9c700bb2-5d48-5ba0-9ba7-87bc128ebc4e":{"name":"Kapitell.","description":"Das Akanthuskapitell bezieht sich sichtbar durch seine Dekoration auf antike Vorbilder: Es hat zwei Blattkränze und vier diagonal verlaufende Voluten. Auf diesen liegt der Abakus, die Deckplatte des Kapitells. Die Voluten enden in vierblättrigen Blüten. Akanthusblätter bedecken die ausschwingenden Voluten. Die Blätter enden unterhalb des Abakus und scheinen ihn zu tragen. Um den Abakus verläuft eine Inschrift, die sich auf den Künstlern des Kapitells, seinen Auftraggeber und den Bauherrn bezieht. Auf den Abakus befindet sich eine Bauzeichnung, die offenbar mit Winkel und Zirkel ausgeführt wurde. Nicht auf jedem Bauteil wurden in dieser Zeit so wichtige Hinweise auf die am Bau beteiligten Handwerker und den Bauherrn mitgeteilt. In der Inschrift wird auf Abd ar-Rahman III. (300 H./912 n. Chr. – 350 H./ 961 n. Chr.) hingewiesen, wenn es heißt: „Im Namen Gottes, Segen von Gott für den Führer der Gläubigen. Möge Gott Abd ar-Rahman ibn Muhammad ein langes Leben bescheren“. Weiter heißt es: „[Dies gehört zu dem] was er anfertigen ließ unter der Leitung seines Sklaven Shunaif, hergestellt von Fath, dem Marmorspezialisten“. Shunaif war der Bauleiter, Fath wurde zum ersten Mal in einer Bauinschrift 318 H./ 930 n. Chr. genannt. Ehemals war er Sklave am Kalifenhof; er war nichtarabischer Herkunft. Fath arbeitete, wie Bauinschriften belegen, über Jahrzehnte an verschiedenen kalifalen Bauten in al-Andalus mit. Sein Name ist auch von dem Erweiterungsbau der Großen Moschee in Córdoba und der Schloßanlage von Madinat az-Zahra bekannt. Ob dieses Kapitel von einem dieser Bauten stammt, ist nicht nachzuweisen. Bekannt ist aber, daß der Bauleiter Shunaif am Salon Rico, dem Empfangssaal (342-343 H./ 953-954 n. Chr.) von Madinat az-Zahra, mitarbeitete. Abd ar-Rahman hatte sich 317 H./ 929 n. Chr. zum Kalifen der westislamischen Welt ernannt. Akanthuskapitelle waren seit ihrer Verwendung in der griechischen Antike seit dem 5. Jahrhundert vor Chr. auch Symbole des Reichtums und der Unsterblichkeit. Die Distelart des Akanthus war mit reichen und großen, starken Blatträndern deswegen auch in der griechischen Provinz, wie in Spanien, gerne verwendete Dekorationsform.","short_description":"Marmorkapitelle mit Ornamenten, die Einflüsse der klassischen Antike zeigen, finden sich in den Palästen der umayyadischen Herrscher von al-Andalus. Auch wenn manche Kapitelle Inschriften tragen, ist es doch ungewöhnlich, den Namen des Auftraggebers, des Aufsehers und der Handwerkers zu finden, der das Kapitell aus einem Marmorblock gemeißelt hat.","holder":"Museum für Islamische Kunst","dates":"Mitte 10. Jahrhundert (300-350 H./ 912-961 n. Chr.)","location":"Berlin","dimensions":"Höhe 33 cm, Durchmesser des Abakus 31 cm.","method_for_datation":"Durch die Inschrift auf den Kalifen Abd ar-Rahman III. und den Namen des Kunsthandwerkes Fath kann das Kapitell in die Zeit zwischen 300-350 H./ 912-961 n.Chr. datiert werden","method_for_provenance":"Die Herkunft aus dem Kalifat von Córdoba/Spanien ist durch die Inschrift auf den Kalifen Abd ar-Rahman III. gesichert.","provenance":"Spanien, Andalusien, Córdoba/Madinat al-Zahra.","obtention":"Aus dem Kunsthandel New York.","bibliography":"Barrucand, M/Bednorz, A. Maurische Architektur in Andalusien, Köln, 1991, 59-69, 71-79. \n \nDodds, J. Al-Andalus. The Art of Islamic Spain. New York, 1992, 27-39, Abb. 35-39. \n \nGladiss, A. v. „Das spanisch-arabische Kapitell“, in Haus der Kulturen der Welt, GmbH, Berlin, ed. Schätze der Alhambra. Islamische Kunst aus Andalusien, 138-187. Berlin, 1992, Abb. 144-145. \n \nKat. Museum für Islamische Kunst. Mainz, 2001, 91-92. \n \nKautzsch, R Kapitellstudien. Berlin/Leipzig, 1936.","author":"Annette Hagedorn","keywords":["Abakus","Akanthus","Kalif","Kapitell"],"materials":["Marmor."]},"a248d8b4-e492-5f6d-bdb7-ab94d668d922":{"name":"Aleppo-Zimmer.","description":"Wie schon der Name des Hauses andeutet, ließ der Bauherr, ein wohlhabender Makler und christlicher Bürger in der Stadt Aleppo, die Wandtäfelung in seinem Wohnhaus für den Empfangsraum am Anfang des 17. Jh. ausführen. Die Malereien des Aleppo-Zimmers stellen damit das älteste Ensemble aus einem syrischen Wohnhaus in osmanischer Zeit dar. Der christliche Auftraggeber vergab die Arbeiten an die beste Werkstatt seiner Zeit und wünschte sich für den Raum in dem er seine Gäste empfing, die Wiedergabe ganz unterschiedlicher Themen im Stil zeitgenössischer islamischer Buchmalerei vor floralen oder geometrischen Kompositionen, die im Stil bester osmanischer Tradition gemalt sind. Christliche Themen aus dem Alten und dem Neuen Testament sowie Darstellungen von Maria mit dem Kind stehen neben höfischen Szenen, wie sie aus der persischen Buchmalerei bekannt sind. Auch die umlaufenden Psalmtexte, die arabischen Sprichworte sowie persische Formeln wurden so ausgewählt, daß die sie Ausdruck der Vorstellung eines friedlichen Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit sind. Die zentralen Paneele befinden sich im hinteren Teil der Hauptnische rechts und links eines Wandschrankes. Auf dem linken Paneel werden die höfischen Themen wiedergegeben, zu denen der thronende Herrscher, die Jagd und eine Jagdgesellschaft sowie ein Prinz mit Falken gehört. Auf dem rechten Paneel finden sich dagegen christlichen Themen zu denen das Abendmahl, der Tanz der Salome vor Herodes oder die Opferung Isaaks gehören. In anderen Paneelen über den Raum verstreut finden sich Einzeldarstellungen aus beiden Bereichen, so aus der Liebesgeschichte von Leila und Majnun von Nizami (1141-1202) aus dem Haft Paykar oder Maria mit dem Jesuskind sowie der Heilige Georg. Daneben stehen reale Tiere und Fabeltiere. Gerade die Vielfältigkeit der dargestellten Themen macht diese früheste erhaltene Wandtäfelung zu einem Kompendium, wie es so wohl nur in der syrischen Handelsstadt Aleppo entstehen konnte. \n \nKlicken Sie [hier](https://youtu.be/4toX47mtAIE), um eine Video-Präsentation dieses Objektes zu sehen (auf Englisch).","short_description":"Die bemalten Paneele gehören ins Audienzzimmer eines christlichen Kaufmanns in Aleppo, Syrien. Dieses Zimmer ist das einzig erhaltene Beispiel eines bemalten und datierten Raums aus dem 17. Jahrhundert. Sein ornamentales und figuratives Repertoire umfasst christliche Themen, aber auch arabische Verse.","holder":"Museum für Islamische Kunst","initial_owner":"Isa ibn Butrus (Jesus, Sohn des Brutus).","dates":"1009 H./ 1600 und 1012 H. / 1603 n. Chr.","location":"Berlin","dimensions":"Höhe 260 cm Gesamtlänge 35 Meter.","method_for_datation":"Das Aleppo-Zimmer ist an zwei Stellen datiert, einmal wird das Datum 1009 H./1600-1601 n.Chr. genannt. An einer anderen Stelle kommt das Datum 1012 H./1603 n. Chr. vor.","method_for_provenance":"Das Aleppo-Zimmer wurde von Friedrich Sarre 1912 in Aleppo erworben. Laut Urkunde stammt es aus dem Haus Wakil in Aleppo, wo es auch vor 1912 in situ fotografiert wurde.","provenance":"Syrien, Aleppo.","obtention":"Erworben von Friedrich Sarre für das Museum in Aleppo 1912.","bibliography":"Duda, D. Innenarchitektur syrischer Stadthäuser des 16. bis 18. Jahrhunderts. Die Sammlung Henri Pharaon in Beirut. Wiesbaden, 1971 (=Beiruter Texte und Studien, 12). \n \nGangler, A. Ein traditionelles Wohnviertel im Nordosten der Altstadt von Aleppo in Nordsyrien. Tübingen 1993. \n \nGonella, Julia. Ein christlich-orientalisches Wohnhaus des 17. Jahrhunderts aus Aleppo (Syrien). Mainz, 1996. \n \nOtt, C. „Die Inschriften des Aleppozimmers im Berliner Pergamonmuseum“, Le Muséon, 109/1-2,1996,185-226. \n \nSarre, F. „Bemalte Wandverkleidung aus Aleppo“ Berliner Museen, Berichte aus den Preußischen Kunstsammlungen XLI/4, 1919-20, 143 – 58.","linkcatalogs":"IAM_TR_EN_001","author":"Annette Hagedorn","keywords":["Aleppo","christliche Themen","Holztäfelung","imaginäre Tier","Qa’a (Empfangsraum)"],"materials":["Holz","vielschichtige Malerei mit unterschiedlichen Pigmenten und Metallauflagen."]},"dc7a150a-22b9-5870-99a5-731a6c7242dc":{"name":"Fassade des Palastes von Mschatta.","description":"Die Fassade des Palastes von Mschatta in Berlin besteht aus einem Teil der äußeren Palastfassade beidseitig des Einganges in den Palastkomplex. Nur dieser südliche Teil der quadratischen Ummauerung war zwischen zwei Rundtürmen mit Reliefdekor aus einem fortlaufenden Zickzackband in einer Länge von ursprünglich 47 m versehen, das von einem profilierten Sockel und einem Gesims eingefasst wird. Große Rosetten sitzen in den von dem Zickzackband gebildeten Dreiecken. Den Grund überziehen aus Becken entspringende Weinranken. In den Dreiecken der linken Fassadenhälfte werden unterschiedliche Tiere und Fabeltiere wie Vögel, Löwen und Greifen, ein Pfauendrache (Senmurw) sowie ein Kentaur in paradiesisch friedlichem Nebeneinander, zumeist sich an dem Wasser der großen Becken labend, wiedergegeben. Mit dem rechten Torturm beginnt ein Programmwechsel, da auf lebende Wesen zugunsten eines kleinteiligen Pflanzendekors verzichtet wurde. Aus Vasen oder Blattkelchen aufsteigende, sich in vielfältigen Windungen hinziehende Ranken füllen den Grund Mit Rücksicht auf die dahinterliegende Palastmoschee mag dieser Wechsel begründet werden, da es damals bereits ein Bilderverbot für Moscheen galt. Die nicht nach Berlin gelangten Dreiecke der rechten Seite verblieben 1903 am Ort und sind seither zerstört worden. Es könnte der omaijadische Kalif al-Walid II. (743-744) gewesen sein, der während seiner kurzen Regierungszeit den Auftrag gab, einen Palast in der jordanischen Wüste südöstlich der heutigen Hauptstadt Amman zu bauen. Den Palast mit Audienzsaal und Wohnbereich, einer Moschee und weitere, für zeitweilige Regierungsgeschäfte erforderliche Bauten umgab eine quadratische Umfassungsmauer, die nur scheinbaren Festungscharakter hat. Der Bau blieb allerdings unvollendet, was bei einer Betrachtung ins Auge fällt, da alle am Boden vorgearbeiteten Versatzstücke fertig sind, während der vor Ort ausgemeißelte Reliefgrund stellenweise nur in Anrissen skizziert blieb. Eine Bauinschrift wurde nicht gefunden. Erst im 19. Jh. wurde Mschatta wiederentdeckt. Wesentliche Teile der Fassade befinden sich seit 1903 als Geschenk des osmanischen Sultans an den deutschen Kaiser im Museum für Islamische Kunst, während das Bauwerk sich weiterhin in situ in Jordanien besichtigt werden kann.","short_description":"Die Kalksteinfassade von Mschatta stammt von einem Wüstenschloss in Jordanien und wurde dem Deutschen Kaiser vom Osmanischen Sultan als Geschenk überreicht. Es handelt sich um die Außenmauer, auf der Tiere inmitten von floralem Dekor zu sehen sind. Da der Kalif, der den Palast bauen ließ, ermordet wurde, konnte der Bau nicht vollendet werden.","holder":"Museum für Islamische Kunst","initial_owner":"Wahrscheinlich al-Walid II. 125-126 H./ 743-744.","dates":"wahrscheinlich 1. Hälfte 2. Jh / 8. Jh., um 125-126 H. / 743-744","location":"Berlin","dimensions":"Höhe 5.07 m Länge 33 m.","method_for_datation":"Zunächst auf Grund von stilistischen Gründen in die omaijadische Zeit datiert, was schwierig und kontrovers war. Im Verlauf des 20. Jh. gab es verschiedene vorislamische (Sasanidisch, Ghasanidisch, Byzantinisch) und frühislamische Datierungsvorschläge (Omaijadisch, Abbasidisch). Der unvollendete und der Fund eines fragmentarischen Ziegels im 1964, auf dem ein Name genannt wird, der in der zeitgenössischen Literatur zwischen 730 und 750 vorkommt, unterstützt die Datierung in die spätumaiyadische Periode.","method_for_provenance":"Durch die ursprüngliche Zugehörigkeit zu dem in situ befindlichen Bauwerk Qasr al-Mshatta bevor ein Teil der Fassade abgebaut wurde.","provenance":"Mschatta, Jordanien","obtention":"Geschenk des osmanischen Sultans Abdul Hamid II. an Kaiser Wilhelm II. Geschenk von Wilhelm II. an die Königlichen Museen Berlin 1903.","bibliography":"Bisheh, Gh., “Qasr al-Mshatta in the light of a recently found inscription”, Studies in the history and archaeology of Jordan (ed. A.Hadidi), vol. III, Amman, Jordan 1987, pp.193-197, Fig. 2f. \n \nCreswell,K.A.C., Early Muslim Architecture I,1-2. Umayyads, A.D. 622-750. 2nd edition, Oxford, 1969, I,2, pp. 578-606 Pl. 112-136. \n \nEnderlein, V. \"Die Erwerbung der Fassade von Mschatta\", Forschungen und Berichte 26, 1987, 81-90. \nMuseum für Islamische Kunst, Verlag Philipp von Zabern, Mainz, 2001, 117-125. \n \nTrümpelmann, L. Mschatta. Tübingen, 1962.","linkcatalogs":"IAM_JO_EN_001","author":"Jens Kröger","keywords":["Baudekor","Palastfassade","Reliefdekor"],"materials":["in Blöcken gearbeiteter Reliefdekor.","Kalkstein"]},"fb0d852c-219c-5753-93b5-9648fdd94679":{"name":"Alhambra-Kuppel.","description":"Die Kuppel in Berlin war einst in den Torre de las Damas gennanten Turm des Palastes Palacio del Partal über einem reichen Stuckdekor eingebaut. Durch die Fenster dieses Turmes konnte man sowohl die Umgebung mit der Stadt Granada als auch den Palastkomplex mit den heute nicht mehr exitierenden Teilen der Alhambra überblicken, den der nasridische Herrscher Muhammad III. (701-708 H./ 1302-1308) hatte erbauen lassen. Das Motto der nasridischen Herrscher „Es gibt keinen Sieg außer von Gott“, das eine wichtige Rolle im Dekor der Kuppel einnimmt, kann als Proklamation des Islam angesehen werden, der durch die voranschreitende Reconquista bedroht war. Die Kuppel hat eine quadratische Form, die zunächst in ein Achteck übergeht und dann in sechszehn Trapeze überführt wird. Jede Seite des Quadrats ist mit einem Dreieck ausgestattet, die mit geometrischem Flechtwerk mit zusätzlichen pflanzlichen Motiven versehen sind. Eine kleine Miniaturkuppel sitzt im Zentrum der Dreiecke. Das Achteck wird von Brettern gebildet, die mit kleinen Vielpassbögen versehen sind, in denen symmetrische Kufi-Inschriften auf rotem Grund sitzen, zusammen mit Pinienzapfen, kleinen Muscheln und Arabeskdekor. Auf den rechteckigen Paneelen des Sechzehnecks wird das nasridische Motto „Es gibt keinen Sieg außer von Gott“ wiederholt. Sie werden von kleinen Muqarnas-Bögen umgeben. Die folgenden sechszehn Trapeze weisen ein für die islamische Welt typisches Flechtwerk auf. Kleine Vielecke oder Sterne wiederholen das nasridische Motto. Eine sechzehnseitige Scheitelplatte, ebenfalls mit Flechtwerk, bildet den horizontalen Abschluß. Der Reiz des Dekors liegt im Kontrast zwischen der Strenge der flachen geometrischen Flechtbänder und den erhabenen Reliefebenen. Holzdecken und Holzkuppeln dieser Art sind ein besonderes Merkmal islamischer Architektur im Maghreb. Zahllose Beispiele befinden sich nicht nur in der Alhambra, sondern auch in zahlreichen anderen Bauten Spaniens sowie Nordafrikas.","short_description":"Diese Kuppel stammt aus einem Teil der Alhambra-Palastanlage mit dem Namen Palacio del Partal. Dieser Palacio war im Privatbesitz eines deutschen Bankiers, der die Erlaubnis erhielt, die Kuppel in seine Berliner Villa zu überführen. Hölzerne Decken und Kuppeln dieser Art sind ein Kennzeichen islamischer Architektur im Mahgreb.","holder":"Museum für Islamische Kunst","initial_owner":"1885 kaufte Arthur von Gwinner ein Stück Land im Bereich der Alhambra. Dazu gehörte ein Grundstück mit Gebäuden, Gärten und Straßen. 1891 übergab er den Palacio del Partal an die Stadt Granada. Es wurde ihm daraufhin erlaubt, die Holzkuppel aus dem Torre de las Damas auszubauen und nach Berlin mitzunehmen. 1892 baute er die Kuppel in sein Wohnhaus in Berlin ein. 1921 schenkte er seinen Besitz an die spanische Regierung.","dates":"um 719 / um 1320.","location":"Berlin","dimensions":"Höhe 190 cm Breite 355 cm Tiefe 355 cm.","method_for_datation":"Die Kuppel läßt sich durch ihre Herkunft aus dem Palacio del Partal datieren, der zum Alhambra-Palastkomplex gehört und unter Muhammad III. 701-708 H./ 1302-1308 erbaut wurde.","method_for_provenance":"Nach den Dokumenten stammt die Kuppel aus dem Palacio del Partal im Alhambra- Palastkomplex in Granada/Spanien, wo sie 1892 ausgebaut wurde. Die spanische Herkunft ist dadurch gesichert.","provenance":"Von dem Bauteil Torre de las Damas des Palacio del Partal im Alhambra Palastkomplex in Granada, Spanien.","obtention":"Erworben 1978 von den Nachfahren Arthur von Gwinners.","bibliography":"Fernández-Puertas, A. The Alhambra I, London, 1997, 235-39. \n \nBrisch, K. Eine Kuppel aus der Alhambra in Granada, bm, Berichte aus den Berliner Museen Preußischer Kulturbesitz, 3. Folge, 14, 1978, 6-7, 10-1. \n \nBrisch, K. \"Eine Kuppel aus der Alhambra in Granada\", in: Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz 16,1979,169-76. \n \nChmelnizkij, S. \"Methods of constructing geometric ornamental systems in the cupola of the Alhambra\", Muqarnas 6, 1989, 43-9. \n \nDodds, J. D. Al-Andalus. The Art of Islamic Spain. The Metropolitan Museum of Art, New, York 1992, cat.no.116.","linkcatalogs":"IAM_ES_EN_001","author":"Jens Kröger","keywords":["Alhambra","Alhambra-Palast","Geometrische Muster","Kuppel","Muqarnas","Palastarchitektur"],"materials":["Blau und Grün).","geschnitzt und aus Einzelteilen zusammengefügt. Teilweise bemalt (Rot","Holz (Zedernholz und Pappelholz)"]}}
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{"08fc2f57-a61c-58cb-a4a0-79aaa993eee4":{"name":"Steinblock mit floralem Relief aus stilisierten Ranken und Granatäpfeln.","description":"Hochrechteckiger Steinblock mit Reliefdekor auf der Vorderseite. Der Dekor besteht aus einem Stamm, aus dem zwei Rankenstiele hervorwachsen. Die Ranken überkreuzen sich und verlaufen in Schwüngen wie eine Wellenranke und verzweigen sich in paarige Einrollungen und laufen in Blättern oder stilisierten Granatäpfeln aus. Der Reliefblock stammt aus einem größeren architektonischen Zusammenhang, da er für den Architekturdekor des Eingangsbereiches des Palastes in Khirbat al-Minya vorgesehen war. Da der Palast nie fertig wurde, ist der Gesamtzusammenhang nicht bekannt. Der omaijadische Kalif al-Walid I. ließ zwischen 705 und 715 einen kleinen Palast in Khirbat al-Minya bei Tiberias am Nordwestufer des Sees Genezareth bauen. Der Palast, der nie fertiggestellt wurde, sollte einen umfangreich dekorierten Eingangstrakt haben und zeichnet sich außerdem durch eine prächtige Audienzraumgruppe mit Mosaikfußböden und eine Moschee mit halbkreisförmiger Gebetsnische aus. Der steinerne Baudekor in Khirbat al-Minya steht ganz in der Tradition der Spätantike, läßt aber andererseits deutlich Veränderungen durch stärkere Stilisierungen erkennen, wie sie für die frühislamische Epoche charakteristisch waren. Die Verwendung stilisierter Granatäpfel findet sich häufig im omaijadischen Baudekor aus Stein und Stuck und zudem auf Mosaiken. Die Berliner Museen beteiligten sich in den Jahren 1936-1939 an den Ausgrabungen in Khirbat al-Minya, so daß dem Museum ein wichtiger Teil der Funde überlassen wurde. Die andere Hälfte der Funde befindet sich in Jerusalem.","short_description":"Dieser Kalksteinquader wurde in dem unbeendeten Palast von Khirbat al-Minya ausgegraben, der in der Nähe von Tiberias am See Genezareth für den Umayyaden-Kalifen al-Walid I. gebaut worden war. Das Relief zeigt wellenförmige Ranken, die in Weinblättern und Granatäpfeln enden. Der Quader diente zur Verzierung des Eingangs zum Palast.","holder":"Museum für Islamische Kunst","initial_owner":"Wahrscheinlich al-Walid I. 86-96 H. / 705-715.","dates":"Periode von al-Walid I., um 86-96 H. / 705-715","location":"Berlin","dimensions":"Höhe 55 cm Breite 28 cm.","method_for_datation":"Der Palast von Khirbat al-Minya wird durch eine Reihe von Indizien in die Regierungszeit des Kalifen al-Walid I. datiert. Dazu gehören sowohl eine Bauinschrift als auch Münfunde und die Merkmale der architektonischen Aufteilung der Räume als auch Form und Aussehen der Gebetsnische.","method_for_provenance":"Der Steinblock wurde während der Ausgrabungen in Khirbat al-Minya im Ensemble mit anderen Blöcken gefunden, die allesamt zu Versetzung im Eingangsbereich des Palastes bereit lagen.","provenance":"Palast von Khirbat al-Minya am See Genezareth, Israel.","obtention":"Erworben als Ausgrabungsstück nach der Fundteilung.","bibliography":"K.A.C.Creswell, Early Muslim Architecture, Oxford, 1969, vol. I/2, 380-389 Pl. 64-69. \n \nMuseum für Islamische Kunst, Mainz, 2001, 18. \n \nPuttrich-Reignard, O. Die Palastanlage von Chirbet el Minje, Palästina-Hefte des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande, Heft 17-20, 1939 (Sonderheft).","dynasty":"Omaijaden","linkcatalogs":"IAM_JO_EN_001","author":"Jens Kröger","keywords":["Bauglied aus einem architektonischen Zusammenhang","dekorative Kunst","Relief"],"materials":["Kalkstein, behauen."]},"2629b350-95bd-5146-a57b-012dc58189ed":{"name":"Samaritanische Nische.","description":"Die samaritanische Nische besteht aus einer vertieft in die Wand eingelassenen Nische, die vom einem Muqarnas-Gewölbe bekrönt wird und somit alle Elemente einer Gebetsnische imitiert. Die Seiten der Nische rahmen kleine Säulen mit Basen und Kapitellen. Sie schliessen bündig mit der Wand ab. Die Wandgliederung der Nische besteht aus einer unteren Partie farbig abwechselnder breiter aufgemalter Streifen, die sich in einem Spitzbogen noch oben fortsetzten. Den oberen Teil gliedert ein um laufendes profiliertes Zickzackband, das sich über die Wand und die Nische fortsetzt. Die Rückwand der Nische nehmen zwei Rundmedaillons ein, die in quadratischen Feldern sitzen und von kleinen Quadratfeldern mit Vielpässen flankiert werden. Sowohl in den rotgrundigen Zwickeln des Bogens als auch in den Rosetten befinden sich samaritanische Inschriften, die den Hinweis liefern, daß es sich um ein Ensemble handelt, das zu einem von Samaritanern erbauten Haus gehörte. Weitere, ursprünglich seitlich der Nische anbegrachte Inschrifttafeln haben sich ebenfalls erhalten. Die Inschriften haben verkürzte Worte und bestehen nur zum Teil aus zu lesendem Textzusammenhang. Der Text ist dem Alten Testament (2. Buch Mose, Kapitel 23, Vers 25/26) entnommen. Die Inschriften des rechten Bogenzwickels folgen in Details dem samaritanischen Pentateuch. Die Samaritaner waren ein jüdischer Volksstamm, der seit der Spätantike in Syrien ansässig war. Nach der Überlieferung mußten die in Damaskus ansässigen Samaritaner 1625 die Stadt verlassen. Die Nische war ursprünglich in einem Damaszener Privathaus eingelassen und hat über die Jahrhunderte mehrere farbigen Fassungen gehabt. Die farbigen Streifen und die Details der Muqarnas-Nische weisen auf eine Entstehung in mamlukischer Zeit hin. Als M. Sobernheim das Haus zuerst 1900 besuchte, konnte er noch etwas von dem prächtigen Inneren erkennen. Er ließ die in dem Haus befindlichen samaritanischen Inschriften bergen. Sie kamen 1907 nach Berlin und die Nische wurde zunächst in der Ausstellung des Museums im Kaiser-Friedrich Museum ausgestellt und wird seit 1932 im Pergamonmuseum gezeigt.","short_description":"Diese einer Gebetsnische nachempfundene Stalaktitennische aus einem Damaszener Haus, das im mamlukischen Stil erbaut wurde, wurde vor der Zerstörung bewahrt, weil die Einsätze in den Spandrillen und Rundungen samaritanische Inschriften aus dem Alten Testament enthalten. Die Samaritaner wurden im 17. Jahrhundert aus Damaskus vertrieben.","holder":"Museum für Islamische Kunst","initial_owner":"Schech Mohammad al-Kurabi, Besitzer des Hauses, in dem sich die Nische befand. Er war aber nur der letzte Besitzer des Hauses, das heutzutage nicht mehr existiert.","dates":"10. H. / 16. Jahrhundert","location":"Berlin","dimensions":"Höhe 302 cm Breite 215 cm Tiefe ca. 70 cm.","method_for_datation":"Alle Dekorelemente weisen in die mamlukische Zeit Syriens. Da die Samaritaner Anfang des 17. Jh. aus Damaskus fliehen mussten, ist eine Entstehungszeit vor diesem Datum wahrscheinlich.","method_for_provenance":"Die zu der Nische gehörigen Steine wurden nach 1900 von M. Sobernheim in Damaskus aus einem Haus mit samaritanischen Inschriften geborgen.","provenance":"Damaskus, Privathaus im Stadtviertel az-Zahir Baibars.","obtention":"Ankauf in Damaskus 1907.","bibliography":"Keenan, B. Damascus. Hidden Treasures of the Old City. London, 2000. \n \nMuseum für Islamische Kunst Berlin. Mainz, 2001, 88-89. \n \nSobernheim, M. „Samaritanische Inschriften aus Damaskus“, Mittheilungen und Nachrichten des Deutschen Palaestina-Vereins, 5, 1902, 70-80. \n \nTropper, J. „Die samaritanischen Inschriften des Pergamonmuseums“, Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins, 111, 1995/2, 118 - 133.","dynasty":"Mamluken und Osmanen","linkcatalogs":"Vgl. Pilger, Sufis und Gelehrte. Die islamische Kunst im Westjordanland und im Gazastreifen. Palästinensische Autonomiegebiete. Museum ohne Grenzen. Tübingen, 2004, 167-169 (Samaritaner).","author":"Annette Hagedorn","keywords":["Juden","Pentateuch","Samaritaner"],"materials":["Marmor und verschiedene Kalksteine, Mosaikarbeiten, Ergänzungsmasse."]},"845d1c41-c319-5cf8-a8a3-2a59a0cbc517":{"name":"Kapitell.","description":"Dieses Kapitell scheint wegen seiner Form als Bekrönung einer Halbsäule gedient zu haben. Seine Oberfläche wird von drei ornamentalen Dekorstreifen geschmückt: Zuoberst auf dem Streifen, der dem antiken Abakus entspricht, befindet sich eine Halbpalmettenranke, die mit Blüten besetzt ist. Diese Ranke wird von zwei schlichten, profilierten Streifen oben und unten eingefaßt. Der Mittelteil trägt einen Dekor aus stilisierten, miteinander verbundenen Halbpalmettenranken, die die Oberfläche vollständig überziehen. An den Ecken stülpen sich diese Ranken volutenartig vor und greifen damit den Akanthusdekor antiker Kapitelle auf. Während jedoch die antiken Vorbilder plastisch durchmodelliert waren, ist das Blattwerk hier ganz zweidimensional geworden. Den unteren Abschluß dieses Hauptmotivs bildet ein einfacher Rundstab. Darunter befindet sich in einem schmalen Register eine weitere Halbpalmettenranke, die den unteren Abschluß des Kapitells bildet. In seiner Gesamtwirkung steht das Kapitell in der Tradition byzantinischer Vorbilder, die Antikes aufgreifen und abstrahieren. Diese Tendenz wurde in der islamischen Kunst zu einer Areskenbildung fortgeführt. Zusammen mit anderen Kapitellen, die einen eng verwandten Dekor aufweisen, müssen die Kapitelle in der zeitweiligen abbasidischen Residenzstadt Raqqa für einen nicht näher bekannten Monumentalbau verwendet worden sein. Die Akanthuspflanze ist heute noch eine im Mittelmeerraum häufig auftretende Distelart. Sie wurde zunächst in der griechischen Kunst seit dem 5. Jahrhundert v.Chr. als Dekorelement an Grabstelen verwendet. Später wurde sie in der römischen Kunst übernommen und in der islamischen Kunst in Form vielfältiger Halbpalmettenbildungen als ein grundlegendes Motiv der Dekoration von Architektur und Kleinkunst verwendet. Alabaster ist eine in der Natur vorkommende feinkörnige, reinweiße Gipsverbindung. Das Material ist leicht zu bearbeiten und wurde deshalb seit der Antike für Architekturdekorationen, zur Verkleidung und für Plastiken verwendet.","short_description":"Dieses Alabasterkapitell, hergestellt für einen frühabbasidischen Palast in Raqqa, trägt ein Muster aus wellenförmigen Ranken mit Halbpalmetten. Es ist ein Beleg für das typisch islamische Dekorrepertoire aus dieser Zeit, bevor abstraktere Muster wie die Arabesken entstanden.","holder":"Museum für Islamische Kunst","dates":"3. H. / 9. Jahrhundert","location":"Berlin","dimensions":"Höhe 27 cm Breite 29 cm Tiefe 29 cm.","method_for_datation":"Das Kapitell stammt nach den Angaben von F. Sarre und E. Herzfeld aus der zeitweiligen Residenzstadt Raqqa, wo der Kalif Harun ar-Rashid um 185 H. / 800 n. Chr. Paläste errichten ließ. Es ist wahrscheinlich, dass das Kapitell aus einem kalifalen Bau dieser Periode stammt, so dass eine Datierung in den Anfang des 9. Jh. gegeben ist.","method_for_provenance":"Da das Kapitell nach den Angaben von F. Sarre und E. Herzfeld aus der zeitweiligen Residenzstadt Raqqa stammt, ist es sehr wahrscheinlich, dass es ein Überrest aus den Ruinen der kalifalen Bauten ist.","provenance":"Raqqa, Syrien.","obtention":"Von Friedrich Sarre über den Kunsthandel Aleppos erworben.","bibliography":"Kat. Museum für Islamische Kunst, Mainz 2001, 28. \n \nDimand, M. S., Studies in Islamic Ornament I. Some aspects of Omaiyad and early 'Abbasid ornament, Ars Islamica 4, 1937, 293-337. \n \nSarre, F. – Herzfeld, E., Archäologische Reise im Euphrat- und Tigris-Gebiet, Berlin 1911-1920, Bd. II 352 Abb. 321. Bd. IV Taf. 140, 1. \n \nHillenbrand, R. Islamic Art and Architecture, London, 1999, 38-61. \n \nKautzsch, R Kapitellstudien, Berlin/Leipzig, 1936.","dynasty":"Abbasiden","author":"Annette Hagedorn","keywords":["Akanthus","Alabaster","antik","byzantinisch","Halbpalmette","Kapitell","stilisiert"],"materials":["Alabaster, Reliefschnitt, graviert."]},"9c700bb2-5d48-5ba0-9ba7-87bc128ebc4e":{"name":"Kapitell.","description":"Das Akanthuskapitell bezieht sich sichtbar durch seine Dekoration auf antike Vorbilder: Es hat zwei Blattkränze und vier diagonal verlaufende Voluten. Auf diesen liegt der Abakus, die Deckplatte des Kapitells. Die Voluten enden in vierblättrigen Blüten. Akanthusblätter bedecken die ausschwingenden Voluten. Die Blätter enden unterhalb des Abakus und scheinen ihn zu tragen. Um den Abakus verläuft eine Inschrift, die sich auf den Künstlern des Kapitells, seinen Auftraggeber und den Bauherrn bezieht. Auf den Abakus befindet sich eine Bauzeichnung, die offenbar mit Winkel und Zirkel ausgeführt wurde. Nicht auf jedem Bauteil wurden in dieser Zeit so wichtige Hinweise auf die am Bau beteiligten Handwerker und den Bauherrn mitgeteilt. In der Inschrift wird auf Abd ar-Rahman III. (300 H./912 n. Chr. – 350 H./ 961 n. Chr.) hingewiesen, wenn es heißt: „Im Namen Gottes, Segen von Gott für den Führer der Gläubigen. Möge Gott Abd ar-Rahman ibn Muhammad ein langes Leben bescheren“. Weiter heißt es: „[Dies gehört zu dem] was er anfertigen ließ unter der Leitung seines Sklaven Shunaif, hergestellt von Fath, dem Marmorspezialisten“. Shunaif war der Bauleiter, Fath wurde zum ersten Mal in einer Bauinschrift 318 H./ 930 n. Chr. genannt. Ehemals war er Sklave am Kalifenhof; er war nichtarabischer Herkunft. Fath arbeitete, wie Bauinschriften belegen, über Jahrzehnte an verschiedenen kalifalen Bauten in al-Andalus mit. Sein Name ist auch von dem Erweiterungsbau der Großen Moschee in Córdoba und der Schloßanlage von Madinat az-Zahra bekannt. Ob dieses Kapitel von einem dieser Bauten stammt, ist nicht nachzuweisen. Bekannt ist aber, daß der Bauleiter Shunaif am Salon Rico, dem Empfangssaal (342-343 H./ 953-954 n. Chr.) von Madinat az-Zahra, mitarbeitete. Abd ar-Rahman hatte sich 317 H./ 929 n. Chr. zum Kalifen der westislamischen Welt ernannt. Akanthuskapitelle waren seit ihrer Verwendung in der griechischen Antike seit dem 5. Jahrhundert vor Chr. auch Symbole des Reichtums und der Unsterblichkeit. Die Distelart des Akanthus war mit reichen und großen, starken Blatträndern deswegen auch in der griechischen Provinz, wie in Spanien, gerne verwendete Dekorationsform.","short_description":"Marmorkapitelle mit Ornamenten, die Einflüsse der klassischen Antike zeigen, finden sich in den Palästen der umayyadischen Herrscher von al-Andalus. Auch wenn manche Kapitelle Inschriften tragen, ist es doch ungewöhnlich, den Namen des Auftraggebers, des Aufsehers und der Handwerkers zu finden, der das Kapitell aus einem Marmorblock gemeißelt hat.","holder":"Museum für Islamische Kunst","dates":"Mitte 10. Jahrhundert (300-350 H./ 912-961 n. Chr.)","location":"Berlin","dimensions":"Höhe 33 cm, Durchmesser des Abakus 31 cm.","method_for_datation":"Durch die Inschrift auf den Kalifen Abd ar-Rahman III. und den Namen des Kunsthandwerkes Fath kann das Kapitell in die Zeit zwischen 300-350 H./ 912-961 n.Chr. datiert werden","method_for_provenance":"Die Herkunft aus dem Kalifat von Córdoba/Spanien ist durch die Inschrift auf den Kalifen Abd ar-Rahman III. gesichert.","provenance":"Spanien, Andalusien, Córdoba/Madinat al-Zahra.","obtention":"Aus dem Kunsthandel New York.","bibliography":"Barrucand, M/Bednorz, A. Maurische Architektur in Andalusien, Köln, 1991, 59-69, 71-79. \n \nDodds, J. Al-Andalus. The Art of Islamic Spain. New York, 1992, 27-39, Abb. 35-39. \n \nGladiss, A. v. „Das spanisch-arabische Kapitell“, in Haus der Kulturen der Welt, GmbH, Berlin, ed. Schätze der Alhambra. Islamische Kunst aus Andalusien, 138-187. Berlin, 1992, Abb. 144-145. \n \nKat. Museum für Islamische Kunst. Mainz, 2001, 91-92. \n \nKautzsch, R Kapitellstudien. Berlin/Leipzig, 1936.","dynasty":"Al-Andalus, Kalifat","author":"Annette Hagedorn","keywords":["Abakus","Akanthus","Kalif","Kapitell"],"materials":["Marmor."]},"a248d8b4-e492-5f6d-bdb7-ab94d668d922":{"name":"Aleppo-Zimmer.","description":"Wie schon der Name des Hauses andeutet, ließ der Bauherr, ein wohlhabender Makler und christlicher Bürger in der Stadt Aleppo, die Wandtäfelung in seinem Wohnhaus für den Empfangsraum am Anfang des 17. Jh. ausführen. Die Malereien des Aleppo-Zimmers stellen damit das älteste Ensemble aus einem syrischen Wohnhaus in osmanischer Zeit dar. Der christliche Auftraggeber vergab die Arbeiten an die beste Werkstatt seiner Zeit und wünschte sich für den Raum in dem er seine Gäste empfing, die Wiedergabe ganz unterschiedlicher Themen im Stil zeitgenössischer islamischer Buchmalerei vor floralen oder geometrischen Kompositionen, die im Stil bester osmanischer Tradition gemalt sind. Christliche Themen aus dem Alten und dem Neuen Testament sowie Darstellungen von Maria mit dem Kind stehen neben höfischen Szenen, wie sie aus der persischen Buchmalerei bekannt sind. Auch die umlaufenden Psalmtexte, die arabischen Sprichworte sowie persische Formeln wurden so ausgewählt, daß die sie Ausdruck der Vorstellung eines friedlichen Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit sind. Die zentralen Paneele befinden sich im hinteren Teil der Hauptnische rechts und links eines Wandschrankes. Auf dem linken Paneel werden die höfischen Themen wiedergegeben, zu denen der thronende Herrscher, die Jagd und eine Jagdgesellschaft sowie ein Prinz mit Falken gehört. Auf dem rechten Paneel finden sich dagegen christlichen Themen zu denen das Abendmahl, der Tanz der Salome vor Herodes oder die Opferung Isaaks gehören. In anderen Paneelen über den Raum verstreut finden sich Einzeldarstellungen aus beiden Bereichen, so aus der Liebesgeschichte von Leila und Majnun von Nizami (1141-1202) aus dem Haft Paykar oder Maria mit dem Jesuskind sowie der Heilige Georg. Daneben stehen reale Tiere und Fabeltiere. Gerade die Vielfältigkeit der dargestellten Themen macht diese früheste erhaltene Wandtäfelung zu einem Kompendium, wie es so wohl nur in der syrischen Handelsstadt Aleppo entstehen konnte. \n \nKlicken Sie [hier](https://youtu.be/4toX47mtAIE), um eine Video-Präsentation dieses Objektes zu sehen (auf Englisch).","short_description":"Die bemalten Paneele gehören ins Audienzzimmer eines christlichen Kaufmanns in Aleppo, Syrien. Dieses Zimmer ist das einzig erhaltene Beispiel eines bemalten und datierten Raums aus dem 17. Jahrhundert. Sein ornamentales und figuratives Repertoire umfasst christliche Themen, aber auch arabische Verse.","holder":"Museum für Islamische Kunst","initial_owner":"Isa ibn Butrus (Jesus, Sohn des Brutus).","dates":"1009 H./ 1600 und 1012 H. / 1603 n. Chr.","location":"Berlin","dimensions":"Höhe 260 cm Gesamtlänge 35 Meter.","method_for_datation":"Das Aleppo-Zimmer ist an zwei Stellen datiert, einmal wird das Datum 1009 H./1600-1601 n.Chr. genannt. An einer anderen Stelle kommt das Datum 1012 H./1603 n. Chr. vor.","method_for_provenance":"Das Aleppo-Zimmer wurde von Friedrich Sarre 1912 in Aleppo erworben. Laut Urkunde stammt es aus dem Haus Wakil in Aleppo, wo es auch vor 1912 in situ fotografiert wurde.","provenance":"Syrien, Aleppo.","obtention":"Erworben von Friedrich Sarre für das Museum in Aleppo 1912.","bibliography":"Duda, D. Innenarchitektur syrischer Stadthäuser des 16. bis 18. Jahrhunderts. Die Sammlung Henri Pharaon in Beirut. Wiesbaden, 1971 (=Beiruter Texte und Studien, 12). \n \nGangler, A. Ein traditionelles Wohnviertel im Nordosten der Altstadt von Aleppo in Nordsyrien. Tübingen 1993. \n \nGonella, Julia. Ein christlich-orientalisches Wohnhaus des 17. Jahrhunderts aus Aleppo (Syrien). Mainz, 1996. \n \nOtt, C. „Die Inschriften des Aleppozimmers im Berliner Pergamonmuseum“, Le Muséon, 109/1-2,1996,185-226. \n \nSarre, F. „Bemalte Wandverkleidung aus Aleppo“ Berliner Museen, Berichte aus den Preußischen Kunstsammlungen XLI/4, 1919-20, 143 – 58.","dynasty":"Osmanen","linkcatalogs":"IAM_TR_EN_001","author":"Annette Hagedorn","keywords":["Aleppo","christliche Themen","Holztäfelung","imaginäre Tier","Qa’a (Empfangsraum)"],"materials":["Holz, vielschichtige Malerei mit unterschiedlichen Pigmenten und Metallauflagen."]},"dc7a150a-22b9-5870-99a5-731a6c7242dc":{"name":"Fassade des Palastes von Mschatta.","description":"Die Fassade des Palastes von Mschatta in Berlin besteht aus einem Teil der äußeren Palastfassade beidseitig des Einganges in den Palastkomplex. Nur dieser südliche Teil der quadratischen Ummauerung war zwischen zwei Rundtürmen mit Reliefdekor aus einem fortlaufenden Zickzackband in einer Länge von ursprünglich 47 m versehen, das von einem profilierten Sockel und einem Gesims eingefasst wird. Große Rosetten sitzen in den von dem Zickzackband gebildeten Dreiecken. Den Grund überziehen aus Becken entspringende Weinranken. In den Dreiecken der linken Fassadenhälfte werden unterschiedliche Tiere und Fabeltiere wie Vögel, Löwen und Greifen, ein Pfauendrache (Senmurw) sowie ein Kentaur in paradiesisch friedlichem Nebeneinander, zumeist sich an dem Wasser der großen Becken labend, wiedergegeben. Mit dem rechten Torturm beginnt ein Programmwechsel, da auf lebende Wesen zugunsten eines kleinteiligen Pflanzendekors verzichtet wurde. Aus Vasen oder Blattkelchen aufsteigende, sich in vielfältigen Windungen hinziehende Ranken füllen den Grund Mit Rücksicht auf die dahinterliegende Palastmoschee mag dieser Wechsel begründet werden, da es damals bereits ein Bilderverbot für Moscheen galt. Die nicht nach Berlin gelangten Dreiecke der rechten Seite verblieben 1903 am Ort und sind seither zerstört worden. Es könnte der omaijadische Kalif al-Walid II. (743-744) gewesen sein, der während seiner kurzen Regierungszeit den Auftrag gab, einen Palast in der jordanischen Wüste südöstlich der heutigen Hauptstadt Amman zu bauen. Den Palast mit Audienzsaal und Wohnbereich, einer Moschee und weitere, für zeitweilige Regierungsgeschäfte erforderliche Bauten umgab eine quadratische Umfassungsmauer, die nur scheinbaren Festungscharakter hat. Der Bau blieb allerdings unvollendet, was bei einer Betrachtung ins Auge fällt, da alle am Boden vorgearbeiteten Versatzstücke fertig sind, während der vor Ort ausgemeißelte Reliefgrund stellenweise nur in Anrissen skizziert blieb. Eine Bauinschrift wurde nicht gefunden. Erst im 19. Jh. wurde Mschatta wiederentdeckt. Wesentliche Teile der Fassade befinden sich seit 1903 als Geschenk des osmanischen Sultans an den deutschen Kaiser im Museum für Islamische Kunst, während das Bauwerk sich weiterhin in situ in Jordanien besichtigt werden kann.","short_description":"Die Kalksteinfassade von Mschatta stammt von einem Wüstenschloss in Jordanien und wurde dem Deutschen Kaiser vom Osmanischen Sultan als Geschenk überreicht. Es handelt sich um die Außenmauer, auf der Tiere inmitten von floralem Dekor zu sehen sind. Da der Kalif, der den Palast bauen ließ, ermordet wurde, konnte der Bau nicht vollendet werden.","holder":"Museum für Islamische Kunst","initial_owner":"Wahrscheinlich al-Walid II. 125-126 H./ 743-744.","dates":"wahrscheinlich 1. Hälfte 2. Jh / 8. Jh., um 125-126 H. / 743-744","location":"Berlin","dimensions":"Höhe 5.07 m Länge 33 m.","method_for_datation":"Zunächst auf Grund von stilistischen Gründen in die omaijadische Zeit datiert, was schwierig und kontrovers war. Im Verlauf des 20. Jh. gab es verschiedene vorislamische (Sasanidisch, Ghasanidisch, Byzantinisch) und frühislamische Datierungsvorschläge (Omaijadisch, Abbasidisch). Der unvollendete und der Fund eines fragmentarischen Ziegels im 1964, auf dem ein Name genannt wird, der in der zeitgenössischen Literatur zwischen 730 und 750 vorkommt, unterstützt die Datierung in die spätumaiyadische Periode.","method_for_provenance":"Durch die ursprüngliche Zugehörigkeit zu dem in situ befindlichen Bauwerk Qasr al-Mshatta bevor ein Teil der Fassade abgebaut wurde.","provenance":"Mschatta, Jordanien","obtention":"Geschenk des osmanischen Sultans Abdul Hamid II. an Kaiser Wilhelm II. Geschenk von Wilhelm II. an die Königlichen Museen Berlin 1903.","bibliography":"Bisheh, Gh., “Qasr al-Mshatta in the light of a recently found inscription”, Studies in the history and archaeology of Jordan (ed. A.Hadidi), vol. III, Amman, Jordan 1987, pp.193-197, Fig. 2f. \n \nCreswell,K.A.C., Early Muslim Architecture I,1-2. Umayyads, A.D. 622-750. 2nd edition, Oxford, 1969, I,2, pp. 578-606 Pl. 112-136. \n \nEnderlein, V. \"Die Erwerbung der Fassade von Mschatta\", Forschungen und Berichte 26, 1987, 81-90. \nMuseum für Islamische Kunst, Verlag Philipp von Zabern, Mainz, 2001, 117-125. \n \nTrümpelmann, L. Mschatta. Tübingen, 1962.","dynasty":"Umaiyaden","linkcatalogs":"IAM_JO_EN_001","author":"Jens Kröger","keywords":["Baudekor","Palastfassade","Reliefdekor"],"materials":["Kalkstein, in Blöcken gearbeiteter Reliefdekor."]},"fb0d852c-219c-5753-93b5-9648fdd94679":{"name":"Alhambra-Kuppel.","description":"Die Kuppel in Berlin war einst in den Torre de las Damas gennanten Turm des Palastes Palacio del Partal über einem reichen Stuckdekor eingebaut. Durch die Fenster dieses Turmes konnte man sowohl die Umgebung mit der Stadt Granada als auch den Palastkomplex mit den heute nicht mehr exitierenden Teilen der Alhambra überblicken, den der nasridische Herrscher Muhammad III. (701-708 H./ 1302-1308) hatte erbauen lassen. Das Motto der nasridischen Herrscher „Es gibt keinen Sieg außer von Gott“, das eine wichtige Rolle im Dekor der Kuppel einnimmt, kann als Proklamation des Islam angesehen werden, der durch die voranschreitende Reconquista bedroht war. Die Kuppel hat eine quadratische Form, die zunächst in ein Achteck übergeht und dann in sechszehn Trapeze überführt wird. Jede Seite des Quadrats ist mit einem Dreieck ausgestattet, die mit geometrischem Flechtwerk mit zusätzlichen pflanzlichen Motiven versehen sind. Eine kleine Miniaturkuppel sitzt im Zentrum der Dreiecke. Das Achteck wird von Brettern gebildet, die mit kleinen Vielpassbögen versehen sind, in denen symmetrische Kufi-Inschriften auf rotem Grund sitzen, zusammen mit Pinienzapfen, kleinen Muscheln und Arabeskdekor. Auf den rechteckigen Paneelen des Sechzehnecks wird das nasridische Motto „Es gibt keinen Sieg außer von Gott“ wiederholt. Sie werden von kleinen Muqarnas-Bögen umgeben. Die folgenden sechszehn Trapeze weisen ein für die islamische Welt typisches Flechtwerk auf. Kleine Vielecke oder Sterne wiederholen das nasridische Motto. Eine sechzehnseitige Scheitelplatte, ebenfalls mit Flechtwerk, bildet den horizontalen Abschluß. Der Reiz des Dekors liegt im Kontrast zwischen der Strenge der flachen geometrischen Flechtbänder und den erhabenen Reliefebenen. Holzdecken und Holzkuppeln dieser Art sind ein besonderes Merkmal islamischer Architektur im Maghreb. Zahllose Beispiele befinden sich nicht nur in der Alhambra, sondern auch in zahlreichen anderen Bauten Spaniens sowie Nordafrikas.","short_description":"Diese Kuppel stammt aus einem Teil der Alhambra-Palastanlage mit dem Namen Palacio del Partal. Dieser Palacio war im Privatbesitz eines deutschen Bankiers, der die Erlaubnis erhielt, die Kuppel in seine Berliner Villa zu überführen. Hölzerne Decken und Kuppeln dieser Art sind ein Kennzeichen islamischer Architektur im Mahgreb.","holder":"Museum für Islamische Kunst","initial_owner":"1885 kaufte Arthur von Gwinner ein Stück Land im Bereich der Alhambra. Dazu gehörte ein Grundstück mit Gebäuden, Gärten und Straßen. 1891 übergab er den Palacio del Partal an die Stadt Granada. Es wurde ihm daraufhin erlaubt, die Holzkuppel aus dem Torre de las Damas auszubauen und nach Berlin mitzunehmen. 1892 baute er die Kuppel in sein Wohnhaus in Berlin ein. 1921 schenkte er seinen Besitz an die spanische Regierung.","dates":"um 719 / um 1320.","location":"Berlin","dimensions":"Höhe 190 cm Breite 355 cm Tiefe 355 cm.","method_for_datation":"Die Kuppel läßt sich durch ihre Herkunft aus dem Palacio del Partal datieren, der zum Alhambra-Palastkomplex gehört und unter Muhammad III. 701-708 H./ 1302-1308 erbaut wurde.","method_for_provenance":"Nach den Dokumenten stammt die Kuppel aus dem Palacio del Partal im Alhambra- Palastkomplex in Granada/Spanien, wo sie 1892 ausgebaut wurde. Die spanische Herkunft ist dadurch gesichert.","provenance":"Von dem Bauteil Torre de las Damas des Palacio del Partal im Alhambra Palastkomplex in Granada, Spanien.","obtention":"Erworben 1978 von den Nachfahren Arthur von Gwinners.","bibliography":"Fernández-Puertas, A. The Alhambra I, London, 1997, 235-39. \n \nBrisch, K. Eine Kuppel aus der Alhambra in Granada, bm, Berichte aus den Berliner Museen Preußischer Kulturbesitz, 3. Folge, 14, 1978, 6-7, 10-1. \n \nBrisch, K. \"Eine Kuppel aus der Alhambra in Granada\", in: Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz 16,1979,169-76. \n \nChmelnizkij, S. \"Methods of constructing geometric ornamental systems in the cupola of the Alhambra\", Muqarnas 6, 1989, 43-9. \n \nDodds, J. D. Al-Andalus. The Art of Islamic Spain. The Metropolitan Museum of Art, New, York 1992, cat.no.116.","dynasty":"Nasriden","linkcatalogs":"IAM_ES_EN_001","author":"Jens Kröger","keywords":["Alhambra","Alhambra-Palast","Geometrische Muster","Kuppel","Muqarnas","Palastarchitektur"],"materials":["Holz (Zedernholz und Pappelholz), geschnitzt und aus Einzelteilen zusammengefügt. Teilweise bemalt (Rot, Blau und Grün)."]}}
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